7?6
HI. Fortsetzung von 1741. bis 1745.
Da GOtt an einigen Orten nach vielem Blutver-giesen die Sonne des Friedens wiederum hat aufge-hen lassen, so hat man auch bey diesen noch immergefährlichen und kriegerischen Zeiten, doch hier undda noch ein Friedensfest feyren können. Das istin den Brandcnburgischen und ^chlestsihckl Lan-den zweymal geschehen. Das erstemal nach demmit der Königin von Ungarn den 27. Juri. 1742.erfolgten Frieden , da die königlich preußischen Erb-lande einen so ansehnlichen Zuwachs erhielten. Der15. Iulii war zu dieser Feyer und in dem Branden-burgischen Landen der Text Ps. XXI, 2. z. 4. inSchlesien aber ps.LXl.Vtt, 12.1z. i4.zurPredigtausgesetzt, r) Da aber dieser Friede von gar kurzerDauer gewesen, und der königlich Preußische Ein-fall in Sachsen, so geschwind, kurz, gefährlich undblutig er auch war, doch ein groseS zu Beschleu-nigung eines neuen Friedens beytrug, welcher auchnoch zu Ende des 1745.Jahres nach so viel Siegender Preußischen Waffen erfolgte, so wurde der 16.Januarii 1746. zum öffentlichen Friedens - undDankfest in den sämtlich Preusischen Landen ausge-setzt. Vormittags ward über Ps. LXl.VIl, 12.1z.14. und Nachmittags über i.Ehron. XXHI, ig. 19.aepredigct. In Chursachsen ward dasselbe den er-freu Sontag post Epiphanias 1746. ebenermaffengefeyret. 2)
Nachdem der gefährlicheKrieg, in welchen Schwe-den und Rußland miteinander verwickeltgewest,A.174z. durch einen unvermuteten Frieden, seinEmde erreichet, und das königreich Schweden zu glei-cher Zeit sich in der Person des Herzogs von Holsteineinen würdigen Thronfolger erkohren hatte: so wardder 7. Oktober gedachten Jahres zu einem so auser-ordentlichen Lob und Dankfeste ausgesetzt, b) Wasbey den erfolgten Kayser-Wahlen an verschiedenenOrten des Römischen Reichs, besonders in denReichsstädten sonst zu geschehen pfleget, ist auch beyder gedoppelten Aayserwahl Carl Vll. und Fr-rncis-ci I. hin und wieder beobachtet worden, daß manbesondere Dankfeste deswegen verordnet, davon maifuns anderwärts ausführliche Nachrichten gegeben, c)welche hier beyzubringen zu weitläuftig, und unsern^Zweck nicht gemäß wäre, znmal da der gleichen Festean den meisten Orten nur in den auf diesen Fallüber besondere Texte eingerichteten sonst ordentlichenPredigten, oder der Abfingung des Te Drum Lau-jdamus an den gewöhnlichen Sontagen bestanden.
Desgleichen hat man an unterschiedlichen Orten ^das hundertjährige Andenken göttlicher Wohlthaten,
r) Dieselben 1 °. vn. p. 700. leg.
») Dieselbe V. X. x. 64. 77.
b) Ebendieselbe 1°. VIU. p. r»6.
c) ALL» jMyr. kccl. Vl. Utzb l'- X.
theils zugleich an den ordentlichen zum Gottesdienstbestimmten Tagen, theils an besonders dazu ausge-setzten Zeiten gefeyret. Auf die We.se begrenz dieStadt Halle rm Nagdeburgrschen ihr eigenes Re-formationsjubiläum A. 1741. bey welcher Gelegen-heit eine Schrift zum Vorsitzern kam: ÄurzgcsasteKcforni.rrionsgcjchichte der Stadt Halle beyGelegenheit des andern Jubelfestes - -. - ausglaubwürdigen historischen Nachrichten zusammengetragen von Ioh. Georg Kirchnern, des hölli-schen Gymnasii vierten Lehrer 1741. in 4lv. Jaman gab auch bey solcher Gelegenheit das Leben dessel. Lutheri, wie es der sel. D. Ioh. D.rn. Herrn»schnudt wcyland aufgesetzt, in deutscher und latei-nischer Sprache ans Licht. 6) Zu Hildesheim sey«erte man ein solches Jubelfest den 1. und 2. Sept.1742. zwey Tage nach einander e) in den evangeli-schen Kirchen und Schule; Zu LNuhlhaujen den17. Sontag nach Trinitatis, oder den 16. Sept. unddie zwey folgende Tage: f) zu Regenjpurg den 14.Oktober und die drey folgenden Tage: x) zu C>uer-furt den 19. November, als den XXVI. Sontag nachTrinitatis: Zu Schweinfurt am Trinitatisfest, undzwar allerseits in dem »742. Jahr. Die gesumm-ten Hcnnebcrgisihorr Lande begrenzen dasselbe zuAnfang des 1744. Jahres;K) Desgleichen an an-dern Orten noch mehr geschehen. Bey solchen Ge«legenheiten sind allerhandMedaillen gepräget, Schrif-ten ausgefertiget, und zu Erläuterung der besondernReformationshistone dieser und jener Gegenden dien-liche Ausführungen bekant worden, die aber ebenfowol, als die besondern Büß Patente, und Ver-ordnungen wegen der Sabbathsfeyer hier ins beson-dere anzuführen zu weitläuftig wäre.
> Auch bey den Papisten sind verschiedene hiehcrigehörige Merkwürdigkeiten vorgefallen, darunte- dieFuldische Iubclfcycr nicht die letzte ist. Das StiftFulda, welches A. 744. den damaligen Noncf«:cl0,Bischoffen zu Maynz, und dem neuen Abt ^rummoseine erste Einrichtung zu danken hatte, stund nun-mehro A. 1744. gerade tausend Jahr. E:; hattealso das Glück, in gedachtem Jahr ein tausendjäh-riges Andenken göttlicher Wohlthaten zu feyren,bey welcher Gelegenheit eine Schrift unter dem Ti-tul: ktlia 8ioo, liue pr-ncipaii! kuillen/ir eccleliL 82.N-ölr in lerri; lerusalel», kouuuir ecclcÜL specialn L
imn,c-
ä) Dieselbe 1 °. V. p. 779. leg. -0-6.
e) Dieselbe 1 ?. VN. x. ,.
f) Dieselbe 1 . VU. x. leg.
x) Eben dieselbe VII. p. 2». 70;.' 5 eg.k) lüllorico.Leclep. 1^. VIH. p. » 7 »»
') (bsN yitsilbt P, IX« ? H-g.