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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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lll. Fortsetzung von 174t. bis 174s.

verdächtig ju machen. Dock der Herr Graf reise«te den i Jan. 174z. seiner Wege, und so.vol sei-ne , als seiner Anhänger Bemühungen waren inden Stücken vergebens gewesen k)

Die Schwedischen Kirchenvorsteher erlaubten,daß weil das alte gemiethete Lutherische Vrrsammlungshauß zu klein, und unbrauchbar war, die Lu-therischen sich besagter Kirche mit bedienten, unddie Gemeinen crkantcn ihn vor ihren ordentlich bc«rufenen Lehrer. Das Filial zu dieser Mutterkirche,! 7 seril)ünnor»cl', wovon providcnz nicht weit ent-fernet, liegt freylich etwas weit, ucmlich 9 bis lc>deutsche Meilen davon, und die dazwischen gelegeneFlüsse machen das Hin « und Herreisen gefährlich.Unterdessen entschloß sich Herr LNnlilenber'ct dieArbeit an allen dreyen ;u übernehmen, und theiltedieselbe also ein, daß er in einer jeden dieser Gemei-nen eine Woche bleiben, die Woche über pie Ju«gend, weil nicht einmal «in tüchtiger Schulmeistervorhanden, selbst unterrichten, und des Sontagsden Gottesdienst versehen wolle. Da auch in ei-nem zwischen ptettkannc>vcr und Pl>il»rdciplil.:gelegenen Stadtlein (KermMH-owir (welches in denBüdingischen Sammlungen oft vorkämt, weil derHerr Gr. von Z. sich oft da aufgehalten) genant,eine lutherische Kirche und Gemeine befindlich , so einVerlangen be;eigte,an dieser Seeleupflege mirThrilzunehmen; so beschloß er auch,dieser Gemeine in der fürPhiladelpl-ta bestirnten Woche, nüt zu dienen, undwenigstens einmal daselbst zu predigen, in der Hof,nung, wenn GOtt mehrere Gehülfen schenken solle,daß G.'rm.mrc'wn mir Plul.rdelphür verei-nigt, u>rd die Gemeinen l 7 li.'>lYirnir 0 L)e^ und Pr§-vidciiz von dem andern Prediger bedient wer-den tönten. Bey seinen Schulbemühungen hat-te er mit grossen und erwachsenen Leuten, wegender grossen Unwissenheit, darinnc sie aufgewach-sen , genug zu thun, daß er sie zur Consirma-tion und heiligen Abendmal, auch zum Theil zurheiligen Taufe präparirte. A. ,? 4 Z- waren der con-siemirten, so das erstemal zum Heck. Abendmal ge-lassen wurden, und davon einige schon im Ehestem-de waren, zwanzig : »n Neuhannover eben soviel, zum Theil von 24. bis 2;. Jahren. Dabeygab es gar oft Erwachsene, und wohl ganze Fami-lien zu raufen. Dann ausser den mancherley See-lenverderblichen Secten, von welchen hier und daeinige zu dem Evangelio Christi bekehret werden,giebt es auch Leute in der Gemeine, die erwachsensind, ohne getaufet zu seyn, also geheyrathet und

k) Man kan allerhand hieher gehörige Historien undUrkunden beysammen antreffen, in den LüsmgisibenSamlnngen ^ II. g. 8". 8»«. rzo. §65. »zl. zzr. 1.Ul. p. «0. 70». 70-.

Kinder gezeugek haben, die wieder nicht getaufetsind. Der gröste Haufe ist noch wild. Die Jugendist herangewachsen. Die Eltern haben ihre Kin-der zum Theil ohne Taufe, ohne Information,und Erkentnis aufwachsen, und ins Heydcnthumgehen lassen. Die Verführungen sind bey einemsolchen ZusammcnfluS von Atheisten, Driften, Na-turalisten, gottlosen Leuten, und unzehligen Sectenund Meynungen, dergleichen in diesem Lande ist,weit grösser, als irgend in einer andern Gegend.Unterdessen rühmet Herr Ncühlenberg doch, daßer nicht umsonst bisher gearbeitet , sondern bey sei-nen Zuhörern Eingang, und hier und da euren nichtgeringen Secgen spüre, so daß er die Hofnung ha-be, wenn er redliche Mitarbeiter bekomme, die zahl«reichen Gemeinen, unter GOttes Beystand mit derZeit wieder hergestellet, die zerstreuet«, Schafe wie-der zusammen gebracht, und u, Ordnung zu sehen.Allein da die Gemeinden also täglich zahlreicher wer-den, und die Schwedische Gemeine ihre Kirchenden Deutschen nicht länger, als bis zur Ankunftihres neuen Predigers überlasse» konte, mustemanauf einen Kirchenbau denken. Man machte in pro-vlvcuz, weder Gottesdienst bisher in einer Scheu-ne gehalten worden, den Anfang dazu. Den 6tenJunii ,7-lZ. ward der erste Grundstein dazu gelegt,und die Maurer arbeiteten so fleißig daran, daß manschon den >2. September, ob sie gleich nicht völlig aus-gebauet, doch Gottesdienst darmne halten konte. InLTcuhastover war eine hölzerne, aber noch nicht aus-gebauete Kirche vorhanden , deren man sich bedienenkonte: Aber in Philadelphia fanden sich weit mehrHindernisse, als auf den Filialen. Die lutherischeGemeine einer so we>tläufttgeu Stadt,st zahlreich,u>U> erforderte ein gar aus-. yuliches Gebäude. D>cPlätze in der Stadt sind sc^r rar; und mancheUebelgesinntc machten d,:S ganz- Vorhaben schwer.Doch fügte es die Vorsehung des HErru seinerKirche, daß man m eben demselben Jahre , geradein der Mitte der Stadt einen schönen Platz umhundert und etliche Pfund St. zu kaufen bekam,und also wurde den z. April der erste Grundsteinzu der ersten deutschen lutherischen Kirche daselbstgelegt. Man gab ihr die gehörige Grösse 70. Fußin die Lange , 45. in die Breite , und 27. in HisHohe, ohne das Gewölbe, weiches auch noch 9.Fuß beträgt. Es wurde auch ein Thurm zu einPaar Glocken gebauet, der von Grund aus 85.Fuß in die Höhe kam. Denn weil imch den dasigenRechten keine Secte oder Rcligion eure Kirchebauen darf, als die zur Englischen Kirche gehören,und die Lutheraner, so wolle man sich dieses Vor-rechts dadurch auch bedienen. Der Anschlag davon

kam