Band 
Vierdter Theil
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ihm abgemahlt seyn weite. Er bat verschiedene gute mahler ge»zogen , unter welchen Wenceslaus Coderger , der bey dem Ertz«Hertzvge Alberto von Oesterreich hof-mahler war. Vos aber starbzu Antwerpen an. 1604 in dem 70 jähre seines alters.

Vossius / ( Gerbardus ) von Borckelo gebürtig, war Probstzu Tongern , und zugleich Päbstl. kiorcmorsriuz und Ooüor rkeo-logise, des folgenden Vossn Vetter. Seiner erudition halber wur«de er astimnt, wie er denn in der Griechischen und Lateinischenspräche wohl versiret, auch in den psmkur sehr belesen war. Erstarb den 2; mark. an. 1609 zu Lüttich . Seine schrlffien sind:rkcioric« srns meikoäur; Zotts sc n-.onumenrs Lrexviü IX; überdieses hat er den Theodorelum, Evbrem Syrum und GregoriumThaumalurgnm ebiret. Hierbey will ihm Lambecius schuld ge.den, daß er stch der Version Ambrosii Lsmslcluleotts ziemlich be«dienet /oder ihn gleich zu nennen nicht gewürdiget. K,Ki.

Lelg. ^lken. Lelg.

Vossius / ( Johannes) ein Niederländischer 1Keolc>Zu5,warzu Rurmonb in Geldern an. 159? aus einem ansehnlichen geschiehtentsprossen. Nachdem aber diese stadt durch Printz Wilhelmenvon Oranien erobert worden/ fieng er nebst andern an, bieRe«formirte religion anzunehmen, glcng nach Heydelderg aufdie aca«demie, und wurde daselbst an. 147; Prediger. Weil aber derChurfürst Ludwig keine andre als Lutherische Prediger dulren wolle,muste er das land meiden; da er denn nach Holland gieng, undanfänglich zu Furneö, nach diesem aber zu Dordrecht Predigerwurde, woselbst er an. 16;; verstarb. Sein söhn war der berühm«te Gerhardus Johannis, von dem so fort. wesirum.

Vossius / ( Gerhardus ) war des jetztgedachten JohannisVosjii sov», und nennte sich deswegen Gerhardum Johannis.Er wurde an. 1577 zu Heydelderg gebohren, und legte sich mitsolchem ffeiß anf die dücher, daß er nicht allein zu Dordrecht , woer sich eine zeitlang aufhielt, sondern auch bey auswärtigen gelehr«ten, durch seine oralone und literskur gar zeitig in ein besonderesansehen kam. Hjeraufdesahe er fremde länder, und wendete sichsodann nach Leiden, allwoeran. r?y8den§rsclun, einesKli annahm, die pkiiosopkism ectsÄicsm erwehlte, und der ju»gend mit seiner wiffenschafft diente, bis ihm der X 4 sgitti-st zu Dor«brecht das reÄorsr ihrer schule anvertraute. Um diese zeit, nem«lich inten erstenic>jähren des 17 seculhgiengendie streitigkeiten un«ter den Holländischen rkeo-ogtt vor; weil man nun wüste, daßVossius mit Grotio correspondirte, dieser aber mit seinem rractat,pieras oräinuin Uollsncli«» die Geistlichen ziemlich in den Harnischgejagt, so hatte er viel heimliche feinde; um deren willen er auchwillens war, seinen damals verfertigten Lrittsrckum lieber inEnglischer als in Lateinischer spräche, und zwar ohne seinen »amenheraus zu geben. An.>8 wurde ihm die xi-ottttio rKeoloZic-szuSteinfurk aufgetragen, ohngeachtet seine feinde ausgesprenget hat«ken, als wenn er es mit Vorstio hielte. Diese stelle anzunehmentrug er groß verlangen, sonderlich da er zu Dordrecht die Predigeranfdem halse hatte; allein, er muste dem berufnach Lcyde» folgen,allwo man ihn zum Regenten des colless» rkeolossici machte. Nunwar er einmahl im verdachte, Laßer es nicht mit allen lehrendertlomi-a-Remonstrauten hielte, dannenhero hieß es auch zu Leyden:Vossius sey ein Nemonstranle; worzu die nachrede kam, er seyvon einem unbeständigen gemülhe. Über dieses verursachten dieverkehrten deförderungen ««gelehrter lenke ins predigt»amt, undder grosse eckel die sprachen und lirer-uui- zu degreiffcn, daß manVoSsium nicht recht verstünde, ingleichen seine meynungen von dererwäblung , und daß die auscrwählle» dem heiligen Geiste wider«stehen und ihn ausweiden kör.ten, auf den cantzeln verwarf. Zuderselben zeit kam auch sein buch KittoKs i^eiLAisns heraus, wel«ches gar grosses aussehen machte, und vielen mißfiel, die nichtleiden konten, daß Vossius die Remonstranten nicht hatte helffenwollen vor ketzer erklären, sondern zur einigkeit und erdultungmehr neigung spüren ließ. Man nahm ihm also sein re<ttocsc. undsetzte an. 1619 Fesium Hommium an seine stelle; doch aus einerHochachtung gegen ihn ließ man ihm eines krotettor» amt, mitdcr bedingung, daß er wider den hmoäuin zu Dordrecht weder of«fcnilich noch heimlich etwas vornehmen oder schreiben solle. Manvergällte ihm hernach an. 1621 auch das abendmahl zu gebrauchen,welche freyheit ihm auf dem tynoclo zu Gouda an. 1620 war ge«»ivinmeu worden; wiewohl vielen dieses traclamenl nicht gefallenwolle, welche immer drauf drangen, Vossius müste dem ss nollounterschreiben. Es grübelten auch einige in seiner Kittons?e!s-§isns, ob sie nicht etwa einen aus der Historie falsch angeführtenvrt prvduciren tönten. Diese troublen überwand Vossius mit ge«laffenheik, tröstete sich mit jerner erlangten freyheit, und bedientesich der von ihm jederzeit hochgeschätzten zeit, seine gelehrte schriff«ten zu continuiren, ob gleich sein gemütbe in selbigen kein solchesvergnügen fände, als er bey seiner pi-oLMone rkeaiogics gehabt.Er machte also seine mttirukoaer orsrorisr , ingleichen die anderndücher sie srce rkerorics fertig, und publicirte sie : darauf folgtenseine trackate lle srre kittoncs und 6e kittoricis 6rs-cu Le Lsrmis.Wie auch seine refpontto all spuonimo; kovissi. Au. IÜ24 wurdeihm die proiertto kittorise civiiis zu Cambridge angetragen. Diecurskorer aber von der academie zu Leyden unterliesten nicht, Vos«stum zu berede», baß er ihre Universität nicht verlassen mochte,worein er auch desto leichter willigte, da eine hefftige kranckhellKinerftau ihn von einer so schleunigen resvlution zurück hielte. Esbezeugten auch die Staaten gegen ihn ihre Hochachtung, indem sieihm eine Lateinische und Griechisch? grsmmsric für die schulen inHolland zu verfertigen anbefohlen. Zwar thaten die Engelländeran. ,6rü nochmals einen versuch, Vossium zu bereden, er ichlugrs aber aus, uud fuhr mit vhuermüselem fleiß fort, der aeaberme

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ihre reputation zu erhalten. Wodurch er denn viele von Adel nicb^allein in seine lebkonez oraionss Lekittoricsz lockte, sondern auchals ein mann angesehen wurde, bey dem sich der, so in seinem stu.diren wohl fahren wolle , addrMren wüste. Doch, damit manm Engellanb Nicht unterlieffe, Vossio zu erkennen zu geben, wirhoch man ihn hielte, so machte man ihm Hoffnung zu einem Cano«nicat zu Cmiterdury, welches er auch an. i 6 ;o bekam, als er einereise nach Engellanb that, wobey man ihm die gnade erwieß, daßer solches auch ausser landes gemessen durffke. Als aber die stadtAmsterdam nach langem streit endlich erhielt, ein evmnsiium vorihre kadt.kinder aufzurichten, so wurden Vosssus und Barläus m.viliret, die ersten kroiellores zu seyn. Die arbeit war einerlei,,die er zu Levden dlsanhero gehabt, ncmlich Klttorism und voHn-csm zu dociren : doch waren die conckiones ansehnlicher. Weiler nun sonderlich auf seiner kinder Versorgung dachte, auch nochetwas unter Handen hatte, welches auszuarbeiten Amsterdam mehrM versprach, als Leyden, so nahm er die stelle an jenem orte an.;> an; wiewol man ihn zu Leyden nicht allzu gerne wegließ.Weswegen auch die cursmr« der academie den übrige» krotetto-rikui ihr lslsrmm erdohetm, damit sie nicht noch mehr von ihnenverlieren möchten. Die gedachte neue schule in aufnehmen zn brin.gen, sparte er keinen steig, wiewol es nicht an Verhinderungenfehlte. Denn ausser der Verminderung der kraffte verlohr er seinengelehrten söhn Divnysium. Von feinem ältesten söhn Johanne,als er in Engelland lebte, kamen auch nicht die angenehmsten brie.ft, und er erfuhr nachmals, daß er in Ost.Jndien gestorben, wel.chcs ihn um so viel mehr schmertzte, da er für diesen Johanne«jederzeit sonderlich sorge getragen. Seine gelehrte tochter Corne«lig, welche 6 sprachen verstund, kam um, indem, da sie über ei«nen teich fahren wolte, das ejß brach. Seine andre tochter Jo»Hanna und sein frömmster söhn Gerhard, wurden ihm durch dentob unverhofft genommen. An seinem söhne Francisco erlebte erzwar die ehre, daß ihn die Staaten zu einem Lllvocsro omiosn«»machten, doch wurde nebst der unglücklichen ehe, darinnen derlei«belebte, VoSstus nicht wenig betrübt, da er ihn auch einbüssenmuste : und zuletzt verlohr er auch seinen söhn Mattbäum. Alleedieser Verlust seiner söhne, von welchen der «intzige Jsaac übrigblieb, gieng ihm desto mehr zu hertzen, je mehr er sich von ihrengemulhs.gaben und geschicklichkeit auf die küofftigen zeiten hoff.nung gemacht hatte. DionystuS und Gerhard wurden schon vonden gelehrtesten bewundert, und Matthäus war der Staaten K--ttociogrspkuz. Indessen erwieß er eine grosse gelasscnheit, unsbrachte ausser seinen öffentlichen Verrichtungen auch seine exemirs-tiones 8 kLMins»c» 5 , sein eymolossicmr». ingleichen die sehr gelehr«ten dücher äsillololsrns. die er meistens bey nacht ausgearbeitet,zu stände; ausser dem theilte er so wohl mündlich alS schriffttich vie.le gute conttiis mit. Im übrigen baßke er nichts mehr als die zän«üereyen in den Archen, und die verläumbungen unter den gelehrten.Bey seiner grossen wiffenschafft der cnric war er demüthig und goltS.fürchtig, zu biensterweisungcn bereitwillig, und im Umgänge be«scheiden und ehrerbietig. Er starb an. i 6 ;o. Seine schriffte»find in Amsterdam in s wink zusammen gedruckt. LMol« V05-üi.

Vossius / c Dionysius) ein söhn Gerhardt Johannis, geboh»ren zu Dordrecht an. 1612. In der Lateinischen spräche, unSvornemlich in der Römischen Historie, ward er von seinem vater,und von Daniele Heinsio unterwiesen. In dem Griechischen hör«te er öffentlich ( da er kaum :o jähr alt war) Jodannem Meur«stum, und war auf diese spräche so begierig, daß darinnen keinberühmter scribente zu finden, welchen er nicht solle gantz burchge«lesen, oder mit excerpiren und auf andre art sich sehr bekannt ge«macht haben. Die Hebräische spräche war ihm so geläufig,daß er,noch vor zurückgelegtem 14 jähre, alle bücher des allen testamentSdarinnen burchgclesen. Sowol in derselben, als in der Syrischen und Chalbäischcn, bediente er sich der anführung Constantini l'Lm-pereur, und Thomas Erpcnius, ingleichen Jacobus Golins wa»ren seine lchrmeister in dem Arabischen, worinnen er in kurtzem st»weit kam, daß er in dem 16 jabre seines alters das kexicon R.s-pkeleriss» um ein grosses vermehrte. Hernach legre er sich vor sichselbst auf das Armenische, Äthiopische, ingleichen auf andre O«rientalische, wie auch Euroväiiche sprachen; und damit er der kir»che dienen möchte, schaffte er sich mit grossen Unkosten viel Rabbi«Nische und Tbalmudische bücher, worinnen er sich, so wohl als inandern dingen, vornehmlich/ was die gsbräuche der alten syna»goge betraf, den klugen rath eines gelehrten Jüden, MaliassisBen Israel, zu nutze machte. Um so viel leichter war er zu bewe«gen / baß er Lonciliskorem vereriz 8)-nLgoAse, aus der Spanischen spräche, die er nicht weniger als die Französische und Italiänischesehr wohl verstund, ins Lateinische übersetzte, und zwar zu keinemandern ende, als dainit dasjenige, was die Christen zu eckiärungder örter, welche in der heiliger, schrifft einander zuwider zu seynscheinen, vorgebracht haben, durch daö ansehen der Rabbinen nochbesser bestätiget, hingegen die irrigen meynungen dieser letztem,mit mehr Nachdruck wieverieget werben möchten. Zu eben dersel»ben zeit, und noch ei» wenig vorher, brachte er die 18 bücher der»nnsllum LelZicorum, welche Everardus Reidanus IN Hvlländi»scher spräche geschrieben, in sehr zierlich larein, und sei» Vorsatz war, die geschichte, welche nach dem tobe Reidani zwischen demKönige von Spanien und den General.Stasken der vereinigtenNiederlande vorgegangen, als seine selbsreigne arbeit beyzufügen.In seiner ersten juqend war er mit seinem vater i» Engellanb, under pflegte von den beyden Universitäten desselben Königreichs zu sa«gen, baß die vielen gelehrten männer, soer daselbst zu sehen gels»-genheit gehabt, durch ihr exempel ein grosses z» seiner aufmuyte»runaim studieren beygetragen. Als er noch mit des Reidani über«Hhhhh r sttzung

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