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Katholische Unterweisungen nach der Weise einer Christenlehre, in welchen, was immer zu der Religionsgeschichte, und den Lehren, Sitten, Sacramenten, Gebethen, Gebräuchen, und Uebungen der Kirche gehöret, insgesammt in einem kurzen Begriffe aus den heiligen Gründen der göttlichen Schrift und Uebergabe deutlich gezeiget wird / aus der französischen Sprache in die lateinische gebracht ... von dem Verfasser und auch Uebersetzer Franciscus Amatus Pouget ... ; aus der lateinischen Sprache in die deutsche übersetzet, und ... vermehrt von einem Priester aus dem Orden des heiligen Benedictus
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i Kapitel 4 Absatz.

' ten Sinne überlassen werden , daß sie thun, was sichnicht gebühret, und allerhand Thorheiten und Lasterthatenmuthwillig begehen; sogar auch diejenige , welche man füegelehrtere uud gescheidere angesehen.

Vierter Absatz.

Von der hochheiligen Dreyeinigkeit.

F. Bringet man nicht wieder mehrere Götter auf, wennman behauptet, daß in Gott drey Personen sind ?

A. Gar nicht; denn wir glauben, und bekennen frey her-aus , daß Gott in den dreyen Personen nur ein einziger sey.

F. Es scheint aber ein fast thörichter Ausspruch zu seyn,daß Gott in den dreyen Personen nur ein einziger sey.

A. Dem ist nicht also: ja es ist recht vernünftig geredet,und mag es Niemand, als ein rechter Narr, widersprechen.

F. Es ist aber recht unvernünftig glauben,was man nichtbegreifen kann.

A. Wenn man versicheret ist, daß Gott etwas den Men-schen gesaget, und angezeiget habe, muß man dieses fest glau-ben, und gar nicht daran zweifeln ; mag es hernach seyn, wases immer wolle; mag man es begreifen, oder selbes unverständ-lich, ja gar unglaublich vorkommen. Wer dieses nicht thut,der zeiget, daß er von Gott der höchsten Wahrheit wenige Er-kenntniß habe, und verhält sich nicht nur wie ein Unvernünf-tiger , sondern auch wie eilt Ungläubiger.

Denn der Verstand eines Menschen ist also enge einge-schränket > büß es sehr viele Sachen giebt, an welchen mannicht zweifeln , sondern selbe als die gewissesten ansehen darf,obschon man bekennen muß, daß derselben Wesen, Ursachen,Beschaffenheit die Kräfte unsers Verstandes übersteigen.Mau soll zwar nachsehen, und flüssiger erforschen, ob Gottdasjenige, was man ihn geredet zu haben vorgiebt, in derThat selbst beygebracht habe, damit nicht ein Fehleroder Be-trug dahinter stecke. Wenn man aber einmal versicheret ist,daß Gott geredet habe; gleichwie man dieses gewiß behauptenmag von allem demjenigen, und jedem besonders, was uns vontzer Kirche Gottes, welche zufolge dessen was hernach und

B 4 zwar.