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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. Cap> von den Zwistigkeiten.

7Zf

erzchlen, allemal mit unserm Urtheil zu begleiten, so Schon zu Ausgang des vorigen Jahrhunderts

wird es der Leser auf diesesmal nicht verlangen. Esfällt uns aber ein, y) was der Herr EonsistorialrathHunnen an einem gewissen Orte schreibet. „Unter„den Wahrheiten, welche den menschlichen Geschlech-te durch eine göttliche Offenbarung kund geworden,„sind die meisten von der Beschaffenheit, daß die„stärkste Vernunft durch eigenes Nachsinnen auf»solche nicht würde gerathen können. Das sind„Wahrheiten, welche blos die Offenbarung lehret.„Diese haben zum Theil die Eigenschaft, daß die„stärkste Vernunft, wenn sie solche in ihrer Kraft

entdeckte der so wol seiner Gelehrsamkeit als irrigenMeynungen wegen berühmte noch lebende Mathe-mmicus zu Cambridge Wilhelm Whistsn seinebesondere Meynung, wie die- Annäherung der Co-meten unserer Erde höchst gefährlich sey. Er gabvor, die allgemeine Sündfluth sey durch eine der-gleichen geschehene Annäherung entstanden; 'undeben hierdurch werde'die Erde einmal in Feuerverwandelt, und zu einem Wohnplatz der Heiligenverneuert, endlich aber durch ein völliges Anstössenwieder unter die Zahl der Eometen versetzet werden,

„erkannt hat, denselben muß Beyfall geben. Sie als worunter sie vor dem eigentlich gehöret habe.

— ------ ^--- k-—. ^ sinnreicher Einfall ist lange ohne Verehrer

geblieben, bis sich endlich unter den Deutschen einpaar Weltweisen, nemlich Herr Professor Gott-

„findet nichts, was sie daran mit Grund könne aus-setzen. Vielmehr trift sie in denselben etwas an„das sie hoch achten muß. Sie begreift, daß die„geoffenbarten Wahrheiten die natürliche Erkennt-„niß erhöhen, und einen grosen Mangel derselben„ersetzen. Sie kan nicht leugnen, daß wenn diesel-ben richtig sind, es mit dem Zustand des Men„schen eine viel herrlichere Beschaffenheit habe, als„wenn sie ihn ohne solche betrachtet. Von dieserArr„der geoffenbarten Warheiten sind zwey Lehren, von„dem wahren Zujkaud nach dem Tode, und von„dem MÜnfcigenallgemeinen Gericht. Fraget„man wegen des ersten die Vernunft, so sind es„entweder Mährlein, und seltene Einfälle oder„Schlüsse, wider welche sich lausend Einwürffe„machen lassen, was man aus dieser Qvelle uns von„dem eigentlichen Zustande der Seelen vorsagen„will. Die Schrift aber lehrt uns davon weit„mehr, und das viel besser und richtiger: nemlich,„daß die Seele überall von der Erearur abgesondert„werde, und zuGOttselber komme.,,?)

XIX.

Was ist über den Eometen gestritten wor,den?

Der A- 1742. erschienene Eomet hat zu eben derZeit zu allerhanv Untersuchungen und Streitigkei-ten Anlaß gegeben, als man wegen derselbenErscheinungen und Würkungen Streit erregte

>ched in Leipzig, und Herr D. Lrüger zu Halledesselben angenommen, und ihn vor wahrscheinlichgehalten. Dabey blieb die Sache ohne Wider-spruch, so lange man mit dem Eometen nicht indas theologische System» kam.

Allein Herr Johann Heyrr, Rector der saldri-schen Schule zu Brandenburg, dessen wir schonmehrmals gedacht, und hernach unten noch mehrgedenken werden, bließ ganz »»vermuthet Lerm.Er hielt mit seinen Schülern zwey Disputationen,die eine: Oe äiluvio orbi kcrrarum per Lomeran»inäuÄo l/gl. a) und die anderer ve prscluclii, ju-clicü exercmi orbi per Lomekar exliibeaäo 174?.der ersten bemühete er sich, obengedachte Whists-nische Meynung von der Sündfluth nicht nurwahrscheinlich zu machen, sondern auch so gar ausder Schrift, nemlich Amos V, 8- zu beweisen: inder andern aber ^wolte er zeigen, wie die Zeichen,so vor dem Einbruch des jüngsten Tages ergehensolten, durch Eometen tönten veranlasset werden.Beyde wurden hernach zu Leipzig bey Langenheimen b)unter dem Titul zusammen gedruckt: foll-mnir^ey.nii 5 pecimcn LomcrojoZtL lacr-c, äurbur ckillcrtL-kionibur propoükum, guarum slcera ^

0^« j slccr» äs prsclullio

o^r 10. Bog.

Man fragte: Mb die Sündfluth durch erneu in 4>to. Man kan leicht erachten, daß dieses rini-Lomer»' entstand'n? c!)h ein Tomcc das Eu-, ges Aufsehen machte, zumal, da der Herr Rectordt der Welt verursachen werde? <ObderScern,Fmct an der Stadtschule zu Brandenburg fast zuder VL'is u aus N'lio, gcnlaud ein Lomec ge-'gleicher Ze,r sich in einem Programm»: vs Lom«-

westn? (vo der Lemec mehr Wunder in derBivel Aet an? u. d. m. Wir wollen daher diehieher gehörige Dinge in ihrer Ordnung, und vomersten Ansang crzehlen.

y) In der Vorrede zu Eherlecks Abhandlung der Lehrevon jüugstcn Gericht.

r) Nachrichren von den neuesten theol. Büchern l'. II.

k- r?-,.

kü c) der obigen Meynung Nicht »«geneigt erwieß.Allein es vlieb dabey nicht. Herr Heyn hatte Lust,grosse Dinge in der Welt zu verrichten. Er ließ

ei«

s) Leipj. grk. Zeit. A- 174?. p. »5.b) Lcipz. gcl. Zeit. A. >742. p. 584.e) Leipz. geh Zeit. A- »74». p. »4-