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^ zahl der Evangelischen Land.Ieuten besogtct
Wartburg / wardburg/ eine offene see. stadt nebst einem ha»fen und vcvemgren schlösse in bcc Schwedischen Provintz Hallanv,wo,eldst starcker hanbel getrieben wird.
Wartburg / ein berg.fchloß in Thüringen,gantz nahe bey Eist»nach,welches,einen »amen daher bekomm,weilLübovicus der sprin»ger, Gräfin Thüringen, die umliegende gegend , als er einsmalsaufieme jagc.dedienre daselbst gewartet, sich dermassen gefallen las»seu, baß er nicht eher geruhet, als bis er zu anfange des irstculiden gründ und doben den Herren von Franckenstein und Miktelsteinmit listentzogen, und es erbauet. AIs an. izri Lutherus von demReichstage zuWvrms zurücke kam,ließ ihn,um seiner stcherheit wil»icn,der Churfürst von Sachsen,Johannes,aufdieses schloß dringen,aliivo er bis aufdas folgende jähr sich verborgener weise aufhielt;vannenhero er diesen orr nachmahls seinen Lsrkmur» zu nennenPßegte. Vor alters haben die Thüringische Landgrafen auf diesemschlöffe rehvin. Lnnsl. haxcm. ti-l. ;oo. Kitt. Lu-
tllerswsmi.
Warte / lat. Varia, ein fluß, welcher in Klein.Polen in derWoywodschafft Lracau, etliche weilen von dem berühmten klosterCzenstochow, entwringt, bey Siradien,Unienow, Posen, und an»dem orten vorbey läuffl, endlich aber unweit Cüstnn in der neuenMarck nur der Ober sich vereiniget. In der Woywodschafft Si»radien liegt an eben diesem fluß eine mittelmäßige stadt, welchegleichfalls Wart« hejst.
Wartenberg / ist eine freye Standes,Herrschafft in Schlesien ,welche an die Herrschafft Mililsch, an die Fürstemhümer Oels ,Breßlau und Brieg, wie auch an Polen , gräntzt, und den Burg »grasen von Dohna gehört. Ais aber Carl Hanniba! Burggraf vonDohna , der letzte von der Schlesischm lime, an. 1711 ven y apr.oh«sie kinder mit tobe adgangcn, so hat die Preußische linke der Burg»grasen von Dohna vermöge einer institution von Abraham» vonDohna das Vorrecht diese Herrschafft an sich zu dringen, erlanget,welche auch a. 17x0 in dem Schlesischm ober, u. Fürstm-recht bemKöniglichen Preußischen geheimen Rath und Gmeral-Feid»Mar.schall Mxandro Grafen und Burggrafen von Dohna, nach vorhergeschehener taxa, gegen erlegung emeS gusml von mehr alS »00000gülden vor die »üoLzl-erdm zuerkennet worden. Die haupt-stadt,welche an dem fluß Weida liegt,heist gleichfalls Wartenberg . Nachderselben sind Bralin und Gvschutz die beste örter darinnen. An.1721 den27dec.il! dieses schloß samt denen daran gelegenen häu»fern durch eine entstandene feuerSbrunst in die aschen gelegt wvr»den.
Wartenberg / Grafen. Das geschlecht der Kolben von War»tenberg, ,st eines der ältesten und vornehmsten in Tmlichlanb, wel»ches vor vielen zeiten nicht allein den Grafenstand , sondern auchdas Scdmckm.amt des Römischen und Ertz-Schenckm» amt desBöhmischen Reichs, nebst andern hoben Reichs.bedienungen ge»habt- In der Historie findet man viererley linien, die den namenvon Wartenberg geführel, die in der Pfaltz, in Westphalm, in derSchweiß, und in Böhmen , darzu noch vermuthlich die Bayerischegerechnet werden möchte. Von deren stamm-hause, ohnweit Re»genspurg gelegen, sind nachgehends, weil dcro descendenlen verlv»scheu, die natürliche kinder der Hertzoge in Bayern genmnet wvr»den. Von denen in der Pfaltz wirb hernach ausführlichergehandelt werden. Die in Westphalm sind auch sonst Warteberg,Wertsberg und Warberg gmmnet worden, und wie Krantzius de»richtet, soll das stamm.hauß Wartmberg, welches unweit Pader»born gelegen, bereits an. 1010 an dieses Stiffl seyn geschenckt wor»den, nachdem Dedico,Grafvon Wartmberg, unvererdel mit tobeabgangen. Dieser verschenckung des KavstrS, wie Gobelinus Per«sona meldet, Hai ein andrer Wartmbergischer erbe sich entgegen ge»setzt, der aber von dem Bffchoffzu Paderbvrn mit geld befriedigetMorden. In dem i; seculo sind diese Westvhälische Wartender»ge oder Warberge in solchem ansehen gewejen, daß GrafGerhardvsn Schanmburg , Adelheiden aus diesem geschlecht geheyrathet.Es ist auch dieser Adelheiden druders Hermanni Freyherren vonWarberg , und einer Gräfin von Wermgeroda söhn gewesen Her»mannus Ritter von Rhodis, und Ordens>meister durch Sachsen ,Die Marck, Pommern , und dre Wandalilche Provintz. desgleichen<lÄwmenstsror zu Supplinblirg, so an. IZ7I verstorben. DltvonWartenberg in der Schweitz haben mit denen in der Pfaltz einer.Ley wapen, als; meiste ballen und balcken im rothen seihe, und 2düffels-hörner auf bem Helm, nebst dem deynamen von Müllen»stein geführet. Sie haben im Argau unweit Zoffmgen an der altenSchwäbischen gräntze, 2 schlösser Oder,und Nieder« Wartenberg besessen, welche zu zeiten des Loncilü zu Cvsinitz um das jähr 141;sollen zerstöret worden seyn. Es hält auch Stumpsius dafür, daßHe von hier ihren Ursprung gehabt: allein Helwigs meynung istwahrscheinlicher, daß etliche aus der Pfaltz in die Schweitz gekom»Wen, und daselbst die obgebachte 2 schlösser erbauet. Aus dieser ii»nie sind sonderlich berühmt Conrad von Wartenberg, welcher an.1 ;44 zu des Kaysers Lubovict zeiten Reichs.Hof» Richter zu Roth«weil gewesen, weiches amt auch Egnolff von Wartenberg , genanntvon Wüllmstein, an stall Rudvlphi, Grafen von Sultz unter demKaystr Ruperro an. 1402 verwaltet. Daß diese aber die Gräfli,che würde besessen, muß daher geschlossen werden, weil Vadianus«ngemerckt, daß keiner das ober-Richker-amt in dem Reichs-Hof»gericht zu Rothweil führen können, der nicht ein Reichs-Graf ge»Wesen. Diese Schweitzerische linie bat sich auch in die Burgundi»fche lande zertheilet, worvon sich einige in Nmsclratei niedergelassen,wre einige in dem Neufchateliischen archiv befindliche Urkunden zei«
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gen. Die von Wartenberg in Böhmen sind bereits vor ;os jährenFrcybcrrlichen standes gewesen, und haben das Ertz» Schenckm.amt in Böhmen in die 400 jähr erblich besessen; wie denn Bohus.laus Balbinus die stamm.reyhe der Wartenbergischen Ertz-Schen.cken von an. 1400 bis >üc,o herausgegeben, welcher auch an vielenorten angemerckt, wie offl sie das Königliche Burggrafm-amr ver.waltet. Das Kayserliche Oder. Hofmeister > amt hat Petrus vonWartenberg begleitet. Es hat auch der Kayser Carolus I V diesemeinen zoll zu Sels an dem Rhein verliehen, welche» sein geschlecht,ungeachtet es in Böhmen gewöhnet, besessen. Wegen dieser son»derbahren vorzüge ist die Wartenbergische familie in Böhmen insolches ansehen gekommen, daß einige daraus sich an Königli»ehe, Chur.mib Fürstliche Häuser vermählet; wie denn des KönigSGeorge Podiebrads schwester au Cbristophorum von Wartenbergverheyralhel worden, und Johann George Freyherr von Warten,berg hat Sadinam, des Pfaltz. Grafen Ottonks Heimci zu Sultz»dach, und Dorothcä Mariä, Hertzogin zu Würtenderg tochler zurgcmahlin gehabt. Daß aber dic-e Wartenderge in Böhmen vonTeutfcher ankunfft gewesen, weifet nicht allein der »ame, sondernSpangenberg hat es auch schon erkannt; und daß sie mit denen inder Pfaltz von einem stamm, erhellet daraus, daß sie gleich diesenden zunamen Kold oder Chvlb, wenn sie in Teutschland etwas znthun gehabt, geführel. Wiewol man wegen des grossen alierthumskeine Nachricht bat, wie sie von den Pfältzischen ihren Ursprung ge.nommen. Vermuthlich mag solches zu der zeit geschehen styn, alsBayern und Pfaltz unter einen Reqenlen, Ottoncm IlluKrem. ge»kommen. Dann um dieser Ursache willen, wurde das Ertz-Schm»cken,amt des Römischen Reichs, weil der einige Otto nickt zweyenErtz-ämtern vorstehen können, an den König in Böhmen überge»den, welchem denn die Pfältzifche Wartenberge, als Erd. Scheu«cken des Reichs nachgezogen, die deshalb?» von dem König auch zuBöhmischen Ertz > Scheuchen angenommen worden sind. Es istaber diese Böhmische linie gleich den vorhergehenden verloschen, in»dem die Wartenberge, somit dem unglückseligen Churfürsten Fri.berico aus Böhmen in die Pfaltz zu ihren stamm« und namens» vet»lern gefluchtet, mit ihrem tode selbige in dem ;ojährigen kriege be«schloffen. Es ist also keine mehr übrig als die Pfältzifche linie desKolben von Wartenberg , welche nachdem sie bis auf Johannen»Casimirum, Reichs. Grafen von Wartenberg, ausgestowen, durchdiesen als einen neuen stamm-vater wieder empor gebracht, und irrden Reichs'Graftnstand erhoben worden. Ihr stamm > bauß undnunmehr eigne Graffchafft ist Wartenberg in der Rheinische»Pfaltz imWaßgaw deyKayserlautern gelegen,weiches schon vor dem11 ftculo gestanden. Die älteste gewisse Nachricht von dieser linie
aber fallt in das jähr i i;o,da Merboö der alte von WartenbergRit»tcr gelebet, und das bauß Wartenberg besessen. Er hinterließ; söb»ne »welche diesen stam in z «nie» gerhetlet: O Merboden den ältern,so sich von Wüllenstcin geschrieben, und das bauß Wüllenstem be»Trcpstadt in dem Lauterer, walde gelegen, inne gehabt und bemüh»net. Seine posterität ist vorlängst ausgestorben, und dieses haußsamt den zugehörigen dörffern an die Grafen von Falckenstein undan die Edlen von Flörschheim gekommen; 2) Wernern zugenamiLKvlbe, von welchem die linie der Kolben von Wartenberg forlge»Vflantzt worden, wie hernach mit mehrcrn wird gedacht werden ;uvd;)Merbodcn dcnjüngern, genannt von Wartenberg, Verdislinie derer von Wartenberg fortgeführet, welche unterschiedene zu»namen als Schneeberg , Sülger, Büstr,u. a. m. angenommen,um das jähr 14;« aber durch absterben Sevfrieds von Wartenberzgenannt Schneeberg , einen, söhn Carl Beusers von Wartenberg ,gäntzlichverloschen. Wernernmi, Merbobsdes alten söhn, ge»nannt Kold von Wartenberg hat, so viel man vermuthen kan, umdas jähr,2,9 am ersten den zunamen Kolb angenommen; weikvielleicht er ober einer von seinen vorfahren mit diesem gewehre nrdem kriege, kämvffen ober Ritter-spielen, sich vor andern wMgehalten; daher auch dieser »ame bis auf jetzige zeiten von seine»nachkommen beybehalten worden. Er bat nebst seinem brudeeMerbod bem kloster Otterburg alle junsckeüon über das dorffErle»dach, samt den umliegenden Höfe» , die sie als Reichsiehn innsgehabt, abgetreten, auch nebst seiner eheframn Sophia das dorffReichenbach übergeben. An. 1227 hat er noch gelebet, und eine»soh» gehabt Merboden den H Kolb von Wartenberg, R-lter, soan. 12;; gelebet, und ein vater gewesen Werner» ik, und Cun»radi, so von dem jähr irzö bis 1290 gelebet. Werner der II Koldvon Wanenbcrg Ritter, zeugte aus andrer ehe mit Gertruden Vok«mers von Metz tochter, Werner Ventil Kolb von Wartenberg,dessen am ersten an. 1289 gedacht wird. Er bat noch an. i;,?gelebet, und von Gertrud VolmerS von Leiningen Ritters lochte^2 söhne hinterlassen, davon Werner der i V, Kolb von Warten-berg Ritter, genannt von Lumersheim, das geschlecht fortgepftantzk.Er lebte an. i;4s, und heyrathete Agnesen Albertt von Lumers»heim Ritters, und Adelhcit von Mundersheim tochter, mit wel»cher er, was die Kolben von Wartenberg zu Lumersheim und inderselbigen gegend besessen, ingleichen das Wangerheimer leben,und die gefälle zu Isenburg bekommen. Er hat mit ihr gezeuget,Cunradum, so sein leben meist im kriege zugebracht, und ohnekinder mit tobe abgegangen, und Albrechten, Kolb von Warten-berg, so an. 140; gelebet, und ein vater worden Johannis undCunradi. Johannes Kolb von Wartenberg starb um das jähe1481, da er über 80 jähr alt war. Aus erster ehe mit MargatethaRudweinen von Durckheim,Johannis, deö letzten dieses geschlechtStochter, zeugte er Cunrad den I Kolb von Wartenberg , welchersonderlich mit den Grafen von Leiningen wegen seiner mütterlichenerbschafft, und an. ,47; mit Pfaltzgraf Ludwigen dem sthwartzenstreikigkeiten gehabt. An. ,49» ist er schon todt gewesen. Seinesöhne von Elsa von Fricsenheim waren Cunrad II, und Johann,welcher im ledigen stände gestorben. Cunrad derU, Kolb vonIV theil. Nnn nn r War»