Band 
Vierdter Theil
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UND vod voe

Schultheiß dahin gesetzet, wie noch 6-uo alle 6 jähre geschiehet.An. i s28 baden die unrühigen Häßler und Grindelwalder die schö»ne MveUen und fischfang zu Untersten verderbi, und die ihnenzu bmff gezogene Unterwaldner das städtlein besetzet, aber bey an«ruckung der Berncrischen vöickeren wiederum verlassen. An. 1470jst das gantze städtlein abgebrandr, aber mit hülff der Bernernbald wieder, wie auch das Kauff.hauß, gebanet worden.

cllron. Llelvet. * "

Unverzagt / eine vornehme Freyherrliche familie in Oester.reich, vonivelcher man zuerst Hanß Christoph, Wolff Christophund Wolff viegmunden aufgezeichnet findet, die an. i6ro demKayser Ferdinando U geduldiger. Wolff Wilhelm Freyherr Un.verzagt, Nieder-Oesterrelchischer Regierungs-Rath, und Ferdi.nanb Christoph, Kayserlicher obrister Stlber«Cämmerer, fiorir«ten um das jähr 1660. Ferdinand Jgnatius war des Kaysers Leo»poldi Cammerherr.

Unxia / ein beyname, welchen die Heyden ihrer göktin Juno gaben, und zwar von dem Lateinischen wort unZere, salben; weilan dem bochzeit-tage die tbür<pfosten der neuvermählten gesalbt zuwerben pflegten. Eben daher werden aufLateinisch die cheweiberuxores, gusss unxore;, genennet. lliss. cleor.

Voconius/ (Victor) einvortreflicherPoet, war aus einervornehmen familie in Spanien entsprossen. Sein Vater war vonRom , und seine Mutter von Sagunto , jetzt Morvicdro genannt.Markialis hielt ihn vor einen sehr verständigen und scharffflnnigenmann, so daß er ihm auch seine verse zur correctur üderschickte.Er florirte um das jähr 240 unter dem Kayser Adrians, von wel.chcm er wegen feiner gelehrsamkeit sehr geliebt wurde.

Vodana/ eine schöne und wohl bewohnte stadt, gegen demPersischen Meerbusen, ic> meilen von Mascate, im glückseligenArabien gelegen. Sie wird von zweyen kleinen ströhmen benetzet,anderen bordviele dattel.bäum stehen welche denen einwobnernuabrung geben. Es wohnen viel Juden allhier. ^F»^.Oelm.

Imp. lurc. k. i. pa§. ic>8- *

Vodomarus / wird besser Vadomarius geschrieben, undwar ein König der Aleinannier, so an dem oberen Rhein wohneten.So wob! er als sein bruder Gundomadus beunruhigten Rhätienund das benachbarte Gallien durch vielfältiges übersetzen über denRhein . Zwar muste er für sich und verschiedene andere Königeseiner nation bey dem Kayser Constantino um friede bitten, wel»chen er auch erhielte. Doch weil er nach etwas zeit, als die eyf»sersucht zwischen Constantio und Juliano angefangen, neue Händelerweckte, muthmassele Julianuü, solcher wäre von Constantioselbst dazu angehetzt worden, damit Julianus also in Gallien auf»gehalten wurde, und jenem andcrwerrs keine Händel machen könte.Wie dem allem, so schlüge Vadomarius bey der stadt Vancrio,welche wohl das heutige Seckingen seyn mag, den RömischenObersten Libmonem aus dem seid, welcher auch selbst in der schlachtumkam. Doch hatte Julianus bald darauf das glück, daß er,wie wenigst seine freunde ausgaben, die drieffe Vadomarii an Con»stanrinum auffienge, auch selbigen , der sich immer als freund an»stellete, und an den vorgegangenen streiffereyen keinen theil habe»wolle, auf den Römischen Hoden lockte, und allda greiffen ließ;worauf er ohne anderen schaden zu empfangen in Spanien , fol»gends aber mit einer anzabl seiner lands-leutcn ferner in Asien geschickt worden, da er in Phönicien commandieret, auch in demkrieg wider die Perser ehre eingelegt hak.m Orac. tun. flullani Inip. *

Vöhling von F'-ickenhausen / eine Adliche und nunmebroFreyherrliche familie in Schwaben , welche mit den kacricus Vöh»im zu Augspurg, Ulm und Memmingen , welche letztere von ememnahe bey Memmingen gelegenen schlöffe Ungershanstn den beyna»wen führen, einerley Ursprung hat. Heinrich Vohlm von Jucken,Hausen, Ritter des heiligen grades, lebte an. i;üo. Dessen iobnJohann Conrad, Kaysers SigiSmundi Rathund Obrister, batden tikul eines Pannerherrn und zugleich vor den Aeltcsten von sei.neu nachkommen den charackler eines Kayserltchen Hof.Pfaltzgra»ftn («,'ommL Lalsrini) erhalten. Derselbe wurde em oderälter»vater Erhardi, Kayserlichen Raths, welche sich zuerst in Jlectisssen und Neuburg genennet, und unter die schwäbische unmiltel»bahre Reichs.Ritterschafft aufgenommen worden. Er ist an. i;;?verstorben, Johann Christophen, Kayserlichen Rath, hinterlas»send, welcher gezeuget l)Erhardum, Ertz > Hertzogs FerbinandlRath, 2) Johann Christophen, desselben Ertz »Hertzogs Truch.sessen, ;) Ferdinanvum, Kayserlichen und Hertzvglichen Bay»rischen Ratb, dessen söhn, Johann Adam, den Freyherrliche»cllLrsÄer auf das geschlcchl, so er forlgepflantzet, gebracht, 4) Ca»rolum Vöhlin von Jlerlissen und Neuburg , dessen urenckel, Jo»bann Gotthard Freyherr von Jlerlissen, noch an. 171; in dem 6;jähre seines alkers als Öireäkor der Schwäbischen Rllterjchafft ander Donau floriret. Lrcce/,», ttemmsl. L. i. vorn

8ckväb. Ikeicks-^clel.

Voetius / (Gisbertus) krokessor ckeologi« zu Utrecht ,war zu Heußden in den Niederlanden an. l zbs gebohren. Er warerstlich sechs >ahr Prediger aufdem lande, nachmals aber an sememgeburts'vrt, da er in einer woche 8 predigten haltm müssen ; bis erendlich krotellor tkeolo^lse zu Utrecht worden. Dtese stelle derlei»bete er 42 jähr, und starb an. 1676. Er wohnte dem Dordrechtt»scheu hmollo bey, und war nach der zeit ein eyffriger Vertheidigerder meynungen Calvin!. Gleichwie er aber sonderlich wider Car»tefli Philosophie war, also machte er sich auch an Marestum, Jo»hannem Coccejum und dessen schüler, bamienhero sich v»e Holla»»

voe vog

79l

bischen tkeolog, ,n Voetianer und Coccejaner zertheijet. Seinevornehmste schrifften sind k»bllorkeca ttullwü tkeologise; lllspura-

trs flsnseniurn ; cle flokanna kapllls; vinclici-e pro lege Lc irnperiocontra Uodbeüukn cle cive §cc. Fess«, cle compar. not. scripr. ec-clek. Ack-re/Lrkeolog. paraäox. ckiar. acl an. 1676.

Voetius / (Paulus) gebürtig von Heusden, war anfangszu Utrecht mstapi,. und 6rcccze linßuse , hernach lossicse und endlichluris Urokeilor. Er starb an. ,667 !N dem 49 jähre seines allers.Seine schrissten sind: blotae ac! UerocÜLni ^larcuin Lc Lornrnocl.Impersk.; rkeolog. naturalis reformara ; libellus cle ckaelli;; 6e ussrjur. civ. Le can. in Lel^io ; rr. cle üatul. eorurnc^ue concursu; juriz-pruä. s.; connnent. inttir. jur. r vol.; liittsr. tamil. Lorn. clsoreclerocls Lec. cüar. biogr.

, Vogel / eine Adliche familie in dem Fürstenthum Gocha- Hein»»ich Vogel der altere zu Hochheim lebte an. 1^44. Seine encke!waren Bernhard, Gräflicher Glerchiscder Rath, und Alexander,dessen söhn Heinrich John, Fürstl. Eisenachischer Landes-Haupt»mann, hat sein geschlecht mit männlichen erben fortgepfiantzet»

Vogelsperger / ( Sebastian ) em unglücklicher Oberster. Erwar von geburt ein Teutscher, und halte unter des Kaysers Caro»li v trouppen sich in besonderes ansehen gesetzt. Nachgehends aberließ er sich mit dem Könige von Franckreich, Henrico II> in tracta»ten ein, und warb zu dessen diensten zu anfange des jabrs 1647 einregiment in Sachsen . Wiewohl es nun hieß, es wären diese troup»pen bloß darzu bestimmt, baß des besagten Königs Henrici II vor»habende crönung nicht etwan durch eine feindliche Unternehmungder Engeüänder gestört werden möchte, so machte es doch demKayser eine so grosse ornbcsge. daß er damals den Vorsatz, März»deburg zu belageren, beysen setzte. Das folgende jähr, nachdemHenricusll die gemeldete trouppen, die ihm würcklich zugeführtworden, wiederum abgedanckt, und Vogelsperger sich nach Weisssenburg an der Lauter, allwo er wohnhafft, begebe» hatte, ließihn von bannen der Kayser durch seinen absonderlichen freund, La»zarum von Schwend, gefänglich »ach Augspurg führen; da dannSchwendi , welchem sich Vvgelsperg wegen ihrer vorher gepfloge»ne» freundschafft vertraut, nicht die grösie ehre von dieser fach hatte.Zu Augspurg nun suchte man anfangs durch die folter eine nach»lheilige bekäntniß aus ihm zu bringen, und wiewol er dabey blieb,daß sein absehen auf nichts anders gegangen, als was oben eckgesführt worden, so sprachen ihm dennoch hernach seine Richter, Bir-vcsca, ein Spanier, und Nicolaus Zinner, ein Teutscher, dasurtheil, baß er, als einer, welcher den Reichs-satzungen zuwidereinem fremden Potentaten gedienet, und wider daS Kayserliche ir>«rerelle gefährliche anschlage gepflogen , Mit dem schwerbt Hingerich»tet werden solle. Die executivn geschahe auch würcklich zu Aug»spurg den 7 sehr. des jahrs i548, wobey er durch seine standhaff»tigkeit und durch sein ansehnliches Wesen jeberman zum mitleidenbewog. Jacob Mantel und Wolffgang Thomas, welche alsHauptleute unter ihm gedient, musien zu gleicher zeit und aufglei»che art mit ihm sterben. Die beyden Richtere liessen dieser ja»chen wegen, und sonderlich um Schwendi zu entschuldigen, eineschrifft ausgehen, die aber nicht jeberman persuadirte. Der»nig von Franckreich, Henricusll, beschwerte flch aufs äussersteüber dieses verfahren, und führte es mit als eine haupt-ursache des«jenigen krieges an, welchen er an. 1552 wider den Kayser Caro»lum V erklärte- Als er auch in eben demselben jähre der stadtWeissenburg sich bemächtigte, musien die einwohncr, weil sieVvgelspergern ausgeliefert, absonderlich um gnade bitten.tliii. i!i>. 2,8 , rc>. ck/sL^r«. 1.19 Lc L0. *

Vogenus / der achte unter den alten Hertzogen in Böhme»,succedirie seinem vater Mnata , welcher ihn gantz jung hinter sichließ, und zwar unter beS Rohovitii von Wrßvwetz vormundschafft^AIs er nun sein völliges aller erreicht hatte, wolle ihm dieser bie re»gierung nicht übergeben. Dieses verursachte, daß Vogenus dieWaffen ergriff. Röhovilius setzte sich zu wehre; kaum aber ward evdes Vogenii lrouppe» ansichtig, so flöhe er in eine wohlbefestigtestadt, wortnnm er belagert, und endlich in einem ausfaü gefan»gen wurde. Als man ihn vor Vogenum gebracht hakte, bat er,daß er nicht durch deS henckers Hand sterben möchte. Der Fürstverwilligle ihm solches, aber mit dieser bedingung, baß er sichselbst öffentlich hängen solle, welches er auch that. Sein tod mach»te den innerlichen kriegen ein ende. Allein bald hernach fiengen dieMeißner und Mährer an, wider Böhmen krieg zu fuhren. Voge»nus schlug sie nahe beyder Elbe, und setzte seine siege fort, bis inMähren , allwo er Lipnisia und Butaria, die zwey vestungen deSlandes, verbrannte und plünderte. Diese siege vermehrten bie an-zahl seiner bürger, so, baß er genöthigel wurde, die stadt Prägegrösser zu bauen.

//i-Fec.öäkm. ckron. p.§4. miscell.clec.i.Iib.? keÄ.i c.7^

Voghera/ lat. Vogkeri», oder auch Vipueris, eine feine undlustige stadt in dem Hertzogthum Meyland, ; biß 4 Teutsche Mei-len von Pavia an den Tvrtonesischen gräntzen. Vor alkers soll die-ser ort Vicv5 Iri-e geheissen haben, und Iris soll auch der Name desvorbeyfliessmden kleinen flusses gewesen seyn, welcher jetzt la 8rar-ürrs genennet wird. An. 1S42 bemächtigten sich die Frantzose»dieser stadt, verliessen sie aber bald wieder. Die fawllle ael Verrnshat eine lange zeit das eigenlhum davon gehabt, welches aber nach-mals aas bie Marggrafen von Spigno soll gekommen seyn.

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Voat / ist der name unterschiedlicher Adelichen und Freyherr»lichen famillm, welchen sie ohne rweifeil von ihren ehemaligen be.