»56 Tagebuch
war in seinem Hause Ich bekam einige Stücke»von ihren verschiedenen Münzsorten in Silber undKupfer, und man sagte mir, daß sie in ein oderzwey Jahren hosten Goldmünzen zu schlagen. Manbesserte eben das Haus des Herrn Varbaggi, so daßich im Kloster bleiben mußte, doch des Morgenskam ich zum Frühstück und bekam Choccolate. InMittage hatten wir nicht weniger als zwölf wohl,zu»gerichtete Schüsseln, Meißner Porcellain, nebsteinem Nachtisch von verschiedenen Arten von Wei-nen, welche alle in Corsica erbauet waren. DerHerr Varbaggi sagte mir mehr als einmal, daß dieCorsen ein rauhes und unbearbeitetes Land bewohn-ten , und wie die Spartaner lebten. Ich bat umErlaubniß ihn zu fragen, in was für einem Landeer mir eine größere Verschwendung zeigen könnte,als ich in seinem Hause gesehen hätte, und sagteihnen, daß ich es gewiß übcral erzählen würde, wiedie Corsen ungeachtet ihres Anspruchs auf Armuthund Mäßigkeit sehr gute Tafel hielten. Wir hattenhierüber einen langen Scherz unter einander. SeineGemahlinn war eine artige Frau, und schien auchganz angenehm zu seyn, ob sie gleich sehr zurückhal-tend war.
Von Morato nach Co.rte reisete ich durch einrauhes, bergigtes und felsigtcs Land, worinn iedocheinige große Thäler abwechselten. Ich bekam hierkleine Thiere für mich und meine Bedienten, bis-weilen Pferde, aber noch öfterer Esel oder Maulesel.Wir hatten keine Zaume, sondern es waren Stricke
rund