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favorablen ausspruch erhalten. Wiewol ohnedem 20. jähr her-nach das gantze Haus Braunschweig abgestorben , und allesnach Lüneburg gefallen. Als an. 1598. die Spanischen volckerin Westvhalen einfielen, sendete er als Oberster des Nteder-Eächsischen kreises ein regiment in Westphalen, welches abermeutenirt, und die rädelsfuhrer dessentwegen nach dem Kriegs-Recht bestrafet worden. An. 1399. starb der letzte Graf zuBlanckenbmq, Johann Georg, und Hcrtzog Heinrich Julius nahm sowol Rheinstein als Blanckenburg in besitz, wovon daserste als ein Halberstädtisch lehen,samt disem Stift an das HausBrandenburg gekommen, das letztere aber bey dem Braun-schweigischen Hause geblieben. Weil ihm bey dieser gelegcnheiteinige Halberstädtische Dom-Herren zuwider waren, ließ er diesogenannten mücken-thaler schlagen, auf welchen ein gecrönterlöwe zu sehen, um welchen einige mucken, über denstlben aberder Röm. adler schwedete. An. 1 600. den rr.jan. ließ der Hcrtzogeine declaration wider die stadt Braunschweig heraus gehen,darinnen er dieselbe der rebeüion beschuldigte, und machte aller-hand kriegö-anstalten gegen dieselbe. Die von Braunschweig aber fielen an. 1602. dem Hertzoge in das land, wo sie übel haushielten, und unter andern die stadt Schevpenstädt den 13. maygantz ausplünderten; sie liessen auch an. ,604. unterschiedene ausihrem Rath hinrichten, vermuthlich dessentwegen, weil sie einercollusion mit dem Hertzoge beschuldiget worden. In diesem jährefienq der Hcrtzog an die stadt zu belagern, und mit 12. schantzcneinzuschliessen. Doch nachdem die belagerung 3. mvnat langgewähret, musten auf Kayserlichen befehl die feindseligkeitenbeyderseits eingestellet werden. ( siehe Braunschweig , stadt.)Die von Braunschwcig aber ruheten nicht, sondern plündertenund verbrannten den 13. apr. an. 1606. das schul-kloster undkirche zu Riddagshausen . Der Hcrtzog beklagte sich hierüberam Kayserlichen Hofe, erhielt auch noch selbiges jähr, daß diestadt in die acht erkläret, an. 1610. aber, daß ihm auch die ere-cution aufgetragen wurde. In diesem jähre befand sich derHertzog mit unter den Chur -und andern Fürsten , welche denKavier Rudolphum ll. mit seinem brudcr Matthia, der damalsKönig in Ungarn war, verglichen. An. i6n. den 27. jun. istauf dem Nieder-Sächsischen Kreis-tage zu Halberstadt die ge-dachte achts-erklärung wider die stadt Äraunschweig mit vielensolennitäten publicirt worden. Doch der Hertzog starb , ehe ernoch etwas besonders wider dieselbe vornehmen können, den 20.jul. an. 1613, zu Prag , wo er sich eine zeitlang in seinem eigenendaselbst erbaueten pallast, im Kayserlichen nahmen einige zwistig-keiten beyzulegen, aufgehalten hatte, wobey er sein menschlichelend sehr nachdrücklich erkannt, und insonderheit ein versöhntgemüth gegen die stadt Braunschweig bezeuget haben soll. Nacheröfnunq des cörpers soll sein Hertz als ein leerer zusammen ge,schrumpfter beutel gefunden worden seyn. Sein leichnam istin die neue kirche in der Heinrichstadt zu Wolffcnbüttel beygesetztworden. Er.war ein verständiger Herr, und in den Rechtenwohl geübet, hatte auch tust zur Chymie, Mathcmatic, den An-tiquitäten und andern wissenschafften ; ja er hatte zu seiner er-götzung handwercke erlernet. Daß er zu Prag , Hclmstädtund Grünmgen prächtige gebäude aufgeführet, ist auch ange-führet worden. Daß er den Jüden nicht günstig gewesen, istdaraus zu «ehe» , baß er ihnen an. 1,91. den schütz aufgekündi-get, und sie aus allen seinen landen geschaffet. Von seinenHändeln mit der stadt Braunschweiq sind an. 1607. und an.iüoz.;. ziemliche folianten zu Hclmstädt heraus gekommen,worinnen,was zu behauptung der Hertzoglichen rechte gehöret, enthalten.Die weitlauftiqen titul hievon,und von vielen andern beyderseitsgewechselten schriften stehen in Lunichs bibliotheca deductio-num, p. 87-97· Buntings Brmmsthw. thron. c. continuat.Meibom. p. 333. seqq. Leuckseld. antiquit. Grüning. p. 60.
-Zerren und Hertzoge zu Mecklenburg :
Henricus, mit dem zunahmen Hierosolymitanus , Herr zuMecklenburg , ein söhn Johannis Theolog, , zog an. 1270. mitdem König in Franckretch, Ludovico IX. in das gelobte land ,ward aber daselbst von den Saracenen gefangen, und nicht ehe,als nach 26. jähren wieder los gelassen. Aufseiner heimreistfiel er wiederum den see-räubern in die Hände, und nachdem ersich daraus befreyet, kam er in Mecklenburg wieder an, starbaber kurtz hernach an. 1302. nachdem er noch vorher Wismar ,so der Graf zu Schwerin inzwischen angelegt, an sich bekom-men , und hinterließ von seiner gemahlin Anastasia, HertzogsBarnimi zu Stettin tochter, nebst zweyen töchtern, davon Luit-qard, Hertzogs Dremislai in Polen gemahlin, und auf dessenbefehl an. 1282. von ihrem Cammer-mägdlein umgebracht wor-den , Johannen«, der gar frühzeitig, ohne von seiner gemahlinHelena, einer Rügischen Printzeßin, erben zu hinterlassen , ge-storben, und Henricum mit dem zunahmen der Löwe, der dasgcschlecht fortgepfiantzet. Krcentzius , Vandal. lib. VII. c. 54. &45. cbytrai Sax. lib. X. p. 286. Speneri syllog. p. 709.
Henricus der Löwe,Herr von Mecklenburg und Stargard ,ein lohn des vorgedachten Hcnrici Hierosolymitani. Als derKayser Albertus I. von Oesterreich das Königreich Böhmen ansein Haus zu bringen suchte, befand er sich mit unter denen, soihm dißfalls widerstiinden, und ließ , indem er allein unter derflüchtigen armee stand hielte, einen so grossen muth sehen, daßman ihn deswegen mit dem obgemcldten beynahmen beehrte.Seme erste gemahlin, Beatrix, eine tochter Alberti,Marggrafen
von Brandenburg , brachte ihm an. 1290. die Herrschafft Star gard als ein heuralhs-guth zu, welches er auch, ungeachtetWaldemar, Marggraf von Brandenburg, sich widersetzte, mitgemalt behauptete, auch zum theil mit gcld erhandeltewiewoldieser streit erst unter seinem söhn Alberto I. völlig gehobenwurde. Als er sein anderes beylager mit Anna , einer tochterAlberli II. Hertzogs zu Sachsen , begangen hatte, und in Wis mar seinen einzug halten wollte, wegerlen sich die bürqer ihneinzulassen, weil sie wegen semcs starcken gcfolges sich einer ge-waltsamen Unterdrückung ihrer freyheiten besorgten. Ersuchtediesen schimpf zu rächen, und belagerte die stadt. Allein duübrigen Hansee-städte kamen ihr zu hülffe, welches ihn bewog,eine gütliche satisfaction von ihr anzunehmen. Wegen der stadtRostock hatte er noch mehr vcrdricsiichkeitcn. Es sollte nem-lich dieser ort nebst der darzu gehörigen Herrschasst nach abster-ben seines vettern, Niclot, auf ihn fallen; allein die dürger un-terwarfen sich an. 1290. noch bey dessen leben , mit gewissenbcdinguugen, dem Könige von Däneinarck , Erico Vill. denNiclot selbst wider den Marggrafen zu Brandenburg zu hülffegeruffen ; (siehe Olicolotus, das Rind zu Rostock .) Henricusbezeugte zwar sein Mißvergnügen darüber, konnte aber nichtsanfangen, bis an. 1311. die Rostockcr durch ihren ungehorsamden Konig von Dänemarck erzörnet. Durch diesen ließ stchhierauf Henricus ordre geben, die stadt in dessen nahmen zu züch-tigen. Er belagerte sie auch mit grossem Nachdruck, ivard abervon Dänischer feite so schlecht secundirt, daß er unverricbteterfachen abziehen muste. Drey jähr hernach starb der oberwehntcNiclot ohne leibes-erben, und in eben demselben jähre bemäch-tigte sich Henricus der stadt Rostock durch eine kriegs-list, wobeyer gegen niemand, als gegen die vornehmste widerspenstige sichungnädig erwies. An. 1323. ward ihm durch ordentliche tra-ctaten von dem Dänischen Könige, Christophoro II. alles rechtauf Rostock , Gnoyen, Suan und darzu gehörige orte, so dieHerrschasst Rostock ausmachen , abgetreten , jedoch, daß er des-wegen ein Vasall der Cron Dänemarck seyn sollte, wiewol derlehens-nexu§ hernach erlassen worden , (siehe Albertus, Königin Schweden, ) von welcher zeit an auch diese Herrschasst de.ständig bey dem Mecklenburgischen Hause geblieben. Ausserden oberwehnten beyden gcmahlinncn hat Henricus noch zuletztAgnetem, eine tochter Wttzlai,Fürsten von Rügen , geheurathet.Mit der andern gemahlin hat er zwey söhne gezeugt, von wel-chen Albertus die linie zu Mecklenburg , Johannes aber die liniezu Stargard angefangen. Er selbst ist an. 1329. gestorben.Krantzti Vandal. lib. VI. c. 24. lib. VII. c. 36. lib. VIII. c. 3.4. Becer. de Ducib. Mecklenb. Speneri sylloge , pag. 709.Schurtzfieiseb. res Mecklenb. §. 12. LÜNigS Reichs-Archiv,tora. VII. p. 498.
-Zenricus, der Hencker, Suspensor, zugenannt, weil er diestrassen-räuber in dem lande mit grosser schärfe aufsuchen undabstraftn lagen, war der jüngste söhn Alberti l. des ersten Her,tzogs zu Mecklenburg , ein bruder Alberti II. Königs in Schwe den , und hatte antheil an der rcgierung der Mecklenburgischenlande. Er starb an. 1382. und hinterließ von seiner gemahlinJngelburg, Königs Waldcmari III. in Dänemarck tochter,einen söhn, Albertum 111. der aber an. 13 87. ohne kindcr mit todeabgieng. Krantzii Vandal. lib. IX. c. 8· Speneri syllog. p. 712.Imhof. not. Proc. Imp. lib. IV. c. ?. §. 4.
Henricus, der feiste oder fette, ein söhn Johannis II. demer an. 1423. succedirte, mit Catharina, Eric« IV. Hertzogs zuSachsen-Lauenburg tochter, gezeuget, ist einer von den vor-nehmsten Hertzogen zu Mecklenburg . Denn er hatte das glück,daß zu seiner zeit an. 1436. der letzte Fürst der Wenden, Wil,helmus, und an. 1471. der letzte Herr zu Stargard , Ulricus II.ohnbecrbt mit tode abgicngen , deren länder ihm als nächstemagnaten heimfielen, daher er der erste war, der alle Mecklcnbur.gische lande beysammen halte. Wiewol dieses nicht ohne har-ten streit mit Friderico 1 . Churfürsten in Brandenburg , ab-gieng, dem die letzte Fürsten zu Wenden gehuldiget hatten; wel-cher streit endlich an. 1442. zu Witlstöck dergestalt beygelegetwurde, daß diese lander Henrico und seinen nachkommen vcr,bleiben, nach deren adgang aber nebst allen andern Mecklenbur-gischen landen an Brandenburg fallen sollten. Unter Hei . cogiengen auch in den beyden Hansee-städten Wismar und Ro,stock arosse Unruhen vor, indem die bürgcrschaffl mit dem Rathsehr übel verfuhr, aber deswegen von dem Kayser Sigismundohart gestraft wurde. Die Universität ward damals an. ,4i?.von Rostock nach Greyphswalde verlegt, aber nach geendigtemtumult an. 1442. wieder an ihren alten ort gebracht. HcrtzogHenricus starb an. 1477. und hinterließ von seiner gemahlinDorothea, Churfürst Friedrichs I. von Brandenburg tochter,4. söhne, davon Albertus und Johannes ohne erben gestorben,Balthafar, Bsschoff zu Schwerin und Hildesheim worden,Magnus II. aber daS gesthlecht fortgepfiantzet hat. Spener. syl-log. p.713. Imhof. not. Proc. Imp. lib. IV. c. 5. §. 4.
Henricus, mit dem zunahmen der fricdferticte oder derTkarkök vkS vakkerlandes, Hcrtzog von Mecklenburg . Er wargedohren an. 1479. und hatte zum vattcr Hcrtzog Magnnm, zurMutter aber Sophiam, eine tochter Eric« U. Hertzogs in Pom mern . Die landcs-regierung trat er an in dem zahre >;o;.und führte solche mit seinen brüdern Erico und Alberto VI. ge,meinschafftlich. Als Ericus an. ,303. ohne erden starb, druygAlbertus VI. auf eine theilung , worüber grosser streit entstund,