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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lib. I. c. 45. Samte.Marthe, histoire de la Maison de France.Sammartbani Gallia Christ.

-Zenricus von Angouleme , ein natürlicher söhn des KönigSvon Franckreich Henrici II. und zwar von einer SchottischenDame, (wie Brantome schreibt, und wie schon droben unterdem artickul Henrici II. Königs in Franckreich) angezogenworden/ aus dem geschlechte Flemming, oder nach dem Anseime,ans der familie Leviscon. Er bekam das Groß-Priorat vonFranckreich, und an. 1579. gab ihm die Königliche Frau Mut-ter/ Catharina von Medius, das Gouvernement von Provence ,theils weil die damals ansrührische einwvhner dieser prvvintzmit gemalt einen Printz zum Gouverneur haben wollten, theilsweil der Grvß-Prior unter der Hand den gedachten aufruhrunterhielt , und folglich denselben wieder zu stillen vor geschicktangesehen ward. Indessen war ihm die gedachte Catharina vonMedicis in ihrem hertzen sehr aussätzig / weil er es weder mitihr noch mit der Guisischcn partey halten wollte, und suchtedahero ihn gleichfalls bey ihrem söhn, dem damaligen KönigeHenrico III. in Übeln rredit zu setzen. Hierzu trug nicht wenigbey ein gewisser Capitain von den galeere»/ nahmens PhilippusÄlloviti / Baron von Castellanes , welcher Renatam von Rieux-Chateauneuf, des jetztgedachten Königs ehemalige maitressc /geheurathel hatte. Derselbe schrieb öfters briefe nach Hofe,worinnen er den Groß-Prior vieler Ungerechtigkeiten beschul-digte / wie auch daß er in seinem Gouvernement die innerlicheunruhe nicht zu unterdrücken , sondern zu vermehren suchte.Einer von diesen briefen fiel dem Grvß-Prior in die Hände.Gleichwie er nun deswegen fich zu rächen beschloß, also mustees sich zu allem Unglück fügen , daß als er den -. jun. an. -; 86 .zu Ale vor einem wirthshause vorbey paßirte, er den Altovitioben in einem fenster liegen sahe. Über diesen anblick ergrimm-te er um so viel mehr , weil er ihm ausdrücklich hatte wissenlassen, daß er bey Vermeidung harter strafe nicht an solche örterkommen sollte / wo er selbst sich befände. Ohne sich dannen.hero zu bedencken, lief der Groß-Prior mit zurückiassuna seinergarde/ in das zimmcr/ wo Altoviti war, zeigte demselben mitder einen Hand den aufgefangenen brief, mit der andern aberstieß er ihm zu gleicher zeit mit seinem degen zweymal in denleib. Da sich jener tödtlich verwundet fühlte , sammelte ernoch so viel kräffke zusammen , daß er dem Groß-Prior mitseinem dolch einen gefährlichen stich in den unter - leib gab;wiewvl einige haben sagen wollen, daß einer von deS Grvß-PriorS Edelleuthen, nahmens Seguiranes, da er dem Altovitivollends den rest zu geben gesucht , unversehens seinen eigenenHerrn zugleich mit getroffen. So viel ist gewiß, daß desGroß-PriorS leuthe den verwundeten Altoviti mit iqo. hiebenoder ftichen völlig hingerichtet, und hernach seinen cörper ;«dem fenster herunter gcstürtzt. Der Groß - Prior aber musteden folgenden tag seinen aeist aufgeben / nachdem er vorher-über fein herannahendes ende sich sehr kläglich bezeigt. DerKönig war über diesen todes - fall sehr betrübt , und ihm zugefallen stellte sich seine Frau Mutter auch also an. Im übri-gen ward dieser Printz fast durchgehendü wahrhafftig bedanket,zumal da er sich in der Morale, in den Historien, m fremdensprachen, in der Mahlerey und sonderlich in der Poesie einegrosse wissenschafft zuwege gebracht, auch durch seine leuthse-jjgkcit sehr beliebt zu machen gewußt hatte. Er war bemühtgewesen , von allerley antiquitätcn und ftltenheiten , sowvl dernalur / als der kunst , ein cadinet zusammen zu bringe»/ welchesauch bey seinem tobe in einem vortresiichen stände war / hernachaber gäntzlich zerstreuet ward. Brantome , mem. des Dam.gal. wm. II. p. 57z. P. Anfilm. hist. geneal. delaMais. deTrance p. 144. Tbuan. hist. lib. LXXXV. Meter ay , hist. dcFrance tora. III. p. 477. 611. 612.

Henricus, (Eudo) Hertzog von Burgund; fein vatter warHugo der Abt, Hertzog von Franckreich, oder Neustria und Bur­ gund , Graf von Paris rc. wegen seiner schönen gestalt undzum unterscheid Hugonis des schwartzcn, der weisse, wegenseiner sonderbaren lcibes-grösse aber, der grosse, zugenannt;den nahmen des Abts bekam er von den drey Abteyen von St.Denys, St. Germain des kres und St. Martin zu Tours, dieer inne hatte; seine mutter aber war Hedwig,Henrici I. stucupistvchter und Oltonis I. schwester. Er war anfangs ziemlich un-glücklich, und bekam zu seinem antheil von der vatterlichen erb-schafft nichts, als das traurige nachsehen; seine beyden brüderaber, Hugo Capetus und Otto, nahmen die hinterlassenen landein besitz, so daß sich jener von dem Hertzogthum Franckreich, die-ser aber von dem Hertzogthum Burgund Meister inachte. Nach-dem aber dieser bald Darauf mit tobe abgegangen, erbte er ihn,und behielte das Hertzogthum bis an seinen tob an. 1001. Als erober auch ohne rechtmäßige erben abstürbe, vermachte er aufrinrathen Gisela seiner gemahlin und zuvor wittwe AdelbertiKö,igs in Italien , so Berengarii II. söhn war, durch ein testamentseine Hertzvgliche lande Ottoni Wilhelms , zugenannt derfremde, den sie in erster ehe von erst-angezogenem Adelbertoerzeuget hatte; weil nun dieser von seiner mutter her schon diesogenannte Franche-Lomte, oder das obere Burgund ererbet,und Landry , Grasen von Revers, seinen tochtermann, wieauch Brunvnem, Bischoff von Langres, seinen schwaaer, zumgehülffen hatte, bemächtigte er sich in kurtzer zeit krafft solcherdvnation des gantzm Burgunds ; als nun auch dem KönigeRoberto das maul nach so schönen landen wässerte, und dero»Histor. Lexicop IV. Theil.

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wegen als des verstorbenen ttefe ein näheres recht zu habenpratendirte, fand er für das beste sich mit dem schwcrdl denweg darzu zu eröfnen , und führte zu diesem ende eine mäch-tige armee, mit bülffe Richardi II. Hertzogs in der Nonnan-die, wider diesen seinen fcind, unterdrückte seine partey, nahmAuperre mtt accord ein, und Avalon muste sich nach ;. mo-natlicher delagerung ans Hunger ergeben , bis endlich dieserfremde gast wieder in seine heimath kehrte, und sich mit derGrafschafft Burgund begnügte, attwo er der stamm-vatter derfolgenden Grafen von Burgund worden ist. (siehe Robertus,König in Franckreich, und Hugo der grosse, Caperi vatter.)

Henricus, Hertzog von Burgund , ein söhn Roberti, Her-tzogs von Burgund , und enckel Roberti, Königs in Franck-reich , befand sich an. 1059. bey Königs Philipp» I. crönung zuRheims , als ein Deputirter seines vatters; wiewvl andere die-ses von seinem ältern bruder Hugone, der noch bey leben sollgewesen seyn, vorgeben, (a) Er starb an. ,060. noch vor sei-nem vatter, und hinterließ von seiner gemahlin Sibylla Renal-dum I. Grafen von Burgund ; Hugonem I. und Eudonem I.Her,tzoge von Burgund ; Robertum, Bischoff von Langres ; Hen»ricum, stammwatter der Könige von Portugall; Renaldum,Abt von Flavigni; Aldeardam , Wilhelmi III. Hertzogs vonGuyenne, dritte gemahlin ; Beatricem, Guidonis I. Herrnvon Vignvn, gemahlin ; und Elisam , welche nicht weiterals NUr dem Nahmen Nach bekannt ist. Du Cbine. Sainte-Mur*the. Du Cange. (a) Äcta Concil. Rhem. tötn. IX. Concil, an.i°S9-

Henricus von Bourbvn, Hertzog von Montpenster, Chäteftlerau, und St. Fargrau, Pair von Franckreich, souveraineb

t uest von Domdes, Printz von Roche-wr-Pon, Dauphin vonuvergne rc. Gouverneur von Dauphine und Nvrmandie. Erwar Francisci von Bourbvn söhn, von Henrietta Catharinavon Ioycuse, gebohren zu Mezieres in Touraine den ir. mayan. iz?;. Er führte den titul eines Printzen von Dombcsnoch bey lebzeilen seines vatters, commandirte die armee inBretagne wider den Hertzog von Mercöur, und nahm darinnenverschiedene örter ein, wurde aber in der schlacht bey Craon ae-schlaqen. Er hatte sich mit Francisco von Äourbon , Printzenvon Conty, conjungirt, und belagerten sie mit einander diestadt Craon , so an der Oudon gelegen. Der Hertzog von Mer-cbur aber rückte an, selbige zu entsetzen. Die beyden Printzen,welche sich nicht wohl zusammen verstunden, liessen ihn überden fluß paßiren, und zogen sich bey hellem tage zurück, wur-den aber verfolgt , und den 2;. may an. 1592. geschlagen.Sie verlohren dabey 1200. mann nebst vielen canonen, unddarneben die städte Chateau-Gontier , Mayenne und Lavak.Als Franciscus, Hertzog von Montpensier, den 4. jun. selbi-gen jahrs verstarb, wurde sein söhn Hcnclcus damals mit demGouvernement von der Normandie versehen, und brachte dieübrigen örter, so noch der Gigue gehörten, unter sich. Ercommandirte bey der delagerung von AmienS an. 1597. dieavantgarde, und wohnte Königs Henrici IV. crönung anstattdes Hertzogs von Guyenne bey. Er folgte selbigem Könige, alSer das land Bresse nebst Savoyen einnahm, bekam auch denRitter-orden des heiligen Geistes, prastdirte bey der Versamm-lung der vornehmsten Herren von Franckreich zu Rouen , undstarb endlich zu PariS den 27. febr. an. isog. Er vermähltesich an. 1599. mit Henrietta Catharina von Ioycuse , Gräfinvon Bvuchage, von welcher er nur eine einzige tochter halte,Ma-riam von Bourdsn» Hertzogin von Montpensier, welche an.

' 1626. an Gaston Iohannem Baptistam von Franckreich, «cr-tzog von Orleans , vermählet ward , und den 4. jun. an. 1627»verstarb. Tbmnta. Davila. Petr. Matthieu. Samte-Marthe.Mezeray.

* Henrtcus von Dourbon, Hertzog von Verneuil, ein natür-licher söhn des Königs Henrici lV. den er mit Henriette von Bal-zac von Entragues, Marquisin von Verneuil, gezeugt, war an.1601. gedohren. Er war anfangs Bischoff zu Metz , und besaßSt. die Abtey von Germain des ?res, auch sonst bey 400000. pfteinkünfte aus geistlichen Beneficien, hernach ward er an. iSür.Ritter der Königl. orden, und an. 166;. Hertzog und Pair vonFranckreich, unter dem titul eines Hertzogs von Verneuil. An.166;. gieng er als ausserordentlicher Ambassador nach Engel-land , vermählte sich an. rSüg. mit Charlotta , einer tochter desCanblers Seguier, und wittwe Maximiliani Francisci von Be«thune, Hertzogs von Sully, mit der er keine kinder gezeuget, undstarb an. 1682. Er war ein rechtschaffener mann, und wardwegen sewer redlichkelt von jederman geliebt. Der Papst In«nocenrius X. bey welchem der König Henricus IV. um einenCardinais-hut für ihn anhalten ließ, wollte ihm als einem un«ehlich-erzeugten solchen nicht geben. Mem. dAmeiot , tom. I.p. 48. de Moripet.Jier , tom. VI. p. ioo.

Aenricuo I. Printz von Conde, Hertzog von Anguien undPair von Franckreich. Er war Ludovici von Bourbon I. Prin-tzen von Conde söhn , den er mit seiner ersten gemahlin, Eleo-nora von Roye, gezeuget. Er wurde den 29. dec. an. r-zzr.qebohren, und ließ seine tapferkett bey verfthiedenen gelegenhei-ten sehen, als, da er nebst dem Hertzoge von Anjou, welcherhcrnacd unter Henrici III. nahmen König wurde, an. -z?;. derersten delagerung der stadt Rochclle beywohnte. Hernach schluger sich zu der Hugenotten partey , indem ftin vatter eines ihrervornehmsten Häupter war. Er eroberte die stadt Bcouage, die

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