zi6 Tagebuch
Was den Muth anbetrift, so machte Paoli ei*nen richtigen Unterschied zwischen dem Muth, derin der Beschaffenheit des Körpers, und in der Ue«berlegung gegründet ist. „Der Herr Thomas Mo-„rus, sagt er, würde wahrscheinlicher Weife, eine„Mauer nicht so gut erstiegen haben, als ein Unter«„ofsteier, der niemals an den Tod gedacht hat; allein„ein Unterofsicier würde gewiß nicht die ruhige Un-„erschrockenheit des Herrn Thomas Morus auf einer„Blutbühne gezeigt haben».
Er erzählte mir über diese Materie eine sehrmerkwürdige Anecdote, welche sich wahrend desletzteren Krieges in Italien zugetragen hatte. Beyder Belagerung von Tortona befahl der General vonder Armee, die vor der Stagt lag, dem Careweinem irrlandiscben Officier in neapolitanischenDiensten, mit einem kleinen Commando einen be«sondern Posten einzunehmen. Da er diesen Befehlgegeben hatte, so sagte er dem Carew ins Ohr:„Mein Herr! ich weiß, daß sie ein tapfrer Mann»sind. Ich habe ihnen daher diesen Befehl aufgetra-„gen. Ich sage ihnen im Vertrauen, daß sie alle„daselbst ihren gewissen Tod finden werden. Ich„stelle sie dahin, damit der Feind eine Mine unter„sie springen lasse». Carew machte dem Generaleine Verbeugung, und führte seine Leute in allerStille auf den erschrecklichen Posten. Er stunddaselbst mit unveränderlichem Muthe, und nachdemer einen von den Soldaten um einen Trunk Weingebeten hatte, so sagte er: „hier trinke ich vor alle
»diese-