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Freyherr von Ulm , bekleidete an. 1670 bey dem Bischofs m Aich«stadt die stelle eines Vice-Hofraths-Präsidenten. Johann A"lon,Frey und Edler Herr von Ulm, florirtean. 17,; alS ausschiiß Her-der schwäbischen Ritterschaffl an der Donau . liem-
insc. u. I. vomiiciiväb. L. Rclel. p. 24;.
sRiricli. 6elckleckchuck. * ^
Ulm / eine ansehnliche Reichs-stadt in Schwaben , welche schonin alten zelten sehr berühmt gewesen. Ptolemaiis nennet sie Alci-inönium , und Cluver will, daß sie ehedeffen samulocenis gehe,,,sen. Die bcnenming soll sie nach einiger meynung von den Nulmi.§SN5, LruÄerir oder Preussen, so daselbst sich niedergelassen, he«kommen haben, und will man solches daher wahrscheinlich ma-chen , weil man in alten Urkunden eher Uulrns als Olrns geschrie-ben antrifft. Am glaublichsten aber ist, daß Ulm von den nist-und weiden oder ulmbäumen, deren etwa viele daselbst gewachsen,den namen überkommen ; wie denn daselbst noch eine gaffe ist, wel-che von denen darinnen gestandenen weiden und ulm bäumen, dieulmer.gasse genennet wird. Auf diese auslegung zielet vielleichtauch chincs; L^lviur, wenn er die Ulmer l-llmiZeros nennet. Vonihrem alterthum sind bey den geschieht.schreiben! verschiedene spu-re» anzutreffen. Sedastianus Francus giebt vor, daß U>m schonlange vor Christi gehurt ein dorff gewesen. Mein daffeldige istcdeii so wenig erweißlich, als dasienige, was Merian meldet, wienemlich Ulm zwischen an. ;q; und ;?2 zu einer stadt worden.Wiewol sich einige daran stvffcn, daß Carolus ivl. in dem clons-uonr cliplamare an den Abt z» Reichenau beym Crusto die stadtUlm villsm regism nennet, welches man vor ein dorff hat aus-deuten wollen , so giebet doch dieses allem noch keinen genügsa-men gründe wider die>ec stadt atterlhum, Massen es sich finden wird,wenn man alle Urkunden mit fleiß betrachtet, daß villsregis mchlein dorff, sondern eine Königliche stadt, und die niemand als demReiche imterivorffen gewesen, bedeutet. Dannenhero auch Ca-rolas CrassuS, da er an. 88 ; den Ulmern ihre pkivllegis bestätiget,sie ausdrücklich oppistum oder eine stadt betitelt- Endlich ist mehrals zu klar,, daß, da Karger Friedrich der Rotbbartb in seiner bullevon den gräntzen des Skiffts Consiantz lle an. 115z bevm PistorioUlni seine villam nennci, solches nicht vor ein dorffaiisgcleger wer-ben kan: angesehen Mutius berichtet, daß Kayser Lolharius, dernoch vor Friedrichen gelcbct, Ulm mit grosser gemalt belagert imderobert, welches sich von einem dorffc nicht wohl sagen lässet-Nichts destoweniger sind die scribenrc» auf dein liiigegründekenWahn bestanden, daß sie villsm vor cui dorffgehalccn, woher nach.mals der Irrthum gerühret, daß Ulm eines .von den vier Reichs-dörfferu sey. Ew viel ist gewiß, daß Ulm vor dem -ahr > ;°c> nochkeine mauern gehabt, solider» nur bloß mit einem Neffen grabenund zäun umgebe» gewesen. Den» obwol iMumpfius in seinerSchwcitzer.chronicke will, daß Ulm schon unter Ollone k bey dengrausamen streiffcreyen der Ungern mit mauern umgeben worden ;so erzchlet doch Mutiiis , daß Ulm nur mit blossen gräden und einemzau» umgeben gewesen, als sie der Kayser Lotharms belagert, unsnach langem widerstand erobert. Hierauf hat der Kayser Conra«dus, nachdem er an. 1140 Wclfonem in Schwaben in einem tref-fe» überwunden , die von dem Kaystr Lothan» zerstörte stadt Ulm wieder gedauet und befestiget, ledoch nicht mehr als liesse gräbcnund valisade» darum gezogen, biß hernach die häusscr ausserhalbder stadt auch hilieüi gebracht, lind »och au. i zos per kostbavrc fc-stmigsdau mit mauern, schlöffern, lbürmen und ausscuwcrckenangefangen und vollführet worden. Zuivelchcm als dem gesamtenReiche nützlich crachleie» festungs-bau sonderlich die Kayser Ludovi-cus l V imd Carolus i v grosse beförberungen gethan, und theils diedamals üblich gewesene Jnven-steuer, theils andere auflagen an.zusetze» erlaubet. Endlich ist sie an. >zü4und iüoL noch siärekerund söriiiücher fornficirct worden, so daß ste »unmehro eine guiebelageriuig aushallen kan. Demnach ist klar guiug, daß Ulm schon vor den zeiten ktsroli dvl. eine stadt gewesen, ob ste aber unterdie Reichs-städte zu zehle», ehe und bevor ste von dein Abt zu Rei-cheuau, a» welche» sie <Rro!u; d,1. gesichenckcl hatte, sich loßgewi-ekelt, darauf wird verschiedentlich geautivortet. Das scheuckungs-l.'seol, -Vl. von 8i; an den Abt Heiko beym Crusio giebt soviel, daß der Abt die -umeccieli« besessen, die zebcndcn und gefallevon Ulm genutzet, Voigte und ktttvocsio! des kiostcrs sich selbernnsgclesen, und selbige», wenn und wie offte sie gerichte halten söl-ten, vorgeschrieben. Woraus geschlossen werben möchte, daßebe Ulm des Abts ober.herrschaffc loß worden, selbige vor eineReuhs'stadl nicht zu achten. Wie denn auch Umplclsilll lle civ.,mp. schreibet, daß von solcher zeit an die Uimer erst angefangen,sich ihren Rath und Gemein-Herren sechsten zu bestellen. Alleinweil man selbst aus dem eliylomsre Laeoli lVl. stehet, daß die Voigtedennoch Kayserliche Voiglc verblieben , ob ste gleich der Abt aus-gelesen, und ihnen den mocium vorgeschrieben, hierncchst der zu-stand der damahligen zeiten noch nicht war, daß die Aebre hättendie weltliche gerichtbarkcit administriret; so bann die Kayser besagederäocumemencir sn. 1222,40,41, und 49 in der stadt nahm.hasste rechte und besonders be» bi»k,bann durch ihre Voigte grübet,fernerhin Kayser Friedrich der 1 m der obangezognen bulle beymPistorio Ulm seine villsin nennet, welches er, da sie noch unter bemAbt stunde, mcht hätte thun können, wenn ste nicht eine Reichs-stadt gewesen wäre; hiernechst auch der Kayjer RudoiphUs I an.1278 nicht dem Abt, sondern den bürgern in Ulm ihre rechte un-mittelbar bestätiget; endlich die unwahrschcuil. conleczuenr erfol-ge» würde, daß Ulm nnler allen Schwäbischen städte» am lang-samsten zum Reiche kommen wäre: alS hält man billich dafür, daßder Abt, wie etwa andere Bischöffc in den Reichs-städten, m Ulm nur jchone surs besessen, deren unbeschadet die stadt m ihrer Reichs»imrnellivtäk verblieben; jedoch nicht IN so cxcellemer freyheil als
andere, angesehen die Münche die schlüffel zudm lund sonst-ms besessen, welche von einer gantz freyenmcht zu sagen seyn. Heute zu tage wird ihnen die Rcicüsniemand streitig machen, nachdem sie sich rimlo oneroko »m, kAbt zu Reichenau loßgewickclt, welches nach und nachben seyn. Crusius meldet, daß schon unter LudovicvUlmer den Abt mit einem stücke gelbes abgefundenaber dieMünche sich wiederum emgestelt,haben die UlmerIV ersuchet, das privileZium Uuäovici Lzvsri zu bestäliaen M1auch dieses noch nicht helffen wolle, so gaben sie den Münci,'?«»Äein stück geiv, und bathen den Kayser Fcidericum lil, Uihrer amiehmen mochte, welches derselbe auch mit solcher krass,thau, daß von dieser zeit an der Abt und die Münche „i-Mau Ulm prätendirr. Damit aber die Münche wieder zu komm?»nicht die geringste gelcgenheit hatten, haben die Ulmer den 2 »hos, wormnen die Münche gewohnt, und den sie mitwohl verwahret hatten, gantzlich nieder gerissen. Nachdem sieUnun solcher gestalt des Reichenaiuschen «ochs gäntzlich euiM, ,baden sie angefangen , unter bey Schwäbischen Reichs-siL»^Haupt empor zu heben , und durch ihre Waffen und gcld unimMVene Grasschafflenunb Herrschafften an sich zubringen, wornv.nen ihre vortheilbaffiige läge die Mittel verschaffet; immasien lemder Donau nahe gegen Bayern zu und fast am Ende d-sSltnMben-landes liegen, wodurch sie im stände senn, dem Bay-rlM-dic Rhem-uiid Necker-weine, wie auch die Schmädischc «wand zuzuführcii, und dafür ihre landcs-leule mit Bayerischenlaltz, woran Schwaben einige» maugel hak, zu versehen. 2^.chem ende haben sie an der Donau , welche bey ihnen durch den ,»,fliiß der Jier und Blau zuersi ichiffreich wird, einen vottheilbM»haven angclegk, worzu noch kommt, daß sie aufeineni sehr st,Mbahre» und gesunden Hoden gelegen. Durch Liese und andere vor.theile nun sind sie zu Mitteln gekommen, und Haben sich Mansch,,»chen stücken in Schwaben versehen, so daß sie ein lemlorium «s meilen lang und ; breit besitzen. Die Grafschaffl Helffensieinnebst der stadt Mißlingen und denen darzu gehörigen vrlmi, HMste, nachdem die Helffensteinec in avfall ihres vermögensgerathen,an i;yü vor einen hohen prciß crkauffcr, welchen selten bissen Mdie Schwäbischen Stände und die Hertzoge von Bayern ihnen nie,mals gegöuuel. Daher ste auch durch list etliche mahl km,!igebracht worden, und nicht eher zum ruhigen besitz geMM, Mb,S sie der Pabsi, der Kayser, und die SländebeSMöi»xusrsmem-L ihres kauffs bekommen , welches auch so viel W ge-habt, daß die Ulmer »ach der zeit in ungekräuckleu dch verblichen.Bey solcher der sacben beschaffcubeit ist nun zu begmffen, mrnmGertrud, eine Gräfin von Helffensiein, und bernach Köchin MUngar», die Ulmer ihre söhne nennele, wenn sie an selbige schlich,weil seshige nemlich ihre slamm.güler besisse». Je» Erafen vonWerdcnbcrg haben sie die Grafschasst Aibeck abgehandelt, nachdenidie Grafen solche Grasschnitt an die Wunsche» Juden veiHlge,habt, und den Ulmern sechsten viel schuldig worden waren. Im-»cnhero die Grafen cS geschehen liessen, daß die Ulmcrdie Graf-schassl von den Juden cmlöselcn , und ist mcrckwürdig, wnsFMFader sagt, daß ein Gras von Werdenverg die Grafschaffl Mnibey den Ulmern in lädkuchen verfressen. D>e stadt und schloM-heim, sammt zugehör; welches einige enie Grafschaffl nennen Mbien , haben sie von den Herren von Riclhaim käuflich aoßchge-beacht. Andere örter, stecken und dörffer zu geschweige», derentieUlmer eine gute anzahl theils durch conlracke, lhejls durch dieiraf-sen an sich gebracht, als welche ihnen von undencklichen jähren her,und besonders m den verwirrten zeiten grossen rühm er«ben.Schon Carolus lA. erkannte ihre korce. Dabero er in demSM»ti0i'.s>ä>piomLie an den Abt von Reichenau ausdrückllch MAdne-ke, daß man sie mit keiner maucc umgcdcu solle, damit sie nichtetwa» aus vertrauen ihrer kräffte sich dem gehorsam der Köcheentziehen möchten. In den iiachgehendc» zeiten haben sie sich wi-der den Kayser Ludcwig tapffer gcwehret, der sie auch einmal ver-geblich belagerte. So haben sie auch mit den HcrtzM «Bayern , den Grafen von Würlenberg, den Ertz.Hertzogen mOesterreich und denen von Teck, ll-eiisRilcine, theils in gesMOuut andern Schwäbische» städlcn bimige kriege geführl. Busn-derS hat sie Hertzog Georgen aus Bayern an-1489 grossen Maltgethan, baß er die vorder-Oesterreichischen lande nicht recht seh«-ten könne». Hierdurch nun, wie auch schon zuvor haben sieflÄ insolch ansehen bey den Schwäbischen Reichs-städten gesetzt, Wiesethuen wegen der macht und des ungleich starckern beytrage in ihremdunds-ccmvenr allemal 2 vc>kL verstattet. So baden auch MKavlcr dieses ihres wohlverbaltcnü halber sie mil stattlichenxu^'ßüi begnadiget. An. i;sy hat Kaystr Carl der IV die dmger jsUlm von allen landgcrichlen und dem Rokhweilischen hof-geuM
desrcyet, welche frcybeit nicht allein von dem Kayser RuM an-1401 bestätiget, sondern auch von Friderico an. > 47.9 « E;Ulmische lilitcrrbaiic» cxlendirct worden. So genieffel sie auch mprivilegiam äe von Lp^ellsnclo, weiches der Kahler Friderieu« tu.und Mrarimitlanus l ihnen mitgetheilet, und Ferdmandiisll an.i ür i dahin erstrecket, daß sich die summe gleich gnfanglichReimsche goid-güldcn betragen muß. Nach dem pr>">Po «sKaysers Sigisimuidi an. 14;;, stnv der stadt Ulm zu auMRichter die städte Memmingen, Gewinde und BiberachveM»,unter weiche» Ulm die wähl halten mag. Von demKMr» »haben sie a». 1 ;oo das Privilegium erdaitcn, daß die geiunch!«^'so >n idrein gerichts-zwang liegen, versteuert werden mM.«dem Kayser'Carolo IV sind ste an. i ;66 dahin prwilMt,dahM-Rcichü.ächter in ihrer stadt enthaltendürffen- So lsiauchMbem Kayser Maximiliano von an. ,494 ein privllegmm vokWkraffl dessen ste die Jude» aus ihrer stadt und remion» MlS .