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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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der es zwischen beyden vartcyen zu verschiedenen härten undhöchst-anzüglichen schristen kam. Seines Vetters Hertzvg Erichszu Braunschweig witlwe und kinder beschiverte er wegen derReformation , und wollte Landgraf Philippum nicht als Vor-mund leiden, dazu er im testament verordnet >var. Man fienghin und wieder in Protestantischen landen mord-brenner auf,

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denn goooo. gülden in acht jähren zu erlegest verjhkcchm Mnste-worauf er abzog, den Marggrafen in Francken verfolgte, undunterwegs den gewesenen Churfürsten Jöhann Friedrich heim»zusuchen drohete, der sich aber in der gute mit ihm verglich,und die gefahr mit geld abkaufte. In Francken that er eben sogrosse dinge nicht, und zog zu ende des jahrs wieder heim, be-

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welche von den Wolffenbüttelizchen Rathen angestellt zu styn diente sich aber seiner auf den'deinen 'hab'esibenUeäs'mame

bekannten. Endlich gewann die fache durch Hcrizogs Henricr noch darzu, daß er, bevor nach geendtatem kAeae mqewaltlhätigkciten gegen die stadt Goslar einen ausbruch, mit Marggrafen alles abgedanckt wurde, ausder er schon lange ze,r Händel gehabt, aber an. »..recht an. schen, Lünebttrg-schen, Anhaltischen MansARmmm^fieng, unter dem vorwanbe, datze von dem Kayfer «n die --- an '- i^ < . Tao " 9 tn , tngieu

acht erkläret sey, wiewol der Kay>er auf der Protestanten vor-ditle solche achts-erklärung auf eine zeitlang aufgehoben, undihm ausdrücklich mit allen feindseligkeiten inne zu halten gebo-ten hatte. Daher der Churfürst von Sachsen und der Land-graf von Hessen , weil Goslar mit in dem bunde stund, auch zuden Waffe» griffen, und sich an.42, inner zwey monatenaller Hertzvglichen lande bemächtigten. Er muste deswegen zuden Hertzogcn von Bayern fliehen, die sich auf Rcichs-tägcnund fonsten vergeblich vor ihn bemühten, ihm wieder zu feinenlanden zu helffen. Dem ungeachtet vergaß er seine schlimmepractiquen nicht, inmassen er durch allerhand briefe mißtrauenzwischen dem Kayfer und den Protestanten erweckte, und aufdem Reichs-tage an.44. so mit dem Churfürsten und Land-grafen zu zancken ansieng, daß man meynle, eS würbe mit demletzten zu einem Hand-gemenge kommen, wie er denn auch inöffentlichen fchriften, nicht nur dtefe beyde an ihren Fürstlichenehren hart angriff, sondern so gar von des Kaysers Majestätnicht auf das ehrerbietigste redete, und sich bedrohlicher redengegen unterschiedene, die er vor seine feinde hielt, vernehmenließ. Ob es nun wol an dem war, daß die verbundenen Für­ sten die Wolffenbütteiische lande dem Kayfer «n sequestrattvngeben wollten, da denn Hertzvg Henricus gewiß wieder zu derenbesitz gekommen wäre, zumal der Kayfer, wie man aus dessenerfolg erfehen, ihm mehr gewogen als ungünstig war, da dochdie Protestanten aus dem Wolffenbüttelifchen Archiv unterschie-dene dem Kayfer und semen Ministern höchst-nachtheilige schrei-ben an tag gebracht, begieng er gleichwol die Unbesonnenheit,fich seines landes mit gemalt zu bemächtigen. Zu dem endehintergieng er den König in Franckreich, und schwatzte ihm geldab, unter dem vorwanbe, die damalige Englische Werbungenin Teutfchland zu hindern. Mit solchem gelbe aber warb ervor sich ungefehr loooo. mann, mit denen er an. .6. unver-mulhel in seine lande einbrach, und einige örter eroberte. Al-lein der Landgraf von Hessen kam ihm zu geschwind auf denhals, und wiewol er anfänglich mine machte, mit demselbeneines zu wagen, das treffen auch bereits bey Nordheim ange-gangen war, ward er doch von den Landgräflichen, die ohnedemungleich stärcker waren, als er, zumal auch seine Generals undnahmentlich der von Wrisbcrg, an ihm untreu wurden, undihn wegen «mangelnder bezahlung gefangen zu nehmen gedrv-hel, so in die enge gebracht, daß er fich, nachdem er vorherviel von dem Hertzvg Moritzen zu Sachsen vorgeschlagene frie-denS-bedingungen verweigert, nebst feinem ältesten söhn demLandgrafen ergeben muste, welcher ihn aufdievestung Ziegen-hayn dringe» ließ, allwo er sich bald trotzig, bald gar geschmei-dig aufführte, nachdem es ihm in sinn kam , und nicht eherlosgelassen wurde, bis ihm der Kayfer an. 1,47. in den dedin-gunqen, die der übermannte Landgraf eingehen muste, sei-ne erledigung zuwege brachte , darauf er denn durch einenHerold in sein land wieder eingesetzt ward, doch aber noch nichtzur ruhe kam; denn weil in den vorigen kriegen fein Land-Adelmehremhciis wider ihn gewesen war, gedachte er es ihm jetzo ,und vertrieb viel von dem ihrigen, belagerte auch die stadtBraunschweig an.so. mit welcher er lange wegen der Herr-schaffl in mlßhelligkeit gestanden, muste jedoch auf Kayserlichendreht die delagerung wieder aufheben. Hernach befehdete ihnGrafVolrad von Mannsfeld, der es mit dem unruhigen Marg,grafAldrechten von Brandenburg hielt, und vertrieb ihn wiedervon land und leuthen, daß er zu dem Kayfer in das lager vorMetz ziehen, und hülffe suchen muste, da er jedoch gleich ankam,als Albrecht seinen frieden mit dem Kayfer gemacht. Indessenwar hierdurch auch GrafVolrad auf friedens-gedancken ge-bracht worden, hatte sein votck abgedanckt, und das Braun«schweigifche land geräumt, bis auf das schloß Steindruck, soeinige von dem mißvergnügten Adel inne hatten , Hertzvg Hen.tico aber von dem Commendanten bey seiner rückknnft auchübergeben ward. Kurtz darauf zog er ein neues kriegs-volckgrossen theils von dem Mannsfeldischen abgedanckten Heere zu.sammcn, weil ihn die Nürnberger und Fränckifchen Bischöffcwider Marggraf Albrechten zu hülffe rüsten. Mit demselblgcnzüchtigte er nebst seinen nachbarn den Bischöffc» von Münster und Minden , seinen vctter Hertzvg Erichen, ingleichcn die vonBremen und Verben, weil ye es mit Gras Volraden wider ihn«ehalten, stieß hernach zum Churfürsten von Sachsen , und lie-ferte Marggraf Albrechten,der indessen in dasBraunschwergischeeingefallen war, an.sz. bey Sievershausen die schlacht,darin» der Churfürst und Hertzvg Heinrichs z>vey älteste Prin«tzcn blieben, der sieg aber gegen den Marggrafen dennoch er-fochten ward. Er setzte auch auf Unkosten der Fränckifchendunds-verwandten den krieg weiter fort, verglich fich mit feinemVetter Hertzvg Erichen, und schlug den Marggrafen zum andernmal bey Braunschweig , belagerte die stadt von neuem, die ihm

chen vom Adel und städten, die it»n ehemals zuwider gewesenwaren, gewaMge drandschatzungen einforderte. Nach diesem haker gantz ruhig gelebt, auch noch vor seinem tobe die Augspuk-gtsche Cvnfeßtvn angenommen, und ist an.68. mWo ffeu-Ktforta. @r WjMjwwMi wÄnTdSnul Maria, Graf Heinrichs von Wurtemberg tochter, die vonihm bisweilen gar Übel soll seyn gehalten worden, und an41verstorben; das andere mal mit Sophia, des Könias Sims-mundi in Polen schwcster, die ihn bis an.7;. überleb Mitder letzter» hat er keine kinder , mit der ersten aber drey Pein-tzen gezeugt, davon dre beyde älteste, Carl Victor, ein tavfererHerr, und Philipvus, der des Avilä buch vom Teutschen krieaeins Teutsche übersetzt,,,» der schlacht bey Sieversbaufen er-schlagen worden, der jüngste Julius aber, der zuerst dem aeist.lichcn stände gewiedmet gewesen, ist in der regierung qefolaetSonst ist bekannt, daß er sich lange zeit eine coueubinc ael altemdie Ev a von T rotte hieß, und ein Hof-Fräulein bey ftiner erstengemahlm war, welche er,.um ihr desto ungehinderter zu ae«nieffen, heimlich auf dem schlösse zu Stauffenberq aufhielt, nn»indessen vorgab, ,ie sey an der pest gestorben, ihr auch ein präch-tiges leichen-begangnis und viel ftel-messen halten ließ, so ihmvon den Protestanten zum vftern hart vvrgeworffen worden,als er seine vielfältige Unternehmungen wider sie mit einemernstlichen religions-eifer befchönen wollte. Sieidanw. Cbytr<eu Sin chron. Sax. Hortleder. Hortensiur , de bello Germ. Stehen*dorf. hist. Lutheran . Thuanus. *

Henricus Julius, Hertzvg zu Braunschweig rind Lüne-burg, auch postulirter Administrator des Stifts Halberstadt ,war den. oct. an.64. gebohren. Seine eitern waren Iurlius, Hertzvg zu Braunschweig und Lüneburg , und Hedwig ,Churfürst Joachimi II. zu Brandenburg tochter. An.66ward er von dem Capitnl zu Halberstadt an statt des abgestorbe-nen Ertz-Bifchoffs Sigismundi zu Magdeburg zum Bistboffvon Halderstadt postuliret, weil aber das Stift mit schwerenschulden dehafftet war, behielt das Capitul die regierung undintradcn 12. jähr lang, und gab ihm ein gewisses. Er wohntean. i;76.ber tnauguration der Universität Helmstadt bey, und

wurde der erste Rector. Nachdem er an.78. von dem Kay-fcr veniam a?tatis erhalten, wurde er als Bischofs solenniterund zwar nach Cathvlischer art inlrvducirt, wozu er auch vondem Abt zu Huyseburg Johanne fich die primam tonsuram er-theilen ließ, ob er schon sowol als fein vattcr sich zur Lutheri.fthen religion bekannte. Über diese fache hat nicht nur Martin Chemnitz , der damalige Superintendent zu Braunschweig , nebstfeinen Collegis, fich gereget, sondern Hertzvg Wilhelm zu Zellesoll auch gesagt haben: ehe ich wollte meine kinder also lassenscheeren und schmieren, wollte ich denselben lieber zum kirch-hofund grabe folgen. Doch Jacvb Andrea entschuldigte die fache,und wollte sie gantz vor indifferent angesehen wissen. Bey seiner Bistvöfflichen regierung zu Halberstadt hat Hertzvg Heu«ricus Julius das schöne schloß zu Grüningen samt ber becühin«Im kirche, vrgel, und grossen wetnfaß daselbst, erbauet. An»8». wurde er Bischoff zu Minden , rcsiqnirte aber selbige stellean. 8 s. unter dem freyen Himmel. AIs an. 1539. sein vatler,Hertzvg Julius, verstorben war, bekam er, vermöge des Vertragsund vatterlichen testaments, die regierung des FürstenthumSBraunschweig, und aßignirte seinem bruder Philippo SigiS-mundo die Aemter Sick, Diepenau und Wölpe. An.91. te*formirte er das Stift Halderstadt von den übrigen Catholischenceremonien» ließ an.92. ein neues LoUegium zu Helmstadt bauen, nahm an. 159;. nach absterben Graf Ernstü zu Hohn­ stein die 2. Aemter Lohra und Klettenbcrg ein , weil sein vattervon dem Stifte Halderstadt darmit bereits war belehnet worden;wie denn unserm Hertzoge auch die administration des klosterSWalckenried, welche jetzt-gedachter Graf Ernst gehabt, nochselbiges jähr aufgetragen worden, derer er sich auch so bald an-genommen. Es war aber mit dieser postulation der Conveutua»len Graf Carl Günther von Schwartzburg nicht zufrieden, wel-cher schon lange nach dieser administration gestanden hatte. Erbrachte auch leicht den Abt zu Alten-Campen, welchem ehedemdle,eö recht zugestanden hatte, dahin, daß er ihn zum Abt zuWalckenried verordnete. Und unter diesem prälext nahm derGraf dem klostcr alle einkünfte, die es auS dessen landen hatte,zurück. Die fache kam an das Reichs-Cammer-Gerichl, undobschon an. 1594. dem Grafen vom Kayfer auferleget ward,das zurück behallene wieder zugeben, so ist die fache doch nichtzur erecutton gekommen, sondern $u einem langwierige» proceßgediehen. Doch ist im Wcstphaiischen frieden dieses klostecgänklich an das Haus Braunschweig überlassen worden. Nachseines vetters Hertzogs Philippi tobe an. 1596. nahm er daSFürstenthum Grudenhagen in besitz, wowider das Haus Lünerbürg am Kayserlichen Host prolestirt, und an. 1617. auch eine»

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