Tagebuch
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mag also auch wohl sagen, daß mich der Herr de laChapelle schön curirt habe.
Doch ich sehe mich verbunden einen Umstand zuerzählen, der ihn und seine Nation in dem ange»nehmsten Lichte zeiget. Er wollte nämlich beymemerAbreise, ungeachtet er mich sorgfältig bedienet hatte,nicht einen einzigen Louisdor annehmen. „Nein, mein„Herr, sagte er: ich werde von meinem Könige auf„eine sehr großmüthige Art bezahlet. Ich bin hier„Medicus bey seiner Armee. Ich schätze mich glück*„lieh, wenn ich zu gleicher Zeit jemand aus dem„Lande oder einen ieden Herrn, der zu uns kömmt,„dienen kann. Man muß mich aber entschuldigen,„daß ich kein Geld nehme». Der Herr Vrion deroberste Wundarzt verhielt sich eben so.
So bald als ich ein wenig Stärke wieder er*langt hatte, gieng ich herum so gut ich konnte, undsahe das merkwürdigste in Vastia. Der Herr Mo*relli war vorzüglich dienstfertig gegen mich. Er be»schenkte mich mit Büchern, Antiken und allen an*dern Seltenheiten, welche zu Corstca gehören. Ichhabe nie keinen edelniüthigern Mann gesehen. DerHerr Caraffa ein corsischer Ofsicier in französischenDiensten, der den heil. Ludwigsorden trug, warebenfalls sehr höflich gegen mich. Da ich mich län»ger in Corstca aufgehalten hatte, als ich Willens ge*Wesen war, und meine Finanzen ziemlich erschöpftwaren; so streckte er mir so viel Geld vor als ich ver*langte. Der Herr Varle, Sekretair des Herrnvon Marboeuf, erwies mir auch viele Höflichkeit.Kurz, ich weis nicht, wie ich meine Dankbarkeit
gegen