254
Tagebuch
di§ gefthen oder gehört habe, eine ungezwungene,md ununterbrochene Nachricht ertheile.
Einige Zeitlang hatte ich eine sehr artige Reise,meistens zu Fuße, und in Begleitung zweyer star-ken Weiber, die mein Reisegcrälh auf ihren Köpfentrugen. Ich mußte allezeit lachen, wenn ich auseinem Dorfe abreisen wollte, und sahe, wie die gu-ten Leute sich bemüheten, meine Sachen zu packen,und dabey beständig schrien: „Die Weiber her, die»Weiber her».
Ich hatte Zeit und Gelegenheit genug bey mei-ner Reise durch die Insel, alles zu beobachten. Ichlogirte bisweilen in Privathäusern, bisweilen auchin Klöstern, und hatte allezeit von Ort zu Ort diebesten Empfehlungen bey mir. Das erste Klosterwo ich einkehrete, war zu Eanari. Es kam mirim Anfang daselbst ein wenig seltsam vor. Sobaldich mich aber in mein Schlafzimmer zu schickengeler-nct hatte, so war mir alles so natürlich und leicht,als wenn ich schon sieben Jahre ein Mönch gewesenwäre.
Die Klöster sind kleine wohlanständige Gebäude,die sich zu der mäßigen Lebensart ihrer frommenBewohner sehr wohl schicken. Die Religiösen, wel-che sich bemühen „mit Gott zu wandeln», werden oftvon denen verspottet, welche das.Vergnügen oderdie Geschäfte abhalten, an die zukünftigen und er-habenen Gegenstände zu denken. Eine kleine Er-fahrung von der Heiterkeit und Ruhe des Gemüths,
die