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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. Cap. H. Abth. von den reformirten Lehrern.

die in allen ihren theologischen und moralischen^Tage der Wochen, morgens und abends, gehaltenSchriften hervor leuchtete, gründete. Man nente wird, und die Pasioralbesuchungen, die A. 1711.

diese Union das Hckosium der schweitzerischcn Theo-logen. Noch in eben dem Jahre 1699. errichtete

daselbst eingeführet wurden. Was die letzter» be-trift, so hatte ein jeder sein Quartier, und besuchte

der Stadtrath eine dritte Pfarrsiclle in der Kirche jährlich einmal alle Häuser sowol der Vornehmen,

als Geringen, die darinnen waren. Hierdurch ler<»neten fie ihre Kirche und die Aufführung und Sittender Familien kennen, und waren im Stande, Aufsichtüber sie zu haben, und einem jeden die nach seinenUmstanden erforderliche Verweise und Ermahnun-gen zu geben.

Im gcmeldten Jahr 1711. trug die ehrwürdigeClasse dem Hrn. Osterwald auch eine völlige Auf-sicht über die Lcuäiolo! clieologis: auf, die sich so-wol auf ihre Sitten als Studircn erstreckte,und niemand als er war darzu besser im Stande.Ausserdem, daß sie an seiner Person ein Muster der

zu Neuchatel, und erwehlte den vorhingedachten Hrn.

Gelten zu diesem Amte, der als ein College des Hrn.

Osteewalds ihn in seinen gottseligen Arbeiten kräf-tig unterstützte.

Im Jahr 1720. erwehlete die Gesellschaft der Pa-storen» den Hrn. Osterwald zu ihrem Detano oderPrästdenten.Unter fernem Decanat wurde die ncueUcberse-tzuug der Psalmen in der Neuschatelischen Kirche ein,geführet,und dieVorbereitungöreden den Tag vor derCommunion angeordnet. Man machte auch dienli-che Verordnungen wegen der Proponentcn oder 8cu-äivl'orum 7 büoIc>giL, und wegen der Art, wie ihreStudia zu dirigiren wären. Hr. Osterwald hat', Gottseligkeit hatten , so diente er ihnen auchdas Decanat auserdem auch in den folgenden Iah-! zum Muster in der Arbeit, in der Wissenschaft undren bis 17^9. zwölfmal geführet. Von der Zeiten den Gaben auf der Eanzel. Seine Predigtenan hat er wegen seines hohen Alters sich ausgebeten/waren deutlich, gründlich , unterweisend und vollvon den beschwerlichen Verrichtungen, welche diesig Salbung. Sie drungen durch, überzeugten undgeistliche Würde erfordert, dispensiert zu werden, untersuchten alle Winkel des Herzens. DieSeine Verdienste und Gottesfurcht, welche der Ruf Studenten samleten auch alle seine Predigten.

Sein Vertrag war schon, seine Stimme stark undangenehm, seine Gebehrden ernsthaft, seine Ve-

In

gar bald in die entferntesten Länder brachte, bewegtendie königlicheGesellschaftzurFortpflanzung desGlau

benS in London, ihn in dieselbe aufzunehmen, und wegungen abgemessen, edel und nachdrücklicher war nicht blos Ehren halber darinnen, sondern!seinen theologischen Vorlesungen richtete er sichnachein sehr nützliches Mitglied. Idem Begrif aller Studenten, und zu Ende jeder

Im Jahr 1701. sieng Hr. Osterwald an, so-Eection muste sie einer von den Zuhörern wicderho-wohl fremden als einheimischen Studenten die Theorien, wodurch ihnen nicht nur die Materien besserlogie zu lesen, und setzte diese Lcction bis A..1746. eingepräget, sondern sie auch gewöhnet wurden, sichfort, ohne daß er jemals einige Vergeltung dafünin lateinischer Sprache leichter auszudrücken, und

annehmen wollen. In dieser Quelle haben allePfarrer und Theologi der Herrschaft Neuchatelund Valangin, die jctzo am Leben sind, ihre theolo-gische Erkentnis geschöpfct. Die Unterweisungder Jugend, welche jederzeit ein Hauptwerk fürden Hrn. Osterwald war, wurde dieses Jahr nichtvergessen, und man sahe durch seine Sorgfalt die

eine Sache ordentlich vorzutragen. Herr Oster-wald legte sich nebst dem darauf, die Gaben, dieGemüthsbcschaffcnheit, das Temperament und dieSitten dererjenigcn, die unter ihm studirten, zu er-forschen, um ihnen mit solchen Anschlagen undRath an Hand zu gehen, wie es sich nach ihrenverschiedenen Bedürfnissen schickte. Zu dem Ende

vertrauten Catechisationcn (Lacccliil'm-r kuinilier,)/nahm er sich die Mühe, Anmerkungen von den gu,anordnen, die des Sonnabends früh gehalten werkten und schlimmen Eigenschaften der Studentenden. In eben diesem Jahr 1701. hattendie Her- aufzuschreiben, die er aber, damit niemanden einren Osterwald und Gelle» das Vergnügen, daß Verdruß dadurch entstünde, höchst geheim hielt,

Hr. Tridoler ihnen im Pastorat zu Neuchatel zu-gesellet wurde, und ein jeder von ihnen trug zu dengottseligen und nützlichen Einrichtungen, die manhernach in dasigcn Kirchen machte, das sinnige bey.Darunter gehöret z. E. die neue Liturgie, die Ä.1702. mit Approbation der sämtlichen Pastorumdes StaatS eingeführet wurde, und deren sich diedasigcn Kirchen »och jetzo bedienen; ingleichen derGottesdienst, der zu Neuchatel seit A. 1704. alleIII. Theil.

und so bald er sie nicht mehr brauchte, verbrannte.

Die vertraute Correspondcnz, welche er mit demErzbischof zu Canterbury, dem Bischof GllberrBurner zu Salisbucy, dem Ritter Lhambeplaine,der königlichen Societät zur Fortpflanzung des Glau-bens, und vielen andern geistlichen und weltlichenHerren in Engelland unterhielt, zielten alle auf dieBeförderung der Religion und zum Besten der So-cietät. Er wendete ihren Credit dazu an, Leute,Zzz s;z 'oie