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Solang wir im Leibe sind , spricht der Apostel, wandelnwir entfernt von dem Herrn: denn wir ziehen im Glau-ben , und nicht in der Anschauung herum, wir sind aberwohl gewüthet, und haben eine gute Lust vielmehr aus-ser dem Leibe zu wandeln und bey dem Herrn gcgenwär,tig zu seyn : und deßwegen bemühen wir uns ihm zu ge-fallen, wir mögen abwesend oder gegenwärtig seyn. (2Br. an dieCorimh. Z, 6, n. w.)
Dieser ist verkürze Jnnhalt der ganzen Religion und deSganzen christlichen Lebens : dieser ist auch der kurze Jnnhaltalles dessen , was in diesem ganzen Werke ist vorgetragenund erkläret worden.
L. Aus dein, was du gesaget hast , laßt sich schließen ,daß es ausser dem Vaterlande, ausser dem Himmel keineGlückseligkeit gebe. Ist also auf der Erde für den Menschenkeine Glückseligkeit, und giebt es keinen auf der Welt, denman wahrhaft glückselig nennen möge?
A. Mein Volk! saget der Prophet, welche dich glück-selig nennen, die betrügen dich , und verderben den wegdeiner Tritte. (Jsai. z, 12.) Sie haben nämlich das Volkglückselig genannt, welches Reichthümer, Ruhm , und Eh-ren im Ueberffusse hat, welchem Nichts von den Nothwendig-keiten zu einem kommentlichen , wollüstigen, und niedlichenLeben abgeht, welches ein zahlreiches HauSgesind und kost-baren Hanörath hat, welches schöne, prächtige, und an-nehmlichste Häuser besitzet, auf dessen Angenwink und Be-fthl sehr viele bereitet stehen , und welches mehr anderes der-gleichen hat : glückselig, sage ich, haben sie das Volkgenannt, welches dieses hat. Allein glückselig ist dasVolk, welches seinen Gott zum Herrn hat. ( Psal. 14z,iz. ) Ich erkläre diese? weitiäufriger.
Für einen Menschen, wela.er auf der Welt wandert,giebt es ine vollkommene Glückseligkeit; denn nur alsdannist der Mensch vollkommen glückselig, wann er Gott vonAngesicht« zu Angesicht« in Ewigkeit sieht und erkennet, wenner des höchsten Gutes genießt; dieses aber erlanget keiner,
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