Band 
Vierdter Theil
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ver woche in e kirchen zu Rom , wie auch in einigen andern kirche»in den Päbstlichen landen zu halten, und stifflcle einen neuen Rit»ter.orden unter den reguln St. Michaelis , St. Bastln und Fran»cisci, mit dem titul cie conceprione. Die ersten darunter warenCarolns Gonzaga und Uladislaus IV. König in Polen ; sonsten be.stund der gantze orden aus 70 Personen. Ihr ordens»zeichen warein rothes creutz, welches eine flagge führte, so mit einer güldenenkette daran angemacht war; darinnen befand sich ein sehr schöngläntzendes bildniß von der heiligen Jungfrau Maria, welche denteufe! unter ihren füssen hatte, nebst dieser beyfchriffc VWce KocjwiZm vere ookro. Er ließ auch die klöster, collegiL, und hofpi.taler visttiren, und ermähnte die Biftdöffe und Cardmäle, daß ste inihren zugehörigen diocestn restdiren sollen, um dadurch, wie manglaubte, einige uch von dem halse zu schaffen, welche den RömischenHof mit allerley Intriguen immer verunruhigten. A». 162; hielter ein jiibel«jahr; da es denn geschahe, baß unter andern Adgesand»ten, welche bey dieser solennitat zugegen waren, der Spanische einesehr merckwurdige rede hielt,darinnen er sich und das gantze König,reich zu allem gehorsam vfferirte. Seinen dilsporem FrancescoBarbarini machte er zum Cardinal, und zum beschützen von Ära»gomen, Portugall, Engelland und Schottland , wie auch zum Vice»Cantzler der kirche, und sandte ihn, als einen 1 -egswm q. imsre, zu»erst in Fcanckreich, hernach aber an. 1626 in Spanien . Er resti»tuirte die verfallene kirche St. Urbani und St- Blbiana, und ver»besserte die zu St. Maria tdoroocl» und St. Sebastian! zu Rom ,renovirte das collexium Lrgecorum zu Loretto, setzte die KöniginElisabeth von Portugall, Cajelanum Thienäum, einen von denstlfftern der LIericorum Legulsrium IKescinorum.Andream Avel»jinum, einen Llericum solchen ordens, und Andream Corsinumeinen Carmeliten unter die zahl der Heiligen. Er bauete zu Castel Gandolfo einen ansehnlichen pallast, und vermehrte die gebäudedes pallasts Quirinalis, ließ auch vor die nach Rom gebrachteHeydeibergische bibliothec einen grossen platz zurichten, halff demL/mnLÜo cli «Lpienra genannt, auf, ließ die 4 capellen an den 4winckeln des Vaticant aufführen, und affignicte den sucli-onbus8.0« eine neue wohuung in dem Vaticano . Er ließ den havenCivilavechia, so unter dem Kayser Trajano war erbauet worden,wieder in stand bringen, fortifictrte noch mehr das Castel St. An»gelo, und das Castel Franco an den Modenesischen gräntzen, so erNach seinem namen das torc Urbino nennete, ließ auch den Ertz»Bischoffvon Spalatro M- Antontum cke Oomlws in die Engels»bürg setzen, worinnen er gestorben. Er weyhete das so genanntegrosse Bastlicon der St. Peters kirche, so zuerst von Constantino kl.aufgerichtet worden, und zierte das Apostolische grab mit dem Co»rinthischen ertz, so von dem dache des Pantheon genommen war.Von dem, was übrig blieb, ließ er ein über alle Massen grosses stückgiessen. Dieses gab anlaß zu dem pasquil, welches man an desPasquill! faule fand: quoä uc>n Lcerunr Lai-bari, secerum Larbari-»i. An. 1S2; wäre er wegen des Valtalins fast in kriege verfallen.Denn es war ihm dieses land in stepolümn gegeben worden, eshatte aber der König in Fcanckreich den Päbstlichen Stadthalter,Nicolaum Bagni, deposscdiret. Jedoch wurde die fache bald ab»gethan. An. i5;, legte er den Cardinälen den titul Lminenr bey,und erklärte die Repüblic Venedig den gecrönten Häuptern gleich.In seibigem fahre brachte er durch Vermittelung seines bluncu,Jultt Mazarini, zwischen Fcanckreich und Spanien , wegen desoMtzvgthums Mantua und Montferrat den friede zu Cherasco zuWege, und vereinbarte das Hertzogthum Urbino mit dem kirchen»staat. Seinen Nepo-eiri Tbadeo machte er zum Vr-eseüo vonRom , und crkauffte vor ihn das Fürjienthum Palästrina von demgeschlecht Colonna. Dieser wolle dahero den rang mit den Furstli.chen Abgesandten haben, welches von jederman sehr übel empfun»den wurde. Der Venetianische Abgesandte, welcher ihn vorbeygieng, wurde deshalbcr beordert, Rom zu verlassen. Man wolleauch den Padstiichen dluncium zu Venedig nicht zur audientz lassen,welches nebst andern dingen mehr bald einen öffentlichen krieg ver»ursacht hätte. Allein der Frantzösische Abgesandte brachte die fachedurch seine Vermittelung an-16;; zu einem vergleich. Jedochhätte sich mit den Venettanecn bald eine neue Unruhe erregt, indemauf dem grossen saale des Vaticant ein gemählde war, welches d,rHistorie des Pabsts Mxandri 1 H vorstellete, nebst einem lobspruchder Venetianer, durch deren hülffe er den Kayser Fridericum Bar.bacoffa überwunden hatte.Dieses bild ließ Urbanus austilgen, wor»aufbie Venetianer ihren Abgesandten zurück ricffen,». dem ^u»ciodie audienz verweigerten. An-;4 hatte ein Francsscaner.MunchCberubinus, nebst einigen consortcn, einen anschlag wider ihn sor.miret, und suchten ihn durch Kauberey gantz auszudörren , welchesaber an den tag kam, und ihnen das leben kostete. In dem Teut»schen kriege stund er dem Kayser Ferdinanden bey, ( wiewol ebennicht mit geld, wie es der Kayser am meisten verlangt hatte, unddessen fachen erforderten ) schickte auch zu den Westfälischen fne»dens'lractatcn seinen dluncium Fabinm Cbigi, erlebte aber derenausgang nicht. An. 1644 wurde er mit dem Hertzog Eduard vonParma durch die eigenmächtige proceduren seiner Nepoten m einenkrieg verwickelt, als welche eine armee zusammen brachten, und inCastro einfielen' so dieser Hertzog von dem Pabst zu lehn hatte, unddie stadt dieses namens einnahmen- Der Groß »Hertzog von glo»rentz, der Vice.König von Napoli, und die Repüblic Venedig nah.men des Hertzogs, der König in Franckreich aber des Pabsts par.thcy an, welcher ihm versprach die Vpamer aus Italien vertreibenzu helffen < und die crone von Napoli seinem Nepoten zuwege zudringen. Mittler weile, da der Fürst von Parma in den bann ge.thän worden, suchten die Staats, öckmittn von Venedig "ndFlo.rentz einen frieden zu vermitteln. Als ste aber nichts ausrichtenkunren, ergriffen sie die waffen, und traten mit dem Hertzoge vonMovena in ein bünbniß, um dem Hertzoge von Parma beyzustehen»

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worauf der letztere nut ;°oo mann zu pferde, ohne insanterie undcanonen, m den kirchen.staat einrückte, welches die conföderirten,als ein verwegenes vornehmen, und solches volck als verlohren an»sahen. Allem die fache liess besser ab, als man meynte. DennBologna selbst, und andre grosse städte unterwarffen sich ihm, undRom wurde in ein grosses schrecken gesetzt, welches den Pabst be»wog, zu einem vergleich zu schreiten, wiewol seine friedens.vorschlä»ge verworffen wurden. Als nun dem Hertzoge von Parma seinvornehmen, Castro wieder zu erobern, fehl geschlagen hatte, gienger ins Ferrarische,und nahm la Slellata ein. Endlich wurde durchVermittelung des Königs von Franckreich an-1644 friede geschlos.stn, und Castro wieder abgetreten. Den Hertzog Carl von Lothrin.gen that er an. 1642 wegen der bigamie in bann, und ließ Ferdi»nandum Pallavicinum, einiger wider ihn ausgelassener schrifftcnhalber hinrichten. Er wurde vornemlich darinnen getadelt, daßer allzusehr vor seine Nepoten sorgte, und benselbigen zu viel nach.Me. Dannenhero auch unter ihm der neporissnur sehr verhaltwurde. In neun verschiedenen wählen machte er 74 Cardinäle,unter welchen dreye seine Nepvten waren, nemiich sein bruder An«tonius, und seines br»bers,söhne, Franciscus und Antonius junior.Seinem geschlecht soll er jährlich 40000 cronen cinkünffte gelassenhaben. Er starb endlich den 19 sul. an. 1644, und zwar wie einigewollen, vor gram, daß er bey seinem kriege wieder den Hertzog vonParma wenig Vortheil erhalten, nachdem er den Päbstlichen stuhl20 jabr, ii monat und 22 tage besessen. Man hat von ihm einigeschrifften, welche sind v-rn« conttitution« L brevia ponriLcis z ps-rapstraler in »Ixzuor kiÄmor Lc Lsnncs ver. Lc oov. rett.; kxmmLe ocl« in clies kettor; epiArLmmsrs. in viroz illutires.

. 6/,^e. ä-r» ineinoire;. cliron. /LeMrE

/.»ssö// >L»icksubnttne.

Urbino / ein Ertz'Bißthum und Hertzogthum in dem Kirchen»Staat. Die landschafft, welche die einwohner I-o Sra-o nennen,hat Romandiola und das Adriatische meer nordwärts, die Anconi»tanische marck ostwärts, Ombria südwärts, und Toscanien west»wärls. Sie bcgreiffk in sich das Hertzogthum Urbino , die Graf»schafft Montefeltro, bieGrasschafft um das Lediete von Gubio ,Pes.ro SinigaqliwUrbanea, Cagli rc. Das ianb ist unfruchtbar,hak aber doch feine städte, drey see.häven, sieden oder acm festun.ge», und bey nahe 4?o flecken. Der staat von Urbino gehörte demHause von Neuere, er fiel aber nach des letzten Hertzogs FrancisciMaria äs Monere rode an. i6;i unter Urbauo vm dem Pädstli»chen stuhl anheim. cielicer p. 224.

Urbino / die Haupt, stadt des jetztgedachtcn HertzogthumS, nahebey dem Ursprünge des siusses Fvglia, unten an dem Apenninischmgebürge, auf einem sehr fruchtbaren und arimüthigen bvden gele.gen. Franciscus Ubalbi, der erste Hertzog, erbauete darinnen einenherrlichen pallast, und richtete eine stattliche bibliothec an, welchenachmals in die Pabstliche ist gebracht worden. Ausser diesem istauch der pallast der Herren von Feiln darinnen sehenSwürdig.Ohnfern davon findet man das schloß Durante, welches Wilhel»m»s Durante erbauen lassen. Polydorus Virgilius , inglcichen derberühmte mahler Raphael waren aus dieser stadt gebürtig.

Urbino / ( Bramante von ) ein gelehrter Baumeister zu Rom ,war an. 1444 zu Castel-Durante in dem Hertzogthum Urbino ge»bohren, wovon er auch seinen namen bekommen. Nachdem er dieMathematik studirei hatte, lernte er zeichnen und mahlen; weil eraber nicht glaubte, daß er in dieser kunst so berühmt werden könte,als die damals in Italien florirende meister, legte er sich auf diebau.kunst, worinnen er sich sehr hervor that, wie solches die vielen zuRom und anderswo hinterlassene wercke zeugen; worunter sonder»lich vas werck von unser liebe» stauen von Lorelko, und die St.PeterS.kirche, welche von ihm angefangen, und durch Raphael»von Urbino , Julianum St. Gavo, und verschiedene andere nachihm continmret wurde. Weil aber diese die Vollkommenheit von desBramante abrissen nicht erreichen kunlen, machten sie neue, welchevon dieses grossen maunes seinen sehr weil unterschieden waren- Erstarb zu Rom an. 1514, nachdem er sein alter auf?» jähr gebrachthatte,

Urceus/ (Antonius Codrus) war ein gelehrter Jtalianer, undan. 1446 zu Herberia im gebiete von Reggio gebohren. Nachdemer zu Ferrara sein studiren geendigt, begab er sich nach Fvrli, undunterwieß kinder, ward auch daselbst Vrokeüor kumsniorum, undhatte den söhn des Regenten zu Forli in seiner Unterweisung, daherer auch in dessen pallast wohnte und speiste. Hierseihst erlangte erden beynamen Cobrus, weil er sich dereinst gegen den Regenten, derihm ein allzugrosses compliinem machte, selbst also genennet. Seinzimmer war also beschaffen, daß es des morgens späte darinnenhelle ward, und er sich daher noch bey angebrochenem tage einertampe bedienen muste. Als er nun dieselbe dereinst brennen lassenund ausgegangen war, ergriff sie die hprum liegenden Papiere, undverbrannte dieselben nebst seiner gantzen bibliothec, darüber er msolche raserey gerieth, daß er abscheuliche gotteSlasterungen auSstjeß,seinen gantzen tag im Walde herum liess, und sich ein halbes iahr beyieinem tischer verborgen aufhielt. Nachdem er zu Forst ungefehr1; jähr gewesen war, ward er nach Bologna als VroLiloi kuma-niorum beruffen, welches er bis an. iblieben, in welchem iahreer verstorben. Nach Leandri Alberti meynung soll er zu Boiwuienim 70 jähre seines alters gestorben, und in dem kloster zu St. Sai»vator mit dieser kurtzen grabschrifft: coäruz ersm, begraben seyn.Das träfe also nach dem jähre seiner geburt zu rechnen, in das jähri;. Er hatte eme grosse gcschicklichkeit, die sugend zu unter»weisen, muß aber, wie man auS seinen schrifften abnehmen .kan, keingar guter Christ und nicht voll vcn besten silten gewesen seyn. DochkV theil. ' In M