k. Cap. Hk. Abth. von der Lehre.
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ren Posituren, da alle Glieder sich gleichsam ver-renkten, und alles greßlich anzusehen war, darstell-en und bewegten, welches zu dem Ende vorgenom-men wurde, um die Ursache zu finden, warum siezu der Zeit auf der Insel, in welcher die Stadt lag,so krank waren, indcni gar viele mit Fiebern undBlutflüssen behaftet waren. Nachdem sie damitfertig waren, machte Herr Bramerd einen Ver-such, ob er ihnen etwas bessers von der christlichenLehre beybringen könte; aber sie zerstieben und eil-ten fort, daß er keine Gelegenheit fand, ihnen da-von das geringste zu sagen. Sonsten können dieIndianer dieses Orts grofsentheils die englischeSprache ziemlich wohl verstehen, weil sie eine Zeit-lang vorher in einem Theil von Mar^land unterund nahc bey den Europäern gelobet hatten; sie sindaber doch so lasterhaft, gottlos und der Trunkenheitergeben, als einige andere Heiden seyn können, obsie wol äusserlich nicht so gar wild und ungeheuerscheinen, auch ihre Sitten in unterschiedlichen Stü-cken von den andern Indianern dieser Gegend un-terschieden sind. Weil nun Hr. Breu'ner0 sahe,daß er liier auf keine Weise etwas ausrichten konte.so kehrte er wieder zurück in die Forks von Delawa-re,-u,id bat die dasigen Indianer, ihm nach Lros-rvecksiMI zu folgen, da sich denn gleich verschiede-ne fanden, die diese seme Einladung mit Freudenannahmen. Er kam also im October wieder zu sei-ner Gemeinde in CroSweeksrmg, allwo sich die Kraftdes Evangelii in der Folge immer herrlicher offen,barte. Er führte nunmehro ordentliche Eatechis-inusexamina unter ihnen ein: die Indianer versam-leten sich aus allen Orten, wo sie wohnetcn,zu ihm,und baueten sich kleine Hütten an, so daß zu Endedes Jahrs 1745. mehr als 20 Familien in dieserGegend eine Meile wett von ihm hcrumwehneten,welches ihm denn den öffentlichen Gottesdienst so-wol als dre Privatunterweisung gar sehr erleich-terte 7)
Nachdem aber die Indianer in diesen Theilenund Oertern in den vorigen Zeiten durch ihr unor-dentlich Leben und starkes Trinken sich in schwereSchulden gestürzet hatten, so daß ein großes Theilihrer Länder und Jagden in Gefahr stunde, ihnengenommen zu werden so dachte Hr. Brainerdmit groser Sorgfalt darauf, wie dem Uebel abzu-helfen sey, indem er wohl sahe, daß sie auf solcheWeise würden zerstreuet werden und nicht beysam-men bleiben können, eine christliche Gemeine, wiesie nun durch GOttes Gnade geworden, auszuma-chen. Er schrieb denn deswegen an die scholtlän-dflche Societät >le propag.rnäa liste , welche denn zu
7) Frestttü vzsioraisaüiNtt gmz>. 164- r«r. t,. lv.p.l^. u:rd z-.-u.
dem Ende 82 Pfund Sterling und ; Schillingübersandte, daß also auch diesem Uebel abgeholfenwar. Nunmehro war es auch Zeit, eine Schuleanzulegen, und GOtt gab Gnade, daß man sol-ches bewerkstelligen könte. Die Kinder, deren zobis Z5 sind, werden darinn in der englischen Spra-che und im Catechismo unterrichtet, und sollen miterstaunender Fertigkeit lernen. Weil aber dasLand, wo sie bisher gewöhnet, zum Feld - undGartenbau untüchtig war, so erwehlet man eine an-dere 15 englische Meilen davon entlegene Gegend,um eine kleine Stadt daselbst zu bauen, welche, ei-nigen neuern Nachrichten zufolge Bethe! genennctworden und von 160. Seelen bewohnet wird. r)Der Hr. Mißionarius rühmet von seinen Neu-bekchrten unter andern, daß sie sich nicht nur äu-serlich und mit dem Munde zu Christo bekannt, son-dern die Kraft der göttlichen Wahrheit dergestalterfahren haben, daß sich eine sehr merkliche Wir-kung davon geäufcrt habe. Es sey kein Laster ge-wesen , welches nicht abgeschaffet, und keine äu-ßerliche Pflicht versäumet worden. Die Trunken-heit, ihre liebste Sünde, sey gänzlich abgelegt undvermieden worden, so daß ganze Monathe hinge-gangen, da man von den Zuhörern kaum ein Ex-empel gewust, an dem man dieses Laster wahrge-nommen hätte. Die böse Gewohnheit, daß sichEheleute von einander nach Belieben trennen undeins mit Verstoffung des andern zu neuen Verbin-dungen schreitet, die vorher bey ihnen geherrschet,ward sogleich abgeschafc, verschiedene Eheleutenahmen die Verflossene wieder an, und liessen dieunrechtmäsiger Meise genommenen wieder von sichUnd eben dieses, fährt Hr. Brninerd fort, kön-ne er von allen andern bösen und lasterhaften Ge-wohnheiten sagen. Ihre Veränderung und Besse-rung scn allgemein gewesen; und dieses sey ohneumständliche Beschreibung oder wiederholte Be-strafung solcher Laster geschehen ; sa von einigen ha-be -er vorher nicht einmal Gelegenheit gehabt zu re-den, u. s. f. Bey allen diesen großen Erwekungenund Bekehrungen hübe sich kein Schein von falschenIdeen, Religionslchren und bctrüglichen Begei-sterungen, keine Entzückung und ImaginationShi-tze, kein unmäsigcr Eifer, geistlicher Hochmuthund dergleichen geäußert, oder wo sich sa einigesvon der Art ereignet, so habe es doch nicht rechtaufkommen, vielweniaer die Oberhand erhaltenund großen Fortgang haben können, a) Auf
r) ßrcsenii Pastoralsamluneen 1?. IV. p. 56. lq.
121. lg. ,2.':. 126. ;o4. Nachlese zum Coburgischen Auszugder neuesten Geschichte l-49. p. r;r.
2) Frcscnu Pastoralsrniluiigeii l'. IV. x. »78- lgg. Ipr.lh. -»07. ' - >