Zür Tagebuch
»Natur, in seiner Nachricht votnCatilina nicht ver-gessen zu bemerken, daß sein Gang bald geschwind,„bald langsam gewesen, als ein Zeichen eines Ge-»müthes, welches etwas mit heftiger Bewegung„überleget,, *). Ich habe mich daher, bey derErinnerung dieser weisen Anmerkung, angewöhnet,die kleinestcn besondern Umstände des Charakters zubemerken. Die beständige Bewegung des Paoli,die so heftig ist, daß er, wie Sallufiius vom Cati-lina saget, weder Tag noch Nacht Ruhe hat, ist einZeichen, daß er eben so geschäftig und unermüdet alsCatilina, ob gleich aus einer verschiedenen Ursache,ist. Der Verrather aus Absichten, welche auf denUntergang von Rom abzielen; der Patriot aus Ab-sichten, welche die Freyheit und Glückseligkeit vonCorsica zum Grunde haben.
Paoli erzahlcte mir, daß die Lebhaftigkeit seinesGemüthes so groß sey, daß er nicht zehen Minutenlang fort studieren könnte. „Es ist mir als wenn„der Kopf zerspringen wollte, sagte er, ich kann„niemals meine lebhaften Ideen mit meiner eigenen„Hand aufsetzen; sie entfallen mir gleich aus dem„Gedächtniß; ich rufe den Abt Guelfucci: Kommen„Sie geschwind, und fassen Sie meine Gedanken; und»er schreibet sie gleich nieder,,.
Paoli hat ein so groß Gedächtniß wie Themi-stttles; und ich bin versichert, daß er fast die Na-men
*) Ja der englischen Wochenschrift: ikeytümver 6».