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(Rogerius) Ertz-Bistboss von Canterbury, Bi.scho^ von Londen und Groß-Schatzmeister von Engeüand Erwar von geringen elrern gedohren, brachte eS aber durch seinensteißiowen, daß erOoÄvrtKeoioZis-lvarb, und sein ungememerverstand, nebst andern geschicklichketten, setzte ihn bey dem Köm»ge Richards II in einen so sonderen credik, daß derselbe ihn zumGroß«Schatzmeister ernennte; worzu noch an. N97 die würdeeines Ertz-Blschoffs von Canlerbury kam, nachdem Thomas A»rundet, wegen einer an dem besagten Könige erwiesenen untreue,dieselbe hatte fahren lassen müssen. Allein so bald an. i;ss Ri»chardus 11 abgesetzt, und hingegen Henricus II aufben Englischen thron erhoben worden, muste Waiden so wohl das erwehnte Ertz.Bißlhum, als das Schatzmeister»amt niederlegen, und etlichejähre in einem privak.stande leben. An. 1404 gab man ihm dasBißthum von London ; er behielt es aber nicht viel über ein jähr,da er es Nicolao Bubweth, welcher auch die Schatzmeister-würdebekleidete, abzutreten genöthigt ward. Die übrige zeit seines le«bens brachte er in einem gar schlechten zustande zu, und starb umdas jähr 1407. 7 L, /,///. vol. , o< 295»
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lValdenburg / eine kleine stadt, mit einem schloß, und darz»gehöriger Herrsch äfft, in dem Meißnischen Ertzgebürge, - bis;weile» sud'vstwärts von Altenburg, bey dem lincken ufer derSchneebergischen Mulde, gelegen, allwo sehr viel thönernes ge»fäß gemacht wird. Sie gehört als ein Königlich Böhmisches lehnden Grafen von Schönburg, von welchen eine absonderliche linieden »amen der Waldelchurgifchen bekommen,waldenfelß / stehe wallenfelß.
Ulaldenstr/besondere religions»genosscn in Franckrejch, ve»ren noch viele in den thalern von Savoyen befindlich. Ihren nr»fprung führen etliche von der Apostel, andre von des Pabsts Sylve»stri zelten her, andere aber, und zwar mit noch besserem gründ vondem berühmten Turinischen Bischofs Claudio , als von welchem«weißlich ist, daß er schon «m s seculo in eben denen glaubens.Ieh»ren von der Römischen kirchen abgegangen stye, welche in folgen«der zeit durch die Walbenser, die eben in der Turinischen diöceswohnhafft waren, sind verworffen worden. Den namcn möge»fie haben von einem städkgen Waiden, ober von Wald, weil sie sichin Wälder» aufzuhalten pflegen; oder von dem Italiänischen WortvLldeli, welches thalleute bedeutet; und am meisten von dem PeirvWalds. Dieser war ein reicher kauffmann von Lyon , welchen et«ttche in das siebende, andre in das eilffte, die meisten aber in daszwölffte seculum um an-1170 setzen. Es wird von ihm angefüb»ret, daß er einsten mit andern im geshräch gewesen, und einen wen»scheu jählings niederfallen und sterben sehe», weiches «hm dergestaltzu hertze» gegangen, daß er ein ander leben anzufangen entschlossen,und alle seinen reichlhum den armen geschenckt. Er steng hteraufandie dibel fleißig zu lesen, und solche anfänglich den scinigen, hernachauch vielen andern, die sich hauffenweise zu ihm fanden, zu erklären,übersetzte auch bieselbein die Frantzösische spräche, und ließ sie ab».schreiben wer da wolle. Er wurde bald bekannt, da denn die cleri»sey gewaltig wider ihn sich auflehnte; er bekam aber nichts desto«weniger einen sehr grossen anhang, welchen man von ihm die Wal»Lenscr nennte. Der Padst Alexander Itt hielt das LateranensischeConcilium wtder sie, stellte auch verschiedene Loncllis in Franckrcichan- Ludovicus m gab eine harte bulle wider sie heraus. Die Bi»schösse, Prälaten, und sonderlich Dominicus und Franciscus erreg»Len gleichfalls das volck wider sie. Es wurde wider seidige zu Tou»llouse die inquistlion angestellet, auch an. 1208 ein ordentlicher kriegWider sie angefangen, welchen man den heiligen krieg nennte, wo»bey man ihren Verfolgern Vergebung der fünden versprach» wennsie nur diese ketzer umbrächten. In selbigem kriege kamen in die-70000 Waldenstr um. Nichts destoweniger breiteten sie sich vonihrem ersten sitz , der um Toulouse und Lyon war, durch gantzFrankreich aus. Jedoch weil sie wegen der Inquisition meist ausFranckrcich musten, kamen deren eine gute anzahlt» Engelland, inDie Schweitz , in Teutschland, Böhme»,Polen und in die thaler vonSavoyen, in welcher letztem gegend sie auch den »amen nach nochübrig sind, und ihre alte confeßionen bis jctzo haben. Sie wurden«wer mit mancherley «amen belegt. Ihre lehre kömmt mit derProtestanten ihrer in den meisten stücken überein , indem sie desPabsts gemalt, und viel lehren oder gebräuche der Catholischen kir»eche völlig verwerffen. Es haben aber auch die in Savoyen nochübrigen Waldenstr viel erdulten müssen. Denn als der KvnigFranciscus 1 in Franckreich das meiste von Savoyen eine geraumezeit imie hatte, wüsten die Waldenstr einen harten stürm ausstehen.Nachdem Savoyen wieder an den Hertzog Emanuel Phtlibert ge»Kommen war, fiel der Graf von Trinita an. i;6o auf dessen ordrein die thäler ein, und verübte unmenschliche grausamkeilen, dochwurde durch einiger interceßion den übriggebliebenen im folgendenjähre freyheit gelassen. An. 165; schickte der Hertzog Carl EmanuelLen lylsrcüeL cie Pianezza in die thäler, welcher mit den Waiden»fern, so die reiigion nicht abschweren wollen, gantz barbarisch um»Nieng. Sie setzten sich zwar zur wehre , und thaten den Savoyi»scheu trouppen grossen schaben, doch würden sie endlich haben nn»ierliegen müssen, wofern nicht Engellanb, Holland und Schweitz sich ihrer mit aller macht angenommen, und es dahin gebracht hat»Len, daß den übrigen reltgions-freyheit gelassen worden. Als derKönig von Franckreich an. rögs die Hugonotten zu verfolgen an»stetig, wüste der Hertzog von Savoyen auch ihm zu gefallen, dieWaldenstr aussagen, welche aber nach einer kurtzen adwest,ihmsich mit gemalt der Waffen ihrer alten Wohnungen wieder bewach»rigten, wobey ihr Prediger Arnaud zugleich Obrister war. DerKMM widerstand, so sie «»Massen, gäbe ursach zu glauben, daß der
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Hertzog heimlich in ihre Unternehmung gewilliget; wie er denn baldhernach selbst in krieg wider Franckreich ansdrach , und den Wal»densern ihre vorige freyheiten nvchmahl bestätigte. Indessen weilsich bey solchenlgelegeuheiten viel Frantzösische flüchttmge zu ihnengesellet, wurden diese durch Vermittelung von Franckreich an. 1693wieder versagt, da sie sich in die Schweitz , in Teuischlanb und En»gellanb reliriren musten, und zumal in dem Brandenburgischen vielaufenthaik gefunden. In dem Darmstäbtischen erhielten sie Bus»ftlSheim, Keisterdach, und Merselden, stetigen auch air, Arheiligebey Darmstadt zu bauen. Der Graf von Zsenburg hat ihnen un»wejt Sprengungen einen platz verehret, allwo sie ein gantzes dorssgebauet, m welchem sich die beyden gemeinen von Fenestrelies undUreaux niederlassen sollen. Die alten ursprünglichen WaldenMhingegen behielten damahl ihre sitze, und sind auch deren kirchen »seither» immer im stand geblieben. Und wiewol sie bann und wanneinigen üverdrang leiden müssen,sind sie doch jeweil durch derRefor»wirken Schweitzerischen Cantvncn, wie auch einiger protestirendinTeutschen Fürsten , sonderlich aber durch Engellands und Hol»lands kräffttge Vermittlung noch geschützet worden. Lnnsl.
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ckevst Kitt. äe «te Kilt. cie 1.70a. Qreet Kitt.
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Lbig. Kstrer-Kitt. Kilt. «is i'eßlite ^srr. 4.
sn. 1699 p. 249. *
VOalderbach/ ein schönes Cistercienser»kkoster in dem Biß»thum Regenspurg und Ambergischen pfleg »geeicht Wekterstls nahebey dem Benedicttner.kloster Reichenbach und dem Wasser RegemEs ist vo» einigen der Grafen von Nicdenburg an- 114; Misstetworden, deren letzterer auch, Otto der kleine zugenamt, nach ange»nvmmenen kloster»Icben darinnen gestorben. LKur-L^ren z>.
XValderdorff/ wallendorff/ eine vornehme Adeliche undFreyherrliche familie, so unter die freye Reichs. Rittcrschasst antRheine gezehlel wird. Sie hat schon vor etlichen 100 jähren denAdelstand'gefuhret. Humbracht fängt deren stamm»tafel mit ei.nem von Walderdvrff an,Der zu anfange des 14 seculi geredet. Vonseinen urenckeln ist einer Comtur zu Codlentz gewesen, und von denbürgern erschlagen worden, Wilderich aber hat das geschlecht fort»gepflantzet. Von seinen söhnen ward Johann Abt zu Bleibenstadl;Mwerich U aber zeugere Diethern, Dechanten zu Diekirchen undChor-Herrn zu Limburg , Evam, Aebttßin zum Throne bey Fried»bsrg, und Wilberichen l lI. Von des letztem töchtern ist Elisabechzu Camburg , und Anna zu Engeltbor in der Welterau Aebttßinworden. Von den söhnen find folgende 2, Johannes und Pht«lipvus, als welche eigene linien errichtet, zu mercke». Johannes,.Chur-Trierischer Rath und Amtmann zu Dich zeugete WilderichenIV. Rittern des heiligen grades,Cbur-Mayntzischen Rath und Amr.mann zu Bischoffsheim an der Tauber, von dessen enckeln JohannAdam, Kayserlicher Qbrist-Lieutenant und Fürstlicher Würtzbur»gischerRath, seinen stamm mit stöhnen fortgesetzet, von welchenber älteste Johann Werner von Walderdvrff, Domherr zu Würtz»bürg gewesen, nachdem er aber restgnirt, Obrlst- Lieutenant undAmtmann zu Jagstburg worden, und noch zu ansang des 18 seculifloriert hat. Vvrgedachter PhilippuS , ein brudee Johanois, istAnherr der Frcyherrlichen linie dieses geschlechts worden. Sei»,enckel Johann Peter, Herr zu Moltzberg und Jsenburg, Chur »Trierischer Rath und Amtmann zu Montebaur, hinterließ bey sei»nem an. 16 ;ü erfolgten absterben folgende söhne: 1) Adam Die»trichen, Chorherr» zu St. Bmckhard zu Würtzburg. 2) Lotha»rium, Domherrn zu Trier , der hernach ein Cap »einer, und ksreePeter genannt worden- ;) Wilberichen, Freyherr» von Wälder»dorff, Bischoffzu Wien, von dem hernach. 4) Johann Philippen,Dom-Dechanren zu Trier und Dvm-Probsten zuSpeyer. ;) E»merich Friederichcn, Domherrn zu Würtzburg, au. is;, des Kay»serlichen cammer-gerichts ^Llloro zu Speyer , und endlich Kaystr»lichen Reichs,Hos-Rath, der an. 1686 verstorben, e) Jörge Frie.drichen/Freyherrn von Walderdvrff,Herrn zu Moltzderg, der seinenstamm mit; söhnen sorlgepflantzet, von welchen der älteste PhilippWilderich, Domherr zu Mayntz, und Dvm.Dechant zu Trier , deeandere WilhelmReinbard,Ober.Chor.Bischoffzü Trier,und Dom»Herr zu Würtzburg worden, der jüngste aber hat sich mit einer Frey»in von Kesselstadt vermählet, und mit ihr männliche erben gezeuget»vom Kkein. ^.äel, lsb. 276 üj.
Walderdorff/ (Wilderich Freyherr von) des Heil. RömischenReichs Fürst und Bischoff zu Wien / war ein söhn Johann Peters vonWalberborff/ChM'TrierischeN Raths. Ansangswardrr Domher«zu Mayntz und Würtzburg / hernach Dom - Probst zu Speyer undVicsrius Leüeraik von Mayntz/ wie auch Cbur-Msyntz,scher geheim»ber Rath/ in welcher qualität er an- >658 bey der Wahl Kaysers Leopol-ds ais ein zeuge in das conclsve genommen / und vorder cwmmgdiecrone Caro!i,vr. dem Kayser zu überbringen mit abgeschickt worden.Nachder zeit erlangte er die Reichs-Vice-Canh>«rstellrMd diecharge
«iües Kayserlichen würckllchen geheimben Raths / auch an- »sss daserledigte Bißthum zü Wien - Als an- is?» die Judenam Kayftrkcheabrfehl aus Wien gcschaffet und ihröMMe w der «M> t z « «n«e
hernach die Vorstadt den Namen Leopoldstabt bekommen- Er Hak auchdie ehre gehabt/ den Kayserlichen Printzen Josephum an. 1078 zu kavf.fm/ woraufrr sich Meistens unpäßlich befunden/ W er an. iss« im 04zahre seines alkers verstorben.
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walher»