244 z Theil. 2 Abtheilung.
Ich will was weniges beybringen, um dieses Ding besser zuerklären.
1. Einige werden nicht aus Frömmigkeit, oder Andacht,oder christlicher Liebe, soudern von einer Eitelkeit, leichtsimnigem Gemüthe, Heuchelet), oder andern sträflichen Ursa-chen angetrieben sich in eine Bruderschaft einschreiben zulassen.
2. Andere meynen aus schändlicher Vermessenheit, daßsie gewiß werden selig werden, wenn sie nur in eine Bruder-schaft sich einschreiben lassen ; wenn auch schon ihr Leben nachden Grundsähenund Regeln des Christenthums gar nicht ein-gerichtetist.
z. Andere begnügen sich das Klerd, durch welches dieMitbrüder von andern unterschieden sind , zu tragen , undwissen nicht einmal das Ziel der Bruderschaft, welches dochdas vornehmste dabey ist , noch weniger aber erreichen sie sel-bes. Zum Beyspiele: Viele macheten sich ein Gewissen,wenn sie das Scapulier der Carmeliter oder die Gürtel derFranciscaner nicht tragen würden ; entgegen leben sie ohne al-le Scheu in Unzucht, Fressen, Saufen, und Schlemmen.Zu solchen darf man fürwahr sagen, was Christus den Pha-risäern verwiesen hat: Ihr Haber unterlassen, was im Ge-setze das wichtigere ist:..... Dieses hätte geschehen sol-len, und jenes nicht unterlassen werden. (Matlh. 2g ,rZ.)
Man brauchet nicht eine grosse Gelehrtheit solche Mis-bräuche zu verwerfeu: und wenn, welches man doch kaumglauben kann , es einige Prediger oder Beichkvärer gebensollte, die solche Misbräuche unterstühen wollten , so ist zuwissen , daß es die Kirche selben scharf verweise, und wennsie daraufkömmt, hart bestrafe. (0)
F. Was haben jene zu thun, die tn einer Bruderschafteingeschrieben sind, bey welcher gewöhnlich ist, daß die Mit-brüder durch ein äußerliches Zeichen, zum Beyspiele, durch
den
(O) Lonc. Irici. 8ell'. Z äs Rekorrn, c. 2.