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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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gefährlich scheinen wollte, so ließ man selbige nicht mehrenihn kommen. Von Wien begab er sich zu dem Grafen o,g=mund Hardcck, als zu dem er war geschickt worden , auf dasschloß Riegcrsberg, an den Mährischen greutzen gelegen, undhielt sich daselbst «. wachen auf. Von bannen gicng er mitdem besagten Grafen nach Sinzcndorff. Unter wahrender zeit,als sich Heilbrunner hier aufhielte, starb der dasige Pfar-rer , danncnhero ihm auf bitte des Baron Rogendorffs , Land-Marschalls in Nieder-Ocsicrreich, dicstlbige kirche anvertrauetwurde, welche er auch fast zwey jähr ohne bedungenen soldversehen. Indem aber bishcro die Flacianer ihren irrthumauch in diesen gcgendcn ausgebreitet hatten, und Heilbrunnersich selbigen widersetzte, auch mcht wußte, ob er von denjeni-gen , die mit solchem irrthum eingenommen waren, würde ge-duldet werden, berief ihn an. i?7?. der PfaltzgrafJohannesdurch seinen eigenen druder, Philippum Heilbrunner, zumHof-Prediger nach Zwcybrück, dahin er auch mit PolycarpoLystro und andern gefehrlen seine reise zu ende des aprils be-sagten jahrs angetreten hat. Doch konnte er auch in diesemseinem amte keine ruhe haben , bis er an. i>8°. in dem nov.in die Chur-Pfaltz nach Benshciin auf Unkosten des Churfürstengezogen. Unterdessen nahm er an. 1577. in Tübingen dieiloÄor-würde an. Als er aber mit Pantalevne Candido, dersich auf der Reformirten seile gelenckct hatte, viel ausstehenmüssen, bekam er unterschiedliche vocationes , unter welchenallen er doch , auf begehren des Hertzogs von Würtemberg,die vocation des Churfürsten in der Pfaltz annahm. Zwarals inan ihm erstlich eine Professionen, Theologicam nebst derHof - Prediger - stelle angeboten , schlug er selbige aus , woll-te aber hergeqen lieber die Pfarre in Bensheim mit der Star-ckenburgischen Superintendur haben. Er konnte aber hierkaum io. monate verbleiben, als er von dem Churfürsten zumGcneraLvuverintendenten in der Ober - Pfaltz an statt des ab-gesetzten Martin SchaUings erwehlel, und, ohnerachtet seinervielen cntschuldigungen, bestätiget worden. Er muste auchhier ein iahr nach abgang des Churfürsten Ludovici, nemlich imjähr 1584. im »vv. wieder weichen , und wurde von den Ge-sandten des Pfaltzgrafen Johann Casimirs abgefetzt. Nach-dem dieses kund worden , so ließ ihm der Pfaltzgraf von Neu-burg, Philipp Ludwig , dieuste anbieten. Damit aber dieReformirte religion sich daselbst nicht ausbreiten möchte, soließ sich Heilbrunner durch bitten des Raths und der Lands-Stände in Amberg bis in den sept. des i besten jahrs zurückhalten, und wurde ihm tag und nacht ein halbes jähr einewacht um sein haus gehalten. So oft Lppichius mit gemaltan feine statt in die Pfarr-kirche eingeführt werden sollte, sooft wurde ein auflauf des pöbels, der sich diesem unterneh-men mit gemalt widersetzte. Doch musten sie ihn endlich widerwillen, aus furcht vor der macht des Churfürsten, entlassen ;worauf er dann in Neuburg seine HoftPrediger-stelle bezo-gen. Indem er aber hier ;o. jähr sich aufhielte, so bemu-hete er sich in währender solcher zeit eine Unterredung mit denCathoiischen zuwege zu bringen, welche endlich auch zu Regen-spurg an. 1601. angieng. Und ob er gleich unter diesen ;o.fahren viel vocationes bekommen, so wollte ihn doch der Neu-burgische Pfaltzgraf niemals weglassen. Nachdem aber dessensöhn Wolfgang Wilhelm in Düsseldorf die Catholische reli-gion angenommen, so gicng er an. 1615. in das Würtem-bergische, und wurde erstlich Prälat zu Anhäufen, nachge-hendü aber bekam er nebst der Abtey zu Bobenhausen zugleichdie General - Superintendur. Als er den 6. nov. an. 1618.das Evangelium auf das fest aller Heiligen erklären , und zu-gleich von dem zustande der seelen nach dem tode reden wollte,so wurde er, als man schon geläutet hatte, von dem schlage ge-rühret, und ob es sich wol etwas wieder gebessert, so wurdeer doch nochmals also getroffen, daß er wenig stunden darnachseinen gcist aufgegeben. Unter seinen schriftcn sind die vor-nehmsten : Schwenckfeldio - Calvinismus ; Dsemonomania Pi-Itoriana Alagica ; Antidotum in Daemonomaniam Pistoria-nam; Anti-Tannerus; Carnificina Esauitica; dcFlagellationecontra Jacobum Gretserum; Apologia Confellionis PrincipisWolfgangi ; Synopsis Doctrinee Calvinianae refutata ; Gegrün-deter Bericht auf alle fragen und Dispmationes der heiligenSchrift und Kirchen wider v. Joh. Pistorium ; Verantwor-tung auf Joh. Pistorii ausgesprengte Schrift , sowol das Re-genipurgisthe Colloquium , als auch Daamonomaniam Pistoria -nam betreffend; Uncatholisches Papstthum; Ausführlicher Be-richt von dem Gespräche zwischen 0 . Jacob Heilbrunner undKeller, gehalten zu Neuburg ; Ablehnung der Kellerischen Oel-götzerey; ferner Gründliche Offenbarung des UncalholischenPapstthums, UNd verschiedene andere. Thummii vita Heil-brunn. Witte, memor.

* Heilbrunner , (Philipp) war gebohren zu Lauffen, einemdorfe in dem Würtembergischen , den jun. an. ih 6. undwar ein druder Jacobi. An. 1562. kam er nach Tübingen , undwurde daselbst an. i;66. Magister Philosophise , worzu ihmFrischlinus in einem schönen carmine gratulirle. Nachdemer nach diesem fleißig Theologiam studiret, wurde er in kur-ven, Priester zu Lustnau , einem dorfe, nicht weit von Tubin,gen gelegen. Zwey jähr hierauf wurde er nach Bernhausen,in der vioeces Stuttgard, befördert, an. 1574. aber von demPfaltzgrafen PhilippoLudovico nach Lauingen in dasiges Gymna-Histgr. Lexieon IV. Theil.

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iium als Professor Theologia: und Prediger bcrussen ; wor-auf er sich nebst seinem bruder Jacobo und Johanne Wcsen-becio an. 1^77. zu Tübingen von Jacobo Heerbranden zumIlnetore creiren ließ ; Crußi annales Suevici , toni. III. lib.o l i C ' V' p 's n6- tmi * endlich an. 1602, zu Lauingen alsbcboiarobaund Infpectorber kirchen dasiger provintz insialliretwurde. Serne erste frau war Agnes, Heinrich Weickeröreu-terv, Abts des klosiers zu Hirschau tochter, mit welcher er 4.lohne gezcuget. Die andere, mit welcher er sich an. i;8>. ver-heurathete, war Barbara, Matthai Zebeiins, eines dürgerszu Launigen tochter, mit welcher er 6. söhne und 4. töchterbekommen. An. 1601. wurde er mit auf das zu Rcgenspurgangestellte Colloqmum geschicket, und starb endlich an. 1616.den 17. april im 70. ,ahre seines alters. Seine schrift-n sind :VaeiLima Eüjx , Jerenn* , Ezechielis & Danielis in LocosCommeines Theologicos digeita , Lauingen i^. in 8 . Duo-decim minorum Prophetarum Vaticinia iimili modo illustra-ta , ibid. rygd. in 4. Synopiis varioruin Errorum hujus tem-poris, ibid. 159;. in 4. Disputatio de Scriptura Sacra , ibid.iS 79 - in 4. Disputatio de Viribus humanis, ibid. 1579. in 4.Propositiones de Sacram . Coenae, ibid. 1586. in 4. de ?ec-eato Originis , ibid. 1188. de Pnedestinatione , Wittenberg 1 S 97 - Loci Communes in Epistol. Paule ad Galatas, Lauin­ gen izpi. in 8. Loci Comm. in Epistolas ad Timotb. & Titum,ibid. i>88 in 8- Theses de Lege Divina Morali, ibid. 1600.in 4. Epistola ad Joan. Rocslerum Sen. welche in den unschul-digen Nachrichten an. 1707. p. r8r. befindlich; widerwärtigeCensur und Urtheil der Papst' Pen Scridenten von der Aug-spurgischen Cmiftßion , Lauingen is9S- in 4. Widerlegung desHuderischen iLcnd-briefs, Wittenberg 1599. in 4. Send-briefan Samuel Hubern; Jesus Syrach in unterschiedlichen Lehr-und Vermahnungs - Puncten verfaßt, Lauingen 160z. in 12.nebst noch verschiedenen streit-schriften. Sein leben hat be-schrieben Georg Aeminius, Reistor des Gymnasii zu Lauingen ,welches beym Melchior Adami p. 40i. segg. stehet, fißbimimemor. Theol. Würtemberg. P. I. p. 211.

* Heiler, (Günther) war zu Halle in Sachsen an. 164z.den 1;. jan. gebohren, studirte zu Leipzig , und wurde daselbstan. 1Ü64. Magister. Zwey jähr hernach ward er Hof-Predi-ger bey dem Pfaltzgrafen zu Birckenfeld Georgio Wilhelmo <worauf er an. 1668. zu Jena den gradum eines Doctoris an-nahm , und an. 1SS9. Inspeistor des Fürstenthums Birckenfeldwurde. An. 1670. kam er als Superintendent und Consisto-rial-Rath nach Bußweiler in Nieder-Elstiß, und an. 1679. alSSuperintendent und Hof-Prediger nach Hanau . An. i68r.berief man ihn zum Pastor an die haupt-kirche nach Limburg ,und an. 1688. ?um General-Superintendenten in Hinter-Pom-mern, allwo er an. 1707. den 2z. oct. verstorben. Man hatvon ihm Geistlichen Blumen-Garten, Straßburg 1672. Geist-lichen Baum-Garten, ibid. eodem ; Paßions - Betrachtun-gen, ibid. 1676. Süsse JEsus-GOttes-und Sterbe-Gedanckcn,Lüneburg 1684. Seelen-Äpotheck ; den frommen Edelmann;Dissert. de Concursu Caufe primse cum secundis , Leipzig 166;. in 4. u. a. m. Seine Pommerische chronick liegt noch immanuscript.

Heilig-Creutz, ist ein städtlein in dem obern Elsaß, an derland-strasse zwischen Ensisheim und Colmar gelegen. *

Heilig-Creutz-thal, Vallis S. Crucis, ein Cistercienser-kloster, eine stunde von der Vordcr-Oesterreichischen stadt Ried-lingen an dem Schwäbischen Alv-gebürge gelegen, war an-fänglich ein Beguinen-Haus in dem nächst-gelegenen dorfe Alt-heim , dessen anfang und stifter unbekannt, welches hernachan den ort, Wasserschuppen genannt, endlich aber an. 1204.von Egone Gryfen von Landau auf den jetzigen platz übersetzt,und ihm der nähme Heilig-Creutz-thal gegeben worden, we-en einem stücklein des heiligen creutzcs, welches allda bey gra-ung des fundaments soll gefunden worden seyn; oder, wieandere schreiben, von besagtem Grafen auf dem heiligenberge AndechS heimlich entfremdet worden, worauf er auch zurstrafe blind worden fev ; so bald er aber das entwendetewieder gegeben, mit angehengtem gelübde, ein Jungfrauen-kloster zu stiften , habe er sowol sein gesicht, als auch einentheil vom gestohlenen wieder erlanget. Diesem sey nun wiees wolle, so ist gewiß, daß dieser Graf Ego der stifter, undseine schwester Heilwig die erste Aebtißin gewesen sey. Erhat auch für sich und sein geschlecht ein erb-begräbnis dar-innen angestellt. Jdea Cbrono . Topogr. Congregat. Ciß. S.Bemb. p. 1;. *

Heiligcnbeil, eine mittelmäßige stadt in dem Brandenbur-aischen Preussen, und zwar in der provintz Natangen, gele-gen. Sie war vor diesem sehr berühmt, und hieß Swentomest,das ist, heilige stadt, weil Curcho, einer der vornehmstenPreußischen golter, daselbst unter einer eiche verehret worden.Nachdem sich aber die Teutschen Ritter da herum niedergelassen,hat der Bsschoff Anshelmus den jetztgedachtcn bäum umge-hauen. Weil sich aber vorher einer, dem diese arbeit aufge-tragen , mit dem bei! verletzte, so nahmen die Preussen dadurchanlas, solches für eine strafe Gotteü , und das beil für ein hei.ligthum zu halten, woraus der anfangs erwehnte nahmen ent-standen. Hartknochs Preußische Historie.

Heiligenberg , siehe Andechs .

B - Heiligen«