I2Z8
IV. Fortsetzung von 1746. bis 1750.
eben Erquickung. Die Römischen suchten zwar dieHeiden noch mehr in Harnisch -1» bringen, undwölken jcine Summe Geldes zahlen, wenn den Ge-fangenen ein Leid zugefüget würde. Aber jener Of-ftcier und ein heidnischer Bruder eines Christenbrachten eö dahin, daß ße, nachdem sie doch bis zuEnde des Monats gefangen gesessen, wieder be-frcyet wurden, und Laiiagappen den z. Merzwieder nach Trangucbar kam. Der ebgcdachreheidnische Bruder eines Christen begleitete ihn da-hin, und wolle einige Geschenke für die vornehm,sten Bedienten des marattischeu Commendantcs inMadewipatnam abholen , weil er ihnen dergleichenversprochen ; die Herren Mißionarien tonten sichaber nicht entschließen, der chrifthchcn Religiondurchs Geld fortzuhelfen. Die Gefangenschaftmuste unterdessen den beiden Gehülfen eine Gele-genheit seyn, den Klägern und Schiedslcutenmanche Hauptstücke der wahren Religion vorzule.gen. Ucberdies haben die Römischen die schwersten ^Verfolgungen anzurichten getrachtet, und dies son«,lich in Tanschaur. Dem Catecheten Rajanaiken'harten sie öffentlich zu sagen sich nicht gescheuer, daß'er seines Lebens nicht sicher sey, und seinen Kopssin acht nehmen Me, dargegen er ihnen die Historie'von Mardochai und Haman vorgelesen. Ein an-dermal haben sie ihn rznd seine Anverwandten aufsheftigste ausgescholten, wobey er sich auf die Historievon Simei berufen. Er hatte eben deswegen denLandprediger Diogo am Wcynachtfcste 1746. ge-warnet, nicht nach Tanschaur zu reisen, weil dicWuth der Römischen so groß sey , daß er dieselbenicht gnug beschreiben könre. Doch der HE'rr machtedem Wüten bald darauf ein Ende. Denn da siesonderlich den Stadtvoigk wider ihn aufgebrachthatten, welcher ihn auf mancherley Weise verfolgte,so konte der Catechet den 25. Februar. i? 47 -' inseinem Bericht melden, daß derselbe seines ÄmteSentsetzet worden, und der neue bestellte Doigt, ihmvon geraumer Zeit her bekant und gewogen sey.Dioyo konte auch hernach im April ruhig nachTanschaur reisen; sie sungen in Rajanaikens Hauseverschiedene Lieder bey einem grossen Zulauf vonrömischen Christen und Heiden , die in der Stillezuhörten. Er predigte am ersten Ostertage frühvor Tage in einer Versamlung von 60 Christen,unter welchen ic> vorn Parreiergeschlechte beichteten,und das Abendmal empfiengen, und einer von ih-ren Hauptfeinden unter den Römischen das Gebetin der Rahe anhörte , und sich darüber wunderte.Er hielt hierauf Gottesdienst in der Suttirervor-stadt, wobey 9 Christen beichteten und coznmuni-cirten, besuchte alsdcnn die dortige Schule, undhielt nach diesem ein Gespräch mit seinem Airth,
der nebst andern Heiden die christliche Religion an-zunehmen versprach. Hm übrigen bemerken wirnoch, daß die Mißten an den Gouvcrncuer zu Tran-qncbar, Hrn. A>risich pank, der den 14.
Dccemb. >747. selig verschieden ist, einen besondernFreund und Wohlthäter verlohrcn. u)
Im folgenden )ahr 1748. bestund die ganzeVermehrung der sämtlichen Gemeinden aus 42V.Personen , indem zu der porrnr^iesifchkn Gemein-de 14, zu der ramnlifthen Grädrrzemeinde >g7,und zn der ramulifchen Lank'vkemcmde 2z; See-len hinzugekommen. In der portugiesischen Schulewaren 50 Minder , von denen Z7. in der M>ß«oUunterhalten, rz aber von aussen dieselbe zu besu-chen angehalten wurden. In der tamulischcn Stadt-schule waren 174 Rinder. Wenn man dies- zu denZ7. pottugiestschen Mißionekindern rechnet, so kom-men 2li Rinder heraus, die insgesamt von denliebreichen Wohlthaten mancher Gönner dieser An-stalten in Rost und Rlcidung frey gehalten wurden.Ueber dieses befanden sich in den vier Landschulennoch ;6. Rinder. Zu Trangnebar hat man an derneuen Ierusalemskirche eine kostbare Reparaturvorgenommen , indem man sie mit einem ganzneue» Dach verseben, wozu dcr Generaldirecteurzu Bacavia, Hr. Jacob NIossel, »md der dortigeMeneralgonveriicur, Hr. von ^'.nihof die nöthigeBalken verehret haben. Der Gottesdienst ist mittler-weile in dem grossen Vcrsamlungssaale des neuentamulischcn SchulgebäudeS gehalten worden. x)Die Mißicnaricn, dcr tandprediger , die Cate-cheten und Gehülfen sind auch dieses Jahr in ihrenArbeiten »»ermüdet gewesen. Als eine Frucht dervon ihnen unter den Heiden eifrigst verkündigtenEvangclii, sind die eilf Taufhandlungen anzusehen,die 1748- vorgefallen, dabey unter ander» merk-würdig, daß ein Mann seine 70jährige Mutter aufseinem Rücken täglich in die Stadt zurPräparation,und wider hinaus nach Porreiar getragen, aucheine Frau, die sich bereden lassen, wegzugehen,dennoch wiedergekommen, und hernach desto meh.rern Ernst bewiesen. 7) Der tandprediger Diogohat sechsmal eine Reise ins Land gethan und banntvielen Nutzen geschaffet. Dcr bisherige Catechetzu Cudulur, Ambrosius, ist denzo. Sept. 1748.mit seiner Familie «n Tranquebar wieder angekcin»men, worauf man die nähere Vorbereitung zumPrrdigtamt mit ihm vorgenommen, um ihn tüchtig
j»
»1 xa» I>ia->r. ecetef. v. XIV. p. ,7,. Ostindische Bericht«< 7 onlli>. l.XVli. x. nr«. ,ir». »4, ,14z. <o«c>n III. p iji».
-!) Düindische Berichte Lonnn. vxrx. p. 14». iq. ,414. ,44»
killae- errief, v. Xlli. p. 447. v. XIv. s>. -«4.
I 7) Ostllidische Berichte aonrin. l xix. in der Vorrede I>. -l>-,Lom»>. «n dcr Lrerede x- 259. ,»o.