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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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III. Fortsetzung vew 7741. bis 1745.

nigten Pcovinzicn haben, und gerne sehen, wen«»diesen ungehorsamen Kindern gegen den päpstlichenStul zuweilen die Ruthe gegeben wird. Hierzusolte vermuthlich folgendes Buch dienen, p) wel-ches von jemand aus der Römischen Parthey, undeine von den neuesten und wichtigsten ist:

5. loliäa L lmccra laulenianurum sliorumguekleo - LuKuüinianorum vozmarum consuk-tio. Lolo-ni« A^rippinr i^zz. in 4. Es sol ein Auszug ausdes Sorbonischen Theologen P. Assirurel 1715.in zwey Quartanten herausgegebenen Werk: ve cii-vina grari» sä mcmcm s. Komanr Lccleiise seyn.D«nr Werke ist eine Historie der IansenistischenStreitigkeiten nach des Römischen Hofes Sinnvorgesetzet, und bis auf die Zeiten des P. Quesnelfortgeführet. Denn folgen unterschiedene Beylagen,als die bekannte Eonsittutio» Umgcnrtus, her-nach weitlaufrige Vinäicisc derselben, samt einer Er-zehlung der Prälaten, und Vcrsamlungen, welchedieselbe angenommen; worauf denn die Gründe derAnciconstlrurionisren selber vor die Hand genom-men und geprüfet werden, aber so, daß man mehrmit den Gründen des Ansehens, des Neids, derBannstrale und Verdammungen, als mit einigen«Schein der Warheit streiket.

Wie sich auch bey den ernsthaften Dingen nochimmer Leute finden, die sich und andere gern la-chend machen, also sahe man auch ein lustiges Stücksso hieher gehöret, und unter dem Titul: /.a A-e-par blr. äe 6. 1741. zu Amsterdam ansLicht trat. Der ungenante Verfasser hatte es denSchattengeistcrn des Pabsts Eteui.us Xk. und desP. Lruesnels zugeschrieben. Die Schrift selberaber erzehlte die verborgenen Umstände dieser Strei-tigkeiten nach der Schreibart des Scarron, meistin lustigen und lächerlichen Versen, g)

XXVl.

Was hat man noch wegen der unbeflecktenEmpfangniß Maria gestritten?

Der Streit ist in Italien wieder rege, und mitgrosser Heftigkeit geführet worden. Insonderheitsieht man die zwey berühmten Männer ä..ruil,undMur.rtori darin verwickelt. Man muß die Sachevon ihrem ersten Ursprung mercken. Der letztereließ unter dem Nahmen <ie m-

ßeniorum moäerarionc in religionir negocio k-ibro;rrc, Zcc. A. 1714. zu Paris Mit Approbation derltheologischen Facultät daselbst in 4. drucken. DasBuch ward nach der Zeit in Deutschland und Ita-

lien aufgelegt. Er hakte unter andern darinnc vomAberglauben in der Religion gehandelt, und be-hauptet, man dürfe denselben Nicht einreisten, viel-wenigcr die zu Abstellung desselben abseiende Schrif-ten unterdrücken lasten. Er führte zum Exempelan: wie es einigen nicht gnng wäre, die uridesieck»te Empf.h,gmß der Mutter Gottes mit derzcder zu vertheidigen, sondern sie mcpntc r inder ^ereln ung der hcil.Iuiigfr.ru etwas nochviel hcrrlrchers gefturden zu lzabcn, wrnn siedurch ein theuer Gelübde sich verbindlich «nach,tcn, diese Meynung, wenn es Gelegenheiterfordere ^ auch so gar mit ihrem Bluc undLeben zu beschützen, r)

Dieses war genug, die Galle der^Ie^uiten regezu machen. Ein Professor Theologiä «n SinNen,^rancisius V»orgio gab unter verdeckten Nahmenheraus : Voruo, pro rncnäa Immaculata l)c>p»rrconceplione ab oppuLnarionibiirrinäicatuma ,729. Mur«s

kori nahm sich Zeit, ehe er darauf antwortete, r) End-lich erschien äe luperllikione vusn-

äa, live ccnlurs vvti lanAuinarii in bonorem imma-culaer concepcioni; Dc«p»r-c emilki, sr»nlca oppugnari, acgne a

e/«o 7 bc»Iogo äiculo mcaüum vinäicaci, Venedigund Meyland 1740. Diese Schrift «st unter allen,die jemals in der Sache herausgekommen, e,ne derbeträchtlichsten, r) Nachdem der berühmte Mu-ratori «n derselben erzchlet, was in der Kirche we-gen der unbefleckten Empfangniß Nariä vorgegan-gen , so erkläret er sich, daß er wieder diese Mey-nung selber nicht streite, weil sie nicht nur pia,sondern lummc pia sey. Man thue recht, wennman dieselbe in öffenlichen Predigten und Schriftendem Volk anpreise. Es sey auch nicht erlmidt,darüber weiter zu streiten, weil es die Päbstc, wel-che noch kein ander Mittel zu Veylegung der darü-ber entstandenen ärgerlichen Irrungen ausfündizmachen können, verboten hätten, doch sey es er-laubt , in, Herze», anders zu denken. Unterdes»sen sey es höchst verwegen, peShalben ein Gelübdezu thun, daß man die Mevnung von der unbefleck-ten Empfangniß mit Darsetzung seines Lebens undVlutS vertheidigen wolle. Denn sie sey blos war-scheinlich, und man müsse befürchten, sie möchteeinmal nicht für wahr erfunden werden, wenn derpäbstliche Stuhl, der seinen Ausspruch bisher in«dieser Sache aufgeschoben, davor erkenne, daßdaS>Gegenthr«l mit der heil. Schrift, und der Tradi-

ti-

r) kcclec 7 .VM. p. lZo.

;) Lcip; gel. Zeit. 1741. p. S-7.r) LruU. ,746. p. z.

x) Eben dieselbe »74;- ?. SS-g) Fortgesetzte Samluugen von A. und N. A. 174;.P..4Z4.