Band 
Vierdter Theil
JPEG-Download
 

786 UNg

schiedenen namen «incs einigen Scythifchcn volcks gewesen; oderauch weiches noch viel erweißlicher ist, von einer andern, auchSch»tischen nation, welche die scribenten der zeit, da sie zuerst bekanntworden, OZror,^uArv 5 , dln^ros und liungsrv 5 nennen. Vor al»ten zeiten wurde seidiges Pannonia genennel, dessen gräntzen Pli»ttius von dem jchwarken meere an bis an die Donau und Ober»Oesterreich, und von Polen an bis an das Avriatische meec sitzet;dergestalt, daß es so wo! Dalmatien als die Provmtz Jlltricum in iichbegriffen Wie es denn auch ehemals Sie Königreiche Croatien,Sclavonien, Bosnien , Dalmatien , Bulgarien , Lumauien, Ser.dien, Hallicieo und Lobomerien unter sich gehabt, davon annoch an»jetzo die sahnen bey den krömmgen der Könige vorgeführet werden.Nach dem an. 1718 den 21 iul. zu Passarowitz mit den Lumen ge»schlossenen glorreichen frieden, gehöret zu der Ungarischen crone, dasgantze eigentliche Königreich Ungarn samN>em Temeßwarer ban»nat, das Königreich Croatien, das gantze L-icbenbürgen, samt ei»nem stück von der Wallache!), ein theil von Scrvien, Bosnien , undDalmatien . Des eigentlichen Königreichs Ungarn jetzige gräntzensind gegen mittag die Drau und Croatien, gegen morgen Sieden»bürgen und die Wallachey, gegen abend Oesterreich, l^teyer undMähren , und gegen Mitternacht das Carpalyische gedurge, wo»durch es von Schlesien und Polen geschieden wird. Sonstwird das land durch die Donau nord»und südwärts in Ober»undNieder. Ungarn eingetheilet, und zehlel man darinnen 74 Graf»schafften oder Ungarische gespanschafflen, lat. Lomirmuz, wiewohlnicht alle scribenten in der zahl übereintceffen. Die vornehmstenstüsse sind die Donau , welche ihren lauff von Westen nach ostennimmt, und nachdem sie unterhalb Preßburg , die grosse und kleinetnsul Schütt und andere mehr gemacht, sich wieder gegen morgenwendet, auch sehr reich an fischen ist; ferner die Drau und Sau,die Theisse, die Waag, die Raad, die Gran und andere mehr. Diehanpl.stadt ist Oft». Es ist das land insgemein fruchtbar, undsehr reich an getrcyde, hat auch herrliche Viehweide, jngleicheu einenÜberfluß an wild, faianen, redhünern und andern fcverwild. Dieströme sind sehr fischreich, so gar daß man sagt, die Tbeisse habe rdrittheil sische, und ein drittheil wasser, dergestalt, daß bey deren er»gjessnng so viel fische auf der ebene zurück bleiben, daß man wol eherrc>oc> karveu um einen Dukaten kauffen können. Der Ungarischewein ist nicht weniger sehr berühmt, unter welchem der Lockajerden preiß vor allen weinen in der weit behält. Ferner giebt es da-selbst das herrlichste und schmackhaffleste obst. Das Ungarischegold wird dem Arabischen gleich geschähet. Auch giebt es gvld»fand und gold-körner in den flüffen. Ferner findet man silber, kups»fer, eisen, quecksilber, saltz so aus stcimgruden gehauen, theils auchgesotten wird, rother und weisser marmor, lattir und rölheistein,aladaster, ccystallen, rubin, jaspis, diamanten, türckis, opal», zin»Nober, spiesglaß, zumal aus dem gebürge zwischen Oftn und Gran.Wie denn auch deshalben einige städte vie dcrg-städte gencniict wer»den, als Schemnitz, Crcmmtz, Neusol,Allso>, LrenschlN/Lcillschau,und pflegen dieUngarn zu sagen: Neusol sey mit ki'ipfferncn,^chcm«nitz mit silbernen und Crcmmtz mit goldenen maurcii umgeben,weil nemlich an diesen orten dergleichen Metalle noch vielfältig inden schlacken stecken bleiben, und unter die steine oder den schult gc»worffen werden. Hingegen ist die lufft den fremden sehr ungesund,daher man Ungarn mSgemein der Teutschen kirchdofz,, nennenpfleget. Doch giebt es auch im gegentheil viel herrliche kräuter,auch wundersame warme und gesunde bäbcr, ingleichen hulsamesauer-drumie». Absonderlich sind die warmen badcrzu Oft» sihrberühmt, deren Hitze so groß ist, daß Hühner darinnen gebrubec wer»den können, so bald man sie hinein steckt. Der König bat eine»nigliche gemalt und Hoheit, weiche jedoch durch die beschworneWahl»capikulation und des Reichs gründ > ge-etze tempemec w-rd.Es stehen aber die ftmclLmemal - gesetzt auf bcn llecrvris KönigStephans deS heiligen, Königs Andrea ll, Königs Caroli I, KönigSigismunbs, Ladislai kottsiuml, Ferdinand! l compacten und de»neuern Reichstags schlüffen,bevoravden letzter» vvn an. iüL> und1687. Absonderlich aber hatte es vormals mit Königs Andreä kldecrete eine beschwerliche dewandniß, krafft dessen auf den fall, daein König den alten Reichs statuten etwas zuwider gehandelt, denBischöffen, Herren und Edlen freye macht gegeben war, ohne be.schuldigung einiger iiiitreue sich dem Könige zu widersetzen, und sei»bigem zu widersprechen. Dieses decret mnsien die Könige bey ch»rer krönung namentlich beschweren. Als aber daraus viele inner»liche unruhen und kriege entstunden, ist es bey der krönung Iosephtan. ,687 abgelchafft worden. Die Stände des Königreichs sinddie Ertz»Bischöffe, Buclwffe und Prälaten, unter welchen der Ertz»Bischoff von Gran des Königreichs Ertz» Cantzler und re-xm ist. Die weltlichen Magnaten sind der k^lannu; re§ni , wel»cher der nächste nach dem Könige ist, der Hof Richter, der klsnurvon Croatien, Sclavonien und Dalmatien , der lVlsMer Tsveml-corum oder Reichs-Schatzmeister, der sssnmorum, tvissi-tter Luri « oder Hof.Richter, der^IsgitterOncemarum, der ^rs-xitter ^gsfonum. der Reichs»Stallmcister, der j^lgMer Oubicu.Urmrum, der vLplterorum, und der Ober. Gespan von

Preßburg . Ein jeder Lom-tsr hat seinen Oder-Gespan, Vlce Ge.span, 12 äiieltor«, /uclice-j diobilium, geschworne und Notarien,welche in demselben lanbes.bezirck die gerichtbarkcit admiiustrirenDie freye Königliche städte wohnen auch den Land» oder Reichs»tagen durch ihre Deputmen bey. Die militz pfleget insgemeininHusaren und Heyducken abgetheilt zu werden , jenes ist ihre reute»rey, dieses ihr ftßvolck. Sonst hat jede Gelpa»,chaffc ihre standar.te und sahne, darunter die darein gehörige soldatcn dienen müssen,und bey einem allgemeinen aufgeborh, den der Könia oder der" IlLLr^ 5 "chsmibefiehlet, müssen alle und^ftlde dienen. Die ersten vvlcker, so in dem Königreich Ungar» woh»

UNg

waren die welche zur zeit , da die beyden Mn»

eEvelenten, Augustus und Anwmus, nnt emandern striuni,^^k^-aenhetbedttniett, und in das Römische gebiete eich!N Ä r Aua stus, als er Kayser worden, seine Feld.^.iinmGemtNUM Apulejum, Vmnwm oder Vldmm,

siriberlich auchDberium mit einer arwee dahin schickte,m^si?uiicccd ch sttüffen. Ob sie sich nun wohl tapffer wehrten, ssmachten doch die Römer endlich unter dem Kaystt Tibem chm einer Römischen Provmtz., da vieles söhn Drums dariniifübrte Unter dieser Römischen bothmaßigkelt tsi die na.ttonLr « ^ unter demKaysir Consinniivo

Ä den Gvchen, welche aus Dacren über d.e Donau vchr -n, undeinnahmen, sich unterwerffen muffen. Diese aber wur.

so in s-hr grosser EahIM dem

machen Scvthsin einfielen, vertrieben. Der MmM LachNvat Macrmus vekmeyntc, dem Römischen Reiche diese schonemromnk wieder zu erwerben,und zog mit einer grossen arme an siemöiekund Oft» liegt, wurde aber, als nvermeynte durchNnvvm aesichm seyn, von den auf blasen uberschwlmm-nden

len. Diese erwählten hierauf den Attila zu ihrem Könige, sM,!hinterließ semen bruber Buda zum Stadlhalter in Ungarn ; we,aber derselbe das neugedauele schloß nach seinem namen AMnennete, kam Attila auf den argwohn, als wenn ihm der lirMnach der crone stünde, und erstach ihn an. 444 mit eigner bandHierauf ihat er a. 447 einen eiufall mGrsichenland,häufele lmnMin Franckreich, Teutichland und Italien gar übel, bis erenLIichgmtage seines beylagers mit einer Bactrianischen Printzeßin in stimmeigenen blute erstickte. Unter seinen söhnen, Cbaba und Mirkoentstund eine schädliche -emuiarion, welche sich dergestalt erweist»/daß es ohnweit Oftn zu einer schlacht kam, diekagegcwädreibg.bcn soll, wvrinnen Abalricus erschlagen worden. Ob nun >»MCbaba das seid erhalten, so wollen ihm doch die fremden vvlcker in»sonderheik die Teutschen nicht pariren. Ja der berühinle Gene»ral.Dielcricus von Verona , gieng ihm dergestalt zu leibe, daß exendlich Ungarn verlassen, und sich nach Griechenland salvirenmu.ste. Ob auch gleich noch 2 andere söhne des Attilä, ErnacistundDurichns, sich das Hunnische Rejch wieder auszurichten bemühe»ten, wurden sie doch nur das jähr 4;8von dem Ost-GoUchen Anige Valaniirv verjagt. Da hingegen die Geprdä das land dinierUngarn , welches damals Dacia, nunmehro aber die WMeyund Moldau genennct wird, erobert. Um das jähr ;,s iMden dlkOst'Goihm vvn den Lvngvbardern vertrieben. Nachdem aber kchselbige um das jähr z 67 Italiens bemächtigte», kamen die Nmer,eine Hunnische naiion, in sclbigcs land, und weil sie sich Hunnava»ren nennelen , soll daher der name Ungarn entstanden seyn ; wie.wol dieses vielmehr zwey unterschiedliche namen einer einigen na»tivn gewesen sind, auch bey den alten nirgend also zusammen gee»tzct gefunden werden; dadero bald einerlei gewissere und gcnM»chere meynung von dem wahren Ursprung der Ungnschen namsolle aufdie bahn gebracht werden. Diese slw von den Ungern »n,terschiedene Hunnen fielen an. s67in Teu!schIaiid ein, um Mb zuholen, wurden aber von König Siegeberten i» Fcancken zurücke ge»triebe». Insonderheit aber führte ihr König Caganus mildemGriechischen Kayser Maurilio über zojahr krieg- worinndieWe»chc» zuletzt von dem land abgehen meisten, sodaß SamducusMohne gründ jetzet, daß sie solches dehanvlel bätken. Wie es aberselbst im GuechischenReiche gar verwirrt zuqieng,also feWeSauchin Ungarn nicht dran; indem der Sclavischc König SualOMsich in dem 8 seculo Ungarns bemächtigte- Indessen zogen die W»iien mehr von idren lands-leuten an sich, kamen mit sehr ManHaussen unter 7 Generalen in Siebenbürgen an, und weil em Mvon diesen 7 Heerführern eine vestung bauete, ward das land eini»ger meynung nach, Siebenbürgen genennet. Der vornehmstem»tcr diesen Hccrführcrii war Arphad. AIs aber drr Hunnische Ko»»ig Cbaba sich mll Thaßilone, Hcctzogc in Bayern , wider sim»luin alliirte, so nichte auch dieser, nachdem er die Bayern über«wunden, sie zum gehorsam zu bringen. Wan»e»hero er den ClMin seiner resident; Buda belagerte, und alS cr die stadl gemoiulkn,dlegantze nation sich unterwarff. Er bemühete sich auch, seidige MChristlichen glauben zu dringen , ließ ihnen verschiedene kirche»bauen, und bewog ihrer viele, daß ste sich zum Christliche» glautt»bekannten; von welcher zeit aber die mcldmig der Hunnendey de»neu allen scribenten gantz ausvöret. Indessen nachdemeLaeolM-nachkomiiieii- durch ihre trennmig sehr in abnähme kamen, loge»schade es zu KayserS Arnolphi zeiten, daß ein gantz anderes SttM'sches volck unter dem namen der Ungarn , oder, wie sie von emW

alten auch genennel werden, der Ugren oberIugren, vvnlMnachbaren den Pauiiiazitben aus ihren ersten gräntzenverlne»sich m Panonien niederliessen, da ihnen der KayserArnolpM Mtheil fteywillig i» seinen eigenen landen sitz gäbe, um sich deren M'fe wider Zweiiteboldc» den König in Mähren und Böhmen M»dienen. Nun leisteten sie ihm zwar wohl diese hülffe, dekanien aoerdadurch just und gelegenheit, ihre schädliche sireiffereyen in L»«land anzufangen, von welchen das mehrere alldemt m demckcl der Hunnen/wiewol gewißlich nicht an seinem rechten om 'halten »I, w>e mans schon allda erinnert hat, aber weilen es pik-sten Verfasser des arkickels also gesetzt, aus besondern urlaM "gut gefunden zu ändern. Der erste, welcher den KvnlgM"wall unter den Ungarn behauptet, soll gewesen seyn TvM, e,phads enckel. Dessen söhn Geisa nahm eine Christliche PcnitzeWPolen , und bekam dadurch inst zu der Christlichen re»ü>o» r-,empfieng auch an. 989 von dem Bischoffe Adalderto zu ,heilige tauffe, und starb an. 9yo. Allein weil die andern I»>Lschen Fürsten noch feste an deu götzm und HeydniM» M