Jahrgang 
10 (1889)
Seite
238
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Miscellen.

So rührt die Trommel, schlaget zu, marsch präsendirt das

gwehr!

Clemenz der Eylft liegt in der Ruh, ach gebt zu trinken her.Es ist der Jungfern grneine Sach, ach wie der Herr vexirt,Zu Mexicon nicht weit von Prag, da wohnt ein krummer Wirth.

Wer ein zaghafts gewißen hat, der förcht den Wetter Strahl,Die Caputziner seynd parat, drum zündet mir zum baal.Madame coment vous portes vous, werschnarchet doch so sehr,Ja so ihr wolt Loreto zu, so müst ihr übers Meer.

Die Zaarin aus dem Schwabenland schnitt mir Capriol,Hanßwurst der hielt sie bey der Hand, sang ut, re, mi, fa, soll.Ich glaub das Wetter ändert sich, es krähet ja der Han,Pardones moi, ihr sehet mich vor einen andren an x .

Man sieht, wie auch die später dem Thomas in den Mundgelegten Worte (a. a. O.):

Pardonnez-moi! Ihr sehet michFür einen Andern an.

bereits in Str. 4 unsres Liedes sich befinden. Dagegen lassensich die beiden anderen Antworten des Thomas : »In Polenund im Römschen Reich Gehts auch nicht besser her«,und »Ein Mädchen, das verständig ist, Das nimmt sich einenMann«, in der vorliegenden Fassung des Liedes nicht nach-weisen. Dennoch aber dürfte die Vermuthung nicht abzuweisensein, dass sie in dem Text des Liedes, den Goethe gekannthat, gestanden haben. Es ergibt sich das schon aus derganzen Situation: Thomas singt das bekannte Quodlibet, ohnesich von den Vorwürfen Jerys und ihres Vaters stören zu lassen.

Auch sonst lassen sich in dem, was Goethe Thomas in denMund gelegt hat, Einflüsse des Gesellschaftsliedes nachweisen;Thomas singt S. 150:

Ein Mädchen und ein Gläschen WeinKuriren alle Noth;

Und wer nicht trinkt und wer nicht küsst,

Der ist so gut wie todt.

Dazu vergleiche man folgendes Lied: (Sieben lustigeWeltliche Lieder, No. 6.)

Ein Mädchen und ein Gläschen Wein,

Das ist recht excellent!

Doch muss ein Praktikus es seyn,

Der gleich die Sorte kennt.

1 Die Orthogr. nach dem Orig., die Interpunktion von mir hinzugefügt.