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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Theatrum Historicum; Systema Controv. Theol. Libri Di-dactici &c. Boijjarili vit. Witte ^ mein. Theol. Irebert theacr.Spielu templum honor. Bayie.

* ^elvicus , (Martin) ein brütet des berühmten Chri-stophs, war vermuthlich im septembr an. i$ 9 < 5 . zu Sprend-Unqen in Hessen gebohren. Er hat zu Giessen studirt, rmd sichauf die Theologie, furncmlich aber auf die dazu dienende jpra-chen gcleqet. An. i6iü. den io. jul. ist er Magüter worden.An iürc>. ward ihm die ordentliche Profeition der Gricchifchenund die ausserorbentliche der Hebräischen fprqche aufgetragen.Von dar wurde er an. 162;. nach Butzbach alS Hof - Predigerbey dem damals dafelbst residircnden Landgrafen Philipp beruf-fen. Gegen an. 1627. ist er von dar weg gekommen, weil ermit einer epilepsic, wie auch einige zeit mit einem melancho-lischen sicher bchafftet gewefen, daran er endlich an. 1632.den 20. mertz zu Hofhemi gestorben. Seine fchriften sind, nebsteinigen andern kleinen abhandlungcn : Sceptrum studa-, welchesin Gritieis faeris tom. VI. steht, fvivol als die schrill deLXX. Hebdomad. Danielis. Seines bruders Lexicon Ebneumdidacticutn hat er an. 1620. zu Giessen in 4. drucken lassen.Man findet sieben Lateinische briefe von ihm an Menno Hen-nekenius in Selenii Philocalia epistol. Heßlsche Hedopfer,XVI. St. n. 1.

Helvidius, siehe

* HELVlf, altevölcker in dem Gallia Celtica , deren Cäsarin feinem ersten buch ds bello Gallico Meldung thut; er son-dert sie von den Auverniern ab, durch den berg Gcbcnna, wel-cher nun die Cevennes heisset; in dem siebenden buch setzeter sie in die Römische provintz, nemlich in das GalliamNarbonensem ; denn bey dem abfall der Auvernicr, Chartrer,und denen von Berry, blieben die Helvicr getreu, und derRömer beständige freunde, und verbanden sich auch mit ihrenuachbary, den Vellonen und Gabalcn, wider den Verciugeto-rir, welcher die Römer angegriffen hatte. Sie bewohntennach der meynung etlicher Geographorum das land, welchesheut zu tage das Vivarais genennet wird, und davon Viviers die haupt-stadl ist, welches die vierte stadt in der Viennensi-schen provintz war. Unter den Bischöfflichen städten , welcheVienne für ihre Metropolin erkennen , stehet Viviers gleich nachDalence, und gehet der stadt Die vor, wie auch den städtenGrenoble , St. Jean de Maurienne und Genf . Unter andernihrer Prälaten hat sich Venantius bey dem Loneilio zu Epaunebefunden, und auch unter Theodederto dem zu Auvergne bey-gewöhnet; so war auch Cantinns bey dem fünften zu Orleans .

Adrian. Valrjius, notit. Gallige.

Helvoetsluvs, ein dorf in Süd-Holland, in dem landevon Voorn, zwey Meilen von dem Bricl, an dem einflusse derMaas in die see gelegen. Zwischen diesem orte und dem landevon Goeree ist eine sichere und grosse rhcde, auch hat das dorfan sich selbst einen kleinen Hafen, wohin die schiffe, welche ei-ner ausbcfferung nöthig haben, gebracht worden. An. 1688.den i i. novembr. lief der Printz Wilhelm von Oralsten vonhier mit derjenigen fiotte aus , welche zu der merckwürdigen er-pedition nach Engelland bestimmt war, und von selbiger zert anIst dieser ort mit unterschiedenen Englischen einwohnern be-setzt , ingleiche» mit feinen Häusern versehen worden. Die pa-cmet-bote aus Engelland pflegen gemeiniglich dafelbst ein undauszulauffen.

Heirat 1 siehe Elpai.

* Helyot, (Petrus ) ein Franciscaner -Mönch, der unterdem nahmen P. Hivpolyli mehrenrheils bekannt war, kam andas licht dieser wclt zu Paris in dem ienner an. 16Ü0. Er tratden i. aug. an. 168?. in den Franciscaner - orden, und thatzwey reifen nach Rom , bey welchem anlas er gantz Italien besähe. Allda nahm er sich vor das berühmte wcrck: Hiltoiredes Ordres Monastiques, Religieux & Militaires , & des Con-gregatians seculieres de Tun & de Lautre Sexe &c. zu ver-fertigen , und arbeitete über fünf und zwanzig jähr daran.An. '1714. fieng er an besagtes wcrck drucken zu lassen, undwaren allbereit vier theile in 4to davon gedruckt, als er an.1716. in seinem sechs und fünfzigsten jähre zu Picpus beyParis starb; die vier übrige theile , so er verfertiget hatte,stnd unter der aufsicht des P. Louis an das licht getreten.Übrigens hat Helyot noch verschiedene andere gelehrte schrif-ten drucken lassen. Memoires du tenn.

Hem, (Johannes von) war einer von den Franciscanern,so Minimi genennet werden , und von Corbie , vhnfern Amiensin der Picardie gebürtig. Er that an. 1^2. in dem Convcntvon Nigeon vhnfern Paris proseß. Bey seinen predigtenwar ein solcher zulauf, daß er sich genölhiget fand, auf öffent-lichen Plätzen zu Paris , und insonderheit auf dem kirch-hofeSt. Jnnvcentii zu predigen. Es suchten ihn einige bey der Kö-niglichen mutier Catbarma von Medices zu verunglimpfn, undgaben vor, er habe sie mit der Jesabel verglichen , wodurch dieKomgin dergestalt aufgebracht wurde, daß sie ihn bey demköpfe nehmen, und nach St. Germain führen ließ, da er vor ihrhiervon rcchcnschafft geben sollte. Allein die bürger von Paris drungen auf feine erledignng, erhielten sie auch, führten ihnmit ungcmeiner frcude und grossem zulauffe wiederum zurücknach Paris , und hielten deshalben des andern tags eine sehrgrosse proccßion m die krrche St. Bartholomäi. Als er zum

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Provinciali der Minimorum der provintz Toulouse erwehlet wur-de, lagen die bürger von Paris dem Päpstlichen Xuncio so lan-ge an,' bis er in des Papsts nahmen selbige wähl aufheben wü-ste , daß er also mit grossem vergnügen deö volcks zu Paris blieb.Er starb endlich an der pest den 16. decembr. an. 1562. da er nurzehen jähr in seinem orten geledet, und war zu verwundern,daß, da das volck hauffen-wetse ihn zu besuchen kam, keiner vonihm angesteckt wurde. Er ward in das kloster von Nigeon ge-bracht , woselbst man ein schlechtes grab, nebst feinem bilde undepitaphio siehet, weil fein orden nicht hat zulasten wollen, einmehrers hinzusetzen , da ihm sonst die bürger von Paris aus zu-sammen geschoffenem gelte ein prächtiges grabmahl von Mar-mor aufzurichten willens gewesen waren. De Coju , hüt. deshommes illultr. *

Hemadan, ist eine in der Persianischen provintz Erack, fünf-zig meilen von Jspahan, und vierzig von Tauris gelegene nahm-haffte stadt, worinn viel gedenckzcichen des alterthums, und un-ter andern das grab des Mardochai und seiner niece, der Köni-gin Esther , zu sehen seyn soll. Sie ist an. 1724. von den Lur-chen nach einer drcymonatlichen blutigen belagerung erobertworden. Reiat. Francof. vemal. an. 172$. p. 34. *

Heman, ein Estait, war einer von des Davids sängern,welchem auch der LXXXVII. Psalm zugeichneben wird.1. Cbron. XVI.-

Hemard von Denonville , (Carvlus) ein Cardinal,Bischofs von Macon , nachmals von Amiens , und Abt zu St.Nicolas von Angers, rc. Er >var ein Franzose, des Pelri He-mardi, Herrn von Denonville in Beansse und Johanna Fre-miere söhn. Bey dem Könige Francifco 1 . war er in grossengnaden, welcher ihn zum öfter» zu rathe zog , ihm das Biß-thum Macon gab, und sich seiner in vielen wichtigen dingen be-diente. La Croix du Maine sagt, daß Hcmard in dieser zeiteinige Memoires geschrieben, welche aber nicht sind gedrucktworden. Er war nach dem Johanne Bellajo Ambassador zuRom , und erhielt daselbst den 22. decembr. an. i;;6. von Pau-lo 111 . den Cardinals-hut. Nach seiner rückkunft in Franckreichbekam er das Bißthum Amiens , woselbst er den 2;. aug. an.1540. starb. Sein leichnam ist daselbst in der Haupt-kirche be-graben. La Morliere, ant. dAmiens . Severt. de Episc. Ma-tiscon. Samte . Murthe. Fnzon. Aubery. Ciacconius. Onu-pbrius.

* Hemath, (Rabbi) ein bekehrter Jüde, soll unter Thco-dosio dcm jünger» gelebt haben, und kurtz nach an. 450. ge-storben seyn, wie Mauroy in apologia pro Judteis ChristianisP. I. p. 222. meldet, welcher auch behaupten will , er wäre einfrommer und gelehrter mann gewesen, und hatte unterschiedenewercke geschrieben, als : de Quaestione Paschali an seinen Bi-schofs; de Fonds Miraculo; Regulas SS. Patrum & Kituumantiquorum umbras; de Radicibus Hebraeorum S. PagniniThesauro Linguee S. beygefüget, welchen allen aber Wolf bibl.Ebr. vol. III. n. 548. p. 230. widerspricht.

Hemelarius, ( Johannes ) gebürtig aus dem Haag, warGanonicus zu Antwerpen . Er legte sich vornemlich auf die !VI>-senschafft der Medaillen, war aber darneben ein guter Rednerund Poet. Er hielt zu Rom dem Papst Clcmcnti VIII. einerede, welches so gute würckung harre, daß ihm frey gestelltwurde, ob er lieber Libliorheearius im Vatican seyn, oder ei-ne geistliche prädende haben wollte, da er denn das Eanonicatder haupt-kirche gu Aniwervcn erwehlte. Er hielt gute freund-schaffc mit Justo Lipsio und Hugone Grotio, von welchen bey-den er auch sehr ästimirt wurde. Man findet von ihm Ex-politionem Numismatum Roman. Andr. bibl. lieig. S'Trtif/iAthen . Belgic. Gronovti orat. funebris Jac. Golii. tu.yie.

HEMERO-HAPTISTiE , sind anhänget einer gewissenstete unter den Juden, und wurden also genannt, weil sie ychalle tage im iabre zu taufen oder zu waschen pfieglcn , meyiicn-de, daß in dergleichen täglichen abwaschungen eine ioneeibareHeiligkeit bestünde. Sie hielten es im übrigen mit den iiiev-nungen der Pharisäer, ohne allein , daß sie mit den Saddu-cäern die «-» crstchung der todten läugncten. Wie einige ous»leger davor halten, so sollen diese lcuthe diejeniaen gcwcjen seyn,welche die Jünger Christi bestrafte», daß sie mit ungewaschenenHänden assen. Epiphanias , lib. I. Panar. c. 17.18·

HEMERODROMI. von , dies, undcursus , waren bey den Griechen gewisse laufet, welche m ei-nem tage einen grossen weg zurück legen konnten, wie dannerempcl vorhanden sind, daß einige 6;o. stadia , ,a andere garbis auf 1000. von morgen bis abend gemacht haben, da die er-ste summe bis auf zwanzig unserer weilen, wie man sie unge-fehr in einer stunde ergehet, die letztere aber über ein unddreißig ausmachet; andern wird nock) ein mehrers zugelegt.Eine ,cte stadt halte dergleichen in bereitschafft, und warenauch deren stets bey den anncen, da sie, wenn es noth war,hin uud her geschickt wurden, iiin. lib. II. c. 7. & üb. Vll.c. 20. Flut. in Aristide. Corn. Nep. in Alilt. t.iv. lib. XXXI.c. 24. Lips epist. fing. ad Ital. & Hifp. ep.59. Henr. Stepsunu:,schediasm. FitiJ'cu >, &c. *

Hemid, Henna, Amid, oder Simiso, ein Bischöffli-chcr ntz am Eurlnischen mecrc, hundert weilen ostwärts vo«rSinope, am siuß Casaimach gelegen.

Heinld,