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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ten , dahero ihn einige in den damaligen Pietistischen streitig-keiten einiger Unbeständigkeit beschuldiget. Seme anmerckun-gen über das Neue Testament und die P,almen werden sehr hochgehalten, doch setzet man an ihm dieses aus, daß er in seineredikton von der Bibel einige stellen verändert. Fijcblmi me-morise Theologor, Wiirtemb. P. XI.

t Er war den 7. septembr. an. 1664. gebohren, und ist denr8 decembr. an. 1^04. gestorben. Seinen vatter gleichesnahmens, welcher J. U. L. und Cantzkey - Advocat war , hater rn dem vierten jähre seines alkers verlohren. Nebst dreytheologischen disputationen hat er auch geschrieben: GonPpe-ctus Jurisprudentia; Naturalis; Dissert. de Clypeo S. Geor-gii seu Foederc Süevico; Sicilimenta Philosophie Juris exGrotio ; wie auch verschiedene predigten und Teutsche tra-ctätlein. Man hat von ihm nicht nur das Neue Testamentmit anmerckungen und Nutzanwendungen, sondern auch eineneue ausgäbe der gantze» heiligen Schrift Alten und NeuenTestaments mit nützlichen summarien, vielen parallelen, vor-reden rc. in den druck gegeben, welche von verschiedenen Theo-jogis ist angegriffen worden. Vjuffius , de act. scriptisquepubl. Eccl. Würtemb. c. 4. Bttddti isag. adTheol. üb. II. c.8.M. Sternvoeeg. MSct.

Hedio, (Caspar) war zu Etlingen in dem Marggraf-IHum Baden, einem dorfe, nur eine stunde Wegs von Ba­ sel gelegen, gebohren, wurde zu Freyburg Magister Philoso-phie , und zu Basel voctor Theologie. Er bekannte sich zuder Lutherischen lehre, und begab sich nach Mayntz, um da-selbst einen Prediger abzugeben. Weil ihm aber die Cathvli-sche Geistlichkeit daselbst sehr zuwider war, wendete er sichnach Straßbura , allwo er nebst Capitone und Bucero denCatholischen gottesdienst abschaffte. Hierauf berief ihn derChurfürst zu Cöln Gebhardus, baß er nebst Bucero die Pro-tcstirende lehre in dem Ertz-Btßthum einführen solle; wie erdann zu dergleichen werck, wegen seiner sonderbaren sanft-mutb und kaltsinnigkeit , die gleichwol mit einem sonderba-ren eifer begleitet waren , vor andern tüchtig gehalten wur-de. Allein, als Kayser Carolus V. auf einer reise in Nieder­ land , samt vielem volcke, sonderlich von Spaniern , nachBonn käme , war Hedio und Bucerus in ziemlicher gcfahr,und muste sie auch der Ertz- Bischoff auf des Kaysers anhal-ten von sich lasten, da sie beyde wieder gen Straßdurg gien-gen, allwo sodann Hedio mit predigen, lehren und dücher,schreiben bis an seinen tod fortgefahren, welcher den 17.vctobr. an. 15s». erfolget ist. Von seinen schristen sind fol-gende noch übrig k 8enno de Oeeimis ; 8maragdi AbbausCommentarii in Evangelia & Epistolas; Historica Synopsis ,qua Sabetlici Institutum prosequitur ab an. 1^04. ad annumusque 15;;.; Chronicon Abbatis Urspergensis correclum}Paralipomena ei addita Rerum niemorabiliorum ab an. 1250.ad an. 1557.; & Chron. Germanicum . Sonst hat er auchsehr viel gute und nützliche, sowol theologische als historischebücher, von alten und neuen , zu grossem nutzen der damaligenzeiten ins Teutsche übersetzet. Adami vite Theolog. p. 116.seq. Scuitet, ann. Ev. *

t Er war nicht in dem unweit Basel gelegenen dorf Etlin-gen, sondern in der kleinen stadt dieses nahmens, welche inder obern Marggrafschafft Baden , etwa» fünf stunden un-terhalb Rastadt liegt, und wegen den daselbst öfters gestan-denen limen bekannt ist, gebohren. Man siehet dieses unterandern aus einer inscription , welche derselbe verfertiget, alsman eine eherne tafel, auf welcher das bildnis Neptun!,samt einer alten Überschrift war, so man daselbst gefunden,an einem öffentlichen orte aufstellcte.

Pedros, oder Handros, siehe Andro.

St. Hedwig, Henrici Aucupis tochter, und des KaysersOtconis I. schwester. ( Stehe Henricus Aiieeps.) Sie wur-de an. 958. an Hugonem M. Grasen von Paris vermählt, (sieheHugo der grosse) und war also Hugonis Capeti mutter.Man weiß nicht eigentlich, wenn sie gestorben. An. 96;. hatsie sich nebst ihrem bruder, dem Kayser Ottone, annoch z»Cöln befunden. Rotgerus, in vita 8. Brunonis ap. Surium , add. 11. octobr. c. 41.

St. Hedwig, Königin von Pole». Sie war des KönigsLudovic, aus Ungarn tochter, welcher nach dem tobe Casimiri lll.des grossen zugcnannt, das Königreich Polen erhielte. Nach-dem ihr vatter den 15. septembr. an. izgr. gestorben, verlang,ren die Polen von dessen wittwc Elisabeth , die Hedwig , ihrejüngere tochter, um selbige zur Königin von Polen zu crönen,»veil ne den Marqgraf Slgismundnm von Brandenburg, deSKaysers Caroli IV. söhn , welchen sie zuvor wegen seiner qe-mahlrn, des Königs Ludovici ältester tochter, erwehlet hatten,nicht annehmen wollten. Elisabeth schickte endlich den Polen auf ihr inständiges anhalten an. 1484. die Hedwig, und warbsie den 15. octobr. zur Königin von Polen gecrönet. Sie waraber schon von. ihrem vatter Wilhclmo, Ertz-Hertzogc in Oester­ reich , versprochen, als ,cr aber in Pole» mit einem grossen schätzankam, und du Vermahlung vollziehen wollte, ward er mitziemlichen Verlust lvieder zurück getrieben. Denn es hatten bkPolen ein absehen mit dieser Vermählung aufIagellonem, Her-tzog,n Litthauen, um dadurch dieses land an Polen zu brin-gen ; wollte aber Hedwig in die angetragene Vermählung mit

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«>aqellone nicht eher einwilligen, als bis sich selbiger ein Christzu werden erklärte. Er wurde dannenhero den 14. febr.an.i, 8 <S. getauft, und UladiSlaus gcnennet,, auch darauf die Ver-mählung vollzogen, er zum Könige gecronel, und nachgehendSLitthauen mit Polen verknüpft. Hedwig starb endlich an. 1599.nachdem sie zuvor mit einer jungen tochter, Elisabeth Bvnisa-cia, die aber nur drey tage lebte, niedergekommen war. Siehinterließ von allem ihrem geschmeibe und von ihren kostbarkei-ten die helfte den armen, die übrige helfte aber wankte sie an,um die qebäude der Universität, welche Casiiyirus zu Cracau angefangen , zu vollenden. Es werden ihr viel wunder zuge-schrieben , dahero sie in der Catholischen kirche unter die Hei.ligen gezehlet wird. Fu/JUn. in chronic. Poion. Oomerus,Hartknocbius , histor. Poion. pag. 78. seq. Dlugoß hist. PoL

üb. X.

St. Hedwig , Hertzogin in Schlesien und Ober-Regentinin Polen , war eine tochter Bertholdi IV. Hertzvgs zu Mera,nien und Jstrien , und Agnetis Gräsin von Rochlitz. Sie ver-ehlichte sich, da sie zwölf jähr alt war, um baö jähr 1186. mitHenrico I. Barbato, dem mächtigen Hertzoge in Schlesien,welcher auch ein groß cheil von Polen befaß, und zum Ober,Regenten daselbst angenommen wurde, und brachte ihm einensehr grossen braut-schatz zu. Sie gebahr ihm Boleslaum, >vel-cher den Lebußischen district, so damals zu Nieder-Schlesien ge-hörte , an Brandenburg verkaufte, und in der jugcnd zeitlichstarb; Henricum II. Pium, welcher succedirte, und das ge-schlecht fortpflantzte, an. 1241. aber in der schlacht wider dieTartarn sein leben einbüßte; Conradum Crispum, so an. iri;.mit dem pferde stürtzte und den hals brach, nachdem er mit sei-nem bruder Henrico in krieg und vielerley verdrieslichkeit gera-then war; Gertrudim, so Graf Otto von Witteisbach heura-then wollte, die aber als Aebtißin zu Trebnitz an. 1-62. gestor-ben ; Agneten und Sophiam, so jung die weit verlassen. Alssie diese sechs kinder zur welk gebracht hatte, fieng sie an sich al«les chlichen beyschlafs zu enthalten, so sie auch bis an ihresHerrn ende bey dreißig jähren continuiret. Sie rieth ihm auch,das reiche kloster Trebnitz, drey Meilen von Breßlau , vor Cister,cienser-Kloster-jungfraucn zu bauen, welches an. 120;. ange-fangen , und in sechzehen jähren mit sehr grossen kosten vollen-det war, und hat sie zu der fundativn und dem bau das grvsietheil ihres braut-schatzes verwendet. Im übrigen ergab sie sichgantz und gar einem andächtigen , strengen und tugendhafftenleben, so daß sie ihre meiste zeit mit bäten, fasten , castcyen,speisung der armen und Wartung der krancken zubrachte. Dieihr zustossende trübseligkeiten in ihrer familie, mit der KöniginGertrudiS in Ungarn , und ihrer rechter EUsadclh, Landgräfinin Thüringen , wie auch mit ihren brüdern, welche den KayserPhilippum umbringen lassen, desgleichen daß ihre söhne selbsteinander mir krieg aufzureiben suchten, der eine den hals brach,ihr gemahl von dem Hertzoge Conrado von Masau gefangen,und ihr söhn Henricus II. von den Tartarn erschlagen ward, ·ihr gemahl auch mit tode abgieng , hat sie mit der grösten ge-lassenheit erduldet, ohne einiges zeichen der bctrübnis von sichblicken zu lassen. Damit sie ihren gemahl ohne fernern kriegund blut-vergiessen aus der gefängnis Hertzvgs Conradi bringenmöchte, rei,ete sie selbst zu ihm, und erhielt durch ihr bittenso viel, daß ihr gemahl auf freyen fuß gestellet, friede zwischenihnen gemacht, und ihres sohns Henricr 11 . zwey töckiter deSHertzvgs Conradi söhnen zur ehe versprochen wurden. Die an.1241. geschehene Tartarische schlackt bey Liegnitz , und Niederla-ge der Christen, darunter auch ihr söhn Henricus geblieben, hatsie vorher angedeutet. Im übrigen hat sie das land Schlesienvortrestich cültiviret, städte angebauet, heilsame gesetze undordnungen aufgezeichnet, viel Teutsche da hinein gezogen, wel-che gute künste und wissenschafflen eingeführet. Endlich als sieihr leben biö gegen siebenzig jähr gebracht, und eine zeitlang ander fthwindfucht niedergelegcn, so sie sich durch ihr strenges lebenzugezogen, ist sie den i z. octobr. an. 1245. im kloster zu Trcb-nitz gestorben, und daselbst in der kirche begraben, nach dreyund zwanzig jähren von dem Papste Elemente canonisirt, undendlich zur Schutz-Patronin von Schlesien ernennet worden.Von ihren wunderwercken und ihrer strengen kebcns-art handeltweilläuftig das leben und die geschichte der heiligen Hedwig , soan. 1904. zu Breßlau das erste mal gedruckt, und an. 16,1.wieder aufgelegt worden, wie auch Rimplers vita B. Hedwigis.

Dlugojj. Mbbovta. Cromerus, hiit. Poion. Curaus. Scbtckiuf.chron. Siles . Cztfkonis Gynec. Siles . Hcnciiut. SucäSchlefische chronick.

* Hedwig, eine gebohrne Printzeßin von Saga», undgemahlin Fürst Bernhardt VI. von Anhalt-Verndrirg, bekaindie Herrschafft und schloß Bernburg nebst andern ansehnlichenHäusern und Aemtern zum wittwcn-sitze; suchte es aber an Mag­ deburg zu veräussern. Doch ward sie durch die sorgsalt der suc-cedirenden Fürsten hieran verhindert. Beckmanns Anhaltischechron. tom. V. üb. II. c. 4. 86- Sie war eines unruhigenund eigensinnigen gemüths, bezeigte sich auch in Reichs-steucrnund andern dergleichen stücken gegen den Kayser sehr widerwil-lig , und konnte ohne angedrohete erecution schwerlich zu etwasgebracht werden. Endlich bemächtigten sich die Fürsten deSschlosses zu Bernburg , darüber es zu grossen wcitlanftigkciten

S wmmcn schiene. Der Ertz-Bischoff von Magdeburg nahmder Furstm, der Kayser aber derer Fürsten an. Die sacke

ward