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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
Entstehung
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Einleitendes

des ersten Menschen denselben mitgetheilet werden, alle diesekommen von dem Blute Christi her. Seiner Gnade, unddessen Verdiensten allein müssen wir es zuschreiben , daß wirvon der Dienstbarkeit des Teufels und Feindschaft Gottes freygemachet, zu Freunden Gottes, ja sogar zu Kindern undErben angenommen werden.

Auf zweyfache Weise erlangen wir die BarmherzigkeitGottes durch Christum, nämlich durch die Sacraniente,und das Gebeth.

Die Sacramente sind sichtbare Zeichen der Gnade Gottes,welche alle Christus der Herr eingesetzet, theils zu dem Nutzeneines ^eden insonderheit, theils zur allgemeinen Wohlfart.Selbe sind nur sieben. Durch die Taufe wird man wiedergerbohren. Die Vollkommenheit des geistlichen Lebens giebt dieFirmung : das Wachsthum und die Erhaltung das Sakra-ment des Altars. Die Busse theilet den an der Seele Kranrken die Gesundheit, ja den in eine Todsünde gefallenen eineneue Auferstehung zum Leben mit. Die letzte Ortung giebtden an dem Leibe Kranken bisweil entweder eine Starke, odermachet sie gar gesund; befreyct sie aber allzeit, wenn selbenach Gebühr empfangen wird , von den Sünden, und ma-chet sie herzhaft bey erfolgendem Tode geduldig zu seyn. DiePriesterweihe verschaffet der Kirche Hirten und Diener; dieEhe aber Untergebene bis an das Ende der Welt.

Die andere Weise zu erlangen die Gnade Christi ist dasGebeth. Dieses ist allzeit dabey, wann man die Sacramen-te feyerlich austheilet. Durch selbes lebet man christlich, manverehret Gott; und dieser erzeiget sich den Menschen gnädig.

Was immer wir durch das Gebeth von Gott begehren kön-nen und sollen, alles selbes ist in dem Gebethe enthalten, wel-ches wir das Gebeth des Herrn nennen, weil Christus der Herrdasselbe gemachet hat.

Wenn man das Gebeth also betrachtet, wie es auf eil«allgemeine Weise alles jenes enthält, wodurch das Gemüth desMenschen zn Gott kann gebracht und erhoben werden, ist diovollkommenste Gattung des Gebethes das Opfer. Die Ge-bräuche und Gepränge hat im alten Gesetze Gott selbst vsrg«

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