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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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lll. Fortsetzung von 1741 bis 174/.

da sie der heil. Schrift widerspreche, und man fordertedie Erklärung des Herrn Bürkmaims über dieStellen Offenb. XlV, iz. Apost. Gesch. Vll, zg-Der Herr Senior Urlspergeu war also mit in dieSache gemischet, und fand vor nöthig, eine Berthe»,digung seiner Person, und Lehren in gedachte Regen-spurger Nachrichten setzen ju lassen, welche kurzdahin ging : Er habe die ihm bediente Sammlungnoch nicht einmal gesehen, und wünschte, daß man ihnwegen der erzehlten Bedenklichkeiten dainit verscho-net-hatte: die neue Meynung sey von dem sehr un-terschieden, was man ihm sonst zur Last geleget, unddoch einem andern Verfasser zugehörer habe:und er bleibe überhaupt in seinem mündlichen undschriftlichen Vortrage bey dem Fürbild der heilsamenLehre.

Unterdessen halte sich Herr Diaconus Bür?.mann von dein Herrn D. federn zu Heuchtwau-gcn ein theologisches Gutachten über die Sache aus-gebeten, und erhielt solches nach Wunsch. DasGutachten selber erörtert drey Fragen: i) Ob dieMeynung, daß frommer Christen abgeschiedeneSeelen einige Zeit nach dem Abschied, ihremverlassenen Leib, auch hinterlassenen Angehe»,rigen, annoch nahe seyn, und einen Umgangmit ihnen haben, oder doch haben können ? tüch-tige Gründe vor sich habe, oder vielmehr dasGegentheil gegründet sey? Darauf wird geant-wortet: Man könne von der Wahrheit, oderFalsch-heit dieser Meynung kein gegründetes Urtheil fällen,weil sich die Gründe beyder Theile noch gar wohl be-antworten liefen, davon der Herr Doclor auch indem Gutachten die Probe gemacht, und zugegebenhat, daß die Sprüche, so man vorbringt, um dieabgeschiedenen Seelen so fort an den Ort derSeligkeitzu versetzen, gar wohl von dem Zustand der Selig,keir können erkläret werden. 2. Ob, im Fall solcheMeynung »„gegründet, der Irrthum Schadenbringe, besonders, ober den pabstlichenGedan-ken von, Fegfeuer einigen Vortheil, auch nurvon weiten schaffe, und daher eifrige Evange-lische Lehrer dafür zu warnen befugt, ja schul-dig seyn? Antwort: Man kan nicht absehen, webchen Stücken unserer heiligen Religion diese Mey-nung Abbruch thun, oder wie sie den Aberglaubender Papisten befördern könne. Wer den Schadenderselben nicht deutlicher, als bisher», darthun kan,und doch darwider eifern will, macht sich einer unlöb.lichen Herrschaftsbegierde über seine Bruder verdäch-tig. g. Ob besonders derjenige, welcher diebesagte Meynung vor wahrscheinlich, oder auchrichtig achtet, in Verdacht gezogen werdenkönne, daß er das geschriebene Wort GOttesfür einen todten Buchstaben halte, und die vor-

getragene Meynung durch ein eingebildetes in-neres LVort geoffenbart bekommen habe? Ant-Wort: LTlein.

Als Herr Bürkmann dir vierte Sammlung ansLicht stellete, fugte er derselben das OcderisLe Beden-ken bey, und erinnerte zugleich: E« thue ihm leid,daß eine in so guter Absicht ausgefertigte Samm-lung, wie diese, einen Streit veranlassen solce: Esmüßen wohl keine Freunde der guten Sache des Hei-landes gewesen seyn, die in den Rcgenspurger undGottingischen gelehrten Zeitungen so spöttisch da-von geurtheilet hätten: Er habe nicht einmal seineMeynung vom Seelen-Aufenthalt angezeiget, son-dern nur bey dem Exempel der Frau D. Senken»bcrgin zu bedenken geben wolle»: Ob man alles,was von» zwischen Todten und Le»

bcndigen geschrieben und erzchlet worden, fürBetrug, und bloss Einbildung halten könne?u. d. ni.

Auf diese Erinnerung folgte ein dem Herrn Nürk»mann so wol, als dem Oederischen Bedenken entge-gen gesetzter Traktat: Schrisrmäßtgcr Unterrichtvom Aufenthalt der abgeschiedenen Selen. Au»Liebe zur Wahrheit und zu deren Rettung ge-gen neue Mißdeutungen mitgetheilet. Nürn-berg 1745. in 8. z Bogen. Der ungenannte Ver-fasser dieser Schrift zeigte, daß man sich ganz un-recht aus die Stelle D. Lcyssrs berufen; daß mandie Stelle Phil. l, 2g. vergeblich wider Herr Vürk»mannen angeführt, als welcher ja nicht leugne, daßdie abgeschiedenen Seelen endlich zu Christo kämen;und daß man hingegen den Spruch Offenb. XlV, rz.mit mehrcrm Grund wider ihn brauchen könne, wo-bey er den Beweiß aus diesem Spruch wider HerrD. Ordern in seiner Stärke darleget. Er bewei-set aus dem in vorhergehenden Versen liegenden Ge-gensatz, daß von einer Seeligkeit der Heiligen gleichnach ihrem Abschiede die Rede, und der selige D.Zeltner mit seiner Glosse, hier unrecht angekommensey. AlSdenn spricht er, die gemeine Meynung un-serer Kirche sey auser dieser Stelle noch auf folgen-de Beweise gegründet, l) Auf den Grund von der'abgeschiedenen Seele Christi, als welche nicht bey des-sen entseelten Körper geblieben, sondern an den Ortder Seligkeit gelanget, 2) von den Seelen aller Gläu-bigen, welche ohne einiges Verweilen nach dem Exem-pel ihres sterbenden Heylandes im Himmel kommenIoh. XU, ,6. XVll, 24. Luc. XXlll, 42. Luc. XVl,22. Der Schluß wird mit einigen schlimmen Fol-gen der bestnttenen Meynung gemacht, x)

Da wir nicht gewohnt sind, die Geschichte, so wir

erzeh.

x) E» LccI. 1 °. IX. p. 765.7^4. Nachrichten vonden neuesten theologischen Büchern, V. y. r,o. leg.