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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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walt abwehren muste. Seine lvercke sind unter dem titul Oeu-vres diverses pari). H. JU Paris an. 1670. itl 12. heran» go,kommen. B-tjIe , Diction. turete/iana. *

Äenckard, eine Freyherrliche alte familie von Schafhaufen,hatte den nahmen von einem dorfe in dem Züricher - gebiethe,nahe bey Winterthnr. Von ihnen war an. 1260. Conrad vonHenckard der 12. Abt zu Schafhausen. Manufcr. gen. Scapb. *

^encfel, ein Gräfliches gefchlecht in Schlesien, welches sei-nen Ursprung in Ungarn genommen, und einerley Herkommensmit dem geschlechte der Grafen Thurzo von Bethlenfalua in Un­ garn seyn soll, die in selbigem Königreiche die höchsten, sowolqeist - als weltliche ehren - ainter besessen haben. Es hat aberdaö Henckelifche haus vor mehr als hundert jähren seinen sitz ge-ändert, und sich aus Ungarn erstlich nach Oesterreich , hernachaber nach Schlesien gewendet, allwo es jetzt in z.linien abge-theilet ist , und eine von den freyen Standes - Herrschafflen da,selbst besitzet. Der erste von diesem geschlechte war Petrus Hen-chel cie Quintoforo oder Donnersmarck, ein Ungarischer vomAdel. Dieser zeugte Jacobum, so gleichfalls ein UngarischerEdelmann war. Es geschicht dieses letzten Meldung in einemdiplomate, so der Kayser Sigismundus an. 1417. zuCostnitzam Bodensee ertheilt, darinn seine und anderer ruhmwurdigeVerdienste erzehlet werden. Jacobus hatte Johannem de Leu-chonia und Donnersmarck , welcher 2. söhne zeugte, als Geor-qium I. und Nttvlaum, Dom - Herrn in Zips. Diejer beydergedencket ein diploma, so König Ladislans von Ungarn an. 1456.zu Ofen öffentlich ergehen lassen. Georgius l. setzte das gefchlechtfort, und zeugte Georgium II. welcher söhne hatte, Johan-nem , Conradum, Bernhavdum, «sebastianum und Petrum.Unter diesen wurden Conrado von Margaretha de Villach, einertochter Georg« und enckelin Nicolai de Villach , eines Ungari­ schen Edelmanns, 8. söhne gebohren, unter welchen einer, nah-mens Johannes II. so an. 1513. gebohren , Edelknabe bey derverwitlidten Königin Maria von Ungarn war ; er gieng aberhernach mitihr nach den Niederlanden , und kam an. 1341. wie-der zurück in Ungarn , allwo er Cammer - Rath wurde. Dieserstarb an. 1588. und zeugte von seiner gemahlin Anna , MatthäiVoldners tochter, 6. söhne. Unter diesen war einer, nahmensLazarus, der ältere Herr zu Gfäll und Wesendorff, der landschafftund Herrschafften Beuthen , Tarnowitz und Odcrberg, rc. derKayser Rudolphi II. Matthiä und Ferdinandi II. wie auch derErtz - Hertzoge Maximiliani und Caroli würcklicher Rath , auchOber - Direäkor aller berglvercke in den Kayserlichen erb - lan-den , welcher sich durch seine treu - geleisteten dienste um dasHaus Oesterreich sehr verdient gemacht; er besaß ein grossesvermögen, wovon er aber einen guten theil zum nutzen unddienst des Kayserlichen und Ertz - Hauses angewendet hat. Auf.seinen güthern , ncmlich den Herrschafften Gfall und Wesen-dorff in Oesterreich,Beuthen , Tarnoivitz und Oderberg in Schle­ sien , hat er das Fidei - Commiß eingeführet, tratst dessen die,selben allein auf seine männliche nachkommen mit ausschlieffungder töchter, »ind so lange sein männlicher stamm währen würde,nicht an fremde veralienirt werden sollten. Unter seinen vielensöhnen hat allein das gefchlecht fortgepflantzet, Lazarus Henckelder jüngere, des heiligen Römischen Reichs Graf, Freyherrzu Donnersmarck , rc. so an. 1373. gebohren worden. Er er-hielt Beuthen , Tarnowitz und Odcrberg; sein bruder Geor-gius aber Gfäll und Wesendorff. Dieser letzte verstarb ohne An-der. Ob nun wol, vermöge des vättcrlichen gestifteten Fidei-Commisli , dieses Georgii hinterlassene güther auf seinen bruderLazarum hätten fallen sollen, so hat doch weder er noch seinejohneund enckel darzu gelangen können, ohngeachtet sie einenschweren und langen proceß deswegen mit den beschern gemeld-ter güther, die ihnen aber zu mächtig waren, geführt haben.Letztgedachter Lazarus war erstlich bey Kayser Rudolpho II. indienste«, hernach wurde er Kaysers Ferdinandi II. würcklicherRath, und Ertz - Hcrtzogs Ferdinandi Caroli Cammer - Herr.Von diesem letzten wurde er an. i6$i. in den Reichs -Grafen-stand erhoben, und hierauf von dem Kayser durch ein diplomadarinn bestätiget. Er starb an. 1664. nachdem er dem HauseOesterreich von an. 1608. bis in seinen tod wichtige dienste ge-leistet, und hinterließ 3. söhne, Eliam , Gabriel und GeorgFriedrichen, welche sich in die Herrschafften Beuthen , Tarnowitz und Oderberg thclllcn ; da denn der erste Oderberg , der mit-telste Beuthen , und der jüngste Tarnowitz bekam. Weil aberGabriel ohne männliche erben verstarb , so fiel dessen antheil,nach dem rechte des verordneten Fidei - Lommilst, seinen bey-den brüdern, Eliä und Georg Friedrichen, zu ; sie theilten sichauch darein, und blieb es so lange bey ihnen, bis das theil derBeüthcnischen Hcrrschafft von dem Grafen Elia Andrea , desEliä söhn, Lconi Ferdinando, Georg Friedrichs ältestem foh ·*.·kaufweise überlasse» wurde; daß also nicht mehr als zwey limenübrig, die Oderdergische, welche der Lutherischen religionzugethan, und die Beuthenifche, so Catholisch ist. BesagterGraf Elias fetzte die Oderbergische linie fort. Er war an. 1603.gebohren, starb an. 1607. und zeugte mit seiner gemahlin An-na Maria, Gräfin von Puchaim , nur einen söhn , jetztgedach,ten Eliam Andream. Dieser hat mit seiner gemahlin BarbaraHelena, Johann Bernhards, Freyherr« von Maltzan tochter,Johannem Ernestum, Wenzel Ludwigen und Erdmann Hcin,richen hinterlassen, welche die Hcrrschafft Oderberg zusammennoch vor wenig jähren ungetheilt besessen, indem der mittlere erst

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an. 1734. gestorben,einen söhn samt 3. töchtern hinteklassend.Derälteste, Johann Ernst, aber zeugete 2. junge Gräfinnen, AnnamHelenamHenriette, gebohren an. 1703» und Bardaram Char-lotte Louift gebohren an. 1704. Graf Georg Friedrich hinterließ2. chhne, den vorgedachten Leonem Ferdinandum, und CarolumMaximilianum, die sich in die vättcrlichen güther getheilet, unddes Beüthcnischen und Tarnowitzischen Hauses Urheber find. LeoFerdinand erhielte von dem Kayser Leopoldo die freye Standes-würde auf die landschafft Beuthen , in welcher nachmals auchan statt des Seniorats das Majorat eingeführet worden, trafstdessen, so viel die Standes - würde und landschafftliche Regie,rung anlangt, nach dem rechte der erst - gedurt erstlich das Beu-thenische, hernach das Tarnowitzische, und endlich das Oder-bergische Haus darzu gelangen soll. Er war an. 1640. geboh-ren , starb aber an. 1699. Von seiner gemahlin Juliana Maxi-miliana, Wolf Friedrichs, Grafen von Coob , KayserlichenGeneral-Feld-Zeugmeisters tochter, hinterließ er Carl Josephen,jetzt - regierenden Herrn, so mit Joseph«, Lazari Freyherr» vonBrunetti, Ober - Amts - Rath in Schlesien tochter, verschiede,ne kinder gezeuget, und Leo Ferdinanden, so Maltheser - Ritterund den 13. jul. an. 1714. vor Breßlau im duell erschossen wor,den , nebst verschiedenen Gräfinnen, davon die älteste AnnaFrancisca an Graf Frantz Joseph von Oppersdorff, Kayserli-chen geheimen Rath und Landes - Hauptmann in Mähren , undKatharina Carolina an den Freyherrn von Karvat, Kayserli-chen Cammer - Herrn, vermählet ist. Georg Friedrichs ande,rer söhn, Carl Maximilian, Graf von Henckel, residirt zu Neu,deg bey Tarnowitz . Seine söhne von Helena Hcdwig, Gräfinvon Rädern, sind Leo Maximilian und Carl Erdmann. Hene,iiSilesiographia, c. 2. p. 198. & c. 8. p.483. Souverainm vonEuropa , p. 819. Genealogische manuscripte.

* henckel, (JohannOtto) war gebohren zu Marpurg an.1636. den 22. nov. Sein vatter war Otto, ?ailc>r primariusund Superintendent daselbst. Den gründ zu seinen studien leg»te er auf den Pedagogiis zu Marvurg und Giessen .bis er an.1652. auf der Universität zu Giessen collegia besuchte, und nachetlichen jähren auf die Universität nach Altorf gieng. An. i6$8.wurde er zu Giessen Magister, worauf er sodann an. 1662. zuRinteln Professor Philosophie extraordinarius , an. 1664. Me-taphysices Ordinarius , und an. 1666. Logices Ordinarius undTheologie extraordinarius wurde. Erließ sich sodann an. 1667.zum Doctor ernten, und verheurakhete sich das folgende jährmit Sophia, Antonii Dollens , des Grafen zu SchaumbergRaths, tochter, mit welcher er aber eine unfruchtbare ehe gc«führet. An. 1679. wurde ihm die Prokestio Theologie ordina-ria anvertrauet, bekam auch die vocation nach Helmstädt alsProfessor Theologie und General - Infpector des Wvlffenbütte«lischen districts; weil man ihm aber die Profeslionem primariamTheologie und Jnspection der kirchen in dem Schaumburgi-schen territorio ebenfalls offcrirte, so nahm er solche an , undblieb daselbst bis an sein ende, welches den 22. d«c. an. 1S82.da er eben Rector der Universität war, erfolqete. Seine schrit-ten find: Diilertatio inaugurajis de Peccatis an. 1666. Differt.Theologica de Schismate an. 1Ö81. Prime Philosophie seu Me-taphylice Epitome VIII. Disputat. exposita ; Regule Philoso.phice ; Disputat. de Ministerio Ecclesiastico; de Latrone con-verso , nebst unterschiedenen Leichen - Predigten. Witte , diar.biogr. tom. II. p. 146. Götzens elogia Gcrman. Theolog,tom. II. n. 61. p. $86, seq.

* Henduuner, sind Indianische völcker, davon das landeinseits von dem Königreiche Agra oder auch von den Jndvsta,nern begrentzet, und durch den fluß Paddar abgesondert wird.Gegen norden grcntzcn sie an das Königreich Multan ; ihrennahmen sollen sie von der Haupt - stadt bekommen haben , wel-che Hendu - Une heiffet. Diese provintz begreift viele städle un-ter sich, nemlich Rimala, Mearta, Tourri , Gcisscemcr, rc.Sie bringt in grossem Überfluß baumwolle und getrcvde her-vor , und hat eine trefliche vich - zucht, sonderlich gerathen dieschaafe wohl bey ihnen. Übrigens sind die Henduuncr gcschick.te, aber dabey verschmitzte leutbe, und werden daher für unge-treu und diebjüchtig gehalten. Sie sind Hcyden, essen aberdennoch aller gattung fleisch und fische, welches viele andereOst - Indische volcker nicht zu thun pflegen. Ihre weibs - bil-det tragen von zarter kindhcit an kleine silberne oder von andcrmmetall verfertigte ketten um die schenckel, und arm - bändet,welche von der faust an bis an den ellenbogen die arme bedecken,und auch so grosse ohren - ringe, daß das loch nach und nachfast Hand breit wird, und die ohren folglich durch das gewichtdes ringes nach und nach sehr lang werden müssen, welches beyihnen eine seltsame schönheil bedeutet. Sonsten haben die Hcn -duuner noch dieses besondere an sich, daß sie gantz nackend ihrgebär verrichten. Davity , Etat des Grand . Mogols. Tbom.Corneille , Dick. Geograph.

Henelius von Hennefcld, (Nicolans ) ein berühmter Hi-storien? und RechkSgelehrtcr des XVI. seculi, war zu Neustadtin dem Oder - Schlesischcn Fürstenthnm Ovpcln, den 1 $. ,a,i.an. 1 $ 82. gebohren. Nachdem er den gründ seiner wisscnschass-ten in dem Gymnasio zu 0 t. Elisabeth in Breßlau gelegt, begaber sich nach Jena , und legte sich daselbst anfdie Rechte, nahmhierauf eine reise durch Tcutscbland , die Niederlande, Franck-reich und Italien vor, und wurde zu Padua , allwo erch einegeraume zeit aufhielte, Doch». Nach feiner zurückkunst bekam