und Vermehrung der Einkünfte. 6r
beiten; wenn nicht das Cameraswesen eine solche Be-schaffenheit und Einrichtung hat, daß entweder bereitsein guter Schaß vorhanden ist, oder doch in dem Ca-meral-Etat jährlich eine beträchtliche Summe zu solchenVerbesserungen ausgeworfen wird. Denn wenn mansolchergestalt wirthschaftet, daß die Einkünfte niemalszureichen, und beständig ein Loch zu, und das andereaufgemachet wird; so kann man schwerlich daran den-ken, eine dem Lande unschädliche Vermehrung derEinkünfte vorzunehmen, weil dieselbe nie ohne Auf-wand geschehen kann, der, so nöthig und heilsam erauch ist, bey einer schlechten Wirthschaft des Hofes,immer nöthiger gebrauchet wird, und gleichsam schonvorgegeffenes Brodt ist. Wenn aber ein guter Schaßvorhanden ist; so kann man leicht Vermehrungen derEinkünfte zu Stande bringen. Eine kluge Anwen-dung eines guten Theiles des Schatzes, indem es oh-nedem dem Nahrungöstande gar nicht vortheilhaftigist, einen wichtigen Schaß beständig müßig liegen zulassen, wie wir unten zeigen werden, giebt darzu aufverschiedene Weise Anlaß. Man kann nicht alleindasjenige wieder einlösen und an sich bringen, was oh-nedem von den Einkünften des Staats verloren ge-gangen ist, sondern auch die Güter des Staats vonden darauf haftenden Beschwerden befreven *). Mankann sich durch Darlehen auf ansehnliche Privatgütecim Lande neue Einkünfte gründen. Besonders aberkann man durch Errichtung einer Banco, darzu derLandesherr entweder öffentlich oder in geheim dengrößten Theil herschießt, beträchtliche Einkünfte zu-wege bringen, dennoch aber zugleich die Aufnahme derCommercien gar sehr befördern.
*) Es ist fast kein Land, wo nicht die landesherrlichenCammergüter, nicht allein den Geistlichen, sondernauch wohl zuweilen andern Privatpersonen, Stadt-rachen und Vasallen gewisse Zinsen und Rechte lei-ste»
Vermehrungder Einkünftesehr debülflich.