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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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I. Cap. III. Abth. von der Lehre.

liebreich empfangen und erhielten einen reichlichenVorrath von zusammengeschossenen Liebesgaben.Wie wenig aber diese zu ihrem behörigen Endzweckangewendet worden, sa wie das meiste an den Fin-gern des Reifs, dem sie anvertrauet wahren, han-gen geblieben, welcher erst unlängst nur einen gerin-gen Ueberrcsi von denselben, und den selbst nichtohne gross Mühe übergeben hat, ist erst izt rechtbckant worden.

Im Jahr 1746. leitete die Vorsehung den Wegdcs Hrn. Michael Schlarrers, Predigers zu Sr.(Hallen, aus der Schwcitz nach Holland. Dieserwürdige, gelehrte und mit vielen Talenten von GOttversehene Mann ward, nachdem er mit einem und an-dern Glied der Classe zu Amsterdam bckant worden,und seine Geneigtheit zu erkennen gab, sich wenig-stens vor eine Zeitlang, zum Dienst seiner hirtenlo-sen Glaubensgenossen in Pensylvanien, unter wel-chen viele seiner Landslcute seyn, zu widmen, denenHerren Deputirtcn der beiden Synoden angcrüh-mec, mit welchen er selbst auch in eine nähere Ve-kantschaft gerieth. Diese nahmen an ihm so vielBeweise einer besondern Tüchtigkeit und brennendenEifers wahr, um der Kirche GOttcs auch in diesenentlegenen Gegenden zu dienen, daß sie gut und rath-sam funden, ihn nicht allein zu einem ordentlichenLehrer und Hirten dahin zu senden, sondern ihm auchmit vollkommener Bewilligung der beiden Syno-den, eine der allerwichtigsten Commißionen aufzu-tragen, die in der allernachdrücklichsten Instruktionenthalten war, daß er im Nahmen und aus Befehlder Süd-und Nordholländischen Synoden, die alldasich befindende und durch das ganze Land zerstrcuete

führet: „wahrhafte Erzehlung von dem ivah-„reu Zustande der meist hirrenlosen Gemeinden„in pensylvanien und denen angrenzenden„Provinzen, von Michael Gchlarrer, evangel.reformirten Prediger zu Philadelphia, denen Hoch-,,chrw. christl. Synoden in den Niederlanden, wie„auch andern mildthätigen Christen in holländischer„Sprache vorgestellt; nunmehr» aber von dem Ver-gaster selbst in die deutsche Sprache übersetzet, und„zugleich an die löbliche reformirte Eidgenossen-„schaften und Ministeria in der Schweiß dedici-„ret. Nebst einem Vorbcricht der Vcrordne-„tcn von der Classe zu Amsterdam. 17s 2 ,, HerrD. Fresenius hat auch diese Schrift ihrem völ-ligen Inhalt nach von Wart zu Wort in seine pa-storahamluncten n) eingerücket, daraus wir denndas wichtigste hier beybringen wollen, und zwar derge-stalt, daß wir zuförderst überhaupt von den Verrich-tungen des Hrn. Schlarrers einen kurzen Berichtertheilen, hernach aber auch anzeigen, in was fürZustande sich eigentlich die von ihm besuchten Ge-meinden setzt befinden, und was ihnen für Hülfewiedcrfahren sey.

Was des Hrn. Schlarrers Verrichtungen an-betrifk, so reisete er den i. Iun. 1746. mit einemnach Boston gehenden Schiffe von Amsterdam ab,und langte nach -auSgcstandener grossen Gefahr deni.August in Boston, der grösten und volkreichstenStadt der englichen Colonicn in America, glücklichan. Von da ließ er sich zuerst nach Nou-) 7 ork, oderpkeu Amsterdam bringen, welches die Hauptstadtder Provinz??lcll-Niedcrland ist und ohngcfehraus 2oco Häusern bestehet. Hier wurde er von den

Gemeinden besuche, derselben Zustand gründlich drey niederländischen Predigern, besonders von demuntersuche, und dieselben, soviel möglich, in gute^Hrn. du Bois, der daselbst über 50. Jahr als Pre-Ordnung bringe, durch Anordnen der Aeltesten und dig.-r gestanden und ein Alter von sto. Jahren errei-Diaconen; ferner, daß er von einer jeglichen Ge- chct hatte, sehr liebreich aufgenommen. Den 6.

meine vernehme, wie viel sie jährlich zum Unterhalteines Lehrers, wenn ein solcher zu ihnen gesandtwürde, können und wollen beytragen: so daß er erstalsdenn, wenn er dies alles ins Werk gesetzet, und

Sept. aber kam er zu Philadelphia an, und waralsdenn sogleich darauf bedacht, seiner Instruktionein vollkomnes Gnüge zu leisten. Zuförderst for-derte er von dem Hrn. I. Reif Rechnung wegen

von Zeit zu Zeit getreuen und gründlichen Berichthcrcr vormals durch ihn und Hrn. G.M.Weis in

.den christlichen Synodis würde überliefert haben,sich bey einer Gemeinde einen vesten Platz auserlese,die ihn, wenn sie seines Dienstes begehre, zu ihremrechtmäßigen Lehrer berufen solle, m)

Dieser Instruktion ist nun bemcldtcrHr.Schlac-ket' auf das redlichste nachgekommen, und hat er selbstauf Anrathen der ehrwürdigen Classe von Amster-dam eine ausführliche Erzehlung von seinen Ver

Holland zum Behuf der pcnsylvanischen Kirchencollcctirten Gelder. Es bestund aber bemeldtcr Reifgar schlecht mit seiner Rechnung. Nach vielenVerdrüßlichkcitcn wurde endlich diese Sache zu An-fange des Jahrs 1747. abgethan, und zwar vermit-telst vier Englischen zu Schiedsrichtern ^'angeordne-ten-Herren, so daß I. Reif, nach Abzug seiner Aus-lage, beym Schluß der Rechnung, denst Herrn

richtungen und von dem Zustande der obgcdachten Schlauer i z; Pfund, oder ungefehr 920 hollän-Gemeinden in Druck gegeben, die folgenden Titel

m) Frcsenü Pastoralsamlungrn 1. XU. x. 190. 5jg >94' lg.

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0) 1°. Xlt.x. p. »8>. z6o.