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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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-Zcmid, Cara - Hemid, oder Amtda, eine stadt in Meso­ potamien , siehe Caramit.

HEMINA, ein klein gefäß,damit dieGriechen undRömer flüs-sige fachen zu messen pflegten, und welches jv viel, als io. untzenwein schwer ist, in sich hielt. Der heilige Benedictus hat inseiner reget den Mönchen des tages nicht mehr als so viel wein er-laubet. Du Preßte. ßernardui , de mens. & pon der. üb. I.

-Aeniina, ein Römischer Historicus, siehe Laßtus Hemina.

* -Aemminga, ( Sixtus ab) war an. i;zz.den 6. febr. inOst-Fricßland gebohren, und studirte zu Cöln, Groningen und Löven, wie auch in Franckreich die Mathematic und Artz-ney - kunst. Er ist ums jähr 1586. gestorben, und hat Astrolo.giam ex ratione & experientia refutatam, Antwerpen i;8t.in 4. ingleichen Sententias Sapienti* prsceptis & Lud. Hillese-mii explanatione refertas , Cöln 1574, geschrieben. STveertius,Athen . Belg. Andrea bibl. Belg.

* Hemminger, (Sebast.) ist gebohren zu GrnniNgen imWürlembergifchen an. 1577. den 20. jan. allwo sein vatter Con-rad Bürgermeister ward. Als er sich in den Humanioribus erst-lich auf der schule zu Stuttgard, und nach diesem auch aufdenkloster - schulen zu Adelberg und Bebenhausen veste gesetzet hat-te , so gieng er auf die Universität nach Tübingen , und wurdedaselbst unter die Fürstlichen Stipendiaten aufgenommen. All-hier brachte er es im 8tudio Philosophico in kurtzer zeit so weit,daß er konnte Magister werden, worauf er sodann die Theolo-gie mit allem ernste trieb, und fleißig disputirtc. An. 1599.wurde er Prediger und Prsceptor in dem kloster zu Blaubeuern»an. -6o;. Pastor an der kirche zu Rorenacker, an. iüo6. zu Al­ tingen , und endlich an. i 6 n, Archidiaconus ju Regempurg,welchem amte er bis an. 1627. vorstund, da er zum Pastor undSuperintendent der kirche daselbst bestellet wurde. An. 1604.verheurachete er sich mit Barbara, Jacob Fabcrs, gewesenenPastoris zu Gemmeringen lochtet, mit welcher er ;. söhne mid7. töchter aezeuget, davon ihn aber imr 4. töchter überlebet ha-ben. Er starb nemlich den 9. jul. an. 1628. im 5 u jähre seinesalters. Von ihm hat man eine Predigt, gehalten bey legungder ersten steine zu dem vorhabenden gebäude einer neuen kirchezu den Evangelischen predigten, Regenspurg 1627. in 4. Fre-ier. theatr. viror. illustr. p. 4)9. Fißbhni memor. Theolog.'Wiirtemberg. P. II.

Hemminssius, (Nicolaus) war an. r;i;. in dem dorfeEmbolds ansder insul Laland gebohren. Sein vatter, Hem-mingins Nicolai genannt, war ein bauersmann ; als aber die-ser ihm jung verstorben, wurde er von dessen bruder Johanneeinem schlösset auferzogen. Als er die erste» fundamenta m sei-nem vallerlande zu Rothschild und zu Lunden gelegt, gieng ernach Wittenberg , woselbst erjähr des Melanchthonis zuhö-ret war, und sich sowol mit privat - informiren als mit schrei-ben fortbringen muste. Als er wieder in Dänemarck zurückkam, und von Melanchthone recommendations - schriften mitsich brachte, begab er sich anfänglich zu einem von Adel, dessentöchter zu informiren. Nachgehends wurde er an. 154;. Pro-feil'or der Griechischen spräche , an. 1549. Professor Dialectic *und der Hebräischen spräche, an. 1547. Pfarrer zum heiligenGeiste, an. 15;;. Professor , und an. 15$7. Doctor Theologie ,auch Vice - Cantzler bey der Academie. Als er nun diesem amteviel zahre vorgestanden, auch wegen dem sogenannten Crypto-Calvinifmo einiger Massen verdächtig wurde, (wiewol er selbt-biges nachmals widerruffen ) wurde er von König Friderico II.wegen seinem hohen alter, oder weil man ihm in der religionnicht recht trauete, und seinen widerruf vor verdächtig hielte,als ein Emeritus solches amts erlasse», und ihm ein Canonicatzu Rothschild angewiesen, daß er seine übrige ledens - zeit ru-hig daselbst zubringen sollte, woselbst er, nachdem er zuletztblind worden , den' 2;. may an. 1600. verstarb. Mit seinemsöhne, Johanne Hemmingio , war er ziemlich unglücklich;denn selbiger war bereits Professor der Griechischen spräche zuCvppenhagen, wurde aber wegen seinem üblen verhalten sii-spendirt, und endlich durch ein Königliches decret seines amtsgar entsetzt. Seine schriften sind: Syntagma InstitutionumChristianarum ; Enchiridion Theologicum ; Poftilla ; Com-mentarius in Epistolas Pauli, Petri, Judas , Johannis ; VitteVia ; Tractatus de Gratia universali &c. Vindmgii Acad. Hafn.p. 74. Freberi theatr. p. ;i2. Maßus , in Dania orthodoxa.Andrea epit. apologet. contra Mafii Daniam orthodoxam.Bartholin. de script. Dan. p. 10;. AI oller us , in hypomnem.p. 54 °· Bayle.

HEMODES, sind die 7. Dänischen insuln, Zeland, Fünen,Langland, Mön, Falster , Laland und Femeren, die von Pompo-nio Mela also genennet worden.Cluverius hält Schetland davor.

* Hempel , ( Albrecht Ephr.) war gebohren zu Rosla inder goldenen Aue an. 1670. den 24. april. Sein vatter warerstlich Pastor daselbst, hernach Archidiaconus zu Heringen ,und endlich Superintendent zu Franckenhaustn. Im 16 . jähreseines alters gieng er nach Leipzig , schrieb daselbst eine difpu-tativn de Spinis Coronet Christi, und hielt solche an. 1688.unter Müllern Praestdio. An. 1690. perorirte er am Oster - festIm Paulino , gieng daraus nach Wittenberg , disputwte da-selbst unter Deutschmann und Löschern de OnomatologiaTheolog!*; de TiKvopiXla. und de Reiurrectione spirituali.

Zu Leipzig ward er an. 1039. Alagistcr , zu Wittenberg an.

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1697. Licentiatfas , und an. 1711. Doctor Theologi*. An,1092. ward er Pastor zu St. Maria aufdem berge in Nvrdhau-sen, an. 1701. zu Sl. Jacob , wie auch des Conllstorü Äffetsor. Er starb an. 1722. den 25. mertz. Unschuldige Nach-richten , 1722, p. 497.

* Hempel, (Mich.) war in seiner geburts - stadt FreybergRector, und starb an. 1611. den z. jan. rm 78. jähre seines al-ters. Er hat Anaiecta D. Hier. 'Weiler. 1596. in 8. Hodce-poricon ad D. Heilandum; Descriptionem MonumentorumSaxo-nisElectoribus erectorum; Lib. de Statu Reip. Freiberg .an. 1998. eine Erklärung des Buchs der Weisheit; de Vita &Obitu Georgii Fabricii , Leipzig i;84> in 4. PfalmodiarumFibrös tres & Precationum übros duo , Wittenberg 1596. in 8.u. a. m. geschrieben. Witte , diar. Teijjier , catal. author.

Semskercken , (Martin) ein kunstreicher Holländischermahlet aus dem dorfe Heimskercken, (da sein vatter Jacob Wil-helm van Been ein bauet war) an. 1498. gebohren. Er hattevon lugend auf eine starcke zuneigung zu der Mahlerey, lernteselbige auch schon würckiich bey, Cornelis Wilhelm j Harlem ;sein vatter aber (der nicht viel über seinen pflüg verstünde, undsich nach dergleichen leuthen concept einbildete, das bauten - ge-werb wäre die allergcherste handthierung , weil man darbe»allezeit genngjam fände, seinen bauch zu füttern ) nahm ihn,ob schon zu seinem grossen Widerwillen, von den anfangen diesersubtilen kunst wiederum zu seiner groben arbeit nach Hanse; alser aber einsmals aus unvorsichtigkeil einen eymer voll milch vondem köpft herunter stürtzte, und ihn hierüber der erbitterte vat-ter mit einem harten prügel empfangen wollte, setzte er sichdurch die flucht in sichcrheit, und kam also mit beyhulffe seinerMutter, welche ihn mit etwas kleidern und geld versehen, überHarlem nach Delft , da er ohn weiteres bedeucken seine erstereprvftßivn von neuem ergriffe, und bey Johann Schorel demmahler in arbeit trat, auch in kurtzem qantz sonderbare pro-gressus machte. Von dort gieng er nach Rom , allwo er sich

jähr lang in den Antiches, und anderer fürtreflicher meisterwercken geübt hat ; als er aber in Italien zuviel verdrieslich«keilen einschlucken muste, 'begab er sich in die Niederlande , undsetzte sich wieder zu Harlem , allwo er an. 1574. gestorben ist. Erhat viel kinder hinterlassen, doch ohne schaden , weil er schöneMittel hatte; er machte deswegen auch verschiedene stiftungen,und legirte unter anderm einen hos, woraus etliche arme er-halten wurden , die jährlich seinen sterbe - tag mit trauten bege,hen sollten, wie denn ein solches noch jetzund üblich seyn soll.Sandrart , Acad. Pict. P. II. lib. III. p. 274. *

-Zemstead, ein Englischer marck - stecken in Broadwater-Hundred, im nördlichen theile von Harfordshire.

-Zem;, lat. Etmssa , oder besser EmePa , eine stadt in Sy­ rien , von den Turcken Daman genannt, so ein Ertz - Bischöff-licher sitz unter dem Patriarchen von Antiochien ist. Sie lieatan dem flusse Qrontes, und ist 4;. meilen nordwärts von Da,masco und 8°. ostwärts von Antiochien entfernet. Es ist einziemlicher ort, mit einer mauer von schwartzen und weissen stei-nen , einer halben pique hoch, umgeben; der stadt - graben aberist mit alten steinen und eingefallenem mauerwerck angefüllet.Sie hat 2;. thürne, 6. thore und 5. kirchen, unter welchen dievornehmsten von St. Helena auferbauet worden. Die Türckeneroberten sie in der mitten des XVI. seculi nicht ohne grossesblut-vcrgiessen, weswegen sie auch den ort ruiniren und einge-hen liessen. Tbevenot , p. 22;.

-IMac», ( Gabriel de ) war an. 1612. zu Valladolid geboh-ren , und begab sich an. 1626. in die Societät JEsu. Nachdemer viel jähre an unterschiedenen orten die Theologie gelehrct, ister zu ausgang des XVII. steculi zu Salamanca gestorben. Sei-ne schriften sind : de Empyreo Coelo ; de EucharistiiE Sacramen-to ; de Miss* Sacrificio , de Scientia Media; Theologia Scien-tiae Media: &c. Setzei, bibl. Soc. Jes.

-Henares, ein fluß in Spanien , welcher in dem gebürge vonSiauena entspringt, und durch den nördlichen theil von Neu»Eastilien seinen laufnimint. Daselbst gehet er bey den städtcnPadilla, Hita, Torlosa, Guadalajara und Alcala vorbey, biser endlich'unweit dieser letzten stadt, die von ihm ihren deynah-men bekommen, in den fluß Tarama fallt.

Renault , ein Französischer Poet in dem XVII. foculo, wel-chem man das bekannte sonnet auf eine frühzeitige geburt zu-schreibet , war von geringen eitern gebohren, Massen fein vatterein becker, und er selbst im lande von Forez ein Steuer - Ein-nehmer gewesen, dabey er doch nicht gar reich worden. Esmangelte ihm nicht an geschicklichkeit und der kunst einen gutenvers zu schreiben; und dienet ihm sonderlich zur ehre, daß dieb. ihmte Mad. des Houlieres hierin» das meiste von ihm gcler-hat. Allein bey diesem allen war er so unsinnig, daß er sichmit dem qröstcn fleisse bemühete für einen Atheisten angesehen zuseyn , und mit stinen Meynungen sich groß zu machen suchte,sich auch würcklich ;. unterschiedene fyfemata oder cinbildun«gen, wie die feele ihre würckungen verrichten und dennoch sterb,lich seyn könnte, ausgesonnen, und ausdrücklich nach Holland gieng, uin mit dem Spinosa bekannt zu werden, der abernichts sonderliches auf ihm gehalten. An seinem ende bekehrteer sich, und wollte durchaus das heilige Abendmahl nicht an-ders als mitten in dem zimmer und mit einem stricke um de»hals zu sich nehmen, wovon ihm sein Belcht - vatter mit ge.

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