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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Helmston, Brtght-Helmston, ein marckt-flecken in En-Selland in Lerves-Rape in der südlichen gegend von Sussex amrannle.

Hcloisia, siehe Abaillard.

HELOTvE, eamtk, waren die einwohner der stadt HeloS,im Lacedämonifchen gebiethe, welche die Lacedämonier , nach-dem sie gedachte ihnen ungehorsam gewordene stadt eingenom-men , zu öffentlichen knechten der Republick gemacht haben;wicwol jedoch, wann die Obrigkeit dieser leuthe diensts nichtbenölhiget war, man auch einige davon den bürgern für etwaszeit überliesse. Also hatten zwar viel dürger eine anzahl der-gleichen knechte, musten aber solche, so oft es erfordert ward,zum dienste der Republick darstellen. Ihre vornehmste Verrich-tung war, daß sie die äcker bestellen, und davon einen gewis-sen lribul geben musten. Man brauchte sie aber auch im kriege,da sie der Republick oft gute dienste gethan; wie dann durchdieses mitte! einige aus ihnen bisweilen die freyheit verdienetund erworben haben. Jedoch weil man sich auch von ihnenimmerzu einer empörung besorgen muffe, so ordneten die al-ten gesetze, daß man sie nie über eine gewisse anzahl sollte an-wachsen , und wann solche erfüllet, die zur weit gebohrene lin-der aufs seid werffen, und hülflos verschmachten lassen. Dochkau man nicht finden, daß dieses gesek lange gewähret, odervielmal ins werck gesetzt worden; Massen auch würcklich ausverschiedenen stellen der alten scribenten erhellet, daß nir-gendwo in Griechenland mehr knechte gewesen, als vermit-telst dieser Heloten bey den Lacedämoniern waren. Sonsthielte man sie freylich hart genug , sogar, daß selbige, wannsie auch nichts mißhandelt, dennoch alljährlich zu gewisse» rei-ten gepcitschet wurden, mir um sie ihres knechtischen standeszu erinnern. Auch wann sie bey ihrem sclavischen dienste garfett wurden, strafte man nicht nur ihre Herren , weil sie durchrntzichuug der speisen und härtere arbeiten solches nicht ver-hindert , sonder» es kostete auch den fclaven jelbst das leben.Wann ein fest war, musten sie sich toll und voll sauffen, durchderen närrische auffi'ihrung die Lacedämonier ihren kindern daslasier der trunckeuheit verhaßt zu machen suchten. Einige ausihnen, die man nannte, wurden zu honetten dien-

sten gebracht; sonderlich waren sie gleichsam der linder Hof-meister , welche sie in die schule und wieder zurück führten. Eswaren aber diese eigentlich eine art freygelassene, welchengleichwol noch nicht alle Vorrechte der Lacedämonifchen bür-ger verstattet wurden. Doch konnten sie auch diese ehre durchwvhl-verhalten hernach erlangen ; wie man dann anmercket,daß Lvsander Callicratidas und Gylippus , welche sich imkriege sehr Herfür gethan, von dergleichen ankunst gewesen.

Jjkr,. in Panathen. Flut. in Lyc. IJbcr. in Panath. & Archid.Arist. lib. II. Polit. Strabo , lib. VIII. Paus. in Lac. Thucyd.lib. VIII. Poüux, lib. 111 . c. 8- Athen . lib. VI. & XIV. ALlian.lib. XII. c. 4?. Pbylarcbus, in fragm. Suid. Hesyck. E'ymo!.M. Schot. Arifloph. ad Plenum. Cragius , de Rep. Laccd.Meurßus , miscell. Lacon. &c. *

Helpericus, ein Mönch zu St. Gallen , war ein Teutschervon gcburt, und lebte in dem XII. saeculo. Er hat verschiede-ne wcrckc geschrieben, als einen tractat von der Music, und ei-nen andern de Gornputo Eccleliastico. Trithemius, catal.

Helpis, war des berühmten Boethir weib aus dem VI. so-culo. Sie war in allem wohl unterrichtet, schrieb einen gutenvers und bymnos vo» den Aposteln.

Helsingborg , eine offene stadt, mit einem verfallenenschlösse, welche in der provintz Schonen liegt, und zwar an demorte, wo die meer-enge, der «Lund genannt, am engsten ist.Die Scelandische vestung Cronenburg befindet sich gerade gegenüber. An. i?6o.ahn, sie König Waldemar in Dänemarckden Schweden ab , welche sie an. 14? 2. wiederum eroberten ,aber an. 15;;. abermals oerlohren. An. 1644. machten sichdie Schweden davon meister, traten sie aber in dem folgendenjähre den Dänen wieder ab, welche sie an. 1658. der CronSchweden auf ewig überliessen. An. 1676. in d.m ivl. muffesie sich dem Koniqe von Dänemarck, Christiano V. unterwerf-fen, und da sie eine kurtze zeit wieder Schwedisch gewesen , sahesie sich geuvunacn, au. ,673. in dem iun. «dermal Dänischegarniso» einzunehmen , bis sie das folgende iahr nach erfolg*tem frieden dem Könige in Schweden restituirt ward. An.170?. ward sie von den Danen erobert , aber bald wiederverlassen.

Hellingen , Helsingland, eine Schwedische provintz inNvrd'-Jütland. Es war ehemals ein besonderes Reich, welchesan dein siusse Uba und dem fee Ulutresk gelegen , daher es auchGestricien, Medelvadien, Angermannland, Jempteland undBothnien mit in sich begreift. Jetziger zeit hat es den 8 inumLorbnwum gegen abend, Medelpadien gegen Mitternacht, undGestricien gegen mittag. Die vornehmsten örter darinnen sindHudickswald, Heeda und Dilsbo. Es hat selbiges einen sehrfruchtbaren boden , auch herrliche fischereyen und weyde. Ehe-mals brauchten sie ihre eigene gesetze und buchsiaben, so aber jetztnicht mehr üblich sind. Hermannid* Suecia , p. zy8.

Helsingford, lat. Hellingfordia , eine kleine stadt in Finn­ land , welches der vornehmste ort von Nyland ist. S>e liegtan dem Finnlandifchen meer-bufen, am aussiussc der Wenda,

und hat einen guten haftn. Die einwohner «ehren sich meisten-lheilö mit dem fifch-fange, als lachfen, hechten und dergleichen,so gedörrt verführt werden. Hermumid-e Suecia > p. 457.Beschreibung von Schweden , P. 11 . p. ns·

Helsingör , lat. Ellenora oder Helimgora , eine auf der-niicyen ηιμ,Ι Seeland, bey dem anfange des Vundes, gelegenestadt, welche durch das castell Cronenburg, so der KonigFriedrich II. an. 1577. gantz nahe dabey anlegen lassen, be-lchützct wird. Es ist gleichsam der schlüssel zu der Ost-see, undalle schiffe, nur die Schwedischen ausgenommen, so daselbstvorbeysegeln, sind gehalten, dem Könige von Dänemarck ei-nen gewissen zoll zu entrichten.

Heiston, ein Engelländischer marckt - flecken in Kirrier-Huudred in dem westlichen theile von Cornwal, welcher zweyDcputirle zu den Parlemenls - Versammlungen abzuschickenbefügk ist. .

* Hcwetms, (Adrianus ) ein berühmter Meditms ausHolland gebürtig. Nachdem er auf der Universität zu Leideneinen guten gründ in seinen studien geleget, übte er sich unteraufsicht seines vatters, welcher es durch seine sechziqiährige er-fahrung in der Medicin sehr weit gebracht, sowol in der Chy-mie als Praxi, und setzte sich darauf ,m zwanzigsten oder einund zwanzigsten jähre seines allcrs vor, sich auch in fremdenländern eine zeitlang umzusehen. Als er aber zu Paris kaumangelanget, fand er alsobald geleqenheil sich in guten ruf zusetzen, und wurde hiernächst durch die unvermuchete Vortheileangetrieben, seine zukunjlige und statt Wohnung allda aufzu-schlagen. Den» er curirle nicht allein sogleich nach seiner an-kunft unterschiedliche ansehnliche Personen , die vo» andern AIs.dicis bereits verlassen waren; sondern half auch dem hierauf ge-fährlich kranck gelegenen Hertzvge von OrleanS zu seiner vorigengesundheit, und legte ins besondere durch die in Franckreich da-mals noch gantz unbekannt gewesene Hipekakuana bey vielenmit der rothen rühr dehaffteten krancken so ausnehmende probenad , daß ihm der König sein geheimnis zu entdecken auferlegte,und ihm sodenn 5000. thaler zur belohnung geben ließ. Obnun gleich Hiebey verfthiedene andere Medici sehr eifersüchtigauf ihn worden, so hatte er doch keine Ursache sich daran zu keh-ren , indem er folgends zum Ecuyer, Königlichen Rath undLeib-Medico, wie auch zum General-Aufseher der Königlichen' Hospitäler in Flandern , ingleichen zum Leib - Medico des Her-tzogs-Regenlen von Orleans , ernennet , wurde. Er starb den20. ftdr. am 1727. in einem alter von fünf und sechzig jähren,und hinterließ folgende schriftcn : Traite des Maladies les plusfrequentes , & des Remedes specifiques pour les guerir; Me-thode pour guerir toutes sortes de fievres sans rien faire pren-dre par la bouche ; Remede contre la Peste; Tr. de Perte deSang, avec leurs Remedes specifiques ; &c. Sein söhn Jot).Claudius Adrianus Helvetius, der sich an. 1722. durch seineIdee generale de lOeconomie anirnale bekannt gemacht, istan. 17; z. Staats-Rath und der Königin von Franckreich vor,nehmster Leib-Madicus, wie auch Inspector der Hospitäler beyder militz , und em Mitglied der Academie der wissenschafften zuParis gewesen. Vigneul-iWarvilh·, melang. de literat. ed. 172s.tom. I. Mangeti bibl. script. Medic. tom. I. &c.

Helvia Ricina, eine ehemals berühmte stadt, welche aber,wie scheinet, tn dem IV. oder V. feculo durch die einfalleder barbarischen nationen in Italien verwüstet worden. Sielag in der gegend, wo jetzo die zwey städte Recanati und Mace-rata auf den zwey benachbarten hohen in der AnconitanjschenMarck aufgebauet sind; wie bann sich daherum noch verschiede-ne alte steiii-schriftcn finden, darinnen des orts Helvia Ricinagedacht wird, welche also zeugnis geben, daß diese stadt nochunter den ersten Kaysern im flor gewesen. Auch will man danoch einige rudera von einem Amphitheatro sehen. Grut. in-scr. Span. miscell. Cellar. geogr. ant. Ttilic. de Pltal. II.p. 62. 6?. *

Hewicus, (Christophorus) wurde zu Sprendlingen imDarmstädtischen, woselbst sein vatter gleiches nahmens Priesterwar, an. izfie. den 26. decembr. gebohren. Sein groß-vat-ter, Quirinus Helvicus, diente dem Landgrafen Phmppo vonHessen in dem Schmalkaldischcn kriege,und wurde in Darinstad',welchen ort er wohl deftndirte, zuletzt gefangen. Er kam baldin die schule nach Franckfurt am Mayn, und gieng hieraufnach Marpurg . In seinem fünfrehenden jähre schrieb er einensaubern Griechischen und Lateinischen vers , redete die Hebräi-sche spräche wie seine mutter-sprache, und fieng schon in demzwanzigsten jähre seines alters an in der Griechischen und Lateini-schen spräche, nicht weniger auch in der Philosophie zu lehren.Er legte sich hierdey auch etwas aufdie Medicin , wiewol er dieTheologie sein haupt-fivdium seyn ließ. An. 1605. wurde er aufder neuen Academie zu Giessen Professor der Hebräischen undGriechischen spräche , und an. 1610. Professor Theologie.An. 1611. wurde ihm eine wichtige kirchen-stelle zu Znaim inMähren , und eine Profession in Hamburg angetragen , wel-ches er aber beydes ausschlug. An. 161;. muffe er auf deSLandgrafen befehl Doctor Theologie werden. Er starb den 20.septembr. an. 1617. Er wurde vor einen guten Grammaticumund Chronolognm gehalten, und suchte auch eine neue Dldacticzu werck zu richten, die man damals sehr lobte. Er hat viel-cher hinterlassen, worunter Elenchi Judaeorum de Adventu &Fersona Meilue; de Chaldaicis Bibliorum Paraphrasibus;

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