Band 
Vierdter Theil
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Laster, sich nicht mehr regieren lassen, keine von den dißherlgen ta«xen mehr bezahlen , und alle ihre nachbarn zu einem gleichmäßigenElchlug bewegen wollen. Zu Blackhcal, unweit Lonben, nah-men ,le eine allgemeine Musterung vor, und näherte» sich nachmalsder gedachten Hauptstadt. Unlerwegens begegneten ihnen Königli-che Depulirle, welche die Ursache ihres beginnens zu wissen begehr-tem Diese fertigten sie mit folgender antwort ab: sie hätten demKönige wichtige angelegendeiten vorzutragen, und verlangten bau»nenheco, daß er zu ihnen kommen möchte. Die geheiMde Räthe,fonderllch aber der Cantzler, Simon Sudbury , Ertz Bischofs vonCauterbury, ingleichcn der Schatzmeister, Robert Haies, wider-rietyen solches dem Könige, und als derselbe nichts destowemgerMit einem kleinen gesolge den redeüen biß nach Rvtherlhith zu was-fer entgegen zog, verhinderten sie, daß er nicht, nach deren wil-len , zu ihnen an das land stieg; aus deyforge, daß widrigen fallsseine person in gefahr gerathen möchte. Dieses mißtrauen erhitztedie aulnihrer noch mehr, fo, daß sie ihren marsch immer weiterfortsttzten, und den andern junil in die vorstaol von Londen , South-warck, kamen. In die stadk selbst wolle ihnen die Obrigkeit deneiligang mit gewnic verwehren ; allein die dürger machten ihnenglitwillig die lhore auf. So bald solches geschehen, begiengen ste un-zählige messe. Den vorgebuchten Ertz-Bischoffvon Canterbury,nebst dem Schatzmeister holten ste aus dem Towcr, und schlugendeyden die köpffe ab. Den Ertzbischösiichen pallast zu Lambelh,wie auch des Hertzvgs von Lancaster pallast m der sogenannten Sa-voye, legten sie mit allen darinnen befindlichen koubarkeiken, völlig>n die asche. Noch viel andre Häuser verbrannten sie, nach vorher»gegangener Plünderung, und m denen, welche sie stehen liessen,lhauseten sie nach ihrem eigenen gefalle». Allen Verbrechern öffne-reu sie die gefängnisse, und damit dieselbe auch inskünfflige sicherseyn möchten, so verheerten sie alle wider sie vorgebrachte klagen,iriqi»silional>artic»l, und was nur wider sie dienen kunte. Hinge-gen alle ?rokeü'ores ^uriz, so viel nur ihnen in die Hände fielen, wü-sten sterben, und in den sogenannten lnnr ok t^ourc und rechls.coi-leZm verwüsteten sie alles, was sie von rechts.düchern, aclen undandern dvcumenle» antraffen. Inlonderheit erwiesen sie sich un»barmhertzig gegen die ausländer, und vornemlich gegen die ausFlandern , welchen letztem, damit sie seidige erkenne» möchten, siedie werte brodt und kä,e auf Englisch aussprechen hiessen ; wen» sienun an stall hiesst anst eheste, nach ihrer Mundart droost anst L-iesesagten, so war nichts, daß sie von dem lobe beftcyen kunte. Einenkauffmann zu Lonben, bey welchem vormals Wal Thier >eine fah-re hatte ausstehen lvllcn, ließ er bloß deswegen hinrichten, well erzu dcrseldige» zeit etwas scharff gegen ihn gewesen war, noch vielerander» Unthaten zu geschweigen. Der König sahe kein ander imt-lel, diesem Unwesen zu steuren, als daß er einen allgemeinen Par-don vor diejenige, welche alsbald d»e Waffen niederlegen wurden,publlcicen ließ. Denselben acceptirten zwar die allermeisten, ab-sonderlich die von Esser, allein Wal Tyler, mit ohngefehr roooo,meistenthests Kentlschen männern, weite diesem exempei kemeswe«ges folgen, sondern fuhren vielmehr fort, es recht arg zu machen,und zwar unter dem vsrwaude < daß man ihm und seinem anhangenoch bessere vorschlage thun wüste. Wiewohl ihm nun unterschie-dene geschahen, welche mehr als zu gut waren, spannte er dochimmer die säiten höher, biß endlich der Königin begleitung seinergarde, und einiger Lords, wie auch des Mawrs unb etlicher Al-Lermänner von Lonben, in die gegenb itzlbesagter stadk, welcheSmithfield heißt, sich verfügte, um Wal Thiers forderungen »neigner Person anzuhören. Zu solchem ende ichickre er den Ritter,Johann Newton an ihn ab, welcher ihn erinnerte, daß er den Kö-nig nicht möchte allzulange auf sich warten lassen. Hierauf gab erzur antwort, er wolle schon kommen, wenn und wie seine eignebequemlichkeit eS zuließe. Er marschirte auch würcklich so langiay,fort, alS ob er selbst allbereit ein grosser König gewesen wäre ; wieer denn solches gantz gewiß zu werden sich halte träumen lassen. Inwährendem seinem gravitätischen marsch kam der vorgedachte Rit-ter noch einmahl, und hieß lhn eilen. Hierüber, gleichwie auchdaß derselbe, da er mit ihm geredet, nicht von dem pserde ge-stiegen , ärgerte er sich dergestalt, daß er sein stilet über ihn zog,auch noch in des Königs gegenwart nicht eher sich befriedigenließ, als bis auf vieles letztem befehl der Ritter lein eigenstilet, zum zeichen einer iubmMon, dem rebellen überlieferte. Ge-gen den König selbst erzeigte er sehr schlechte ehrerbielung, und ebenso grob waren seine prserenüone«, z. e. daß dre allen geietze abge-schafft werden sollen; daß man ihm das schwerdt, so bißhero dcmKönige vorgetragen worden, einhändigen solle, unb so weiter.Der Lord Major von Londen, Wilhelm Walworth, und der Al»dermann, Johann Philpot, baten hierauf«» geheim Richardum lt,daß er thuen erlauben mochte, diesen frechen aufrührer in arrest zuNehmen. Da sie nun mit genauer noth, wegen der daraus zu be-sorgenden gefahr, solche einwilligung erhallen, schlug Walworthmit seinem schwerdt Wat Tylern von dem Pferde herunter, undPhilpot, nebst andern anwesenden, gab »hm ohne Verzug den rest.Andere schreiben, es habe Wat Tyler bey seiner Unterredung mitdem Könige, mit der einen Hand dessen Pferde zäum gehalten, mitder andern aber sein eigen stilet vor dessen äugen herum geschwenckt,welches nachdenckliche bezeigen odgedachte 2 manner veranlasset,dem rebellen auf die erwehnte art das leben zu nehmen. So baldseine rotte dieses sahe, wurden in einem augenblick auf die, so sichan ihm vergriffen, sehr viel bogen gerichtet. Allein der König,ungeachtet er damals nur 15 jähr all war, ritt mttgrosserhertz-hafftigkeit unter sie hinein, und rieff: Was? wolt ihr euren Kvnigröbten ? bekümmert euch nicht über den Verlust eures fuhrers, ichselbst will euer Hauplmann seyn, und euch verwllligen, was ihrVerlangt. Diese Worte hakten einen solchen nachtriick, Vaß vie re«

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besten mit frcüdcn den König unter sich nahmen, und Mit ihm nachSt. George'.fieid's marschirten, nicht zweiffelnd, daß sie nun,nehmalles erlangen würben, was sie gesucht. Unterdessen eilte Wal»worlh in die stadt, und brachte daselbst in grosser geschwindigkeit10000 wvhlbewaffnete bürget zusammen, auf deren anwarsch dieaufrührer unverzüglich die Waffen mederwurffen, unb um gnadebaten. Es ließ auch Richardus 1t ( nur etliche von den vornehm-ste» ausgenommen ) ihnen solche wicdcrfahreu; ungeachtet von der»Grossen, die er um sich hatte, die meisten den rath gaben, basier,zu einem schrecken der übrigen, alsbald; bis 400 ,olte hinrichtentasten. Nachdem diese empdrung solchergestalt völlig gestillek wor-den, belohnte der König diejenige, so das meiste zu deren Unter-drückung beytragen helffen. Unter andern aber vermehrte er daswaven der stadt Londen mit einem stilet, zum zeichen der absonder-lichen treue, so sie bey dieser begebenheit an de» tag gcieget»

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watzborff/ eines von den allerältesten und berühmtesten adli-chen thurmer.gcschlechtem in Teulschland, für dessen haupl-stamm»haußbas Rittergut AttemGesaß im Vogttande, bey Lodenstem ge'legen, gehalten wirb, welches a».;; z erbauet, und von demselbenbiß hieher unverrückk besessen worden. Nachgehende! hat es sich i»Thüringen , insonderheit in dem Manßfelbtschen, ausgebreitet, undviel berühmte leute hervor gebracht. Den ehemaligen tburnierenhaben sie unter dem namen von watzenßdorfffleißig beygcwvh»net. In dem 15 scculo ist Georg von Watzborff in der damals be-rühmten gefürsrelcn Retchü-Abley zu Salselb Abt gewesen. Indem ftculo waren Calharina und MargaMha von WatzborffAedlißinnen des Jungfraucn-civsters zu Weissenftiß, die beyde irtihren testamenten das armuth, kirchen und schulen, auch ihre ge-schlechts-verwandken zum studieren, mit sehr mildreichen stiffkungenbedacht, so biß aufdieftn tag denewelben zu Weissenselß »nb ausserUliiversität Leipzig zu statten kommen. Caspar und Voürath vonWatzborff sind bey Luthers ihres religions-eysers halber in besondersvertraulicher Hochachtung gewesen. In dem obangeregten 1? iecnlowaren Rudoiph und Cuntze von Watzborff der jungen Grafen vonManßfcld vormündere, deren sänitliche wape» noch zu Schravla»am schlösse in einem sehensroürdigen monument sich zeigen. Vondiesem uralten geschlechte ist an. iS;o ein stamm-baum zuZwicka»heraus gekommen, der erstüch von Cvnrad von Watzborff an.zierlich enlworffcn, hernach 1617 von Vollralh von Watzborff aufReuth fortgesetzet, und endlich von Vollralh von Watzborff inSchraplau , biß auf i6;o erstrecket worden. Dieser smor des letz»tern stamm baums ist ein grundgelehrter Cavalier, und bey i, Chur »und Fürstlichen Printzen Hofmeister gewesen. Die z» allen zelte»errichtete, an. 1544 aber erneuerte, und an. 1626 verbesserte ge«schlechls-ordnung, worauf die üileressenke» im Voigtlaube, Meis»scn, Thüringen , Sachsen , Grasschaffl Schwartzburg, Manß»seid, SwUderg unb Neusse» gewiesen, ist aufgottrsfurcht und allehoch-abliche lugenden gegründet; zu derselben und anderer vorfal-lender angelegendeiten genauerer beobacht»«», die von undenckli»chen zeiten angestellten geschiechts-tage, oder öffentliche zusammen»künstle, annoch ihren fortgang haben. Das geschlecht wird sonstin drey Haupt. ttiiien, als die Alten - Gesäßrsche / Erdeborni»sche und Lhristendorffische abgetheilet. Von itzlecmelblerEroebornischen unie, so un 17 seculo aucs in der Ober - Laußnitz,auf den Rttker.gütern Crostau und Rodewitz sich bcrfür gethan^stammet her Christoph Heinrich , des Heil. Röm. Reichs Graf vonWatzborff, Herr auf Crostau , Stellen, Bürckenheyda, Wiese tc. rc-Dom.Prodst m Bautzen , des hohen Sliffts Missen Dom. Herr,Kvnigl. Poln. und Lyur-Sächsischer Estats-und Cadinets-Mini»stcr, würckltch geheimder Rath, Oder-Steuer- auch General--Accis-Oireüor, Cammer.Herr und Ereyß-Hauptmann des Leipjt»ger creyses, sowohl Ritter des Polnischen weissen adlers. Durchdiese von Kaylerl. Majest. aus eignem dewegnisse an. 1719 erlheiltsGräfliche würde ist, wie dem sämtlichen adlichen Watzdorffische»geschlechte, also vvrnehmiich der Erdebvrmschen linie, am meistenaderbannneo der Gräflichen familie ein grosses ansehen zugewach»stn. Derselben odermeldtes graues alterihum und ausnehmende»rühm wird in einer historisch-gencalogischen schriffl, daraus vor»stehende gcmtze reiation vorläuffig communicirt worden, Georg Wilhelm Kirchmaier , kross t'ubl. zu Wiltenberg, der Welt mitnechsten vorlegen.

Wavre/wavern/eine stadt in Brabant , in der Graf »schafft Walheim, 4 weilen von Brüssel, welche an. 1647 von Lei!Frantzosen geplündert worden. steter. L-lg.

Waxholm / siiehe Wachsholm.

Waywode/ siehe Woywode.

Wazzo / Bischoff zu Lüttich , war ein gebohMr Graf vonJüttch, und ist merckwürdig sowohl wegen seiner wähl, die an-1042 geschahe, da er eben seinen ro;ten gebuhrts-tag begieng, alSauch wegen seiner lebens-art; denn ein steinerner stuhl war sein bet»te, wasser sein geträncke, bohnen seine jpeise, und sein brodt waeaus Haber gebacken; weswegen man auch bey seinem an. 1048 er»folgten tobe den vers Machte: äms ruec munstus, czuam kurgeL^srro tecunstus. in libr. l ste l-eost, ttlli. Lpilc.

I.eost. Icripr. Lpitc. I.eost.

weberlittgen / siehe weferlingen.

U)echelius / ( Cbristianus) ein berühmter buchdrucker vonParis , fieng bereits a.n. r ; ;oan bücher zu drucken, unb zwar theilsGriechische unb Hebräische. An. l s?4 bekam er viel ungelegenheit,weiler Erasmi buch ste, imerstlüo csrnium verkanffr, welchesdie theologische faeultät zu Paris verboten Patte. Es wird sorge-IV theil. Ooo 00 geben,