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Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
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und Vermehrung der Einkünfte. 45

stes, der zu den Einkünften des Staats bestimmetwird, eine gerechte Proportion und Gleichheit habe,ob man gleich nicht läugnen kann, daß in vielen Staa-ten gar häufig darwider gefehlet wird. Z. E. es istgar keine Proportion, daß ein Scheffel Gerste, wennsie zur Viehmastung gebrauchet wird, kaum den zehn-ten Theil so viel Abgabe leiden soll, als eben dieserScheffel Gerste, wenn er zum Bierbrauen verwendetwird; da doch beydes, sowohl Fleisch als Bier zu denunentbehrlichen Lebensrnitteln gehören. Die Abgabeauf das Bier ist gegen die erste offenbar zu stark.

*) Man hat hierinnen fast in allen Landern den ganzentgegengesetzten Grundsatz angenommen; und dieunentbehrlichen Lebensmittel, weil eine große Con-sumtion darinnen ist und mithin viel Einkünfte da-von eingehen, sind am stärksten mit Abgaben beleget.Wenn ausländische seidene und wollene Zeuche, Pelz-werk, Leder und andere dergleichen Waaren mitzwey, drey bis etwan fünf von Hundert Eingangs-rechten beleget werden; so muß der Scheffel Getrai-de zu dem Brodtbacken öfters den sechsten oder ach-ten Theil seines Werthes Accise erlegen, welches zwölfund fechszehn von Hunderten thut; ja in manchen Lan-den, zumal wenn das Getraide in keinem hohen Preißesteht, steigen dergleichen Abgaben bis auf fünf undzwanzig von Hundert. Daraus kann nun nichtsanders als ein hoher Preiß der Lebensmittel entste-hen , der folglich nicht allemal ein Kennzeichen ist,daß viel Geld im Lande ist. Dennoch ist es offen-bar, daß der hohe Preiß der Lebensmittel nicht alleindie armen Unterthanen sehr drücket, sondern auchdem Aufnehmen des Nahrungsstandes und beson-ders der ausländischen Commercien sehr nachtheiligist; wie er denn in viele andere Maaßregeln zu derWohlfahrt des Staats einen schädlichen Einfluß hat.Selbst der Landesherr für seine Hofstatt und in hun-dert andern Ausgaben muß ungleich mehr aufwen-den, als wenn die Lebensmittel i» einem mäßigenPreiße waren. Allein hierauf machet man wenigBetracht, wenn nur starke Einkünfte erhoben wer-den können-