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Tagebuch
So lange als ich zurück denken kann, habe ich im»mer gehöret: „von den Mißvergnügten in Corsica,„und von dem Paoti an ihrer Spitze,,. Nun wares ein artiger Einfall, daß ich eben im Bcgrif war,sie zu besuchen.
Gegen sieben Uhr des Abends kamen wir glück-lich in dem Hafen zu Centuri an. Hier erfuhr ich,daß der Herr Giaccomini an diesem Orte, dem michder Graf Rivarola empfohlen hatte, eben gestorbenwar. Er hatte sich in Ostindien ein schönes Vermö-gen erworben; und wie er in seinem ganzen Lebeneinen besondern Eifer für die Sache der Freyheit ge-habt hatte, so bewieß er ihn auch auf die stärkste Artin seinem Testamente. Er vermachte der Nationeine beträchtliche Summe Geldes, nebst einiger Ar-tillerie, und legte es stimm Erben als eine Pflichtauf, in Corsica zu leben, und in der Vertheidigungder patriotischen Sache standhaft zu seyn, und imFall die Insel jemals wieder unter die Vothmäßig-kcit der Genueser kommen sollte, so verordnete er,daß er sich, nebst seinem Haab und Gute, nach Li-vorno begeben sollte. Auf diese Bedingungen alleinkonnte der Erbe sein Vermögen genießen.
Ich wurde hierauf in das Haus des Herrn An-tonio Antonetti, eines Vetters des Herrn Giacco-mini, zu Mersiglia, ungefähr eine Meile hinauf insLand, geführct. Der Anblick der Berge, die mitWein und Oliven besetzt waren, erweckte in mir eingroßes Vergnügen; und der Geruch von Myrrhenund andern wohlriechenden Gewächsen und Blumen,
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