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Walken stein gedient, und eben vom Kaiser entlassen wordenwaren, traten in die neuen Regimenter, die in Pommcrn^errichtetwurden. Aus dem benachbarten Preußen schickte Oxenftiernatheils alte theils frisch geworbene Truppen. Ein merkwürdigerVorfall ereignete sich bei dieser Gelegenheit. Sieben hundertSchotten unter dem Oberst Robert Monro erhielten vomKanzler Befehl, zu Schiffe zum Könige zu stoßen. Sie fuhrenvon Pillau ab, littest aber unterwegs bei RügenwaldeSchiffbruch. Pulver, Munition und Gepäck versank, die Mann-schaft wurde gerettet, aber keine andere Waffen blieben ihr übrig,als Picke und Schwerdt, ausser wenigen nassen Musketen. Einekaiserliche Besatzung lag in Rügen walde, das ganze Landwar ringsum in feindlicher Gewalt, der König mehr als 16 Mei-len entfernt.. In dieser peinlichen Lage verlor Monro den Muthnicht. Er wußte, daß sich in Rügenwalde ein pommerscherStatthalter befand, der den Kaiserlichen abgeneigt war. Andiesen schickt er insgeheim einen Boten, und ladet ihn ein, wäh-rend der nächsten Nacht ein kleines Thor in der Stadtmauer zuöffnen. Der Beamte thut dieß, worauf die Schotten, begünstigtvon der Dunkelheit einer nordischen Herbstnacht, eindringen, dieKaiserlichen im Schlafe überfallen, viele erstechen, die andernverjagen und sich der Stadt bcmeistern. Obgleich von denumliegenden Garnisonen angefallen, hielt sich Monro neunWochen in Rügenwalde, bis er von Gustav Adolph verstärktwurde und nun angriffsweise verfahren konnte. Er nahm späterTheil an der Belagerung von Colberg.
Nicht minder lächelte das Glück den schwedischen Waffen inder Nähe von Stettin. Das Städtchen Damm, das, wie wirschon gesagt, mit Stettin durch Dämme und Brücken verbundenist, wurde sogleich nach Einnahme der pommerschen Hauptstadtbesezt. Stargard, ein ansehnlicher Ort, drei Meilen vonStettin, war das nächste Ziel Gustav Adolphs. Der ebenin schwedische Dienste getretcneOberftD ami h sollte dort mitseinenPommern die erste Probe ablegen. Ein Bürger auS Stargarderbot sich zum Führer, und verhieß eine von der kaiserlichenBesatzung nicht beachtete Pforte gegen den Fluß Jhna hinaus, anwelchem die Stadt liegt, zu öffnen. Es lagen sieben Kompagnienkaiserlichen Fußvolks im Orte, unter dem Befehle des OberstenDufour. Damih zog den Juli von Stettin aus,
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