684
HI. Fortsetzung von 1741. bis 1745.
1742. dem Herrn ein öffentliches Danckfest zu hal-ten. m) Die Vorsorge GOtteS hat sich dieser Co-lonic auch darinne nicht wenig gnädig erwiesen, daßbey so vielen Kriegsunruhen, und Gefährlichkeitenjur See, kein einziges Schis von denen, worauf sicheinige ihnen aus Europa zugesandte Wohlthaten bc-funden, in der Feinde Hände gerathen, sondern ihnenalles richtig zu Handen gekommen. Unter die Heim-suchungen, so ihnen seither begegnet, zehlen sie billigvor andern die schädliche Viehseuche, die im Landegewütet, und A. 174z. in Ebencrzec das meisteRindvieh mit weggenommen hat. Die Gemeine hatin diesem Jahr 8i- Männern, 72. Eheweibern,6. Wittwen, 5». Knaben, 59. Mägdlein, 11. Dienst-mägden, und also in allen 279. Seelen bestan-den. n)
Im geistlichen sind sie nicht weniger sehr wohlversorget gewesen. Herr Bolze und Mronau, diezwey ordentlichen Prediger haben sie mit dem Wortdes Lebens fleißig unterrichtet. Zu den öffentlichenGottesdienst muste sie nunmehro auf eine Kirchedenken, 0) zumal da sie von der Mildthätigkeit ih-rer Wohlthäter,und vom Herrn VOH rfteld einen soansehnlichen Veytrag erhalten. Sie legten den 14.Iul. 1741. dazu den Grund, und setzten den Bau sofleißig fort, daß im September alles bis aufden Ober-boden, die Thüren, und Fensterladen fertig war. Den22. Sept. als am 17. Sontag nach Trinitatis,ward die Einweichung mit Freuden verrichtet.Weil aber viel Leute auf ihren Plantationen ausser-halb der Stadt wohneten, und d»e Herren Predigerden Gottesdienst wechselsweise draussen zu halten,sich genöthiget sahen, so machte man auch bald dieAnstalt, hier Haussen eine Kirche aufzubauen, p)Den n. Januar. 1742. suchte man also dazu einennöhtigen Platz aus , und fällete darauf das nöhligeHolz. Den 6. Decemb. ward der Grund dazu ge-legt , und den 7. Merz des folgenden 174z. Jahreswar das Gebäude fertig , daß es konte emgeweyhetwerden, g) Die Kirche ist der ersten in der Stadtgleich. Die Wände bestehen aus 6 Zoll dicken undbreiten, glatt gehobelten, und fest aufeinander ge-fügten Balcken. Der inwendige Raum vom Fußbis zum Oberboden ist iz. Werckschuh, die inwen-dige Länge ist 4; Schuh, und die Breite Z2 Schuh.Statt der Eanzel gebrauchen sie einen etwas erha-benen Tisch und Stuhl. )n jeder Kirche sind i--«feine grosse Fenster von sehr klaren Glas, welche sowol, als die Fensterladen gar leicht nach Beschafffenheit der Witterung können auf und zugemacht
m) Dieselbel'.VII 'p. 89 >- 894 - M^ieselbel.X. p.szo. «zi.
o) Eben dieselbe ?.Vl. p. 88;. 1 °. VU. p. ««7.
p) llülurica-Lccl. H VI. p. »87. t. Vlll. p. ;z;.
q) t?. IX. p. 916.
werden. In der Mitte der langen Wände befin-den sich zwey Thüren , jede mit 2 Flügeln. DieKirchen haben keine Chöre, sondern durchaus Bän-ke ohne Lehen, die forn niedrig sind , und bis andie hinterste Wand gegen Morgen zu immer umein merkliches höher gehen, dasi jedes den Predigersehen kan. Das Dach ist viercckigt aus Enprcssen-schindeln. Die Kirche in der Stadt ist die Ieru-falemskirche, und die auf den Plantationen dieZionskirche genannt worden.
Die Prediger fuhren sowol in den öffentlichen,als besondern Versammlungen fort, die ihm a>»-vertrauke Seelen zu erbauen, und rühmen auch dieguten Würkungen, die sie von ihrer Arbeit hierund da erfahren, r) Die Fremden, so dahin kom-men , sollen die gute Verfassung loben. Ausser denordentlichen Schulmeister, Vrriiiann, hakte maneinen Englischen Jüngling , Nahmens Bischof,angenommen , , der die Kinder in der EnglischenSprache unterrichtet. Nach diesem ist ein Mann,Heinrich Hamilron, als Englischer Schulmeisterunter ihnen bestellet worden. Allein auf den Plan-tationen ausserhalb der Stadt war auch ein beson-derer Schulmeister nöthig. Ruprecht Steinermuste daher die Kinder sowsl im Buchstabiren undLesen, als in biblischen Sprüchen so lange unter-richten, ,) bis daß man 1742. einen Nahmens,Rocher dazu ordentlich bestellet?, als welcher sichauf der Reise des vierten Transports der Kinderfleißig angenommen hakte, k) Dieser muß wechscls-weise, vor-und nachmittags die Schule an zweycr-ley Orten halten, damit die Kinder von den äusser-sten Theilen desto leichter dazu kommen können. Erbekömmt jährlich ; Pf. Sterling zum Salar,o,unddie Leute, die Kinder in die Schule schicken, ge-ben ihm etwas von ihren Feldfrüchten. Er hatauch einige Beyhülfe zu Erkaufung einer Plantationund Wohnung erhalten. Die beyden Herren Pre-diger hatten die Jahre daher ihr Amt unter man,cherley Abwechselungen ihrer Gesundheit verrichtet,sich aber durst) GOtteS Gnade immer wieder vonden zugeflossenen Zufällen erholet. Allein den 11.)an. 174; nahm GOtt den zweyten Lehrer, HerrnEronau durch einen seel. Tod hinweg. An dessenStelle erhielt ein Studiosus Theologiä aus derGrafschaft Sstiaumburg, der bisher „> den Anstal-ten des häilischcn Wayseuhauscs gearbeitet hatte,Herr Herrniani» Heinrich Leirike die Vocation,welche um der Herr Senior Nels pcrner den 12.Aug. desselben Jahres im Nahmen der hochlöbl.I eii.sst,
! r) Dieselbe 1 '. Vl. 8»;. S87.
I ;) D'esclbe l VU s>. ,86.
I 1) Eben dieselbe r. rx. j). 916.