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fttzlwg beschädiget war, suchte ihn der Freyherr vvu Covari,Cbristophorus Slupccki / durch sehr vortheilhaffle vorschlage zuüberreden , daß er ihn auf seinen vorhabenden resten, msvuderbettnach Constantinopel, begleiten möchte; allem wegen der unterHänden habenden arbeit , und weit weder seine mutier, tue damalskranck war, noch sein Vater , zu dergleichen enlfernung lust hatten,schlug er es gäntzlich ab. Eben diese Ursachen bewogen «hn , eine»andern sehr ansthnlichen beruf hlndanzuletzen, welche» ihm dasgerüchte von seiner bey so jungen jähren gantz ungemeinen gelehr«samkeit zuwege gebracht. Er solte nemlich aufder damals neuaufgerichteten Licstänbischen Universität, Derpt, Lrotellor derHistorie und der berebsamke»! werde»;, und der Freyherr,, JohannStylte, Cantzler der gedachten Universität, und KöniglicherStadthalter in Ltestand , ersuchte ihn darum auf die allerverbind»lichste art. Wtcwol er eö aber damals abschlug, so ivilligte erdennoch hernach, da er mit des Retvani »nnslibu; fertig war, umso viel eher m diese reise nach Schweden , weil man ihm daselbsteinen zutritt zu den archiven versprochen, dainit er nachgehendsaus denselben, an welchem orte eöihm beliebtes auch in seinemvaterianbe) die alten Schwedischen geschichle anö licht geben mocd«le. Allein da er sich vorgenommen halle, in wenig mvnaten diebesagte reise anzutreten, und zwar mit einem von des vberwehn«ten Statthalters söhnen, starb er zu Amsterdam an. 16;; zu aus.gange dcö novemdris, nachdem er bey so vortreflicheu wiffenschaff«tcti sein alte r nur aus21 >ahr und etliche monat gebracht. Jeder»man hielt davor, daß er durch sein unabläßiges und allzu evftigesstudiere» sein leben verkürtzet. Von dcö Maimonidä traclal cleiciololsiris hat man seine Version und Noten. Jsaac Vossius batdieselbe herausgegeben, und dabey zugleich in der vorrede das lebendieses seines druderö beschrieben.
Vossius/ (Jsaac) ein bruder des jetztgedachten Dionysii,gebohren an. rSijj. Ais eri^jahralt war, übersetzte er i» Frau»cisil Junii buche cle pidkura vererurn, die aus dem Griechischenangezogene stellen ins ialein, und an. i6;8gab er den 8c>Iscem(.Lr^snäerium heraus, war auch willens, steh a» des PtolcmäixeoZrspwcL zu machen. Die gelehrten selbiger zeit ästimirten ihnjö hoch , daß sie »hn schon m»t ihren zuschrifften beehrten. Hieraufthat er eine reise nach Engclland, Franckreich und Italic«, da ersich innerhalb; jähren, die er damit zubrachte, viel stt8rs, unterandern auch die colledilon zu de» eMoli; IßNLlii, ingleichcn zu desPwlomäi geoZrLpllie anschaffte. Von Meylanb gienq er an.lüg;Nach PariS , allwo ihn Grotius aufnahm, und an. 1644 kam erwieder zu Hause an. An. 164s gab er iKnsrii effittolLr nebst demGriechischen tepl »n die druckerey , suchte auch nach seines brudersMallhäl tobe der Staaten KikoriogrLpllur und an Cluverü stellegeographus zu werden, ingleichcn verfertigte er das s buch zu denLnnLiibu; seines itzlerwehiiten bruders, und machte sich über dieoriginerLsravicsi. An. 1648 beriefihn die Königin Christina »achSchweden , allwo es »hm so wohl gefiel, baß er die durch den tobtseines vaters an. i6;c> erledigte und ihm angebotene stelle Blonbel»to überließ, und in Schweben verblieb. Wiewohl diese seine zu»ftledenheit währte nicht allzu lange : denn als Salmastus inSchweben ankam, der ohne dem schon zuvor einen argwohn aufVosstum geworffen , weil er mit Nicolao Heiusio gut freund war,so that er mündlich, worüber VvssinS sich gegen ihn in briefenschon beschweret. Er beschuldigte nemlich Vosstum, ob habe ernicht allein Carchsium mit gisst vergeben, sondern auch ein gleicheswieder ihn vorgehabt, ihm seine» Adel disvutirlich gemacht, undihn einen gelebrttn betrüger genennct. Vossius muste also in allereil aus Schweden , und hin und wieder hören, daß er von Salma»siv, Lxbibliorkecsrius, bibliopola regiuz, und ei» schändlich ausSchweden vertriedcucr genennet wurde. Die Königm gericthselbst auf die gedanckcii, Voßius rede bin und wieder schimpstichvon ihr, wodey sie lagte, daß sie dieses bellen der Hunde nicht ach«te. West »u» Voßius ohne dem sich nicht wohl an den Hof schickte,auch nicht in diesem stücke excelliren wolle, so sengte er nicht viel dar.nach, baß er ausser Schweden leben solle; die,es aber that ihmweh, daß er senWeripttiren hatte zurück lassen wüste», und mit sol.chen lügen von Sulmasio bey einer Königin, der er sich gantz ge»wiedmet, war beschweret worden. Er wendete zwar alle mühe an,sich mit Salmasio zu versöhnen, that auch mehr Vorstellungen alsihm zukam, es war aber alles vergebens. Doch innerhalb ,iah»reu wurden die fachen vor Noßnim durch Bocharti mlerceßion bes»ser. Man imilhcle ihm eine reise an, die er auch bereit war zu thun.es möchte seyn so weil als es wolle, wenn er nur seiner unverglcich«lichen Königin eine» gefallen erweisen könle. Alles dieses aber,und sonst andre vorjchläge, wurden durch die rellgions. ändevungder Christum zu nichte gemacht. Voßuiü blieb al,ö in Holland ,und machte sich über den Pomponium Melam, den er an. rü;8heraus gab. Hierdurch kriegte er hernach mit Jacob Gronovc»zu thu», als welche» eS über die masse» verdroß, daß Voßius Sal.masilim so offt und hefflig resulirct »nd getadelt hatte. Voßiusmachte also einen appenäicem obtervarionuin. darinnen er Grono »vmm gewaltig angriff, wiewol dieser jenem in seiner epistel an denGrävlum nach ver zeit nichts schuldig blieb. Im übrigen wardVvßil gelehrsamkeit täglich mehr bekannt, dahero der König inFranckreich, Ludwig der XlV. ihm durch den Herrn Colbcrc an.l66r ,eilie gnade u. eine Pension anbieten ließ; er beförderte auch sei»nes vaters OrissmeL mit seinen obtervsstoniku; vcrinchrt zum druck,jngleichen gab er das buch cle illololstn« oiru Le proxrellü vollsiän.big heraus. In Holland trug man ihn, die beschreibung des Hol»iandstchen und Engelländiichen krieges auf, weil er aber sich bar.zu nicht entschlieffcn wolle, büssete er seine von den Staaten bishei 0genossene pension ein, und gicng nach Engellaub. Hier verfertigte«r seinen kraclat cle oracullr Llb^iim«, und gab denselblgei» an. 1672
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zu Sonden heraus, darinnen ev behaupten wol«,da« die o»cai» Lb^ll-na nicht waren von einem Christen erdicht; sondern vonHcyden erstltcv aufgesetzt, hernach aber von den Christen in ein/«und den andern verfälscht worden nahm auch in etlichen cavi, mgclegenheit zu erweist«. w,e neu die puW- vocsii«scheu wracke, und daß Bombe, g m,t den Rabdinen, so erdndünge», als er die bidellasse»drucke», seinhaab„udqulvttsch 5 !dert; man muste sich also pur an die Version der 7 °dollme!scber^,ten; welche meynung er auch in einem eignen buche cle kemu^lavirLli verbone zu behaupten, und wider den ?. Simon bn«phredum Hodium und andere zu beschützen suchte. Er macbi,^auch nach der zelt an den Catullum, Juvenalem und Petwv i> «illustnrte dststlbe mit commenrsW. von denen diejenigen .sium genauer kenneten, sagten, daß er in solchen expciimre, Äin seiner cvnversalivn gewesen ; wie man denn in liebes. „ihm keine sonderliche vernunfft und reinigkest zugestehen will L,destoweniger brachte er sein leben als ein Snonicm mbis aus das jähr 1688, in welchem er den 20 sehr. -u «Windior gestorben. Vor seinem tvde konte man ihn kei 2 Ädabin bringen, das abenbmab, zu genieffen, ob man ihm alnck mstellte, daß wenn er es mcht wolle zu Gottes ehren thun, er sichansehen feines canonicats barzu resolviren solte. Er bime«»,neu töndcrbaren schätz von X 488 . den rühm eines in der MiMz,erfahrnen, aber in den lachen seiner zeit unwissenden Mannes,0,!die vernunfft mehr bey sich gelten ließ, als den glauben, aber ^in viele» stücken sich durch lelchlgläubigkeit bloß gab.
6»«. Vollst. 8ttmttst L. dlic. üemlst. melwz. cuÜM
torn. I p. 68. ri;. °
Vouel/ (Simon) ein berühmter Mahler, erlernte seine kMvon seinem valer Laurentio Vouel, welchen er aber darinn wcküdcrlrass. Als er sich durch seine ersten w.rcke ziemlich bekannt ae.macht, führte ihn der Frantzosische Gesimdle Harlay mit sich MConstanttiiopel, um bei, Groß-Sullan und einige Wenden dabebum abzuichildern. Von dar gienq er zurück nach Rom , allwo ersich eine zeitlang aushielt. Daselbst wurde er bey dem PM ur.bau» VtU bekannt, welcher einige seiner stücke in die St. Peters»kirche setzte. Hierausderieffihu der König Ludwig Xlti an. isrxin Fra«ckreich, und gab ihm eine ansehnliche pension. Dnsilbsimn.ste er den pallast von Lupendurg, das Louvrc, des Cardinaiö We.lieu schloß Ruel, und verschiedene andere pallasie tnrch senieae.mählde ausjiercn helffen. Ja seine stücke gefielen dein Knige so.wol, daß er selbst das mahlen von ihm lernen «volle. Der Königvon Engelland, als er einige seiner gemählde gesehen, bemiihele sichmit allem fleiß, ihn in seine dicnste zu bekommen, allkin er wolltnicht aus Franckreich geben, und starb in selbigem lande an. >ÜP,seines alters ;S jähr. Ist/ssie» emreeiem für lez vier cicr bemil«.
Vouga/ bey den alle» Vsccs oder Vacua genannl, isi ein siußin Pvrlugall, welcher aus dem gebürge Alcvda, in demdjsinct«Viseo, entspringt, und hernach bey Avciro. m das Allanli.che mmfallt, allwo er einen guten Hafen vor mittelmäßige schiffe formt.Man fängt sehr viel alosen, lampreten und sorellen darinnen. §uchzuvor ehe er nach Avciro kömmt, bewässert er eine kleine stadi,gleich«falls vouga genannt.
Vpland / eine der vornehmsten Provintzen des KönigreichsSchweden . Sie wird in ; solck land oder hattpl>äm!cr, adgM.lel, nemlich Ticundria, welche io andere ämter in sich hat; Wmdria, so zwischen Stockholm und Upsiil liegt, hat 8 amley nOK'runbria bat 4 äinicr. Dazu kommt noch dic halb-lnsiilTMii, inwelcher sich 2 ämter befinden. Die haupt.siadt von Wand. undvon gantz Schweden ist Stockholm . 8uecia, lMm-
bung 8ckveclen.
Uppingham / eine artige, nette und wohlgebauete marMkin Engelland, 64 weilen von Londcn, in der Grasschafft Mlandgelegen. Sie hat eine sehr gute freye schule und ein hospilal.
Upsal / eine vornehme Schwedische statt und Universität in lip«land. Es soll dieser name so viel heissen als ei» hoher saa! oder einKönigliches hauß und pallast. Sck liegt fast mitten in Wand, /meilen von Stockholm an dem wager Saala, in einer überaus li»stigcn und angenehmen gcgend. Es führen sie einige von llbdone,eiucm Schwedischen Fürsten, her, welcher schon zu Abrahams zu«tc» diesen orl erbauet haben soll, baß demnach verleibe so viel bMals Udbonis, saal. So viel ist gewiß, baß es ei» sehr aller orl, «daherum dic restdentz der allen Könige und Fürsten von Schmedengewesen, welche nicht weit dapon im freye» selbe gecrone! Mden,auch ihren «amen und den tag solcher mauZurarion >n dem M.nannteu morastc«, welches ei» auf dem freyem felde KM>Mstein eine weile von Upsal war, znr ewigen gcdachtmß klmumlassen. Dieser gebrauch ist eine lange zeit in Schweden »blick M.sen. Nachdem aber die regierung bey der Königlichen sammte»sich worden, hat man diese ceremonie aufgehoben. E§ner ort ins gevierte angeleget, hat saubere gaste», welche so Mtgegen einander lausten, daß man auf dem neuen marck zulhören hinaus sehen kan. Unter dett kirchcii ist der Dom .cken, welcher wegen der Könige degrabniß, '»mnderdeil wWhclligen Eric, monliment von pure» stlder berühmt ist. OMdiesem monument ist eine gaotz silberne crvne mit herrlichen eoe gsteincii besetzt. Hinter dem altar ist eine schone hohe cM>>e, da ,neu des Königs Gustav! grabmahl. Sonst sind verMdench»nigliebe und andre monumenledarinnen zu sehe», inglMcaeine kostbarer ornat, wie auch in der sacristey annoch oer atdische abgott Thor verwahret. Sonst werden die K«nen gekrönet. Die ohnweit davon stehende St- kMci caM1271 erbauet, aber nach dem letzten brande gantz ruMt, >»