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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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hernia & Moravia, ibid. is8°· in 8. de Patefactione triumPersonarum in Baptismo Christi facta ; VVM Unterscheid desGesetzes und Evange-'ii ; von einem Versohn-opftr GOttes undMarien Sohn, IEsu Christo; Disputationes ; Oratione« &c.Ebertus , Leorin. erud. n. 50. p. 23.

Heider , (Daniel) ein berühmter Rechtsgelehrter, war vonNördlingen gebürtig, und wurde an. 1600. von der freyenRerchö-stadt Lindau znm Syndieo ernennet, bey welchem amt ersich insonderheit in dem streite wider die nahe gelegene Adtey ,welche der Hoheit über der stadt gebiethe, vermöge eines von Lu-dovico Pio oder Germanico ihr ertheilten diplomatis , sich an-massen wollte, sehr hervor gethan. Er gab an. 164;. ein gros-ses werck unter dem titul: Gründliche Ausführung der StadtLindau rc. heraus, und suchte zu erweisen, baß das gerühmte di-ploma falsch und erticbtet wäre. Wagnereck und Rasier, wel-che sich des klosters angenommen, und dessen gerechtigkeiten inöffentlichen sthriften verfochten, geben ihm schuld, daß er demfloster eine Zeitlang bedient gewesen, und bey dieser gelegenheiksich der besthaffenheit des diplomatis erkundiget, und der stadtziachgehends verrathen, welchem vorgebe» aber von der andernseile beständig widersprochen wird. Er starb an. 1646. in Lin­ dau , und sind seine wcrcke bey den Gelehrten wegen seiner grosssen ersahrenheit in den alten Teutschen Rechten und gewohnhei-ten in besonderm ansehen. Er hat über obgedachtes werck annochde Imperialium urbium Advocatiis geschrieben. Crnring. in cen-sura diplomatis Lindav. c. i. Tentzel. in histor. vindic. proConringio p. 10. Rasier, in vindicat, contra vindicias P. II. c.i. 91. 92. Wegei. de civ. Lind. praerogativa antiq. fest. I. §. 14.

* Leider, (Wolfgang) war zu Grelph im Thüringischen an.1998. den 14. dec. gebohren. Sein vatter ist gewesen Salo-mon Heider, ein landmann, der dabey gute studien hatte, der«der diesen seinen söhn anfänglich zum land - leben angehalten,aber fein gut geschicke hat ein anders gerathen, so daß chn dieeitern zu dem studiren angehalten haben. Nachdem er zu Hauseden ersten ansang dazu gemacht hatte, schickten ihn seine elternnach Ohrdruff; da er vornemlich von seinem vetter ValentinoFunckio, drey jähre durch , sowol in der gottesfurcht, als auchin der Lateinischen und Griechischen spräche ist unterrichtet wor-den , in welchen er mercklich zugenommen hat. Hernach hat erfeine studien zu Magdeburg unter Georgio Rollenhagio fortge-setzet , gieng darauf eine zeit noch nach Hildesheim , von dabegab er sich in feinem 22. jähre nach Jena , wo er an. 1981.die erste und an. 1983. die höchste würde in der Philosophie da-von trug. Hernach legte er sich gantz und gar ausdie Theolo,gie, doch so, daß er die Philosophie nicht gantz und gar liegenließ, fieng deswegen an fleißig collegia zu lesen, und zu disputi-ren, obgleich noch nicht öffentlich. An. 1,87. ward er in dasCollegium Philosophicum aufgenommen , und den 4. sept. ebendieses jahrs bekam er die stelle eines Professoris der Ethic undPvlitic. Er ist zwölfmal Decanus Philosophiae gewesen, undzweymal Rector, nemlich an. 1591. von dem 4. ftbr. bis aufden 9. aug. und an. 1607. vom 9. ftbr. bis den 6 . apr. Er hatdreymal geheurathet ^ziemlich das erste mal an. 1983. Marga-retham, Alberti Crusti , Curiae Provincialis 8 axon. Protonota-rii , tochter, mit welcher er in 16. jähren 6. söhne und 4. töch-ter gezeugel. Das andere mal an. 1600. Barbaram , QuiriniSaponis , Rathsherrn zu Jena , hinterlassene tochter, mitwelcher er in 4. jähren drey tochter gezeuget hat. Nachdem die-se auch verstorben war, so heurathete er an. 1605. Barbaram ,Johannis Breuningii, Pfarrers zu Birckenftlden, hinterlasse-ne tochter, des Georg« Limnäi, Professoris Publici Mathema-tum in Jena 'stiesslochter, welche ihm ebenfalls3. söhne und3.töchter gebohren hatte. Endlich üdersiel ihn an. 1626. den io.aug. ein heftiges fieber, und da hierzu noch andere zusälle ka-men , verschied er den 20. aug. Seine schriften sind folgende:Theologia in Obitum Joannis , Ducis Saxon. Jen« 1606. in 4.Actus Introductionis Gymn. Hag® Schaumburgicorum, Hag16x0. in 4. Hypotyposis Scholastici boni fimul & mali , cumejusdem Orationibus de Proverbio : Heroum filii nox®, Leip­ zig 1611. und X 6x6. in 4. Libellus de Ira cohibenda, Jena 1600. und 1608. in 4. Oratio de Vita & Morte Christiani II.Electoris Saxon, ib.1612. in 4. Oratiuncula Gratulatoria in Na-talem 20. Joannis Philippi, Duc. Sax. ibid. 1616. in 4. Ora-tiones du® de Vulpeculis Scholasticis, ib. 1614. und 1617. in 4.Philosophi ® Moralis Systema , ib. 1629. 1638. und 1646. in 4.Philosophi® Politicae Systema, ibid. 1628. Orationum volu-men I. & II. ibid. 1624. und 1629. in 8. Poematum libri qua-tuor , ibid. 1651.1641. in 12. Disputat, de recta Ratione in-stituend® Juventutis Scholasticae; de Ratione disputandi; deJustitia &c. Zeumer. vit. Pros. Jen. Cl. IV. n. 57· 4 ?· seqq.Witte , memor, dec. II. p. 198. seqq.

* Heidmann, (Christoph.) war anfangs in feiner geburts-stadt Helmstädt und hernach zu Sora in Dänemarck ProfessorEloquenti®. Er starb an. 1627. und hinterließ Geographiamveterem , Wvlffenbüttel x6;8- Dissertationes Politicas , ibid.1637. Orationem in Funere Caselii, Helmstädt 1603. in 4.Epitomen Historicam P.. II. Helmstädt 1660. in 4. de C®sa-ribus Augustis , Helmstädt 162z. in4. Europam, ibid. 162?.Palsstinam, Wvlffenbüttel 1659. Über dieses hat er auch Ca-selii Carmina Latina , und Flaminii de Rebus Divinis herausgegeben, Helmstädt 162;. und 1634. in 12. Barthal. descript.Laztlms , nist. Poet. Grase. Germ. p. 179.

Histor. Laxiern IV. Theil.

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, (Petrus ) war an. 1938. zu Stralsimd gebohren,und legte sich bald anfangs aufdas Studium Juris, worinnen erauch dergestalt zunahm, daß er in feinen jungen jähren Professorzu Witlenberg wurde. Nachmals kam er tu das Appellativns-Gericht, und wurde zuletzt Chur -Sächsischee Hof-Rath. Er hatunter anderm geschrieben Qu®stiones Juris Civilis & Saxonici, soLudovieus Periona ediret. Adamt vit® JCt. t'reheri theatr.

* Heil, (Daniel van) ein vortreflicher Mahler von Brüssel ,allwv er an. 1604. gebohren worden. Er liebte insonderheitsolche fachen vorzustellen, die einem schreckhafft seyn, als seuers-brunsten und dergleichen. Die brände von Svdom und Trojasollen feine zwey besten stücke seyn. Groß. allg. HoU. Lexrcon.

* -Heil, (Joh.Bapt.) des vorigen brudcr, war zu Brüssel an. 1009. gebohren, und auch ein grosser mahler, der sich fön«derlich in andachts-stücken und Portraits übte. Groß allerem.HoU. Lexrcon.

Hella, Heia, eine kleine stadt in dem Polnischen Preussen,14. meilen zu lande und 9. weilen über see von Dantzig. Sieist gar nicht bevestiget, ohne daß sie in der Ost-see an der äusser-sten spitze einer in die 7. meilen lang sich Hineinstreckenden halb-insul, so auch Hela genannt wird, liegt. Die bürger daselbstsind meistens fischer, der baden aber nichts als grober fand.Land und stadt Hcila gehören feit an. 1466. den Dantzigern,welche auch hier ihren Pharum den schiffenden zum besten beynächtlicher zeit halten. An. 1972. ist Heila gantz abgebrannt,wie Ceüarius berichtet,, welcher diesen ort, gleichwie viel an-dere Geograph;, dem Könige in Polen unrecht zuschreibet. 05.

script. Polo». Tromsd,

* Heiland, (Mareus) war gebürtig von Vayhingen an derEntz, und lernte anfänglich zu Pfortzheim das tuchstherer-hand.werck, welches er hieraus zu Basel noch eine zeitlang fortge-trieben. Er legte sich aber nachgehends an diesem letzter» orteaus die studien, und wurde endlich durch seinen unermüdeteufleiß aus einem tuchfcherer ein vornehiner Theologus. Nach.dem er als Corrector in einer buchdruckerey zu Basel gewesen,wurde er anfänglich Prediger in dieser stadt, darnach in demdazu gehörigen dorft Bubendorf , folgends an. 1939. in demHertzvgthum Wurtemberg, als feinem vatterlande, zu Gamer«tlngen, und darnach zu Calv. Als er an. 1948. wegen demInterim vertrieben worden, kam er nach Straßburg , allwv erals Diaconus zu St. Nievlai geprediget. Er ist an. 1 940. undin den folgenden jähren nebst andern Theologis auf die Con.vente nach Worms , Hagenau und Regenfpurg in reiigions-an-gelegenheiten verschickt worden, (pr starb an. 1949. als er wie«der von Straßburg nach Calv zurück kehren wollte. An. 19 3 3.den 7. jul. wurde ihm von Maria, einer tochter Matthiä Jft-lins von Bafel, ein söhn, nahmens Samuel, gebohren, wel-cher hernach Professor Ethices und Ephorus des Fürstlichen Sti-pendii zu Tübingen worden , und gegen das ende des XVI. fe-culi gestorben. Siehe von dem vatter Fischimi memor. Theol.Würtemb. P. I. p. 47 · und von dem söhn Erb. Cellii orat. de vit.& mort, Joh. Heilandi. Adamt vit® Philos.

Heilbronn , ist eine berühmte Schwäbische Reichs-stadt andem schiffreichen Necker, über welchen an. 14x1. eine steinemebrücke erbauet, an. 1691. den 20. ftbr. aber durch einen entsetz-lichen eis-bruch wieder eingerissen worden, so daß jetzo an derenstatt nur eine hangende holtzerne brücke liegt. Sie ist ein grentz»ort des Schwäbisch - Fränckisch - und Rheinischen kreises, undmacht eine rechte creutz-strasse von Italien gegen die Niederlan­ de , und von Ungarn gegen Franckreich zu; liegt auch in einersehr angenehmen und ftuchtbaren gegend , die mit schönenbrunnquellen und Weinbergen gezieret ist ; auf einem derselbi-gen, der Nordbera genannt, ist ein besonderer wart-thurn er-bauet, dessen höhe bis unter das tach 60. die ründe aber 93-werck-schuhe ausmacht; durch die mitte des tachs gehet einestange in die höhe, durch einen kupfernen knöpf, der in der ründe24. im durchschnitt aber 8. wcrck-fchuhe hat,und vermittelst einesHaspels über sich und unter sich, daß man auch hinein steigenkan, aufdas tach gelassen wird, und zwar von einem besondersdazu bestellten Wächter, welcher der gantzen revier mit sahnenausstecken, ab.oder aufziehung des knopfs, auch mit läuten,stunden schlagen, und schiessen gewisse zeichen für die arbeiter imftlde, wegen feuer, ankommendm fremden völckern und denmeß-schiffen zu geben hat. Was den Ursprung des nahmensdieser stadt belangt, so findet sich eine ungleiche relativ»; dannetliche wollen, es habe sich an diesem orte einsmals ein brachaufgehalten, weil er aber von einem Ritter erlegt worden wäre,sey dem orte der nähme Heldbronn, und das wapen eines dra,chen eine zeitlang verblieben, welches auch bey Münsters undandern gesunden wird. In einem sehr alten Heidelbergischen la-qerbuch aber auf der ehemaligen Chur -Pfaltzifchen dibliotheckfände Ludwig Bersich J. U. L. ein Heilbronner, diese wohlge-qründete Nachricht, daß Carolns M. um das 800. jähr auf einerjust-iagd am Necker eine fürtrefliche brunnquelle gefunden, undweil er sich dabey sehr erfrischte, sie hernach öfters besucht, undeinGottes-haus daselbst aufgerichtet habe; weil nun der ort hier-durch bekannt, und folgends nicht nur wegen solcher capell«Heiligbronn, sondern auch wegen dem gefunden wasser, Heil-vronn genannt worden wäre, so sey der letzte nähme nach undnach aufgekommen, dq unterschiedene leuthe daselbst Hüttenanfzubauen und zu wohnen angefangen. Es muß auch dieser

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