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Im durch den töb entrissen worden. Dahero ersieh zu den stu-dicn begeben müssen , in welchen er es zu j.oven im ,«ebenzehen-ben jähre seines allcrs schon so weit gebracht, daß er den gantzenLurium kkilosopKlL abjolviret hatte; als er aber,eine bisheroerlangte wissenschafft etwas genauer unter,richte, ,0 bauchte ihn,er hatte seithero nichts gelernet, und,ahe, daß seine vermeynteWahrheiten und küiiste nur lauter träume waren. Die Astrono-mie, die ihn bishero so viel zelt und muhe gekostet hatte, yengihm nun an gering zu scheinen, weil er in selbiger mehr melemuthmassungen als gewißheit fände. Den titul eines AmumMagiitri wollte er gar Nicht annehmcii, indem er selbst gestünde,daß er noch nicht einmal 'dieselbe zu lernen angefangen hatte.Jedoch ließ er nicht nach noch immer etwaS bessers und gewss-strs seiner meynung nach zu suchen, und begab sich dannmhe-ro zu den Jesuiten in Lövcn, hielt sich auch abzonderlrch fleißigzu Martins del Rio, der damals über seine vifguilicionesMagicas last. Er konnte aber in die länge weder bey diesemnoch auch bey dem Seneca und der gantzen Stoischen Philoso-phie , die ihm doch erstlich sehr wohl gefallen, einiges vergnü-gen finden. Bey jenem erkannte er, wie er vorgab, bald ihreelende lehren, bey diesen aber befand er endlich die augenschein-liche gcfahr, und den grossen Hochmuth, in welchen er „chdurch die Stoicas gestürtzel hatte, und bezcuqete also, daß auchdiese Heydnische hochmüthige stete von den Christen billich musteverworffen werden. Er las hierauf des Thomä a Kemvis undJohann Tauleri sthriflen fleißig; weil er aber immer auf emeStoische art in seinem Christenthum zu wachsen meyntc, hatteer einst einen träum, als wenn er eine grosse leere wasser - blaseworden, welche von der erde bis an den Himmel reichte, darü-ber oben ein sarg gehangen , darunter aber ein tiefer und finste-rer adgrrmd gewesen , worüber er denn sehr erschrocken, underkennet, daß alles durch GOlres gnade wüste erlanget werden.Weshalben er nach diesem , wie er ferner vorgicbt, durch eifri-ges qebät zu einer grossen crkänntnis gekommen. Er legte sichnebst dem auf die Medicin, und dachte r daß nichts bessers wäreals KOtt m der natur zu preisen, und der krauter krafft undwürekung zu erforschen. Weil er aber i» diesem stucke so einengrossen Mangel bey den authoribus antraf, und dahero grosseUngewißheiten zu besorgen hatte, wollte er sich auf das StudiumJuris wenden; jedoch, als er nichts als viele ungegrundete bin,ge in selbigem observiren können, so hatte er hierzu die allerwe-nigste tust. Er kehrte also wieder zur Medicin, und that was erkonnte, doch reucte es ih» bald wieder, indem er sehen muste,daß er auch die geringsten kranckheitcn von gründ aus nichtcuriren konnte; bis er endlich seinem bericht »ach, auf vielesbitten und flehen, auch darinnen ein groß licht bekam, baß erdie gewöhnlichen irrthümmer entdecken, und durch hülffe derChymie viel an den tgg legen können. Weshalben er Philoso-phus per ignem genennet wird. Er hat daher viel neue Meynun-gen auf die bahn gebracht, welche von einigen angenommen,von andern aber verworffen werden. Wie denn viel sind , dieihm grosse lob-sprüche geben, andere aber ihn für einen Soci-nianer, Paracelsistcn und dergleichen hallen. Gewiß ist es, daßer viel seltsame und irrige meynungen , sonderlich in der Theo-logie , hatte. Er starb den 50. decembr. an. 1644. und zwaralso, daß er seine todes -stunde zuvor wußte. Seine sthriftensind: d& Magnetica Vulnerum Naturali & Leg. (Juratione con-tra Joh. Robert. Jesuitam ; Supplementum de Spadanis Fonti-bus ; Febrium Doctrina inaudita ; Oputcüla Medica ; de Li-thiaii ; de Febribus, Ortu Medicinas, &c. welche verschiedenenial zusammen gedruckt, auch von Christiano Knorren vonRosenrolh in das Teutsche übersetzt, und mit anmcrckungenvermehrt worden. Jindr. bibl. Belg. Crajj'o. Freien tbeatr.Witte, mem. Med. Arnolds ketzcr-hlstorie , P. Ist. L. 8. Lol-bergo Hermct. Plat. Christenthum, P. I. c. 4.
Helmont, (Francistus Mercnrius von ) war des obbe-mclbten Helmonlii söhn, gcdohren an. 1618. Er legte sichebenfalls auf die Medicin und Chymie, wollte auch in allenwisscnschafften etwas gethan haben. Wie dann einige von ihmversichern wollen , er habe den lapidem Philosophorum gehabt,weil er wenig verdienet, und doch wohl gelebct. Zu Amster dam lebte er in grosser renommce, that kurtz vor seinem tvde,auf Veranlassung der Königin von Preussen, eine reise nach Ber lin , starb aber bald darauf an. 1699. zu Cöln im ein und acht-zigsten lahre seines alters. Er hat ausser seines vattcrs schrrf-ten , die er edirl hat, auch verschiedene fachen für sich selbst ge-schrieben , als : Alphaberum Naturas ; Cogitationes superquatuor priora capita Genefeos; de Attrib. Div.; de Infern. ;Natur-kündigung und von Kranckheitcn; das buch SederOlam hat er sich niemals anqemasset. Crecßi hist. Quacker.lib. Ist. p. r8r. Arnolds ketzcr - Historie, P. Ist. c. 8. $. 25.
JSouveBti de la Rep. de Lcttres, 1699. P- 694.
* Helmfius, (Adam) war gcdohren zu Lübeck den ig.julii an. 1579. Sein vatter war Jürgen Helms, welcher ihnin der lügend zu allem guten anhielt, und üls er ein wenig er-wachen war, im rechnen und schreiben unterrichten ließ, desgäntzlichen Vorsatzes ihn nach Dantzig aufdie Handlung zu thun.Ob er nun gleich grosse lust zum studiren bezeugte, seme an-verwandtcn de» vatter auch »on seinem vorsah abwendig ma-chen wollten , so war doch der vatter davon nicht abzubringen,sondern bestimmte vielmehr einen gewissen lag zu seiner abreise.Weil aber eben dazumal das schiff, worauf er gedungen war,
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wegen widrigen Windes gantzer drey Wochen stille liegen muste,so brachten es seine anverwandlen bey seiner mutier brudec inRiga dahin, daß er ihn zu sich nahm. An selbigem ortebrachte er sich mit informalion hin, studirte unterdessen sehrfleißig, daß er an. iSoi. nach Wlttenderg aufdie Universitätziehen konnte. Als an. 160;. sein vatter verstarb, so muste ersich wieder nach Hause begeben ; gleng aber dennoch folgendesjähr nach Rostock , erhielt sich daselbst auch vom insormiren,und wurde an. 1607. Magilter Philosophie. Folgendes jährberufte man ihn zum Pastorar an der St. Jacobs-kirche zu Lü beck , welches er aber nur drey iahr verwaltete, indem er indie St. Pecers-kirche daselbst als Paltor beruffcn wurde, worin-nen er blieb, bis an. 16; z. da er als Senior verstarb , nachdemer vier und siebenzig jähr gelebct , drey und vierzig jähr imamte gewesen , und in solcher zeit auch drey und vierzig Priestererwehlen helffen. Seme schriften sind: Dissertatio de Conci-liis ; Ehren-Gedächtnis und Leichen - Predigt Frauen AnnenSophien von Völckersamb, über Ps. LXX 111 . 25. 26. Lübeck16,9. in 4. Unterricht und Trost für schwangere und gebühren-de stauen, vor, in , und nach der gevurt, samt vielen schö-nen gebätern, Lübeck 1645. in 8. Witte, diar. biogr. Se-tzens elog. Germ. Theo), tom. 11 . n. 28. p. 22;. seqq.
Helmstadt, ein adcliches geschlecht an dem Rheine , wel-ches Ulrich, der jüngste söhn Carl Gölers von Ravenfpurgsoll angefangen haben, nachdem er in dem X. fcculo auf demin dem Graichgau gelegenen schlösse Hclmstadt seinen sitz ge-nommen. (Siehe Göler.) An. 1420. war Radan Chur-fürst zu Trier , von dem ein eigener artickul handelt. Reinharderhielt an. 14)9. Ludwig aber an. 1473. die Bischöffliche wür-de zu Speyer . Des letztern bruder, Ulrich, war Decret-Doctor und Dom-Probst zu Worms ; den ihm an. 1473. an,getragenen Bischoffs-stab zu Speyer aber wegerce er sich anzu-nehmen , und starb an. 1488. Hans Philipp, Chur-Pfältzi-scher Marschall, Rath und Geiandter in Schweden , giengan. 159s. mit tobe ab. Seme söhne waren 1.) Bleickhard,Würtembergischer geheimer Rath und Land-Hofmeister. 2.)Johann Wlprechl, Fürstlicher Badischer Landvogt zu Emme-dingen. Johann Nrcolaus, Chur -Pfältzischer Oberst-Lieute-nant , ein söhn des letztern , gesegnete an. »07;. das zeitliche,und hinterließ Bleickardum. Um eben diese zeit lebte einer,nahmens Carl Valentin. Es ist auch ei» äst dieses Hauses vongantz gleichem nahmen und wapen schon von langer zeit her anden Lothringischen grentzen in der gegend Fenesiranges oderVinstingen saßhafft, und besitzet sehr schöne und grosse Hcrr-schafften und güther, die seit der einnähme von Metz unter Franck-reich gehören. Ein Herr davon ist würcklich an. 1729. Obersterin Französischen dienstcn über dasjenige Teutsche regimenl zuPferde, so vorher viele jähre die nahmen von Rosen und Ro.thenburg getragen, gewesen. Humbr. vom Rheinischen-Adel,tab. 224. 229. *
Helmstadt t Halmstadt , eine Schwedische stadt in derprovintz Halland. Sie gehörte vor zcitcn den Dänen, bis siean. 1445. krafft des zu Brömsebroo getroffenen Vergleichs denSchweden nebst der gantzen provintz eingeräumt wurde. Sieist devestigt, hat einen guten Hafen, und nahe dabey fällt derfiuß Nis in den Cattegat. Bertius. Mir aus,
Helmstadt, ist eine Fürstliche Braunschweigische stadt,Wolffendültelijchen antheils. Sie ist än einem lustigen gehöl-tze, der Ein, genannt, wvrvon sie auch den nahmen führet,gelegen. Es ist selbige an. 782. von dem Kayser Carl demgrossen, auf anhalten seines Hof-Predigers St. Ludgeri, er-bauet worden, als er wider die Sorben, Vilscn und'Wendengekrieget, damit das wort GOttes allda unter den völckern ge«prediget, und der gottesdienst verrichtet werden könnte. Siewird also vor die älteste stadt in Sachsen nach Bardcwick gehal-ten , und ist von dem gemeldten Ludgero dem Bencdictincr-kloster, so er zu Wehrdcn an der Rüra gestiftet hatte, zu.geeignet gewesen. An. 1489. aber ist diese stadt Hertzog Wil-helmen von Braunschweig von Antonio, Abt zu Wehrdcn undHelmstadt, vor eine summe gelbes verkauft worden, und vonstlbiger zeit an beständig bey dieftm Hause geblieben. Es befin«den sich daselbst drey kirchen , wovon die haupt-kirche St. Ste.phani ist. Ausserhalb der stadt sind zwey kloster, deren eines amvsten-thore gelegen , von Ludgero erbauet, und von ihm St.Ludgers-klostcr genennet worden; auf der andern feite ist aufeinem berge an. ngi. von dem Abt Wolffram zu Wehrdcnund Helmstadt ein Jungfrauen - kloster erbauet worden. Esist dieser vrt nicht weniger von der Universität berühmt. welchedie Julius - Universität genennet wird, indem sie der HertzogJulius zu Braunschwcig den 15. octobr. an. 1576. ausgerichtet.Wie dann auch die,es Hertzogs Julii söhn Hertzog Heinrich Julius der erste Rector Magnificcntillimus die,er Akademie ge,wesen , und ein kostbares gcbäude, welches das neue .Jubiläumgenennet wird, zu einem Collegio erbauen lassen. Es ist auchvon Hertzog Friedrich Ulrichen an. 1619. eine bibliolheck hier.selbst angelegt, und nach und nach vermehret worden, absonder-lich nachdem der Hertzog Rudolph Augustus seine sehr rare bi-bliolheck dieser Acadeinie meistens geschenckl. Heraus, üb. in.rer. Germ. Zeilen topogr. Brunl'u. p. in. Corning, de anci-quiflimo statu Helmitad. Hermann, ab Hardt , orat. de bibl.Rudolph Auguit. Meibomii oratio cje Academia: Julis pri-mordiis, tom. III. rer. German .
Hclmston,