Ulm
W,d nicht wieder zu recipiern macht haben. Worzn Kavstr Carlder V gethan, daß kein Jude einen bürgcr ex comrsNu belangen,oder mit demselben gültig contrahiren kan. Die messen und jähr.marckte sind ihr von dem Kayser Sigismundo an. 1428 zu haltenerlaubet worden. Den blut. bann und die gcrechcigkeit über hautund haar zu sprechen, haben sie von dem Kayser Friderico UI erhal»ten, welche sie auch ,0 vernünfftig verwaltet, baß vor diesem die be«nachbarten Fürsten , Grafen und Prälaten rc. die gcfrevellen perso«nen dahin zur ausrichtung und bestraffung gesendet. Endlich istaus einem ckiplomsce Caroli lV cis sn. i;si und aus einigen do.cnmenten des klosters Herwertingen zu sehen, daß ehebessen zu Ulm im stadelchofe einKayserilch land-gerichte gewestn,welches mit demzu Ro-Hweil fast gleiches ansehen gehabt. Neben Liesen Privilegienhat die stadt noch andere schone gerechtlgkeiten in dem Reiche undin dem Schwäbischen crayse. Denn da ist sie eine von den vier aus«schreibenden städm, in Schwaben . In der Re-chs-matricul stehetsie mit einer ziemlichen anzahl zu roß und fuß angesetzt. Sie ver-wahrt der Franckiiche» und Schwäbischen Reichs.städte archiv,welches zu ihnen von Augspurg gebracht worden, nachdem diesevon der stadie collsZio sich an. 15?; getrennet hatte. Dieser halbersitzt ihr L-eZittrawr im städte.Rathan der Dtrectorm tisch , undführt das prorocoll. Diese und andre vortreßiche pnvileZis, machtund ansehen der stadt Ulm haben schon von undencklichen zelten einegrosse menge volcks dahin gezogen. Besonders habe» die benach-barten von Adel in den verwirrten und gefährlichen reiten sich dahinretirtrt, uud daselbst verbürgerk, so baß eine grosse menge alter Ade-sicher geschlechter sich jedesmal darin aufgehalten, und noch befin«den. Dadurch ist die stadt, welche anfangs in dem umcrciß sichnicht über rloo manns-schrille erstrecket, schon zu des Kayscrs Con»radi zetken an. 1140, indem die Vorstädte hinein gelogen worden,bis auf S400 ichritte angewachsen, wohinzu noch viel mehr gekom.me», so, daß nunmehr» die stadt zu einer ansehnlichen grosse gedie-he», und ; haupl-thoce hat. Gegen Mitternacht ist das frauen undneu.thvr, gegen abend das gldckner.lhor, gegen Mittag das Donau -tbor, und gegen morgen das gänse.thor. Unter den Archen ist dasMünster sehr berühmt, welches wegen seiner länge, breite und höhevor das gröste in Teutschland gehalten wird, ohnerachtet desthurms halber andere, als der zu Straßburg rc. ihr vorgehet. In-wendig ist die länge; 17 werckjchuh, die breite aber i;r. Das er-ste fundament barzu ist an. i;77 geleget, der gantze bau aber erst ,nm jähren vollführet worden, nachdem derselbe in den damalswohlfeilen zelten über 9 tonnen goldes zu erbauen soll gekostet ha«den. Die orgel darinnen hat in die zooo von dem besten Lngliichenzinn und metall gegossene pfeiffen,deren die gröste auf 24 werckschuhhoch ist. Wenn die Christliche religion daselbst ausgekommen, istso eigentlich nicht zu sagen. Dieses ist gewiß, daß die Ulmer an»zu der Angjpurgrschen Confesswn sich bekannt, ausgenomisien,daß die Catholische religion in dem kloster Wengen , und in deinTeutschen baust von an. 1624 in Übung verblieben. Das stadt«regimenk ist aristocrarisch, und wird meist von den kamen- geführt,davon die meisten ihren Adei von Carolo V hernehmen, der an.ie;r, i7familien in den Adelstand erhoben. Wiewol schon obenerzehlet worden, daß viele Adeliche familien in Uim sich verbürgerthaben, welche mit der zeit inä-Zens- worden. Die coiieZia und diegantze einrichtung des regiments ist beym Knipschild und im Euro päischen Herold anzutreffen, worzu nur dieses beyzufügen, daß keineauswärtige zum regiment der stadt gelassen werben. Wegen seinerguten läge und andrer Ursachen halber ist der ort öffters zu RnchS.und andern zusammenkünfften ersehen worden. Der König Lude-wiq hat an. 858, und Kayser Conrabus II an. 1072 hieselbst einenReichstag gehalten. An 1076 haben sich daselbst die Fürsten , so' von dem Kavstr Henrico I V abgefallen, versammlet. So hat auchder Kayser Fridericus I in dieser stadt einen Reichstag angestellet,und den BischvffOttonem von Freysingen dahin verschrieben. An.nc>8 hielte MaMlManuS l allda eine Versammlung der StändeWider die Venelianer. Gleichwie nun diese stadt von zelten zu zei-ken ein grosses aufnehmen gehabt, also hat ste im gegemheil zukriegs.zeiten viel ausgestanden. An. 1:22 hat einer, namens No-tbarblis -le Mird, selbige belagert, aber nicht einbekommen können.Wenig jähre darnach hat König Lotharius U vieselbe eingenom-men, und grausam zugerichtet. An. 1247 hat der Kayser Heinrichste belagert, aber dabey sein leben eingebuü, wvraufbie belagerungaufgehoben worden. An. 1)46 hatLubovicusBavarus, weil ihndie Ulmer, da er in den Pävstlichen bann erkläret ward, und beyihnen seine zuffucht suchte,nicht einehmen woltcn,sie belagert,bis ihndie Ulmer gutwillig aufzureden einiger Fürsten eingenommen ha-ben. Nicht lange darauf hat Kaystr Carolus kV samt Eberhardvon Würtcmbcrg die stadt belagert, ist aber bald auf zureden wiederabgezogen; doch kam er wieder, und verwüstete die stadt mit feuerund schwerdt. An. 1)72 überwand GrafEderhard von Muttern-birg die Ulmer in einem treffen, und bekam die stadt in seine ge-malt , welche er jedoch zur stunde wieder verlohr. Hingegen habendie Ulmer an. 1)78 Arneck und Brandenberg weggenommen, unddas folgende jähr drauf in der Grafschafft Helffenstein 25 dorffer indie asche gelegt. In dem religious-kriege Caroll V und der Pro»klirrenden Stände mnste Ulm sich dem Kayser submitttren, alsderselbe mit einer ansehnlichen macht an. 1546 in Schwaben stun-de, und die Protestirenden so übel zusammen hielten. Der Kayserpardonitte ste zwar, legte ihnen aber i00000 ff. und ir stuck grobengeschützes zur straffe auf. Kurtz darauf hat der Marggrafvon Ba-den und seine bundS-genossen an. 1552 die stadt, weil ste nicht mitin ihr hündniß trete» wollen, belagert, und nachdem er selbige nichtzwingen können, ihr land gewaltig verwüstet, An. i702den8stpt.eroberte ste der Churfürst von Bayern durch eine kriegs.sist,nach derHochstädter.schiacht aber muste sich dieser ort den 17 stpt. an. 1704
ulp ulr 78z
wieder an die Kaystrlichen ergeben. Das Wappen ist quer ge»theylt, oben sthwartz, UNdeN weiß. lle jure civirsrutn v ;
c. 54. //s,^/,/. kf 1 p. 754 äs Kam ecguetiri
p.674Lcc. in Lvnal. 8uev. rozzogrspsi. 8uev.
in 8uev. Lv'-o/'. k. 2 Le;. *
Ulphilaö/ ein Bischvff der Gothen, welche in Mösien wc-hnten.Er lebte um an. ^70, und war von Christlichen eitern gekohren,welche von Salagoltbina aus Cappadocicn gebürtig waren, undunter dem Kaystr Gallien » von den Barbar» waren gefangen wor-den. Nach des Theophili tobe, wurde er der Gothen Bischvff, be-kannte sich anfänglich zu der Catholischen klrche, wurde aber her-nach ein Arrianer- Jedoch hat er viele Gvlhen nicht allein zubessern sitten, wildern auch zum Christenthum gebracht. Er wirdinsgemein vor den Erfinder der Gothischen buchstaben gehalten.So viel ist gewiß, daß er der erste gewesen, welcher die brbel in dieGothische spräche übersetzt hak, daher es mag gekommen seyn, daßman ihm die gedachte erfinbung zugeschrieben; weil die Gothischenbuchstaben vormals nicht so bekannt gewesen, 1.5 c. ;
ü, K. l. 2 cap. ;. sillboire ciitigus
clc- verkions cku N. T. 6Äve» äs vsrii- tcriprur« 8»
eäir. c. ry.
wpianus/ (Domttrus) ein vornehmer Römischer Rechtsge-lehrler, lebte zu Aleraudri Severj zelten. Er war aus der stadtTyco gebürtig, kam an Kayiers Severi Hof, wurde aber von He-liogabalo ins elend verjagt. Allein Alexander Severus , so bald eszur regrerung kam, restirurrteUipranum wieder, und zog ihn z» denwichtigsten ralbfchlägen, wie er denn stets um ihn sein muste, auchihm sehr grosse dienstc that. Er war anfänglich dessen Cantzler,nach diesem auch pr«feüu! snnori°e, und lctzlich prsefeüu- prseio-rü,jedoch ein grosser ftind der Chrtstenzwiewol GrotlliS zu behauptensuchet, daß ihm damit unrecht geschehe. Weil er sich bey den so!»baten gar gehässig machte, indem er viel dinge, die ihnen von Helio«gabalo waren eingeräumet worden, wieder abgeschafft, wurde erauf Epagerht anstifflen, nächtlicher weile von den kr«lonanj- um-gebracht. Er hat verschiedene bücher geschrieben, wovon manviel trsAMLncs in den pandeclen findet. virs/ziexsnllri.
/ec. 72. Fe,vir. ^ Lt. l. I c. 22.cke oic.Lr progr. jari-, virse ILcorum l. 2 c. ic>.
Mpius Marcellus/ ein berühmter Römischer Rechts.gelehr»ter, wird vor desjenigen Marccllt söhn oder euckel gehalten, welcherzu des Kaystrs Domitiani zelten wegen seiner Beredsamkeit be-rühmt war. Dieser lebte zu Amonini kü zciten, welcher sich seinerin den recht.sprueyen nicht wenig bedienet hat. Er soll auch einerfahrner General gemessn sey»,und zu Marci und Csmmobi zeltengute kriegs«dicnste gethan haben, Tkeb. vir«
vit» ^tltoruin.
Ulrichen/ Ulric.2. ein nahmhaffles dorss im land Wallis , undzwar lm Gomstr.Zenten/ eine halbe stund unter Gestik» auf derrechten seilen beö Rhvdans gegen dem berg gelegen; selbiges ist inder Historie von zweyen schlachten berühmt, deren die erste zwischenHertzog Berchthold v von Zäringen und den Walliffern an. 1211geschehen, welche: wieder diese als Kastvogl des Bißtbums Sittengezogen, aber wegen untreu des adels in Burgundren eine schwerenieverlag erlitten hat. . Die andere begäbe sich an. 1419 zwischenden Wallisseren und Verlieren als helffern des von Raron ihresbürgere, in welchem krieg die Berncr Gestilen, Ulriche» und anderedörffer verbrannt haben. Sie hatten aber schlechten Vortheil dar»von und kunlen mit genauer noth über den Grimsel zurückkommen.
Vaiesi ps§. 12. b. I. r i p. Z42. *
8. Mricus/ oder lldalvicus/ Bischvff zu Augspurg, von Hu-godaldo, Grafen von Kyburg,Dillii >gen und WeMslinqen und Fr.Dieldurg einer Hertzogin von Schwaben an. 8yo gebokren. An-fangs studierte er in dem kloster St. Gall in der Schweitz , allwoer sich gcmeinlgiich anseilten stein für die kirch thür Waffen legte,und da so lang liegenbliebe, biß die kirch zum gottes,dienst eröffnetwurde. Er ward schon i» seiner kindheit Chorherr zu Augspurg,und darauf bey dem Augspurgischen BischoffAdalderone Camme-rer. Nach diesem reifere er nach Rom , die heiligen örrer zu besu-chen, und begab sich bey seiner rückkunfft wieder zu seinen eitern,weil in seiner abwesenden der Bischvff Adalbero mit tobe abge-gangen war. Endlich gelangte er, nach des Bischvff Hiltini tode,an. 92; selbst zu dem Bißthum Augspurg, und stund demselben löb-lich vor. An. 925 hielt er sich wider die Ungarn , welche Augspurgbelagerten, so lapffer, daß sie nichts davor ausrichten konten, undließ nachgehends die stadt erweitern. Ais es einst währender Se-lagerung schiene, daß die stadt übergeben wurde, liesse er die un-mündige Ander der stadt in die kirch tragen, legte ste auf die blosseerben für den altar, und seuffzele unter ihrem gcschrey zu Gott, alswodurch er, wie mau glaubet, nicht wenig dazu beygetragen, daßdie feinde von der stadt abweichen musten. An. 967 stiffcete er dasSt. Stephans kloster, und verwandelte die kirche St. Aftä in eiltstlfft LLnonicorura regal-murn. An. 97 l ward er zugleich Abt desklosters Otleiibeuren, danckte aber noch dasselbe jähr wieder ab,that eine abermalige reise nach Rom , und unterrcdete sich mit demKayser zu Ravenna . Bey dieser gelegenheit erhielt er von demKayser, daß seiner schwester söhn Adalbero die auwartschafft aufdas Bißthum haben, unb ihm succediren solle. Es wölken aber dieTeutschenBischöffesso bald baraufdeswegen einen hmollum zu In-gelhetm hielten, nicht darein willigen, zumal da Ulricus das Biß«khum so gleich niederlegen, uud seine übrige 1cbeiis>zcit in einemBenedictiner'kloster zubringen wolle. Er starb endlich an. 97;,und ward an. 99; canonisttt. Er wäre Kayssrs Henrici I Rath,und ;o jgbr Bischvff/ auch der erste von denen Ausländern uns
Trut-