276 Tagebuch
Nachdem er den harten und traurigen Zustandder Unterdrückung, worunter Corsica so lange ge-seufzet, geschildert hatte, so sagte er: »Mir sind„ietzt, in Ansehung unseres Vaterlandes, dem Pro»„pheten Elisa gleich, der über das todte Kind der„Sunamitinn ausgestreckt lag, und zwar Auge auf„Auge, Nase auf Nase, und Mund auf Mund.„Es fangt an erwärmet zu werden und aufzuleben.„Ich hoffe, es wird seine völlige Gesundheit und„Stärke wieder erlangen,».
Ich sagte zu ihm, daß die Sachen einen schnel-len Fortgang haben, und daß alle Künste und Wis-senschaften in Corsica bald blühen würden. „Ge-duld, mein Herr, antwortete er: Wenn Sie et-„nen sähen, der einen harten Kampf gefochten, der„sehr verwundet zu Boden geschlagen wäre, und sich„selbst kaum aufrichten könnte, so würde es nicht„billig seyn, ihm zu sagen, daß er seine Haare putzen„und bordirte Kleider anlegen sollte. Corsica hat„einen harten Kampf gefochten, ist sehr verwundet„und zu Boden geschlagen, und kann sich kaum auf»„richten. Die Künste und Wissenschaften sind -er„Kleidung und dem Putze gleich; diese können Sie„von uns noch nicht erwarten. Aber kommen Sie„in zwanzig oder dreyßig Jahren wieder hierher, so„wollen wir Ihnen Künste und Wissenschaften, Con-certe, Gesellschaften und artige Frauenzimmer zei-„gen, und Sie in uns verliebt machen.
Er lächelte sehr, da ich ihm sagte, daß ich michwunderte, an ihm einen so liebenswürdigen, voll-
komme-