Band 
Vierdter Theil
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/ (William) ein berühmter Schottländischer kriegs»ycw, lebte unter des Königs Johann Baliols regierung, als dieEngellanoer in Schottland eingefallen waren. Er war ein sehrarmer von Ade!, aber vornehmen Herkommens, und von hohem gei«sie. Nachdem er in feiner jugend einen vornehmen Euaelläubi-jchen von Adel, weicher seiner gespottet, gelobtet hatte, wüste ersich lange zelt verborge» aufhalten.Er zog darauf eine anzahl solcherlente, denen es eben so gieng,wie ihm-an sich,und sie! damit die En-gella.ider an, wo er sie ancraff, ob ihm gleich selbige an mannschafftudcclegen waren. Weil er nun wegen seiner kübnheil sehr glücklichwar, wurde er bald bekannt, und vermehrte sich seine mannschafftimmer mehr, so, baß nachdein er eine ansehnliche armee zusammengebracht hatte, leidige ihn zu ihrem General erklärte. Wiewol ernun keine andre autorikat hatte, als von dem zusammen gelauffeucnxödc!, weil der Abc! es mit den Eugellänbmi h>-lk, so führte er sichdennoch auf, als einen rechtmäßigen Vice-KömgfürBalioln, we!.eher sich damals nach Franckreich begeben hatte. Das erste, so ernut seiner annee ausrichtete, war, daß er Lanerk einnahm, den En»gellündijchen üouvemeur cddtete, und die westliche gegend vonSchsttianS unter sich brachte. NachgehenoS that er dergleichenauch mit der nördlichen gegend, und bekam die meisten von denEngeilaMschen de>alMgm gefangen. Hierauf schrieb Eduarbus I,König von Engclland,an Hcnricum Piercy,Grafen von Nvrthum»derland, und William Latimer, sie sollen trouppen aufbringen, undsich mit Creßingham, welcher dazumal in Schottland war, verein-baren,^mb dem Wallace eine schlacht liefern, weicher aber, als ersie zu Stettin -Bridge angetroffen, sie gäntzlich erlegte, und ihrenGeneral, den Trafen von Warren, mit einer grossen anzahl «einerieute den is fcpc. an. 1297 lvdtele, worauf er die übrigen vestungenvollends eroberte, so, daß in kurtzerzeit nicht ein einiger Engellan»der mehr in dem Königreiche blieb, als die gefangenen. Nachdemnun das land eine so lange zeit durch den krieg verheeret worden,baranfanch Hungers,noth und pestileutz folgte, gieng Wallace mitseiner armee in Engelland, blieb darinnen ohne einigen widerstandvon dem i »ov. au. 1298 an bis zum ersten ftbr. und kam mit vielerbeute und grosse,» ruh!» wieder zurück. Dieses unternehmen ver-mehrte zwar seinen rühm, zog ihm aber auch zugleich der vornehm-sten neib und Mißgunst zu. Als nun Eduarbus k siehe, daß diese fa-che durch Abgeordnete nicht ausgeführet werden kunce, kam er ausFranckreich zurück, brachte eine grosse armee zusammen, und giengdamit wider den Wallace zu selbe, welcher ihm in Slanmore be-s«<mele, so baß ihre läger nur eine Halde mette von einander waren.Der König Eduardus, welcher vorhin allezeit des Wallace Heer ver-ächtlich und vor nichts anders, als vor eine rotte voy straffenräu-dern gehalten hatte, erfuhr anfttzo ihre tavffeekeit und gute kriegs»Zucht, vannenhero er, als ein erfahrner General, eine retirade vor-nahm ; da immtt'elst Wallace, welcher dessen klugheit wohl kannte,lind Meines Hinterlisten angrlffs deftrgtc, hinter leinen ceccenche-wenten blieb. Dieses rühmliche verhalten des Wallace vcrgröffec.reden neib seiner feinde, so daß sie ihn fälschlich beschuldigten, erstrebte nach der creme, und dahero vorgaben, baß, wenn sie ja scla»ven seyn mästen, sie lieber einem grossen und mächtigen Kömge, alseinem solchen neulinge, uuterworffen seyn wölken. Solchergestaltnun suchten sie des Wallace autvritätzu unterdrücken. Als Elmar»Dus hiervon Nachricht erhalten hatte, brachte er im nächstfolgendensommec eine grosse armee zusammen. Nachdem nun die Schot-ten, welche ihm anhiengen, zu ihm gestossen waren, griff er den rriul.au. irys des Wallace armee, welche m zoooo man» bestund,unweit Falktrk an. Weil nun gleich im anfange solcher attaqueCumiNin, Stuarl und Wallace mit einander wegen der ober«steilestritten, erhielt der König mir leichter mühe den sieg. Cummin zogsich mit seinen 10000 mann verzagter weise zurück, ohne sich im ge-ringsten zu wehren, «smart wurde mit seinen 10000 mann meh»rentheiis niedergemacht, Wallace aber hielt sich mit ven scimgenlapffer, und rettrirle sich endlich gar rühmlich über dcn fluß Carron.Robert Bruce , welcher nebst Balioln zugleich nach ber crone streb-re, war sehr hefftig hinter den Wallace her; weil er steh aber gleich-wol über seine capfferkeit verwundern muste, verlangte er «mc ihmzu sprechen, worein auch dieser willigte. Sie stunden beyderseitsan den ufern des stusses, so zwischen ihnen war; da denn Bruce zuihm sprach: er verwundere sich, wie die gunst des gemeinen pöbelsihn darzu dringen könte, daß er wider den mächtigsten Kvmg sei-ucc zeit krieg führte, welchem noch darzu viel SchoMänder anhien»gen; solle er nun den sieg erhallen, so tönte er sich ja nimmermehrSie gedancken machen zur crone zu gelangen, würde er aber aber-Wunden, so könte er zu nichts anders zustacht nehmen, als allein zurMade seines feindes. Hierauf antwortete Wallace: gleichwie seinstand der crone nicht fähig wäre, also hätte er auch niemals dar.Nach geürebet, und wäre solches gar nicht der zweck seines unter»Nehmens, sondern weil er jein Vaterland von allen rcgenten verlas»Kn, und der undarmhertzigkejt eine« «Manien ftindeS umerworf.fsn sehen müssen, hätte er sich derjenigen,,die Bruce verlassen, an-genommen, und wölke auch bey ihnen beständig aushalten, bis anKiueu tob. Nach obiger schlacht marschirte Wallace mit seinerarme nach Pertb, aüwo er sie abbanckte, und weil er sahe, baß erdem neide des Adels nicht gewachsen, legte er den Genera! > Mutweder, hörte aber doch niemals auf, mit seinen freunden,Die ihm an-Nengen, den Enaeüänvern schaden zu thun. Den 24 fcbr. an«A;os erhielten die Schotten den sieg über die Engellander, bärge,gen brachte Eduarbus eine noch grössere armee zusammen, als er zu-vor gehabt, und verheerte damit das gantze Königreich, wobeyNiemand das Hertz hatte, sich ihm zu widersetzen, als allein Wallace,Weicher ihm immer im rücken war, und sehr viel von seinen leistenNiedermachte. Hierauf suchte ihn der König durch grosse verspre-Älmgen auf seine feite zu ziehe»; allein es war alles vergeblich, weil

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seine beständige antwort diese war,daß er sein leben seinem baterlan-ve aufgeopffert hätte, welchem er es auch schuldig wäre, u. könte eeihm keiiiö andern dienst erweisen,so wolle er doch bey dessen Verthei-digung sterben. Weil er sich aber befahrte, daß der neidische Adelihn endlich dem Könige in die Hände liefern würde, begab er sich insichere örter. Endlich wurde er dennoch verrathen, und zwar durchseinen vertrauten freund Joh. Menteith, welcher von den Engel-ländern mit gelbe bestochen worden. Nachdem man ihn nun nachLonben geschickt hatte, wurde er daselbst, auf Eduard! beseht, er-bärmlicher weift hingerichtet, und seine gliedmasscn an den vor-nehmsten örtern zu Lonben und in Schottland aufgchcnckek. L»-bitt. 6cc>t.

Wallache)?/ lat. Vs!»clüL,jst ein grosses Fürstenthum in Euro­ pa . Vor allen zciken war es ein stück des alten Königreichs Da»ciä, und warb samt ber benachbarten Moldau, Oscia LäpcnliL ge-nannt. Nachgchends da das alte Dacische Reich zerrissen worden,sind die beyden Fürsteurhümer daraus entstanden. Heul zu tagestöst die Wallachcy gegen morgen »nd mittag an die Donau , obenan die Moldau, und zur linckcn an das Fürstenthum Siebenbürgen .Der name Wallachcy soll nach etlicher meynuug von Flacco her-kommen, welcher zur zeit des Kavftrs Trojans als die Eschen vonden Römern überwunden worden, zuerst die Römische colonien indieses land soll «führet haben, daher man solches erst Flaccia, undnachgchends Valachia oder Wallachia «nennet. Doch ist es wahr-scheinlicher, daß eS diesen namen von den Teutschen bekommenhabe, welche alle völcker, so Lateinischer herkuufft, dergleichen dieWallachen ohnstreitig sind, vormals Welschen hiessen. Vor die-sem warb unter dem namen Wallachcy zugleich auch Moldau be-griffen, und solche in die grosse und kleine Wallachey gewettet: je-nes war Moldau , lat. ValscbisrnsZna, oder Liisipina. dieses dieheutige Wallachcy, tat. VsIscbis Drsrilftlpms oder äckomsns. Die-ses Fürstenthum ist reich von Honig und weiuwachs, und das landwürbe vortreflich körn geben, wenn die einwohncr selbiges recht zuculttviren nicht zu faul wären, daher es auch geschiehet, daß sie ei-nen grossen theil ihrer Verpflegung aus Siebenbürgen übernehmenmüssen. Hingegen bauen sie gar einen guten wein, sonderlich zuPttest , Cftrnetest, Plvest, rc. welchen sie in grosser menge nachSiebenbürgen liefern. Die Wallachischc Pferde, so von hier häuf-fig ausgeführet werden, sind von so gar guter art, daß man sie mitunter die besten in Europa rechnet. Insonderheit ist die Viehzuchtin gar gutem stände, und werden jährlich zu winters zeit gauyebeerben schwcine von viel hundert stücken, auch etwas von rind»viel), nach Siebenbürgen zu kaufte getrieben. Ob auch gleich dasland hin und ber um grossen «bürgen umgeben und durchstrichenist, so hat es doch keine dergwcrcke, ausser daß an etlichen orten et-was stütz ausgegrasten wirb. Dieses Fürstenthum wird heut zutage von einem Woywoden oder Hospodar regieret, so ein Türcki»scher Vasall tst, und von der Ottomanmschen Pforte nach gefallenkau abgesetzt werden. Es bleibt auch die succeßio» nicht bey ber fa-nuue, sondern nachdem einer am TürckMcn boft wob! angeschrie.den ist, ober eine grosse summa «Ideö niederlegen kan, nachdeinträgt einer die Fürsten -diguität davon. Ja man hat exempc!, daKdieses Fürstenthum sowol als das Moldauische an den Meistbieten-den gleichsam verauctioniret worden. Es muß auch der Walla-chische Fürst jährlich dem Groß>Su!can üoooo dncaten kribut erle-gen » welcher zuweilen auf 100000 gesteigert wird, wenn er sichanders bey der Fürstlichen dignität erhalten will, zu geschweige»der grossen summen, weiche er jährlich den savoriten des Sultan -und den «offen bey Hofe, um ihre gunst zu behalte», nach Constan»lmopet senden muß. In solchem zustande ist die Wallachcy samkder Moldau, seil dem die Türcken Constanlmopel erobert, undvachgehenbs auch diese Provintzen unter ihre devotton «bracht, dwsie vorher» die Könige in Polen vor ihre Ober - Herren erkennet,siehe Moldau. Ohngeachtct aber solcher grossen ausgaben, führetdieser Woywod ein recht Königlichen staat, welches sein Fürsten»khum zur gnü« abwerffen kan, indem seine inkraden jährlich auf.etliche tonnen go>des sich belauften. Die ordentliche residentz de§Woywoden ist Bukerest, wiewol er sich gar offt in Tcrgovest aufzu-hallen pflegt. Hiernächst sind die besten örter in der Wallacheyd,e Langenau , bey ihnen Kempelung, Bliest, Cftrnetest, Krajova ,Cftrnez, Plvest, Fakschantz. Was die cinwohuer betrifft, so stnd-äsie ohnstreitig Römischer herkunfft und reijquien der Römischen cov>-lonie», welche zur zeit des Kavftrs Trajaui bey dem damahligen!'kriege und eroberung des Königreichs Dacia in diese «genden ge-kommen , daher sie sich bis auf diese stunde noch Rvmunx, das ist-KomLnor nennen, auch ihre spräche nichts anders als ein misch»,masch verdorbener Lateinischer spräche ist; nüewvl nicht ohne, daß"sie bey dem Gottesdienst ber Russische » oder Syrischen spräche sichbedienen, und ihre buchstaben sind gleichfalls Nußische clisrakke-r«, welche jedoch selbst von denen Griechischen herkommen, undnur wenig verändert oder vielmehr verderbt sind. Die Haupt-reli-gion ist Griechisch, nach Mißlicher einrichtn»« wiewol auch ibrekviele Catholisch sind. Ihre Popen oder Priester bürsten henralhen,aber nur einmal; deren gelehrsamkeit bestehet in lesen und schreiden- Sie halten viel von fasten, bildern, doch nur von solcher art,die auf etwas flaches «mahlet sind ; dann sie gleich denen andernGriechen keine geschnitzte dilder bulten ; ferner von brennendeniampen, lichter» und dergleichen ceremonien. Ihre; grosse fasten,so fast zwey driltheil eines jahrs ausmachen, halten sie sehr strenge,leben zu solcher zeit allein von brobhknvblauch, zwiebeln und fischen.So eiffrig aber sie in äusserlichen ceremonien sind, so wenig be.kümmert sich das volck um glauvens - fachen; indem sie alles aufihre Pfaffen ankommen lassen, und dahero, was von diesen ihnenvorgeschwätzet wird, vor lauter evangelia halten. Unter Lieft»«Wichen sind viele, welche das seid bauen, auch von denen, so mIV theil. Mmmmm Wem