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laus hiekaufden kandftieden zu Eger publiciret hätte. Ein gleicherkrieg war zwischen dem adcl und einigen Fürsten , welchen desersteren theils vorgenommene raubereyen erregten. Nach Italien ist Wenceslaus nie gekommen; er machte aber die Visconti zu Her«tzvgen von Mayland , welches ihm von den meisten unbillig verar-get wird, indem dieselbe dennoch Vasallen von Deutschland geblie-ben ; gleichwie auch die verkauffung der frcyheil an viele Itaniumsehe städle ihm zwar vorgeworffen , aber von niemalid recht bemie»sen wird. Die Böhmen, und insonderheit die Prager -burger wa-ren , wegen vieler von ihm ausgeübten grausamkeiten , vornemlichaber auch deswegen nicht mit ihm zufrieden , daß er dem Beicht«Vater seiner gemahlin / und Keätori der Universität , Johann Hus-sen, allzuviel nachsähe, und dadurch nicht allem die zwistigkeitenin der Religion, sondern auch den Untergang der Pragischen uni«versirät, von der die bürgerschaffl ihre beste Nahrung zog, veranlaß-te- Denn weil die Universität m 4 nationen eingetheilet war, derenjede eine stimme bey L.«<stor->vahlen und andern, fällen bißher ge-habt , so verordnete WenceslauS , daß die Böhmen allein dreyvor», die; übrige, als fremde, aber zusammen nur eines habensollen, wodurch diese an. 1409 in 40000 starck aus Prag zogen.Öd nun gleich viele andere thaten Wenceslai keineswegs verthei-digt werden können , so dient doch dieses einiger mästen zu seinereiuschuldigung , daß er zweymal das Unglück gehabt, gisst zu em-pfangen , weiches zwar durch hülste der meclicore-ni ihm an demleben nichts geschadet , jedoch beständig eine solche Hitze bey ihmhinterlassen , baß er dadurch veranlasset worden, sich in dem truncköfflers zu übernehmen. Wenn nun dieses geschehen , begrenz erviele wunderliche excesse; sonst aber war er ein Herr von gutem ver-stände , mit dem auch wol auszukommen war , wie iolches Ed-mundus Dmlerus, so sich als Gesandter an seinem Hofe aufgehal-ten , von ihm rühmet, aus welchem auch dieses zu ersehen, daß esfalsch ist, wenn man vorzieht, der scharffriivler sey sein gevattergewesen, indem es ein tradcmt an seinem hosiwar. Ubecdicftsistnicht zu läugnen, daß die Praglsche bürger sich mehr gegen ihn, alser gegen sie , vergangen, und ohne hinlängliche Ursache auftuhrerreget. Dergleichen geschahe au. r;94, da er durch einige conspi-ranken gefangen genommen , und in einen hurm zu Prag gesetztwurde, woriimen er is Wochen zubringen miste. Endlich bat ermir so viel, baß er sich in der dabstube nur eiunal von dem uusialhsaubern möchte, welches er auch erhielt, uib ward in aller stilledurch 4 statt- knechte biß an die dabstube an bs Mulda begleitet. Erwurde aber mit einer dade-magd Susanna e»S, baß sie ihn durcheine verborgene thür an die Mulda dringen säte , allwo sie sich aufeinen kahn setzten, und zu dem schloß Curatic zusegelten , woselbster von dem Commenbanlen aufgenommen nurbe. Die Susannawurde nicht allein reichlich belohnet, sonben auch seine «Ereile,und ließ Wenceslaus an demselben orte eine schöne badstude erbau-en, weiche er der Susannen verehrte , wobey er ber gesammlenHader-zniiffl grosse privilegi» ertheilte. Nech diesem begab er sichauf das feste schloß Ziedruck, ließ dicMiam, welche an der conspi-raiion theil gehabt, an. izysnach Caclstan invimen, und ihnenbaseidst die köpffe vor die füssc legen. Hierbev verblieb es nicht,sondern die Böhmen nahmen ihn bald darauf von neuem rn arrest,und überlieferten ihn in aller stille an Aldertum von Oesterreich nachWien , allwo er in einem thurm verwahret wurde. In diesem ge»fängnißmuste erlange aushalten , biß ihm ein fischer , namensHa»ß Grünbler, einen seidenen strick zupraclicirte, an welchemer sich in einen aufder Donau hallenden kahn herunterließ, da ersich nachmals wieder in Böhmen verfügte, in bMIers-habil aufdaStchloß Wischcrab kam, daselbst ben Hauptmann in arrest nehmenließ, und unter dessen siege! den Rath der altm stabt Prag aus dasschloß forderte, da er denn allen die köpffe abschlagen ließ, den fischeraber zum Edelmann machte. Bcy allen diesen umständen wardie strenge destraffung der rebellen Wenceelco nicht zu verdrucke».Inzwischen, weil er bey diesen lroudlen sich des Teutschen Reichs»och weniger annehmen konte, so »ahmen seine feinde gelegenheitzu Lohenstein zusammen zu kommen, und nach deymessung unter-schiedener lasier und einer unverantwortlichen nachläßigkeit, diejedoch in vielen stücken noch schwer würbe zudeweisen gewesen seyn,ihn förmlich abzusetzen. Wenceslaus aber bekümmerte sich des«wegen so wenig, daß er nicht das geringste wieder seine Gegen«Kayser Rupertum und Jodocum vornahm,sondern vielmehr Nürn berg und etliche andre Reichs-stäble vor etliche eymer Bacharacherweins ihrer pfljchr loß liesse, und endlich seinem drudcr Sigismun-do durch einen vergleich, darin» ersich nur den «amen eincs Rö-mischen Königs vorbehielte, die Kayserliche regiccung willig über»'leste. Nach diesem lebte Wenceslaus noch gantze ipiahre ruhigm Böhmen , biß er eines unvermulhctcn lodes starb. Denn alssich einsten ein starcker lumult zu Prag erhub, und er sich darüberhcfflig erzürnet, wurde er vorn schlag gerührel, und starb den 16cllig« an. 1419. /kest/sz/'.
bild. Lok. Kitt. Lok. in oosmoäiom.ierar.
6 c. 70. in ckron. sn. i;78-Lc. 1400. /.et-
in ckron. 8pirenti. //gzec. n. 624. c. S n, ;«l.
ezril. I. 4 c. 1. Milccll. 6ec. 1 I. 7. leck. 2 c. ;.
Lönjge in Böhmen ,k. ein söhn Wralislai l und encke! des erstenChristliche» Hertzvgs in Bohmen , Borzivoji t und der H. Ludo.milla, von der er noch bey lebzeiten,eines vaters gottselig erzogenmilideriahrig, als sein vater an. 916 mit lobeadgieng. Seine mutter, die gottlose Drahomira, führte daherodas reülment, ,edoch imi solcher verfolgn»,, der Christen, und so^ die Stände an. 9-1 Wenc-slaun. , d!r«um 14 fahr alt war, nach ihrer abfttzung zum Hertzog machten.
wen
Doch besaß er nicht mehr als das Hsrtzoglhum Prag , sovon Bohmen zur luicken der Eibe begriff, indem,ein jü mmr knder Boleslaus, das Buntzlauer Hertzvglhum aufder an ew sMder Elbe» kraffl der, väterlichen Verordnung, Me hatt/ rw,Henrico äucupe, Kvnig in Teutsch land, verfielet an öneu krieg ,, und ward gezwungen, ihm Intel zu bezahlen M !aber der lungere bruder Botesiaus sich dessen weigerte,weder Henricus /mcep- oder Otto IA. hernach denselbenhvrsam zu bringen Wenceslai hülffe nöthig hatte, erbei, er, »nicht allem allen tribnt, sondern machte ihn auch «i-mschenckte ihm Mähren , so damals durch die Ungern gantz 2 !°!morden war, und erlaubte ihm , den adler in seinem wavM -fuhren. Bolesiaus aber nahm im folgenden jähr 9-8 ack/eob ?da er Wencesiaum unter dem schein einer freunbschM nach R,»»lau eingeladen, ihn in der kirche umzubringen.
»ä »n. 9;°. bitt. 8»x. l,k. I.
none 8. WenceLl», Äs». in epn. r. i p. ei. ^,5/^ ^.,^7
tntd 18 -E. I. 4 ^ ;. «.^. p.„8.
ex»r. 1.1 c. 6, 7, 9. Ach/ceL, äec. i l. 7 c. 14 p,°
Wenceslaus U, Hcrtzog in Böhmen , des Bönigs Mr««U enckei^, Hertzogs Svbiestai l ,ohn, und Sodieslai ll jünam,bruder, luccedine seinem velter Cvnradv ll an.ii9v,unbwarbMden Böhmen , insonderheit ben Prägern, geliebt. Aberbeswrmaligen Hertzvgs Friderici bruder, Primislaus II. strebte noch b»regierung, nnd erhielte auch seinen zweck drey monat nach Mm.ceolai erlangter Hertzvglichen würbe. Weil aber dieser sich m bMKayser Henrico il verfügte, demselben ein stück gelbes versprach,und PrimiSlaus m die Reichs-acht kam, misten die Böhmen aufdes Kayscrs bcfehl Wencesiaum wieder annehmen. Dochalsdje.ser auf dem wegc nach Böhmen begriffen war,nahm ihn dcrMara,gras von Meisscn, Albertus,gefangen,worauf er kurtz hernach,WIhm folgte Brzelislaus Henricus Bischofs zu Prag .
c. 8- p. ;L7. //-i/ti-n. ez-li. l., c. 12. Mistel«. (Icc. ,, ,keät. i c. 28. ^
wenceslaus M> (1) mit Lem zunamen Oltocarns, »hekauch der einäugige/weil er aus der jagd ein äuge verlebten, K-nig in Böhmen , und hernach in Polen , Primislm >> Oliocari, derdie Königliche würde erblich aus die Böhmen gebracht, söhn, warbin scmer zarten kuidhcil an. 1226 bereits zum Nachfolger »neulichund an. 1228 gccrönel. Er führte gleich ,m ersten >ahre niil den,Hertzoge von Oesterreich Fcidcrico iin »amen des Kniyersssiberi-ci 1 1 krieg, und »ahm Wien cm, wovor ihm von dem Wy,» sicherfolgten frieden an. 12;; eine ziemliche summe geldeS mgen aus-gewandter kosten bezahlet wurde. AlSuachmalsbieTartawMMgrausamen strciss durch Polen und Ungarn thaten, kamensiean-1241 bis in Mahren , wurden aber mit grosser laPffcrkat fo Mchals der Hectzog von Öesterreich, der im folgenden sahre am gl.i»chen cinsall >» dieses land gethan, herausgeschlagen. Wamir^Sder Oesterreichische stamm mit gedachtem Frldcrico adM>, de«müheie sich WenccStaus dieses land mit Böhmen zu vnkmM,uns schickte seinen söhn Pnmislaum , insgemein allem Oimrgenannt, mit einer armee dahin, welcher unterschiedene Me an-nahm, und hernach gar sich mit der Oesterreichischcn PmtzchiiMargarethe» vermählte, davon unter dem anseist PritiusiauslllOllocarus. Mit eben diesem lohne hatte Wenceslaus an. u;dgrossen verdrus, so gar, daß es zu öffentlicher rupwe kam, lmö ver-schiedene vornehme wider Wenceslaum zu feite gienge». Ob»»»gleich valer und söhn sich wieder vcrsvhiuen, blieben bcch Nie!»schtedenc schlösser piaudS weise, wegen ausgewanbttr kssie», i» ei-nige Herren hanbeu. Daher als Wenceslaus III an. irzz ßaed,die gelreuesle IVliinticr ,emcn lvö so lange verschwiegen hiciicinlchdieselbe, nachbeili sie unter emei» andern verwand nach Hose kc-russen worden, daseibst theils mit gulen theils mst dösen lvnlkilgenölhigel worden, gedachte fchlösler wieder abzutreten. LM-i>-4ÜÜ. c. 8 z>. ;7I. ez)ir. I.; c. 14. miste!!, sen I
>. 7 1eät. 1 c. ;o.
wenceslaus I V , unter den Königen II, ein söhn Königs!si»-Misiai Ilt Ottocari, war nur 8 lahc all, als fein vaker mi-irMder fchlacht bey Marchfelb wider Rutvlphum Hablv. Mia»leben kam,und daher war iii Böhmen damals großes elend,Mitdie feindliche völcker darum grausam haußlen, und Oll» l-°V>Marggraf zu Brandenburg , der simes valcrs fchwester W Mhalle, und die vormunbfchassl führte, das land mit MstM lMli-lich preßte, und dcu Printzeii selbst nicht eher wiedergab, bis Wieine groise summe gelbes bezahlet wurde. Der Kayser AMMshmgegen bezeugte sich sehr gnädig gegen thu. Denn naMiii »an. 128; die regierung angeirclen, gab er >hm dreyMMagseine tochter Judith zur ehe, und bestätigte Ml unb «einen »M,kommen die Ehur-würde, das Reichs-V-caEdurch Meinen,»Eryschenckeii-aml, das recht aus daö Fürstenthum Breylau M >Marggrafschaffl Laußmtz, dieHerr,eyafflEgerunbanttlsin^.Den ansang seiner regierung machte er uut destraffung mnehmen von adel, absonderlich l» Mahren , welche ,
und dem lande treulos gehandelt hatte».. Er brachst öawusReich durch gute ge,ctze und allerley gcbauve, wie auch dEdesscrung der müntze m gute ordnuug. A». 1191 lchst >b '>Mutter fchwester Griffma, des Herzogs ^estl bi>gr->>> A ntcrlaffene wiltwe, zu einem erde» der öderschaffst C ^ ^
Seudomir ein, und als die Polen stlche nicht gütlich e .wollen, eroberte sie Wenceslaus mit gemalt.erst zum König kröne», weiches um unbeschretblMie vE Mhe, wiewohl die sreude durch den tobt lemer SEM , » ^
tage darauf erfolgte, gestoret wurde. ^ Jw ^olgeiive» I ö V ^
eine reise nach Ergrau, vermehrte vicft iradk mit schM» ß