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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. Cap. von den evangel. luther. Lehrern.

von Schrmonsky, deren Hr. Vater, ein Land-stand im Fürstenthum, katholisch, die Frau Mut-ter aber evangelisch war, ordentlich verlobet. Nach-dem sie zum andcrnmal öffentlich aufgebothen waren,befahl eine hohe Instanz: diese Ehe solle keinen Fort-gang haben. Der alte Adel, angesehene Verwandte,ein,"ringe Religion, sein Eharacter, waren die An,stöffc. Es fehlte nicht an häufigen wichtigen Ge-genvorstellungen, und seine Schwiegereltern hieltensich red Ich. Dennoch muste er sieben viertel JahrBräutigam seyn. Ja es crängneten sich solche Um-stände, daß er sich gcncthiget sahe, nebst seinerSchwiegermutter, Braut und deren zwey Schwe-stern auf das 4. Meilen entlegene pohlnische Viala

als sie. Dahero machten Hr. Henrjchel und Hr.Schmidt mit den Katholiken gemeine Sache. Dererstere tractirte die Herren Iesuiter in der Stadt,gieng auch bey der katholischen Clerisey fleissig ausund ein, und endlich bemuhete man sich, die HerrenSteinmetz, Muthmann nnd Sassadmszu Pie-listen zu machen. Die Puncte, derentwegen siefiskalisch solten belanget werden, wurden dem Fiscovon Hrn. H. und Hrn. S- an die Hand gegeben,und diese wurden als Zeugen wider ihre Lollegenaufgefordert. Jedoch da der FiscuS kein bckancizcuin agenclum hiezu gehabt, die Zeugen auch nur diepietistischen Jrthnmer nach der Reihe her erzehlet,sie aber auf die drey Beklagten nicht appliciren kön-

zu fliehen. Und da sonst kein Rath übrig, gierigen'nen, so wurden diese von dem hochlöblichen kayserl.sie über Pohlen und Ungarn nach Wien; sein Hanß Oberamte absolviret. Die Widersacher rührten nun

' ^" ein paar Jahre, hielten aber ihre Emifsarios undDiaria, und notirten von Zeit zu Zeit, was ihnenbeliebte, bis endlich der Fiscus aufs neue aufwach-te und seine Klage anstrengte, da er denn nnnmeh-ro mit einer grösser» Anzahl von Zeugen, die abertheils der Beklagten offenbare Feinde, theils sehrinteressiert, theils proprer malam kamam zum Zeu-und ihm uninteressiret beysprungen.^gen untüchtig gewesen, hervortrat. Ob nun wohlunterschrieben Ihro kayserlichen Ma/e-sdie sämtlichen evangelischen Herren Stände inlli-

aber wurde in Meynung, ob hätte er etwan dasFräulein entführet, amtlich versiegelt, aber auch vorseiner Rückkunft wieder entsiegelt. In Wien brach-te er über iz. Wochen zu, unter manchen Prüfun-gen, aber auch unter reicher Erfahrung der TreueGOttes. In allen drey Religionen fand er red-liche Männer, die die Quelle der Bedrückung wohleinsahenEndlich

stat den rz. Ienner 1715. die allergnädigste uiäualiccr denen Beklagten attestirten, wie sie nie-Eonccßion zn seiner Heyrath, dabey es hernach blos 'mals etwas, das dem Worte GOttes, der augspur-

thun konte.

in der evvngelischen Kirche vor Teschen die wirk-liche Trauung, nachdem er schon den Tag vorherallda seine Eanzel wieder bestiegen hatte.

Was ihn i;. Jahre hernach nebst einigen seiner

vertheilhaft zu seyn hielt, erstlich zwar zu ei-ner Strafe von zoo. Ducaten condemniren, nach-dem sie aber all /cuxulUllunum appelliret, durch einDecret unterm 21. Ienner i^zo. i) zusamt dem

Eollegen für ein Schicksal betroffen, ist bekant ge- Rector Jerrchov und dem Conrector Sarganeck

nug, auch bereits anderweit in dieser Kirchcnhisto-rie, I») wiewohl etwas unvollständig, erzehlet wor-den. Wir wollen daher jenen Bericht kürzlich zuergänzen suchen. Die wahren Umstände sind diese:Hr. Nturhiiraiiii hatte sich, nebst seinen HerrenCollcgen, Steinmetz und Gassirdius, durch Treue,Eifer und Flcis bey der ganzen evangelischen Ge,mcinde grosse Liebe und Hochachtung erworben.Bey den widrigen Glaubensverwandten aber verur-sachte solches Neid und Aufmerksamkeit. Doch

gar sb ollicio removiren lassen und das Land meiden, k)Herr Mut: mann hielt sich hierauf fast e>'n Jahrbey dem Grafen von Henkel zu Pelzig auf, reifereauch in dieser Zeit ein paarmal nach Wittenbcrg,wo er sowol als in Halle verschiedene mal predigte.

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i) Man findet dieses Decret in der > fortgesetzten Sam-lung von.A. u. N. >7;o. p. 8r?. lgg.k) Eine ausführliche und actcnmäßige Crzehlrmg von

^ ^ st. . . ,^^..^»^^.dicser ganzen Sache ist in des Hrn. Kirchenrath walcvs

konte man ihnen, wer! sie sich m ihren Schranken^ oen Rcliglonostreitigkeiten der lurhei »schondielten, nicht beykommcn, bis der Feind einen Saa- Mchx p. v.9. anzutreffeisswomit man Hrn. Post.

- ^ _r,sk.n - .... .

rnen der Uneinigkeit unter das Ministerium selbstausgestreuet, da die andern zwey Eollegen Schmidtund HeMschcl, übxl damit zufrieden waren, daßdie Gemeine jene drey mehr liebte und hochachtete,

l. II. 8ecii1. XVIII. cap. 1. 8cck.lV. 5.9.7;;

-d in diesem UI. Theil 9. >;6.

Grossen» erstes Supplement zum ersten Theil deS Lcricievangelischer Jubclpricstcr, das dem zweyte» Theile des.selben vorgesetzet ist, die dillnr. ecclel'. 1'. Vt. 9.

!g. »Uoscrs IsdeoloZiiim pLllaraiem exemylireiTi viu'min Hrn. Steinmetzen» Leben 9. i2Z.Igg. und dicGrabaisthe'AntrittSpredigt des Hrn. Liiuthmanns selbst vergleichenkam