I. Tap. von den Zwifiigkeiken.
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Rcrct, den Gerechtigkett und Barmherzigkeitzwischen GOrc und Maria getheilte sey.
Darüber hatte einer von den verketzerten Gelehr-ten gelacht, und sein Mißfallen wo in einem Ge-spräche dargelegt. Jener beklagte sich hierauf von !
der Canzel, daß sich einige jetzo gelüsten liessen,!wurden ihre aufrührische Predigren ernstlich verbo»das Lied Salve keZina zu mißbilligen, und der Ma- tcn, andere müssen revociren, andere fuhren in ihrem
daß er wider den Murarori eine Predigt hielt, wel-che auch selbst einige vernünftige unter den Mönchenverabscheuet«»; daher wurde der Redner (es warP.Vudorffer) auch auf Erzbischöfiichen Befehl vondem Senaru ^caäemico ausgeschlossen, den übrigen
ria den Titul einer Mutter der Barmherzigkeit zuentziehen. I) Dabey blieb es nicht. Ein jungergelehrter Graf beschrieb in einer öffentlichen Aka-demischen Rede die Lehrart der scholastischen Theolo-gen und Philosophen, samt dem elenden Zustandder Benediktiner in Deutschland mit zu lebhaften
blinden Religionseifer fort. Um den ganzen Streitaber desto eher ein Ende zu machen, ließ der Erzbischsfunter dem 2z. Scpt. 1740. ein Edikt ergehen, inwelchem ernstlich untersagt wurde, von dieser Sachekein Gespräch mehr weder pro noch comra zu halten,vielweniger darüber zu schreiben, oder in Predigten
Farben, als daß es einige zu Salzburg in offenk- hitzig und anzüglich davon zureden. Dervom Sensmlichen Aemtern stehende Gelehrte gleichgültig hatten ^caäcmico ausgeschlossene Pater ward von seinen
anhören können Sie wurden daher noch mehr aufdie neue Gesellschaft erbittert. Als nun kurz dar-auf den 2. Iul. 1740. zu einem'WunderkhatigenMarienbild« vor der Stadt eine Proceßion gehal-ten wurde, so richtete oben gedachter P. Bockonseine ganze Rede dahin, die Verehrung der Heili-gen, und den Mariendicnst zu vertheidigen; Mu-ratorium aber, und seine Freunde eifrig zu wieder-legen. Er hatte die Worte Ioh XIX, 27. Siek> , das rst deine Mucker zum Text, und wolledaraus erzwingen, daß Marl.r bey Verlust dcewigen Seeirgkeic, als eine allgemeine Mur-ren der christlichen Aicche, und Mutter allerB rmherzigkt ik müsse verehret und angermenrve den. Die Anbetung der Heiligen, und inson-derheit der Maria, sey nicht nur nützlich und gut,
Vorgesetzten nach Ungarn geschickt, und die übrige»Hauptpersonen der Gegeuparthey machten sich gleich-falls aus dem Wege. Dem Erzbischof aber gab dieBegebenheit Anlaß, den Zustand der hohen Schulegenauer untersuchen zu lassen,und solche Veranstaltun-gen zu treffen, welche die Aufnahme der Wissenschaf-ten mehr, als bisher befördern tönten.
Die verketzerten Gelehrten hatten unterdessendoch Gelegenheit gefunden, sich Unter einem fremdenNahmen an ihren Feinden zu rächen. Es erschienen:
Vinärci« aciuerlu; Iycc>-pliL.it^i fuvan enlez OoIoniL «741. gros 8« Manhielt den Historiographum des Erzbischofs, JohannCafperium vor den Verfasser derselben. Es warddarinne der ganze Streit von seinem ersten Ursprungan erzehlet, und der Gegenparthey die bittere Wahr-
sondern auch von unumgänglicher Nothwendigkeit, heit gesagt. Alödenn ward der berühmte Muua-u. s. w. Er hatte aber zum Beweiß einer so ange- ton nach seinen wahren Verdiensten gerühmet, undgcbenen wichtigen Sache nicht eine einige Stelle " ^ ' ^
aus heiliger Schrift, wohl aber das Exempel desHerrn Erzbischofs beygebracht, der in einer Predigteben das solre gelehrt haben.
Als er sich nun über dieses nicht scheuet-, die Pre-digt gar drucken zu lassen und solche mit sehr
wider die hitzigen? Gegner vertheidiget- Endlichaber hatte man des P. Böckhn vorgebrachte Ve»weiöthüiner in scharfe Prüfung gezogen, und gewie-sen, daß dir Anrufung der Heiligen keinesweges eingöttlich Gebot, baß Christus ganz allein unser einziger
... „ . .., wahrer Mittler und Fürsprecher sey, daß der so hoch-
gehäßigen Anmerkungen wieder den Muratori und «geriebene Manendienst allerdings den Protestanten -dessen Freunde zu vermehren: so befahl der Erzbi- Gelegenheit gebe, die römische Kirche der Abgöttereyschof, daß noch alle vorhandene Exemplarie musten! öu beschuldigen, daß die heilige.Schrifc in Glaubens»weggenommen, und der Verkauf derselben verboten s^^^" grofteAuctoritäthabe u.s. w.werden. Allein dadurch ward der Lcrm noch grösser-l Wnl Herr Murarori in Italien von al-
Die blinden Anbeter machten die ganze Stadt rege:s»ni, was zu Salzburg bisher vorgegangen, aus-
e« sey nunmehro um ihre Religion gethan, weil der fuhrliche Nachricht bekam, Wolke er doch auch seine' ' ' ' - Ehre retten, und schrieb an den P. Rektor der Uni-
versität Salzburg, zu dem Ende einen Brief, darinneer die theils lächerliche, theils ungegründete Beschul-digungen von sich ablehnet, als ob er der Urheber derFreymäurer, und sein Buch ingeniorum moäers-mine in Italien verboten sey; zugleich aber an denTag leger, wie er nichts in seinen Erbaulichen Än-Ecc ce z dach'
Mariendicnst aufgehoben sey; die Gottlosigkeit derFrcymanrer werde vorn Erzbischof selber gebilliget,und der ganze Hofnnd Adelsey von diesem Gift einge-nommen : man müsse die Ehre der Maria retten u. d. mInsonderheit nahm das Lermblascn auf der Canzelkein Ende, und es machte es einer darunter so grob,
I) Er lUllorico-Lcclel'. D VII. p. 66.